Elternteil verstorben Beerdigungskosten und mögliche Erbschaft

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tenzen

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Hallo,

letzte Woche ist mein alleine lebender Vater verstorben mit dem ich seit der Scheidung meiner Eltern von 20 Jahren keinen Kontakt hatte.

Jetzt ist das Problem der Beerdigung und der Haushaltauflösung bzw. der damit verbundenen Kosten sowie eventuelle Erbschaftsansprüche.

Kurz vor seinem Tod kam seine Tocher aus erster Ehe nach Deutschland (zu Besuch lebt im EU-Ausland und hatte Kontakt mit ihm aufgenommen, hatte ihn auch im Krankenhaus besucht und seinen Haushalt versorgt und hatte seit ca. 6 Wochen bis jetzt als einzige Zugriff auf die Wohnung.
Kenne meine Halbschwester auch nicht, ich bin mit der väterlichen Seite der Familie entfremdet und
habe nur lose Informationen über sie (Frau meines Onkels und meine Mutter stehen in Kontakt) sie soll aber gut situiert sein Diplom-Ing.

Noch am Todestag bin ich zu seiner Wohnung gefahren da sie Unterlagen brauchte, hektisch erzählte sie mir das Bestattungsinstitut brauche Heirat- und Scheidungsunterlagen (von meinem Vater und meiner geschiedenen Mutter) und das das einer Bezahlen müsse, sie könne dafür nicht aufkommen.
Kein Geld etc. ich sagte ich auch auch nicht da lange Arbeitslos.

Unmittelbar danach ist Sie wieder ins Ausland und muss die Bestätigung vom Friedhof einholen und will nächste Woche wieder kommen.(Hat als einzige den Wohnungsschlüssel)

Beim Bestattungsinstitut erklärte ich auch gleich das ich mittellos sei, es wurde vorgeschlagen die Bestattung über das Gesundheitsamt laufen zu lassen Einäscherung und Überführung max. 1500 €.
Die Übernahme durch das Sozialamt sei sehr mühsam. Es müssen unter anderem Nachweise über 3 Monate rückwirkend belegt werden.

Ich nehme an das damit der komplette Nachlass inkl. persönlicher Habseeligkeiten dem Sozialamt bzw. dem Staat zufällt ?
Was wäre mit der Halb-Schwester wär sie dann nicht enteignet oder wäre das dann eine Sache zwischen ihr und den Behörden ?

Auch weiss ich noch nicht was für Vermögen vorhanden sein könnte, welches die Nachlasskosten begleichen könnte. Er hatte ein Auto (laut Gebrauchtwagenportalen 4000-5000 €) meine Mutter meinte er hatt nie Geld auf der Bank gelassen sondern immer irgendwo gebunkert. Er hat immer gut verdient und geizig gelebt immer nur gerafft. Die Suche nach Bargeld kann ich mir allerdings sparen, da ... meine Schwester... nunja auch...äh...finanziell orientiert ist und länger in der Wohnung am wühlen war.

Das ist alles sehr verzwickt könnte ich das über das Gesundheitamt laufen lassen und später das Erbe ausschlagen? Ich erhoffe mir keinen Geldregen, das wird ja sowieso mit ALG 2 verrechnet.
Am Ende muss für die nächsten 3 Monatsmieten und die Wohnungsräumung aufgekommen werden.
Eventuell fallen sogar noch Kosten der privaten Krankenversicherung an oder Steuerversäumnisse.

Verkompliziert wird das ganze noch das meine Sschwester keine deutsche Staatsangehörigkeit hat und im Ausland lebt. Auch ist ein Testament noch nicht bekannt.

Am Ende möchte ich nur ein paar persönliche Erinnerungstücke (z.B.Fotos meiner Mutter, kleine Dekosachen) und gut aus der ganzen Sache rauskommen ohne für den Alten darauf zahlen zu müssen.
 
P

Pichilemu

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Sofern nicht plötzlich aus dem Nichts irgendwo ein Testament auftaucht wärt ihr, also du und deine Halbschwester, die Erben. Daran ändert sich auch nichts wenn ihr die Übernahme der Bestattungskosten beantragt.

