Einzelfälle oder ein Trend - wenn Anwälte sich nicht mehr melden

Regelsatzkämpfer

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Ich kenne jetzt drei Fälle in denen Anwälte mitten in der Vertretung ihrer Mandanten sich nicht mehr meldeten und weder auf Mails, Faxe noch Anrufe reagierten. Nein, die Anwälte sind nicht klammheimlich verstorben, sondern noch ganz munter. In keinem der Fälle gab es Streit mit dem Anwalt.

In meinem Fall sollte der Anwalt vor nunmehr 3 Monaten Klage in zwei Mietrechtsfällen einlegen. Prozesskostenhilfeantrag ausgefüllt usw. Aber nichts passiert. Anwalt antwortet nicht mehr. Ich bin gerade dabei einen neuen Anwalt zu suchen und werde das Mandat entziehen, gleichzeitig Beschwerde bei der Anwaltskammer einreichen.

In einem anderen Fall im Arbeitsrecht sollte ein Anwalt im Oktober 2011 Klage für den Betroffenen einreichen. Auch hier war der Prozesskostenhilfeantrag ausgefüllt und alle Unterlagen beim Anwalt. Auch der Klageinhalt war geklärt. Plötzlich schwieg der Anwalt. Keine Reaktion auf Mails, Faxe, Briefe, Anrufe.

Haben andere auch so seltsame Erfahrungen gemacht?

Sind übrigens sehr unterschiedliche Kanzleien und im Arbeitsrechtsfall ein Anwalt, der schon Jahrzehnte in dem Bereich tätig ist.
 

Rosarot

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Oh ja, die Erfahrung musste ich leider in einem Mietrechtsprozess und in einem Prozess gegen meine Krankenkasse auch schon machen.
Ohne ersichtlichen Grund war plötzlich Funkstille, und im Prozess ging dann auch alles daneben.
Der Anwalt hatte wohl plötzlich einfach die Lust verloren. :(

Nach der Erfahrung war ich beim letzten Mal, als ich einen Anwalt brauchte, noch dazu mit Beratungs- und Prozesskostenhilfe, nicht allzu optimistisch, noch dazu, wo ich einfach den nächsterreichbaren nehmen musste, weil ich am neuen Wohnort noch niemanden kannte. Aber dieser Anwalt hat mich positiv überrascht, hat sich richtig reingekniet und mich dann auch erfolgreich vertreten.

Mein Fazit: man kann Glück oder Pech haben mit Anwälten!

Aber es ist extrem ärgerlich, wenn man mitten in einem Verfahren plötzlich von seinem Anwalt hängengelassen wird...
 

Regelsatzkämpfer

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Ergänzung damit es keine Mißverständnisse gibt:

Es geht hier um Anwälte die über ein unterschriebenes Mandat verfügen.
 
E

ExitUser

Gast
Was spricht dagegen, den Hörer in die Hand zu nehmen und mal nach dem Sachstand zu fragen?
 
E

ExitUser

Gast
Das hab ich früher auch oft erlebt. Gerade weil du die mandatiert hast, wissen sie, dass sie den Auftrag schon haben.

Wenn man bei manchen Kanzleien anruft, fragt die Sekretärin als erstes, ob das ein neues Mandat ist oder nicht.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass bei einem neuen Mandat sofort zum RA durchgestellt wird, selbst wenn der gerade im Gespräch ist.

Weiß die Sekretärin dagegen, dass er das Mandat schon sicher in der Tasche hat, heißt es dann, er sei in einer Besprechung oder habe einen Gerichtstermin.

So läuft das in der Praxis wohl bei den meisten Anwälten.

Einen engagierten RA zu finden, ist wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.
 
E

ExitUser

Gast
Manche Anwälte sind einfach nur satt.

Meine Erfahrung nach, sind Anwälte wesentlich engagierter, wenn sie nicht übervoll sind und es noch nötig haben, sich für ihre Mandantschaft einzusetzen.

Es gibt nur sehr wenige hocherfolgreiche Anwälte, die sich für kleines Geld voll einsetzen. Darunter fallen noch weniger, die es aus Überzeugung tun.
 
B

Bobby001

Gast
Ich kenne auch einen RA, der jämmerlich versagte, aber widerrechtlich Gebühren und Kosten beantragte - ohne auch nur einen Finger zu rühren - und zudem noch Urkundenfälschungen vornahm. :eek:

@Regelsatzkämpfer
Wende dich doch mal spaßeshalber an dein Amtsgericht und frage nach, ob, wer und wann klammheimlich die Gebühren aus Beratungshilfe für sich beansprucht hat.
Wenn positiv: Dann schau dir mal ganz genau die eingereichten Belege und Unterlagen an. Du wirst staunen. :eek:
 

Regelsatzkämpfer

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Den Teil der Beratungshilfe hat er noch normal abgewickelt. Die Problem entstanden erst als es an den Prozess ging. Dabei hat er selbst gemeint es wäre Zeit, weil die Gegenseite stur bleiben wird.

