Elterngeld löst Erziehungsgeld an- NA DANKE
"Staat zahlt Eltern mehr Geld" schrieb die "Süddeutsche Zeitung" vergangenen Samstag. Dass Mütter und Väter von Neugeborenen ab dem 01.01.2007 bis zu 14 Monate maximal 1800 €uro beziehen können, gilt selbstverständlich nur für die richtigen, die erwünschten Eltern genehmer Kinder! Die Eltern, die vor der Geburt eines Kindes nicht erwerbstätig waren, damit vielleicht sogar chancenlos, bekommen natürlich nur ein kleines Taschengeld in Höhe von 300 €uro monatlich auf die Hand. Darauf haben sie auch nicht mehr wie früher beim Erziehungsgeld zwei Jahre, sondern nur noch ein Jahr, beziehungsweise 14 Monate, lang Anspruch. Wenn der Staat nicht ein bisschen gegensteuern würde, dann könnte hierzulande ja jeder Hans und Franz Kinder bekommen und möglicherweise die Erwartung hegen, dass der Staat ihm dieses Hobby auch noch finanzieren sollte. Nee, ein wenig staatlich gelenkte und kontrollierte Menschenproduktion muss schon sein! So kann es nur als vernünftig und zukunftsweisend bewertet werden, wenn - anders als noch beim früheren Erziehungsgeld - in erster Linie nicht mehr mittellose Eltern von dieser staatlichen Transferleistung profitieren, sondern die wohlhabenderen. Dem Staat ist auch nicht einfach eine Umverteilung von Arm zu Reich vorzuwerfen. Schließlich muss er notgedrungen an der Vermehrung seiner Leistungsträger in der Gesellschaft interessiert sein. Sonst könnte er in deren Augen möglicherweise seine Existenzberechtigung verlieren. Das ist auch mit ein Grund dafür, warum er den Besserverdienenden ein Steuergeschenk nach dem anderen macht.
Die Zeitungen stehen ja voller Horrormeldungen, wie mittellose Eltern mit ihren Kindern umgehen, sie etwa in Blumenkästen vergraben oder gar verhungern lassen. Das sind zugegeben nur die krassesten Fälle. Aber wenn Kinder aus armen Familien häufiger krank werden, vermehrt unter Übergewicht, Bewegungsarmut und Depressionen zu leiden haben, dann wäre es doch verantwortungslos, diese Eltern auch noch zu weiterem Nachwuchs zu ermutigen und ihnen dies zusätzlich mit Geld schmackhaft zu machen. Offensichtlich können sie ihre Kinder ja nicht verantwortungsbewusst großziehen. Denn sonst hätten wir nicht diese schlechten Pisa-Ergebnisse, die in erster Linie wieder den Kindern aus den bildungsfernen Schichten anzulasten sind. Dabei haben gerade diese Familien doch jede Menge Langmut, um mal ein paar Monate zu sparen, und schwuppdiwupp könnten sie sich doch auch mal ein kleines Taschenbuch kaufen!
So ist es auch ausgesprochen unfair, wenn in der Bundestagsdebatte Vertreter von FDP, Grünen und Linkspartei kritisieren, dass die Neuregelung ohne bessere Angebote zur Kinderbetreuung verpuffen werde. Die Grüne Christa Saga sprach sogar von einer Mogelpackung, weil die Politik jungen Familien falsche Versprechungen machen würde, die Rückkehr in den Beruf an mangelnden Betreuungsmöglichkeiten scheitere.
Frau Saga irrt, denn es ist natürlich alles vollste Berechnung! Ja glauben Sie denn, die Regierung würde jetzt auch noch die Krippenplätze ausbauen? Nein, so blöd sind noch nicht mal Poliker! Wenn die jungen, gut verdienenden Frauen von heute nicht mehr anders an Heim und Herd zu binden sind, dann muss es eben durch die Hintertür arrangiert werden! Erst wenn den frisch gebackenen Müttern nach Ablauf des Elterngeldes gewahr wird, dass ihnen die Rückkehr in den Beruf noch mindestens zwei Jahre lang verwehrt sein wird, können die bürgerlichen Poliker aller Coleurs endlich darauf spekulieren, dass über weitere Geschwisterkinder nicht mehr nur nachgedacht, sondern es sogleich in die Tat umgesetzt wird. Schließlich wird nicht umsonst ein Geschwisterbonus gezahlt, wenn weitere Kinder in kurzer Zeit nach dem ersten Kind geboren werden. Er beträgt zehn Prozent, mindestens aber 75 €uro zusätzlich im Monat.
Kaleika