Allerdings sind die Bestattungskosten zunächst einmal aus dem Nachlass zu zahlen. Auch wenn der nur aus Sachwerten besteht (wie das Kfz) und Geld in bar oder auf Konten nicht vorhanden ist dürfte es für deine Halbschwester, wenn sie wirklich so vermögend ist wie du beschreibst, kein Problem sein das Geld vorzuschießen. Auf keinen Fall darf sie aber die Kostenlast auf dich abwälzen, das ist eindeutig, da wird sich auch das Sozialamt querstellen wenn die erfahren was du für eine reiche Halbschwester hast. Sie mag zwar im Ausland leben, das entbindet sie aber nicht von der Pflicht die Bestattung zu veranlassen.

Bei der PKV bin ich mir nicht sicher, aber ich meine die müsste automatisch mit dem Tod des Versicherten enden, alles andere wäre auch völliger Quatsch. Richtig ist aber, dass du die drei ausstehenden Monatsmieten noch aus dem Nachlass zahlen musst.

Die Ausschlagung des Erbes könnte vom Amt als vorsätzliche Herbeiführung der Hilfebedürftigkeit ausgelegt werden, es sei denn die Nachlassverbindlichkeiten (Bestattungskosten, ausstehende Miete, Räumungskosten) übersteigen das Vermögen. Aber dazu bräuchtest du vermutlich erstmal ein Nachlassverzeichnis das du noch nicht hast. Ist auch sehr schwierig wenn du noch nicht einmal Zugang zur Wohnung hast um da nach versteckten Geldbündeln o. ä. zu suchen.
 

Buchfan

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Ist es nicht sehr schön, dass Deine Halbschwester sich so kümmert? :icon_hihi:

Ich würde ihr das auch weiterhin zugestehen. Natürlich sollte sie sich auch um die Bestattungskosten kümmern. Das wäre doch das Mindeste!
Dem Soz spart man Zeit und Geld, wenn die Erbschaftsangelegenheiten familienintern geregelt werden.

Der Schwester könnte natürlich die Idee kommen, öffentliche Gelder abzugreifen. Und Dich aufzufordern, Deinen Anteil zu beantragen. Je nach Gusto könntest Du das machen oder auch nicht. Soll sie doch.............:wink:
 

tenzen

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Allerdings sind die Bestattungskosten zunächst einmal aus dem Nachlass zu zahlen. Auch wenn der nur aus Sachwerten besteht (wie das Kfz) und Geld in bar oder auf Konten nicht vorhanden ist dürfte es für deine Halbschwester, wenn sie wirklich so vermögend ist wie du beschreibst, kein Problem sein das Geld vorzuschießen. Auf keinen Fall darf sie aber die Kostenlast auf dich abwälzen, das ist eindeutig, da wird sich auch das Sozialamt querstellen wenn die erfahren was du für eine reiche Halbschwester hast. Sie mag zwar im Ausland leben, das entbindet sie aber nicht von der Pflicht die Bestattung zu veranlassen.
Freiwillig wird die nix zahlen, genau so gierig wie der Alte. Unheimlich dreist, kein Geld haben wollen aber ständig umherfliegen. Beweisen kann ich nix und wirklich greifbar ist sie auch nicht.

[/QUOTE]Die Ausschlagung des Erbes könnte vom Amt als vorsätzliche Herbeiführung der Hilfebedürftigkeit ausgelegt werden, es sei denn die Nachlassverbindlichkeiten (Bestattungskosten, ausstehende Miete, Räumungskosten) übersteigen das Vermögen. Aber dazu bräuchtest du vermutlich erstmal ein Nachlassverzeichnis das du noch nicht hast. Ist auch sehr schwierig wenn du noch nicht einmal Zugang zur Wohnung hast um da nach versteckten Geldbündeln o. ä. zu suchen.[/QUOTE]
Oha, das mit der unterstellten Hilfbedürftigkeit ist mir neu, erhalte ich den das Nachlassverzeichniss (vom Nachlassgericht?) bevor die 6 Wochen Frist bis zur Erbausschlagung ausläuft?

Ist es nicht sehr schön, dass Deine Halbschwester sich so kümmert? :icon_hihi:

Ich würde ihr das auch weiterhin zugestehen. Natürlich sollte sie sich auch um die Bestattungskosten kümmern. Das wäre doch das Mindeste!
Dem Soz spart man Zeit und Geld, wenn die Erbschaftsangelegenheiten familienintern geregelt werden.