Aber wie ich schon geschrieben habe geht es um das Problem an sich und nicht speziell um meines.
 

ladydi12

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Hallo Regelsatzkämpfer und Bobby001,


@Regelsatzkämpfer
bei mir ist es, wie du weißt, ähnlich. Hab auch heute da noch mal angerufen und wollte wissen, ob mein schreiben von letzter woche, bei dem ich auch noch einige verfahrenstechnische Fragen stellte, auch ankam. Ich werde noch bis Mittwoch warten und dem Anwalt dann schriftlich eine Frist setzen. :cool:

@Bobby001,

den Tipp mit der Beratungshilfe und dem Amtsgericht werde ich auch in Anspruch nehmen.
Bin auch mal gespannt, was da rauskommt.:icon_kinn:

meint ladydi12
 
E

ExitUser

Gast
... Wende dich doch mal spaßeshalber an dein Amtsgericht und frage nach, ob, wer und wann klammheimlich die Gebühren aus Beratungshilfe für sich beansprucht hat.
Wenn positiv: Dann schau dir mal ganz genau die eingereichten Belege und Unterlagen an. Du wirst staunen. :eek:
Beratungshilfe wird gewährt für Ratschläge oder Auskünfte, schriftliche und mündliche. Auch Schreiben an die gegn. Seite kann der Anwalt im Rahmen der Beratungshilfe aufsetzen. Alles außergerichtlich. Soweit ich das Eingangsposting überflogen habe, geht es zumindest in zwei der aufgeführten Beispiele bereits um das Klageverfahren, also nicht mehr außergerichtlich. Und Grüße an das AG.
 

Regelsatzkämpfer

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Es geht hier ausschließlich um das eigentliche Klageverfahren. Wobei ich auch schon Fälle mitbekommen habe in denen das selbe Spiel im Bereich der außergerichtlichen Verfahren gespielt wurde.

Im Bereich der Prozesskostenhilfe ist ein Anwaltswechsel möglich, im Bereich der Beratungshilfe (ohne zum Selbstzahler zu werden) leider nicht, was die Probleme der Betroffenen verschlimmert.

Allerdings könnte es da sein, dass der alte Anwalt, der seine Hilfe unbegründet verweigert die Kosten für den neuen Anwalt übernehmen muß. Und das im Rahmen seiner Anwaltshaftpflicht.
 
B

Bobby001

Gast
Lieber Regelsatzkämpfer,

erlaubst du mir, dass ich mal meine Meinung hierzu zum Besten gebe? Meine Meinung, gebildet aus Beobachtungen, Erfahrungen, Lebenserfahrung, Intuitionen, Informationen...? :cool:
 
B

Bobby001

Gast
Zu deinen drei Fällen: Handelt es sich bei den Mandanten um Hartzies, Sozialhilfeempfänger, Frührenter?
 

mime

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Guten Tag, hier ist meine Erfahrung. Habe es zunächst selbst versucht und zwei Briefe geschrieben. Hatte zwei Gegner. Der Anwalt bietet mir an, wenn ich Gegner 1 fallen lasse, ist die Bearbeitung gegen Gegner 2 kostenlos. Ich entschied mich für Gegner 1. Ich beantragte keinen Beratungshilfeschein und zahlte zwei Briefe und eine Kurzberatung, etwa 300 EUR. Es handelt sich um eine Medizinrechtssache.

Die Briefe bewirkten leider nichts. Eigentlich wollten wir ja nun Klage einreichen. Auch meine finanziellen Mittel, über die der Anwalt genau informiert war, sind inzwischen erschöpft. Ich versuchte nun den Anwalt telefonisch und per Mail zu erreichen. Die jämmerlichen Versuche, diesen Mann zu sprechen, telefonisch, per Mail mit ihm zu kommunizieren, scheiterten aus mir nicht erklärlichen Gründen. Seinen Sekretär hat er zum Abwimmler degradiert. Wiederholte Bitten um Rückruf wurden ignoriert. Nach etwa einem Monat erreichte mich dann doch eine Nachricht, daß noch ein zusätzliches Schreiben an den Gegner erforderlich ist, in welchem die Forderungen auf eine breitere gesetzliche Basis gestellt werden sollten. Mein Eindruck war, daß er die Angelegenheit herauszögern wollte. Ich hatte zu dem Schreiben einige Fragen und bat ihn wieder um ein Gespräch aber es kam nur die knappe Aufforderung, das zusätzliche Schreiben freizugeben. Es erschloß sich mir die Notwendigkeit dieses Schreibens nicht, in welchem mein eigentliches Anliegen in der Fülle allgemein gehaltener Forderungen unterzugehen schien. Jedenfalls kam es mir so vor. Aber deshalb wollte ich ja mit ihm reden. Dieser Vorgang des Verweigerns eines notwendigen Gesprächs wirkte auf mich wie Erpressung so nach dem Motto, wenn Du die Sache nicht so akzeptierst, wie ich es für richtig halte, dann passiert garnichts.

