Einzelcoaching-Verlängerung-Konzept-Bildungsgutschein abgelehnt

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Antizucker

Elo-User*in
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Hallo zusammen,

wie man dem Titel entnehmen kann, hab ich bereits was hinter mir. Hier ne kurze Schilderung :

Ich hab vom Jobcenter einen AV-Schein bekommen, den für ein Einzelcoaching (20 Unterrichtseinheiten) eingesetzt, das Coaching lief auch gut, nur zum schluss hin wurde die zeit knapp, deshalb wurde es nochmal um 10 Unterrichtseinheiten verlängert. Am Ende wurde ein mehrseitiges Konzept erstellt in dem schlüssig dargelegt wurde warum mein jetziger Beruf quasi tot ist (Mediengestalter / Print ) und warum der Beruf des Ergotherapeuten der richtige für mich wäre. Innerhalb der letzten Einheiten wurde eine Förderung von mir durch das Besuchen der KURSnet-Seite des Jobcenters geprüft, wo eine Einrichtung in Hamburg auch aufgeführt wurde. Mit dem mehrseitigen Konzept bin ich dann zu meiner Sachbearbeiterin die sich das ganze dann ansah und den Bildungsgutschein ablehnte, da nur eine 2-jährige Förderung seitens des Jobcenters in Betracht kommen würde, ich aber 3 Jahre Förderung bräuchte. Mein Coach von der Tertia war diesbezüglich überhaupt nicht informiert , was von mir auch beim Jobcenter moniert wurde und dann von meiner Sachbearbeiterin als Kommunikationsfehler abgetan wurde. Resultat : Ich soll noch mal nach neuen Jobs schauen die eine ganze Förderung garantieren, Praktikas machen und dann nochmal nen Konzept schreiben.

Nun frage ich mich, ob das alles so rechtens ist und ob es da nicht die Chance eines Widerspruchs geben würde.

Über Info würde ich mich mehr als freuen.

Gruß Maddin
 

BerndB

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Grundsätzliches zur Förderung, allerdings aus dem SGB III. Das SGB II lehnt sich meines Wissens daran an.

Förderung ist zwei Jahre möglich. Das Dritte Jahr muss durch Einkommen im 3. Jahr bestritten werden. Z. B. Altenpflege: 3. Jahr ist meines Wissens Praktikumsjahr. Der Ausbildungsbetrieb muss Vergütung zahlen.

Für die Beantragung von Bildungsgutscheinen (BGS) gibt es kein Formular. Ein BGS wird mündlich beantragt und dabei begründet. Eine Ablehnung erfolgt i.d.R. mündlich. Widerspruch ist nicht möglich. Wünscht man einen Bescheid über die Ablehnung sollte man so vorgehen:
Bereits vor der Beratung den Antrag schriftlich formlos formulieren und begründen. Falls der BGS im Gespräch abgelehnt wird, den vorher formulierten formlosen Antrag dem Vermittler geben und auf schriftliche Ablehnung bestehen. Danach ist auch Widerspruch möglich.
Man kann natürlich jederzeit einen schriftlichen formlosen Antrag auf Förderung stellen und dabei vermerken, dass ein schriftlicher Bescheid gewünscht wird. Über eine schriftliche Ablehnung wird ein Sachbearbeiter länger und genauer nachdenken, als wenn er nur schnell "nein" sagen muss. Denn es droht Widerspruch und Klage gegen die Ablehnung.
Vermutlich hat man ab 01.01.2019 bessere Chancen auf Förderung, wenn man einen "Engpassberuf" anstrebt. Aber er muss einem auch liegen.
 

Anlando

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Nun frage ich mich, ob das alles so rechtens ist und ob es da nicht die Chance eines Widerspruchs geben würde.

Im von dir geschilderten Fall hätte ein Widerspruch keinerlei Erfolgsaussicht. Das muss ein SB auch nicht groß begründen, weil die Rechtslage eindeutig ist.

Nachlesbar ist das in § 180 SGB III, Abs. 4, S. 1.:

"Die Dauer einer Vollzeitmaßnahme, die zu einem Abschluss in einem allgemein anerkannten Ausbildungsberuf führt, ist angemessen im Sinne des § 179 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3, wenn sie gegenüber einer entsprechenden Berufsausbildung um mindestens ein Drittel der Ausbildungszeit verkürzt ist."

Die Ausbildung zum Ergotherapeuten ist nicht verkürzbar, daher kann sie nicht gefördert werden. Selbst wenn deine Arbeitsvermittlerin dir schriftlich gegeben hätte, dass sie dir einen Bildungsgutschein für die Therapeutenausbildung ausstellen würde, könnte sie das mangels Rechtsgrundlage nicht tun. Der BGS würde storniert.

Schon seit 2011 werden die Kosten für das dritte Umschulungsjahr nicht mehr von der BA übernommen. Da ist nichts zu machen. Es gibt nur eine mögliche Ausnahme:

Wenn du einen Arbeitgeber findest, der sich schon jetzt - vor Aufnahme der Umschulung - vertraglich bereit erklärt, dir das dritte Umschulungsjahr voll zu finanzieren, kann dir ein Bildungsgutschein für die ersten zwei Jahre der Umschulung ausgestellt werden. Sonst nicht.
 
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