Der Schwester könnte natürlich die Idee kommen, öffentliche Gelder abzugreifen. Und Dich aufzufordern, Deinen Anteil zu beantragen. Je nach Gusto könntest Du das machen oder auch nicht. Soll sie doch.............:wink:
Offen gesagt bin froh falls ich das Sozialamt raushalten kann, da bringt nur noch mehr Ärger.
 
P

Pichilemu

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Im EU-Ausland sollte das eigentlich nicht so schwierig sein. Ich würde dir zustimmen, wenn es irgendein Drittstaat wäre, da wäre sie wirklich nicht von der Justiz greifbar.

Du brauchst hier aber unbedingt einen Fachanwalt für Erbrecht, das bekommst du alleine nicht hin. Wenn du mittellos bist bekämst du hierfür PKH und wohl auch Beratungshilfe. Die Bestattungskosten kannst du problemlos von ihr einklagen und wenn sie wirklich den Nachlass plündert, so wie es sich anhört, wäre hier über einen Antrag auf Herausgabe des Erbes nach § 2018 BGB nachzudenken.

Die Sechswochenfrist hat schon angefangen, sodass es sein kann, dass du überhaupt nicht weißt, wie der Nachlass aussieht und daher nur "auf gut Glück" ausschlagen könntest, das wird aber garantiert Probleme mit dem JC geben und würde ich dir nicht unbedingt empfehlen. Übrigens hat sie, da sie im Ausland wohnt, ein halbes Jahr Zeit zur Erbausschlagung, es kann also sein, dass sie sich quasi "im letzten Moment" noch umentscheidet und dann hast du alles an der Backe.
 

tenzen

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EU-Ausland oder nicht Rumänien ist korrupt ohne Ende das ist dort ganz schwierig was zu erreichen.
Wer dort nicht fleissig schmiert bekommt dort nix durchgesetzt. Ich spreche da aus Erfahrung.

Falls sie den Nachlass an vorhandenen Barmitteln geplündert hat ist eh alles weg und im Ausland im nirgendwo verschwunden. Aber wie gesagt das ist alles Spekulation, ich würde es ihr halt zutrauen.
Deswegen kann ich mir auch vorstellen warum sie sich zu Ende um ihn gekümmert hatte. Wegen dem Wohnungsschüssel

Sie hatte angegeben auf dem Bankkonto des Verstorbenen seinen noch ca. 6000 € aber da sei sie nicht rangekommen.

Laut Schätzungen meiner Mutter die sein Geldangelegenheiten regeln "durfte" aber nie Zugriff auf Konto oder ähliches hatte, waren damals Bei der Scheidung hatte mein Vater noch 120.000 € auf der Bank und geschätzt 280.000 € in Bar. Irgendwo. Im Geldkoffer. Ausland (er war viel geschäftlich unterwegs) keiner weiss es. Sicher ist nur das er gegeizt hat wo es nur ging und keinen in irgendeiner Art ausschweifenden Lebenstile hatte.

Sicher bin ich mir nur das er bestimmt nicht eine Zweitfamilie unterstützt hat, der Mann hat einfach alles und jeden ausgenutzt wie er nur konnte und nur zu eigenen Vorteil gehandelt.
 
P

Pichilemu

Gast
Puhhh, Rumänien... also das wird jetzt eine harte Nuss. Ich hätte ja vermutet dass sie in einem zivilisierten Land lebt, aber in der Tat stelle ich mir eine Vollstreckung nach Rumänien echt schwierig vor.

Ich weiß nicht was der Anwalt dazu sagen würde, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch er die Chancen sehr gering sieht. Evtl. könnte der dir das sogar schriftlich bestätigen. Dann hättest du auch bessere Karten vorm JC. Denn in dieser Situation würde ich unbedingt zu einer Erbausschlagung raten, denn sonst steht du am Ende noch ohne jeden Cent da, dafür aber mit einem Haufen Schulden, denn die Nachlassgläubiger werden ganz sicher auch nicht nach Rumänien vollstrecken, sondern vielmehr dich in die Mangel nehmen. Das musst du dir nicht antun.