Schließlich stimmte ich zu, bat ihn dann, ohne mit ihm gesprochen zu haben, das Schreiben abzuschicken. Die ganze Sache zog sich bereits über Monate hin. Ich hörte dann Wochen nichts von ihm und startete wieder einen Versuch, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er meldete sich und schrieb, daß der Gegner nicht reagieren kann, weil ich das Schreiben nicht abgenommen hätte, was aber nicht stimmt. Manch einer hätte hier schon gekündigt.

Das Schreiben wurde abgeschickt, weil Zeit ins Land gegangen ist. Nach Fristablauf meldete ich mich bei ihm und er teilte mir überraschend mit, daß die Klage fast fertig ist und er sie gleich am Wochenende einreichen wird. Ich hatte den bescheidenen Wunsch das Schriftstück zuvor wenigstens einmal zu lesen und bat ihn, es mir zukommen zu lassen. Er kam meiner Bitte auch nach und zusätzlich angehängt war ein Antwortschreiben des Gegners, welches vor 4 Monaten! schon meinen Anwalt erreichte. Dieses Antwortschreiben des Gegners beseitigte keineswegs die Unklarheiten und erfüllte auch nicht die Forderungen, aber man bot dem Anwalt an, auf Wunsch weitere Informationen (dabei geht es um intime Dinge, die meine Person betreffen) an ihn herauszugeben. Hier sah ich wieder dringenden Gesprächsbedarf und rief an. Aber der Dr. war nicht zu sprechen. Wir hatten einen Mandantenvertrag, der ihn ermächtigte, in meinem Sinne aktiv zu werden. Das bedeutet aber, daß er mich davon in Kenntnis setzt, was er genau veranlaßt. So dachte ich jedenfalls. Er hatte also schon vor Monaten die Möglichkeit, Teile eines Gutachtens einzusehen. Von dieser Tatsache erhielt ich erst jetzt Kenntnis.

Die Klage selbst war ähnlich verfasst, wie das zusätzliche Schreiben. Er zeigt wieder keinerlei Bereitschaft, mir einige Fragen zu beantworten. Der Mann wollte mit mir nicht sprechen. Das ist nicht hinnehmbar und ich mußte an Arbeitsverhältnisse denken, wo es nicht möglich ist, miteinander zu kommunizieren. Dabei ist ganz einfach. Er wollte diese Schei... einfach nicht machen, so meine Vermutung und hat mit der gegnerischen Seite, die eine mächtige Klinkik ist, wahrscheinlich gut kooperiert.

Sein weiteres Tätigwerden, also auch das Einreichen der Klage, machte er von der Zahlung von zunächst 240 EUR abhängig. Das war alles so nicht abgesprochen. Ich konnte mit dem Mann nicht mehr zusammenarbeiten und meine finanziellen Recourcen sind inzwischen erschöpft. Ich kündigte das Mandat. Mein Anwalt reagierte diesmal sehr rasch und schickte umgehend eine Rechnung von jetzt über 300 EUR.
 
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Bobby001

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Dieses Ignorieren und Totstellen bringt mich zur Raserei. Das sind keine Einzelfälle. Der Mandant wird nicht informiert, er bekommt keine telefonische Mitteilung über den Sachstand, noch schriftliche. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass Anwälte ihre Pflicht der Mandanteninformation "vergessen". ... Und Krönung ist, dass man nach Mandatsentzug selbstverständlich immer noch nicht informiert wird und selbstverständlich seine Unterlagen nicht mehr zurückbekommt.
Das Ganze hat Methode! :icon_motz:
Da kann man xmal Beschwerden führen vor der Rechtsanwaltskammer.... das gleiche in Grün. :icon_motz:
Wer glaubt denn da noch an Zufälle? :cool:
 
B

Bobby001

Gast
Was spricht dagegen, den Hörer in die Hand zu nehmen und mal nach dem Sachstand zu fragen?
Es spricht dagegen, dass RA nicht zu sprechen ist / nicht da ist / keine Zeit hat / verreist ist / gerade bei Gericht ist / nicht ans Telefon kommen kann / krank ist...
Faxgerät ist blockiert / funktionsfähig, aber Faxe werden ignoriert
Briefe treffen nicht ein / treffen ein, werden aber nicht geöffnet / werden geöffnet, aber nicht gelesen... :cool:
 

Regelsatzkämpfer

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Zu deinen drei Fällen: Handelt es sich bei den Mandanten um Hartzies, Sozialhilfeempfänger, Frührenter?

