Einstiegsgeld, Businessplan u. kein Umsatz (1 Betrachter)

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Emily35

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Hallo Leute,

habe beim dürchstöbern im Forum einige Beiträge zu diesem Thema gelesen und bin gerade etwas verwirrt. Vielleicht kann mir jeman weiterhelfen. Kurz zu meinem Fall. Beziehe seit ca. 2 Jahren Hartz. Nun habe ich mich zum 01. Mai diesen Jahres als mobile Kosmetikerin selbstständig gemacht und bei der Arge Einstiegsgeld beantragt und inzwischen auch bewilligt bekommen. Zuvor habe ich in Zusammenarbeit mit einer sogenannten fachkundigen Stelle eine Businesplan erarbeitet und diesen bei der Arge abgegeben. Wie gesagt, ist bewilligt worden und ich war erstmal froh. Nach diesem Plan sollte ich bereits im ersten Monat Umsatz machen. Tatsächlich hatte ich jetzt aber null Umsatz. Nicht weil ich so faul war, sondern wiel ich jede Menge Startschwierigkeiten hatte, die ich jetzt im einzelnen nicht alle erläutern möchte. Auf jeden Fall ist es in diesem Geschäft schwierig, weil man ne´Menge Vorarbeit leisten muß (Kunden gewinnen, sich vorstellen, Werbung usw. ) , außerdem ist die Konkurrenz ziemlich groß usw. Meine Frage ist jetzt: Kann sich die Arge an die Zahlen (Gewinn ) aus dem Businessplan festhalten und mir Geld abziehen, welches ich gar nicht verdient habe oder mir gar nach so kurzer Zeit wegen Erfolglosigkeit das Einstiegsgeld streichen. Ich selbst bin gerade schwer am Überlegen ob ich eine Rückzieher mache und das ganze erst mal als Nebenerwerb anmelde. Ich weiß, das hätte ich gleich machen können. Ich habe es letztendlich deswegen gleich als Vollzeit- Selbstständigkeit angemeldet und das Einstiegsgeld beantragt weil ich so zeitlich und finanziell flexibler bin und mich voll auf den Aufbau eine Geschäftes konzentrieren kann. Beim Nebenwerwerb müsste ich ja schließlich weiterhin Bewerbungen schreiben undu. vorzeigen und müsste jederzeit mit irgendwelchen Maßnahmen rechnen. Es würde zwar einen schlechten Eindruck machen und ich weiß auch gar nicht ob es so einfach möglich ist das GAnze nun nach Bewilligung abzublasen aber im Moment bin schwer am Zweifeln . Was mich auch noch interessieren würde: Muß man dem Finanzamt gegenüber bei der Anmeldung ebenfalls die Zahlen aus dem Businessplan angeben, was den GEwinn betrifft. Ansonsten habe ich die Kleinunternehmerregelung angekreuzt. Freue mich über jeden Tip.
Herzliche Grüße
 

Clownfisch

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1) Der Begriff des Nebengewerbes hält sich so hartnäckig, wie schlechter Mundgeruch, leider gibt's Letzteren aber tatsächlich, Ersteres aber nicht.

2) Kein Umsatz im ersten Monat, da würde ich mir noch keine Gedanken drüber machen, wenn, wie Du schreibst, Einiges an Vorleistungen erforderlich ist. Wenn das aber so ist, glaubst Du dann
3) allen Ernstes, Du kommst schneller zum Erfolg, wenn Du Deine "Stundenzahl" herunter fährst????
4) Was steht in Deinem Businessplan denn an Gewinn?? Nur der kann Dir nämlich ggf. auch als fiktives Einkommen angerechnet werden. Am Anfang einer Selbstständigkeit ist es absolut normal, dass Du zwar Umsätze hast, aber absolut keinen Gewinn. Ob das Deine ARGE auch so sieht, steht leider auf einem anderen Blatt. Du wirst hier häufig lesen, dass die ARGEn SB's teilweise höchst eigenartige Vorstellungen von der Tätigkeit eines Selbstständigen haben.
5) Das Finanzamt interessiert nur die tatsächlichen Zahlen, keine Prognosen. Kleinunternehmerregelung erscheint mir in Deinem Fall sinnvoll zu sein, diese hat aber nur Auswirkungen auf die Umsatzsteuerpflicht - der Kleinunternehmer zahlt keine Umsatzsteuer, darf diese aber auch nicht auf der Rechnung ausweisen und darf keine gezahlte Vorsteuer abziehen.
 