Mit der Erbausschlagung würde dann der Ball an sie zugespielt und sie müsste sich um die Bestattung kümmern. Es sei denn, sie schlägt ebenfalls aus (und sie hat dafür, wie ich erwähnt habe, ein halbes Jahr Zeit). Dann würde der Ball wieder dir zugespielt, aber in dem Fall hättest du vor dem Sozialamt gute Karten, die Übernahme der Bestattungskosten durchzubekommen. Denn das BSG hat schon entschieden, dass Bestattungspflichtige nicht auf den Zivilrechtsweg verwiesen werden dürfen, wenn die Chancen, tatsächlich zu gewinnen, zumindest zweifelhaft sind. (29. September 2009, AZ B 8 SO 23/08 R) Das sehe ich in diesem Falle gegeben, denn selbst wenn du gewinnen solltest, kannst du sehr lange auf dein Geld warten.
 

tenzen

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Ich denk mal das er keine Schulden hinterlassen hat. Zum schuldenmachen war er nicht der Typ.

Gute wäre natürliche eine Bankauskunft oder wenigstens aktuellen Kontostand um zusehen ob die Kosten wie Bestattung und Wohnung gedeckt werden können.
Hab zwar seine Bankkarte aber die dürfte beim Kontoauszugsdrucker eingezogen werden.
 
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Pichilemu

Gast
Ich meinte auch eher die Kosten für die Wohnung und Räumung. Denn sicher würde sein Nachlass dafür reichen, nur die Frage die sich hier stellt ist, ob überhaupt noch irgendetwas übrig ist oder zwischenzeitlich alle Konten geplündert wurden.

EIne Auskunft von der Bank wirst du sicher nicht bekommen. Dafür bräuchtest du einen Erbschein, aber mit dem nimmst du das Erbe an und verwirkst automatisch dein Recht auf Erbausschlagung, das ist also keine gute Idee.
 

tenzen

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Wie ist das wenn die Bestattung über das Gesundheitsamt erfolgt?
EDIT: Soweit ich weiss ist das Gesundheitsamt über den speziellen Bestattungswunsch Feuerbestattung+Überführung ins Ausland informiert.

oder wird der Tote bei Abwicklung übers Sozialamt gleich auf dem Stadtfriedhof beerdigt?
 

Buchfan

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Es gibt nur ein enges Budget für Sozialbestattungen. Habe gerade gelesen, dass sogar der Blumenschmuck für die Urne gestrichen ist und die Gräber auf kirchlichen Friedhöfen billiger sind als auf städtischen.
Überführung ins Ausland? Vergiß es!

Das Gesundheitsamt muß sich kümmern, wenn keine Angehörigen so schnell zu finden sind. Wegen Seuchenhygiene und so. Aber sobald Geld vom Konto des Verstorbenen frei wird oder ein zahlungsfähiger Angehöriger ermittelt werden kann, gibt es eine Rechnung.

Die Schwester wird also zahlen müssen, entweder mehr oder die Kosten des Gesundheitsamtes.
Du könntest ihr schulterzuckend Rückendeckung geben, indem Du ihr sagst, wie schön sie das doch alles macht. ;)
Und dass bei Dir leider nichts zu holen ist.

Es gibt übrigens sowas wie einen Nachlaßverwalter, aber darüber weiß ich nichts.
Ich bin noch am grübeln, ob ich das Erbe ausschlagen würde. Wenn es da noch Konten gibt......:icon_kinn:
Vielleicht gibt's dann auch noch mehr?
 
P

Pichilemu

Gast
Nachlassverwaltung geht nur mit Zustimmung aller Erben, fällt also eher flach.

Das Gesundheitsamt kann der Halbschwester sicher eine Rechnung schreiben, aber ich schätze mal, auch sie werden das Problem haben, dass das Geld in Rumänien nicht einzutreiben ist.

