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Einweisung Behindertenwerkstatt

rudi11

Elo-User/in

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#1
Hallo,

ich bitte um eine Auskunft wie und mit welcher Begründung ich mich gegen eine Einweisung in eine Behindertenwerkstatt wehren kann.

Zu meiner Person, ich bin 32 Jahre alt, kleinwüchsig daher habe ich einen Gdb von 80 und die Merkzeichen G u. B. Ich habe normal die Realschule besucht und danach im Berufsbildungswerk in Potsdam eine Berufsausbildung als Bürokraft absolviert und mit der Note 2 abgeschlossen. Leider bin ich aber seit Abschluss meiner Berufsaubildung arbeitslos und erhalte ALGII. Ich lebe in einer eigenen Wohnung, bin geistig normal und nehme aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Ich bin in einem Sportverein und mehrfacher Deutscher Meister im Gewichtheben und Bankdrücken in meiner Gewichtsklasse.

Zur Verbesserung der Chancen auf eine Arbeitsstelle besuche ich zur Zeit eine Weiterbildung zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt, welche durch das Landesverwaltungsamt als Integrationsträger gefördert wird. Ich will an dieser Maßnahme teilnehmen und muss auch, weil dies in meiner Eingliederungsvereinbarung so festgelegt ist. Die Maßnahme begann am 14.04.14 und soll etwa 1 Jahr dauern und mit einem mehrmonatigem
Praktikum abschließen.

Weil ich das G u. B habe, ist die ARGE auch für die Klärung verantwortlich, wie ich zu der 22km von meinem Wohnort stattfindenden Maßnahme hinkomme. Weil ich ab und zu das Auto meines Vaters nutzen kann, wurde ich verpflichtet damit, selbst zu fahren. Mit Unterschrift unter der Eingliederungsvereinbarung(vor etwa 4 Wochen) haben wir der ARGE nochmalig schriftlich mitgeteilt, dass ich kein Auto besitze und das Auto meines Vaters nur noch bis zum 02.05. nutzen kann. Dannach muss die Transportfrage durch die ARGE geklärt werden. Daraufhin erhielt ich einen Anruf meiner Sachbearbeiterin, dass ich, wenn ich ab 05.Mai dort nicht erscheine, die Maßnahme bezahlen muss. Wovon? ich erhalte ALGII. Daraufhin bin ich zur Anwältin, sie teilte der ARGE mit, dass ich unbedingt an der Maßnahme teilnehmen will und weil die ARGE mich mit EV verpflichtet hat daran teilzunehmen, auch dafür Sorge tragen muss, dass ich daran teilnehmen kann. Hier möchte ich ergänzen, dass ich schon einmal zu einem 1 Euro Job in unserer Nachbarstadt vergattert wurde. Als ich daraufhinwies dass ich G u. B habe, war man erstaunt dass man dies nicht berücksichtigte. Man wollte sich aber nicht die Blöße geben und die Maßnahme zurückziehen, also wurde ich 6 Monate lang von der ARGE mit einem Taxi zum 1 Euro Job gefahren und dannach wieder nach Hause.

Meine Anwältin setzte der ARGE einen Termin bis zum 02.05. und alle Dinge sollen nur schriftlich über sie laufen.