gerda52

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Emily35 meinte:
Ich selbst bin gerade schwer am Überlegen ob ich eine Rückzieher mache und das ganze erst mal als Nebenerwerb anmelde.
Hier schließe ich mich der Erläuterung von Clownfisch an. Bei Bezug von ALG II macht es auch gar keinen Sinn, durch Reduzierung der wöchentl. Arbeitszeit weiter als arbeitslos zu gelten. Das Einstiegseingeld wäre auch erst dadurch futsch.

M.E. kann eine Beurteilung Deines durchschnittlichen Einkommens erst nach Ablauf des Bewilligungsabschnitts vorgenommen werden. Wenn die Vorgaben des Businessplanes nicht erfüllt werden, ist das kein Weltuntergang. Deine Ansprüche auf ALG II würden sich ggf. erhöhen und es gibt ne Nachzahlung. Konzentriere Dich doch jetzt erst einmal auf die Kundenaquise und mach Dir keinen unnötigen Erfolgsdruck.

Eine Frage noch: Wieviel Einkommen wird aufgrund der Prognose zur Zeit mtl. angerechnet?
 

Emily35

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Hallöchen,

erstmal herzlichen Dank für eure Antworten. Ich weiß, vielleicht mache ich mich unnötig verrückt . Das Problem ist diese fachkundige Stelle hat mich mit ihrem ausführlichen Businessplan völlig verwirrt. Ich bin damals zu denen mit meinem selbst entworfenen Plan (Formular von IHK bekommen) und wollte eigentlich nur ne Stellungnahme. Im Plan von der IHK mußte man das alles nicht so genau auseinanderbröseln, vor allem nicht schon ab dem ersten Monat alles genau angeben ( wieviel Kunden, wieviel Investitionen, Kosten usw.). Mir war eigentlich klar, dass es erstmal eine Weile dauern wird bis der Erfolg kommt. Die haben mir dort bei der Stelle nen 10 seitigen Plan vor die Nase gelegt mit Liquiditätsvorschau und Rentabilitätsvorschau und blabla das mir bald schwindlig wurde. Ich fand das alle übertrieben, aber die meinten das müsste man schon richtig machen für die Arge. Da bin ich dann 5 mal hingedappt bis der Plan fertig war. Nun wie auch immer,wenn ich da jetzt richtig geguckt habe, habe ich im ersten Quartal laut Plan nen Gewinn von 38 EUR, also habe ich da wohl noch nichts zu befürchten. Allerdings sind es im zweiten schon mal 920 EUR und im dritten dann 3000. Um nochmal aufs Finanzamt zurückzukommen: Das mit der Kleinunternehmerregelung ist schon klar, das die Umstzsteuer wegfällt und der Umsatz 17500 nicht überschreiten darf. Jedoch sagt der Umsatz ja nicht aus , wieviel als Gewinn übrigbleibt. Und anhand des Gewinns wird ja die Einkommenssteuer berrechnet. Na ja , ich denke ich werde bei dem kleinen Gewinn, wenn überhaupt nur ganz wenig zahlen müssen. Jedenfalls will das Finanzamt bei der Anmeldung auch ne Schätzung des Gewinns. Da würde es mich mal generell interessieren ob man da dasselbe angeben muß wie bei der ARGE ..