2x EM Rentner - 1x Sozialrecht/1xMietrecht
1x beurlaubter Angestellter - Arbeitsrecht (Zwangsbeurlaubt OHNE Lohnzahlung!)
 

hartaber4

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"Das Vertrauen gibt dem Gespräch mehr Stoff als der Geist."
(Francois Duc de la Rochefoucauld)

Nicht nur bei Mandatsbeginn steht die Wahrung der Interessen des Mandanten im Vordergrund,
aber gerade zu diesem Zeitpunkt kann die Einhaltung von Fristen oder die
Sicherung von Rechtspositionen zu schnellem Tätigwerden zwingen. Aus diesem
Grunde ist es dem Anwalt auch verwehrt, über die Annahme bzw. Ablehnung eines


Mandats längere Zeit zu brüten. Er muss täglich selbst die Post – auch E-Mails
5)
durchsehen oder durch einen anderen Juristen durchsehen lassen.

6) Gemäß § 44 BRAO
besteht eine (vorvertragliche) Pflicht zur

unverzüglichen Ablehnung des Mandats, um
dem potenziellen Mandanten die Chance zu geben, sich zeitnah einen anderen Anwalt
zu suchen. Verliert der Ratsuchende durch evtl. tagelanges Zögern eine Rechtsposition,
z. B. wegen Verjährung seines Anspruchs, so besteht insoweit eine Schadensersatzpflicht.

.............

Wird das Mandat angenommen, ist ebenfalls Eile geboten. Noch


am selben Tag muss
geprüft werden, ob Maßnahmen ergriffen werden müssen, z. B. Einspruch gegen ein
Versäumnisurteil innerhalb laufender Einspruchsfrist oder Klageerhebung bzw. Einreichung
eines Mahnbescheids zur Verjährungshemmung. Dabei sind weder die legendären
15 Aktenordner, die um 17 Uhr überreicht werden, noch Unklarheiten über das
Zustellungsdatum ein Entschuldigungsgrund für nicht ergriffene Maßnahmen. Zumindest
eine kursorische Durchsicht der Unterlagen hat zu erfolgen

9) und bei Unklarheiten
muss ggf. – soweit möglich – bei Gericht nachgefragt werden, wann beispielsweise das
Versäumnisurteil zugestellt wurde.

................


Die Erkenntnisse über die Rechtslage müssen sodann dem Mandanten in geeigneter
Form nahe gebracht werden. Für den Umfang und die Art und Weise der Beratung gibt es
kein Patentrezept. Es hängt zum einen vom Vorverständnis des Mandanten ab, inwieweit
dieser


belehrungsbedürftig ist; im Zweifel ist er es auch, wenn er selbst rechtskundig
ist.

28) Der Umfang der Beratung ist ferner auch vom Mandatsumfang abhängig. Stets
muss man im Auge behalten, dass der Rechtsanwalt nicht die Aufgabe hat, dem Mandanten
Entscheidungen abzunehmen. Er soll den Mandanten in die Lage versetzen, dass dieser
die Entscheidung über das weitere Vorgehen selbstständig treffen kann. Dazu muss
er die rechtlichen Konsequenzen seines Handelns, die Chancen und Risiken, auf einer seinem
individuellen Verständnis entsprechenden Ebene begreifen. Dies herauszufinden und
zu beachten, ist die vornehmliche Aufgabe des Anwalts bei der Rechtsberatung.


...........


b) Fristwahrung
Eine ganz wesentliche Pflicht des Anwalts – und in der Praxis eine erhebliche Haftungsgefahr
– stellt die Wahrung von Verjährungs- und Ausschlussfristen sowie prozessualer
Fristen dar. Vom ersten Tag der Mandatsübernahme an übernimmt der Anwalt die Verantwortung
für die Einhaltung der Fristen, soweit sie für ihn erkennbar sind. Es ist
daher ganz wesentlich, dass umfassende organisatorische Maßnahmen zur Fristwahrung
getroffen werden. Die Rechtsprechung hierzu ist dem Wiedereinsetzungsrecht zu
entnehmen: Nur wenn der Anwalt eine


ordnungsgemäße Büroorganisation glaubhaft
machen kann, liegt bei Fehlern des Büropersonals kein Verschulden des Anwalts vor,
welches dem Mandanten nach § 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnen wäre.


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