Jetzt erfuhr ich beim Bildungsträger, dass ich in eine Behindertenwerkstatt soll. Im Prinzip ab sofort. Wie und ob dort die Weiterbildung weiter laufen soll, davon habe ich keine Ahnung. Ich muß morgen mit dem Verantwortlichen des Bildungsträgers zur ARGE und dort soll alles geregelt werden. Es ist jetzt alles so kurzfristig, dass meine Anwältin noch keine Antwort der ARGE auf ihr Schreiben erhielt. Ich habe Angst, dass ich dort Morgen von denen "überfahren" werde, ich denke damit wollen sie ihr Transportproblem lösen. Kann man mich so ohne weiteres in eine Behindertenwerkstatt stecken? Was passiert wenn ich mich weigere, kann man mir dann das ALG2 streichen? Ich bin laut einem aktullem Gutachten eines Amtsarztes, 8 Stunden arbeitsfähig, jedoch wegen meiner Krankheit eingeschränkt, leichte Bürotätigkeiten usw.. Ich weiß auch nicht , was für ein Bildungsziel man erreichen will, wenn ich bei einem 12 monatigem Lehrgang nach vier Wochen in eine Behindertenwerkstatt gesteckt werde. Bekommt dann der Bildungsträger trotzdem die Weiterbildung bezahlt. Ich habe keine Ahnung wie das weitergehen soll.
 

Fritz Fleißig

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#2
Du bist ja anwaltlich vertreten, und es soll, was auch völlig richtig ist, alles über deine Anwältin laufen.

Ohne dein Einverständnis und ohne Rücksprache mit deiner Anwältin wird nichts "geregelt". Sollte man dir also etwas vorschlagen oder zur Unterschrift vorlegen, sagst du weder ja noch nein, sondern lediglich "die Sache muß ich noch mit meiner Anwältin besprechen". Auf keinen Fall übereilte und unüberlegte Zustimmungen abgeben. Es ist dein gutes Recht, vorher anwaltlichen Rat einzuholen, vor allem bei wichtigen Angelegenheiten.

Eine "ARGE" existiert übrigens nicht mehr, nur noch ein JC.

Man wollte sich aber nicht die Blöße geben und die Maßnahme zurückziehen, also wurde ich 6 Monate lang von der ARGE mit einem Taxi zum 1 Euro Job gefahren und dannach wieder nach Hause.
Man glaubt es nicht, was so alles passiert - danke für die Schilderung. Ich will lieber nicht dran denken, was das Taxi für ein halbes Jahr gekostet haben mag.
 
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Gast
#3
am besten wäre, du nimmst jemanden als Beistand mit. möglichst nicht allein dort hingehen.

und vielleicht meldet sich ja Trixi2011 noch. sie kann da sicher noch mehr zu sagen.
 

gila

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#4
"Einweisen" kann man dich nirgendwohin - und im Zweifel gibt es immer noch den Behindertenbeauftragten und die PRESSE für solchen Schwachsinn und derartiges diskriminierendes Verhalten des JC!

Halte durch - nichts unterschreiben - nicht aufgeben!
 
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Gast
#5
Wenn Du eine EGV unterschrieben hast, kannst Du sie bitte einstellen? Vorher aber bitte alle Daten und Namen, Nummern schwärzen.
 
E

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Gast
#7
:danke:

So ist es. NIEMAND kann gegen seinen Willen in eine Behindertenwerkstatt geschickt werden! Ich hoffe, Du hast/wirst heute nichts unterschrieben/unterschreiben?! Dann kann Dich niemand zu sowas zwingen.

Das wär ja auch noch schöner. Schlimm genug, dass man diese bekloppten Sinnlosmaßnahmen mitmachen muss, aber soweit, dass man in die Behindertenwerkstatt geschickt werden kann, ist es zum Glück (noch?) nicht.
 
E

ExitUser

Gast
#8
Mit diesen Behinderungen sollte es auch möglich sein, eine geförderte Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bekommen.

Theoretisch gibt es sogar ein Recht auf Arbeit und Inklusion für Schwerbehinderte. (UN-Behindertenrechtskonvention)
 

rudi11

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#9
Du bist ja anwaltlich vertreten, und es soll, was auch völlig richtig ist, alles über deine Anwältin laufen.

Ohne dein Einverständnis und ohne Rücksprache mit deiner Anwältin wird nichts "geregelt". Sollte man dir also etwas vorschlagen oder zur Unterschrift vorlegen, sagst du weder ja noch nein, sondern lediglich "die Sache muß ich noch mit meiner Anwältin besprechen". Auf keinen Fall übereilte und unüberlegte Zustimmungen abgeben. Es ist dein gutes Recht, vorher anwaltlichen Rat einzuholen, vor allem bei wichtigen Angelegenheiten.