Grüße , Emi
 

gerda52

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Nun wie auch immer,wenn ich da jetzt richtig geguckt habe, habe ich im ersten Quartal laut Plan nen Gewinn von 38 EUR, also habe ich da wohl noch nichts zu befürchten. Allerdings sind es im zweiten schon mal 920 EUR und im dritten dann 3000. [....]
Muß man dem Finanzamt gegenüber bei der Anmeldung ebenfalls die Zahlen aus dem Businessplan angeben, was den GEwinn betrifft.
An deiner Stelle würde ich da die Zahlen übernehmen. Im Fragebogen des Finanzamtes wird soviel ich weiß nach dem voraussichtl. Monatsgewinn gefragt. Das wären dann gerundet 495 Euro = 3958 / 8 Mon. Geschäftstätigkeit. Bei diesem Betrag fällt noch keine Einkommensteuervorauszahlung an. So behälst Du aber auf jeden Fall einen klaren Überblick über Inhalt und Bezug der abzugebenden Erklärungen.

Eine Bemerkung möchte ich dennoch loslassen: Ich gebe Dir Recht, dass der Aufwand mit den ganzen Vorschauen ziemlich übertrieben ist. Im Prinzip geht es ja nur um eine Zielsetzung für Dich selbst, ob das dann auch realisierbar ist, wird die Zeit erst zeigen.
 

Clownfisch

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Beim Finanzamt gib mal schön Deine Gewinnschätzung fürs erste Jahr mit 0 an, das wird das Finanzamt kaum schocken - die verstehen nämlich was von der Sache.

Wenn ich mir die Zahlen des Businessplans anschaue, überkommt mich das kalte Grausen. Eine prognostizierte Gewinnsteigerung innerhalb der ersten 9 Monate nach Gewerbeeröffnung
von € 38 auf € 3000 also um so ca. 7900%.:icon_kratz::icon_kratz:
Rahm Dir den Businessplan als abschreckendes Beispiel ein, kram Deine eigenen, ursprünglichen Zahlen vor und füll die in das Formular EKS ein. Und wenn die ARGE Dir dann Deinen Businessplan unter die Nase hält, schlag denen vor, dass Du den gerne auch noch einmal durch IHK und Handwerkskammer prüfen lassen kannst, es könnte sein, dass dann der von der ARGE vorgeschlagenen "fachkundigen" Stelle genau diese Fachkunde abgesprochen würde.
 
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FrankyBoy

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Die Beiträge von gerda52 und Clownfisch sind wirklich kompetent, kann mich da weitestgehend anschließen.

Du sprachst aber von "kein Umsatz" - müsste mal dein Marketingkonzept haben, damit ich weis wie du überhaupt deine potenziellen Kunden erreichen möchtest - ich denke hier sind deine eigentlichen Probleme denn fachlich sollte es bei dir keine Probleme geben.

Eine preiswerte Art hier Aufmerksamkeit zu erhaschen ist z. B. das Internet und die beste Art ist von Kundenempfehlungen zu leben...

Mache dir mal Gedanken über eine offensive Marketingstrategie - ich weis, mit vielen Problemen im Nacken, wenig Geld und wenigen Freunden ist das nicht einfach aber es gibt tatsächlich Strategien die da helfen könnten - denke gerade an meine Tanztruppe etc. etc.
 

Emily35

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Hi nochmal,


is wahrscheinlich ne blöde Frage, aber mit EKS meint ihr doch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung? Diesen Bogen habe ich jetzt beim Finanzamt abgegeben. Habe jetzt bei der Gewinnschätzung die Zahlen übernommen, da ich ja nichts zu befürchten habe wegen der Einkommenssteuer. Wenn ich das jetzt richtig kapiert habe muß man bei nem Gewinn unter 6500 eh keine Einkommenssteuer zahlen. Aber was ich übersehen habe, die wollten auch fürs Folgejahr ne Schätzung. Da saß ich dann vor dem Finanzamtheini, bei welchem ich den Wisch abgegeben habe und wußte nicht was ich machen soll. Wir haben uns dann auf ne Gewinnschätzung von 8500 geeinigt. Jetzt bin ich schon wieder am grübeln?? Der Typ vom Finanzamt meinte das wäre halb so wild, ich würde ja eh ne Steuererklärung machen am Ende und wenn ich zuviel Steuern bezahlt hätte bkäme ich die ja wieder und umgekehrt..Naja is ja nun auch nicht soviel, ich hoffe doch, dass es klappt mit dem Geschäft. Aber wie ist das jetzt eigentlich mit der Einkommenssteuer bei Selbstständigen. Muß man die im Voraus dann bezahlen, wenn das Amt die veranschlagt laut der Schätzung??