Zuständig für die Bestattung ist grundsätzlich der Friedhof am letzten Aufenthaltsort des Verstorbenen (Ausnahme: man stirbt im Zug, dann ist es der letzte Wohnort). Das Gesundheitsamt wird auch nichts anderes machen.
 

tenzen

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Nene, bei der Erbschaft hab ich kein gutes Gefühl ... falls doch was übrig bleibt und sie mir wider Erwarten was in die Hand drückt kann ich damit leben. Aber offiziell will ich keine Erbschaft, wenn ich Glück hab gibts ein bischen Geld was mit dem Regelsatz verrechnet wird und wenn Pech hab nur Verbindlichkeiten. Beides beschissen :/
 
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Die Ausschlagung des Erbes könnte vom Amt als vorsätzliche Herbeiführung der Hilfebedürftigkeit ausgelegt werden, es sei denn die Nachlassverbindlichkeiten (Bestattungskosten, ausstehende Miete, Räumungskosten) übersteigen das Vermögen. Aber dazu bräuchtest du vermutlich erstmal ein Nachlassverzeichnis das du noch nicht hast. Ist auch sehr schwierig wenn du noch nicht einmal Zugang zur Wohnung hast um da nach versteckten Geldbündeln o. ä. zu suchen.

Halte ich für Unsinn, da soll sich der Fredstarter aber noch einmal per Beratungsschein an einen Anwalt wenden. In der Situation würde ich, falls sich bis zum Ablauf der 6-Wochen-Frist die Werthaltigkeit der noch verbleibenden Erbmasse nicht hinreichend sicher ermitteln läßt, jedem Risiko aus dem Weg gehen. Da die Schwester sich ja schon einen Überblick über die Aktiva verschafft hat, mag sie sich dann bitte auch um die Passiva kümmern und die nicht dem Fredstarter in die Schuhe schieben.
 

TazD

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Oha, das mit der unterstellten Hilfbedürftigkeit ist mir neu, erhalte ich den das Nachlassverzeichniss (vom Nachlassgericht?) bevor die 6 Wochen Frist bis zur Erbausschlagung ausläuft?
Ein Nachlassverzeichnis musst du selbst erstellen, denn dafür ist das Nachlassgericht nicht zuständig.


Du brauchst hier aber unbedingt einen Fachanwalt für Erbrecht, das bekommst du alleine nicht hin. Wenn du mittellos bist bekämst du hierfür PKH und wohl auch Beratungshilfe.
Es wird aber für eine rein präventive Beratung keine Beratungshilfe geben.
Auch nicht zur Klärung der Frage: "Soll ich ausschlagen oder nicht?" Die möglichen Folgen einer Ausschlagung oder einer Annahme des Erbes kann auch das Nachlassgericht oder der Rechtspfleger an der Beratungshilfestelle erklären.

Die Bestattungskosten kannst du problemlos von ihr einklagen und wenn sie wirklich den Nachlass plündert, so wie es sich anhört, wäre hier über einen Antrag auf Herausgabe des Erbes nach § 2018 BGB nachzudenken.
Dafür müsste der TE aber erst mal zur Zahlung der Bestattungskosten aufgefordert worden sein. Soweit sind wir doch noch gar nicht.
Ich würde mich vorsorglich um die Übernahme der Bestattungskosten kümmern. Wenn dann tatsächlich Vermögen vorhanden ist, dann wird sich das Amt das Geld schon wiederholen. Ob dann beim TE oder, falls er ausschlägt, bei der Schwester, sieht man dann noch.

Nene, bei der Erbschaft hab ich kein gutes Gefühl ... falls doch was übrig bleibt und sie mir wider Erwarten was in die Hand drückt kann ich damit leben. Aber offiziell will ich keine Erbschaft, wenn ich Glück hab gibts ein bischen Geld was mit dem Regelsatz verrechnet wird und wenn Pech hab nur Verbindlichkeiten. Beides beschissen :/
Außerdem scheint ja schon eine deutliche Tendenz da zu sein. :wink:
 

tenzen

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Hab das jetzt über das Gesundheitamt laufen lassen, dann bin ich raus aus der Sache.

Ende der Woche Termin beim Notar. Man braucht Unterlagen Scheidung, Geburtsurkunden etc. (Testamentseröffnung?)

Ich bin gespannt...
 

TazD

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Ende der Woche Termin beim Notar. Man braucht Unterlagen Scheidung, Geburtsurkunden etc. (Testamentseröffnung?)
Wofür denn die ganzen Unterlagen?

Also, bei "meinem" Amtsgericht benötigst du für die Ausschlagung deinen Perso und ggf. das gerichtliche Schreiben oder ein anderes Schreiben, was darlegt, seit wann du Kenntnis vom Anfall der Erbschaft hast.
Sofern keine Schreiben vorhanden sind, erfolgt bei der Abgabe der Ausschlagungserklärung lediglich die Angabe, wann man vom Tod (und damit vom Erbfall) erfahren hat.
 