Eine "ARGE" existiert übrigens nicht mehr, nur noch ein JC.

Man glaubt es nicht, was so alles passiert - danke für die Schilderung. Ich will lieber nicht dran denken, was das Taxi für ein halbes Jahr gekostet haben mag.
Taxi pro Tag 60 euro
 
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#10
60 Euro pro Tag, man oh man.

Du hast ja eine Ausbildung und mit Note 2 abgeschlossen.
Da sollte es eigentlich möglich sein eine evtl. geförderte Arbeitsstelle
zu finden. Erschreckend, diese Ämter.

Hoffe, es klärt sich auf über die Anwältin.
 
E

ExitUser

Gast
#11
Da sollte es eigentlich möglich sein eine evtl. geförderte Arbeitsstelle
zu finden. Erschreckend, diese Ämter.
Sag das nicht. Die Integrationsdienste arbeiten oft ähnlich ergebnislos wie die Jobcenter.

Stellenanzeigen im Netz suchen und dann an die Klienten weitergeben. Reine Beschäftigungstherapie für die Mitarbeiter.
Wirkliche Netzwerke, wo sie mit Arbeitgebern zusammenarbeiten, sind sehr selten.

Mit Schwerbehinderung bleiben dann noch die Behörden als Arbeitgeber, die aber auch nicht über genügend Stellen verfügen.
 

rudi11

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#12
beiliegend sende ich meine Eingliederungsvereinbarung. Zur Zeit warten wir erst einmal ab was passiert. Obwohl meine Anwältin dem Jobcenter eine Frist bis zum 02.05. gesetzt hat, gibt es von denen bisher keine Reaktion. Zur Zeit kann ich noch das Auto meines Vaters weiter benutzen. Die Sache mit der Behinderten-werkstatt ruht zur Zeit. Ich habe mich beim Chef des Bildungsträgers in Halle beschwert, was das soll und da war er selbst am nächsten Tag zu einer Aussprache da. Ich soll mir das irgendwann erst einmal ansehen und dann vielleicht dort ein Praktikum machen. Ich gehe dort aber garantiert nicht allein hin. Die Aussprache beim Jobcenter fand darauf hin auch nicht statt. Wahrscheinlich hatte der übereifrige Mitarbeiter den Termin dort ohne Absprache mit seinen Vorgesetzten selbst ausgemacht.
Ich wäre dankbar wenn ich Hinweise zu meiner Eingliederungsvereinbarung bekommen würde. Das Hochladen klappt nicht, ich probiere es morgen noch einmal.
MfG
 

Oktopuss

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#13
Hallo
bei mir hat man es genau so gemacht. Ich war aber so dumm und der Meinung das ich in der Behindertenwerkstatt wenigstens einen Job habe und etwas für die Rente tun kann. Der Verdienst ist unter aller ... und die Rentenbeiträge sind genauso hoch wie bei allen anderen Arbeitgebern auch. Die Behindertenwerkstatt ist der dritte Arbeitsmarkt, d. h. die bist ausgegliedert und praktisch nicht mehr tauglich für normale Arbeit. Also überleg dir dreimal ob du diesen Schritt machst. Besser nicht!!!!

Gruß
Oktopuss
 
E

ExitUser

Gast
#14
Ich habe letztens gelesen, dass nur 1% der Klienten die Werkstätten wieder in Richtung erstem Arbeitsmarkt verlassen.

Für viele Patienten sind solche Werkstätten sicherlich eine sinnvolle Beschäftigungstherapie.

Eine Kollegin wollten sie vor ihrer Reha auch hinschicken, aber die Werkstatt lehnt selbst ab. Sie arbeitet nun Vollzeit in einem ganz normalen Beruf.
 
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