An Frankyboy:
Meine Marketingstrategie sieht bisher folgendermaßen aus:
verteile Flyer, Visitenkarten, setzte auf Mund zu Mund Propaganda, schalte Anzeigen, klappere Studios ab und suche mir Kooperationspartner. Mehr fällt mir momentan nicht ein.

Herzliche Grüße und vielen, vielen Dank für eure Antworten
Emi:icon_wink:
 

Martin Behrsing

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EKS meint hier den neuen Bogen der Arbeitsagentur.
Beim Finanzamt korrigiere bitte Deine Gewinnerwartungen auf Null oder nimm eine negative Zahl.
Realisitsch ist, wenn man nach 3-5 Jahren erstmals Gewinne macht. Bedenke bitte, dass beim Finanzamt jede Menge Sachen abgezogen werden können, die den Gewinn mindern.

Die Stelle die so einen Plan gemacht hat würde ich gerne wissen. Ich habe nun jahrelang Unternehmensberatungen für Exisitenzgründer gemacht und glaube mir, deratige Zahlen haben sich fast nie errechnet und wenn mir jemand so etwa vorgelegt hat, wurde ich immer äußerst skeptisch und habe solche Pläne nicht abgesegnet.
Hi nochmal,


is wahrscheinlich ne blöde Frage, aber mit EKS meint ihr doch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung? Diesen Bogen habe ich jetzt beim Finanzamt abgegeben. Habe jetzt bei der Gewinnschätzung die Zahlen übernommen, da ich ja nichts zu befürchten habe wegen der Einkommenssteuer. Wenn ich das jetzt richtig kapiert habe muß man bei nem Gewinn unter 6500 eh keine Einkommenssteuer zahlen. Aber was ich übersehen habe, die wollten auch fürs Folgejahr ne Schätzung. Da saß ich dann vor dem Finanzamtheini, bei welchem ich den Wisch abgegeben habe und wußte nicht was ich machen soll. Wir haben uns dann auf ne Gewinnschätzung von 8500 geeinigt. Jetzt bin ich schon wieder am grübeln?? Der Typ vom Finanzamt meinte das wäre halb so wild, ich würde ja eh ne Steuererklärung machen am Ende und wenn ich zuviel Steuern bezahlt hätte bkäme ich die ja wieder und umgekehrt..Naja is ja nun auch nicht soviel, ich hoffe doch, dass es klappt mit dem Geschäft. Aber wie ist das jetzt eigentlich mit der Einkommenssteuer bei Selbstständigen. Muß man die im Voraus dann bezahlen, wenn das Amt die veranschlagt laut der Schätzung??

An Frankyboy:
Meine Marketingstrategie sieht bisher folgendermaßen aus:
verteile Flyer, Visitenkarten, setzte auf Mund zu Mund Propaganda, schalte Anzeigen, klappere Studios ab und suche mir Kooperationspartner. Mehr fällt mir momentan nicht ein.

Herzliche Grüße und vielen, vielen Dank für eure Antworten
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gerda52

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Wir haben uns dann auf ne Gewinnschätzung von 8500 geeinigt. Jetzt bin ich schon wieder am grübeln?? Der Typ vom Finanzamt meinte das wäre halb so wild, ich würde ja eh ne Steuererklärung machen am Ende und wenn ich zuviel Steuern bezahlt hätte bkäme ich die ja wieder und umgekehrt.
So ist es, die Gewinneinschätzung beim Finanzamt kann man auch jederzeit an die tatsächlichen Gegebenheiten anpassen und korrigieren, die Steuererklärung selbst ist dafür nicht mal nötig.
 
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FrankyBoy

Gast
Unsere Freunde vom Finanzamt... Habe von mehreren Steuerberatern in den letzten Wochen unisono gehört, dass die im Moment wirklich mal wieder eine Phase haben, in der mit denen nicht gut Kirschenessen ist - Steinbrück braucht da wohl noch einige Mrd. für die Banken...:mad:
 
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