TazD

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Dann geht es anscheinend um einen Erbscheinsantrag. Dafür werden Perso, deine Geburtsurkunde, Sterbeurkunde deines Vaters und das Scheidungsurteil benötigt.
Ich würde den Erbscheinsantrag aber beim zuständigen Nachlassgericht stellen, denn das ist günstiger als beim Notar. :wink:
 

tenzen

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Dann geht es anscheinend um einen Erbscheinsantrag. Dafür werden Perso, deine Geburtsurkunde, Sterbeurkunde deines Vaters und das Scheidungsurteil benötigt.
Ich würde den Erbscheinsantrag aber beim zuständigen Nachlassgericht stellen, denn das ist günstiger als beim Notar. :wink:
Ich werde morgen sowieso zum Nachlassgericht gehen. Schonn wegen der Rechtsberatung.
 
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Der Notar scheint von einer Ausschlagung noch nicht auszugehen. Aber wenn es sich um eine Testamentseröffnung handeln sollte und bis dahin die Ausschlagungsfrist nach § 1944 BGB noch nicht abgelaufen ist, kann sich der Fredstarter das in Ruhe anhören.

Es würde sich für ihn lohnen, die §§ 1942 bis 2063 BGB einmal durchzusehen. Steht ja alles im Internet, kostet ihn insofern vermutlich kein Geld und auch die Zeit sollte er sich nehmen können. Damit dürften schon einige Fragen beantworten lassen. Freilich nicht die, ob der Erblasser vielleicht Vermögen im Testament aufgeführt hat, über das er danach noch anderweitig verfügte.

Am Ende wird das JC aber alle Viere grade sein lassen, wenn es darum geht, die Erbansprüche zu sichern, die es dem Fredstarter von der Leistung abziehen möchte. Zu berücksichtigen ist ein Erbe dem Grunde nach dann, wenn der Erbfall während des Leistungsbezugs eintrat. Somit ist durch späteres Abmelden vom Bezug nichts mehr zu erreichen. Gekürzt werden kann freilich erst, wenn dem Erben das Erbe zufloß. Diese Grundregel wird einem dienstbeflissenen SB möglicherweise neu sein ...
 

TazD

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Das Testament ist mitsamt Eröffnungsprotokoll durch das Nachlassgericht zu eröffnen. Da hat der Notar also nichts mit zu tun. Da aber wohl kein Testament vorhanden ist, ist das ohnehin egal.
 

tenzen

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Das Testament ist mitsamt Eröffnungsprotokoll durch das Nachlassgericht zu eröffnen. Da hat der Notar also nichts mit zu tun. Da aber wohl kein Testament vorhanden ist, ist das ohnehin egal.

So klar ist nicht ob keins existiert. Auf einem Zettel aus seinen Unterlagen des Krankenhauses fand ich "Testament". Ob das nun existiert oder nur geplant war weiss ich auch noch...
 
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Pichilemu

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Vielleicht hat deine tolle Halbschwester das Testament gleich unterschlagen, damit sie nicht enterbt wird. Dann wären wir schon im strafrechtlichem Bereich.
 

TazD

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So klar ist nicht ob keins existiert. Auf einem Zettel aus seinen Unterlagen des Krankenhauses fand ich "Testament". Ob das nun existiert oder nur geplant war weiss ich auch noch...
Okay.... Stand da noch mehr drauf oder wirklich nur das Wort "Testament" und sonst nichts?
Ein Testament muss den Willen erkennen lassen, dass der Testator auch eine letztwillige Verfügung treffen will. Nur sofern da wirklich irgendwas steht, was ansatzweise nach eine letzten Willen aussieht, dann ist es auch ein Testament, welches beim Nachlassgericht abzuliefern ist. § 2259 BGB

Ich denke mal, so langsam wäre es an der Zeit, dass deine Halbschwester dir den Schlüssel für die Wohnung überlässt, damit du dich auch mal umschauen kannst. Auch wenn das vermutlich zu spät ist, aber wer weiß.
Nach aktuellem Stand bist du Miterbe und hast die gleichen Rechte und Pflichten wie deine Halbschwester.
 
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