Einschränkung der Verfügbarkeit

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jebee

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Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei den Online Antrag auf ALG I auszufüllen.

Bei dem Punkt 3/12 habe ich nun eine Frage.

Kurze Einführung:
Ich war über mehrere Jahre im Verkauf tätig und hatte dort mögliche Arbeitszeiten von 09.00 bis 21.00 Uhr bei einer 38 Stunden Woche. Die Arbeitszeiten wurden flexibel nach Bedarf monatlich durch den AG bestimmt.
Nun bin seit 4 Monaten in einem Büro tätig gewesen. Dort hatte ich eine regelmäßige Arbeitszeit von 09.00 - 17.00 Uhr.
Zwischen den beiden Jobs war ich in Elternzeit.

Ich stehe dem Arbeitsmarkt nun weiterhin für 38 Stunde die Woche zur Verfügung, jedoch nur in der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr, da im Anschluss die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist.
Muss oder kann ich dies nun bei Nummer 3.2 (Andere zwingende Gründe (z.B. Betreuung und Pflege) eintragen und dort dann die Arbeitszeiten eingrenzen ohne eine Sanktion befürchten zu müssen?

Für Eure Bemühungen möchte ich mich bereits im Voraus bedanken.

Liebe Grüße
Irena
 

BerndB

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Du benötigst eine 100%-Antwort, ich kann nur eine 95%-Antwort geben:

Du kannst dich wegen der Betreuung von Kindern einschränken. Die angebotene Lage der Arbeitszeit sollte (95%) für Tätigkeiten in Verkauf und Büro üblich sein. Insofern sehe ich kein Problem, den Eintrag so vorzunehmen.

Meine weitere Meinung:
  1. Zu Beginn der Arbeitslosigkeit und ohne vorherigen Kontakt mit der AfA kannst du kaum wissen, was üblich ist. So etwas könnte sich im extremsten Fall von Gegend zu Gegend unterscheiden. Beispiel: Einschränkung auf Feierabendschicht (18.00h-22.00h). Solche Arbeitsplätze gibt es in einer Gegend evtl. überhaupt nicht, in anderen Gegenden zuhauf. Deshalb liegt nach der Absendung der Einschränkung der nächste Zug bei der AfA. Dein Sachbearbeiter muss dich einladen und dich, falls es so wäre, auf eine evtl. fehlende Verfügbarkeit hinweisen. Und erst wenn du dann bei deiner Einschränkung bleibst, entfällt Verfügbarkeit.
  2. Außerdem ist die vermutlich bekannt, dass Alg frühestens ab dem Tag gezahlt wird, an dem du bei der AfA persönlich vorsprichst. Nicht ab der Absendung des Antrags. Deshalb schon vor Beginn der Arbeitslosigkeit einen Termin mit dem Berater vereinbaren und darauf achten, dass der vor Beginn der Arbeitslosigkeit liegt. Ersatzweise dort rechtzeitig in der Anmeldung vorsprechen.
  3. Bei dem Termin/Vorsprache diesen Zweifel hinsichtlich Verfügbarkeit ansprechen. Und selbst wenn du die Zeiten ändern müsstest, was m. E. nicht der Fall ist, hättest du das sogar noch vor Beginn der Arbeitslosigkeit gemacht. Und gut ist.
 

Doppeloma

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Hallo Irena,

ich bin gerade dabei den Online Antrag auf ALG I auszufüllen.

den online- Antrag habe ich selbst noch nicht gesehen, aber die Fragen dürften wohl ähnlich sein, wie auf dem regulären Papier-Antrag.

Nach meiner bisherigen Kenntnis wird online direkt die Telefon-Nummer gefordert (ohne Hinweis auf die Freiwilligkeit), was mich schon stören würde den überhaupt auszufüllen, man muss generell NUR auf dem Postwege an der Melde-Anschrift erreichbar sein.

Ich war über mehrere Jahre im Verkauf tätig und hatte dort mögliche Arbeitszeiten von 09.00 bis 21.00 Uhr bei einer 38 Stunden Woche. Die Arbeitszeiten wurden flexibel nach Bedarf monatlich durch den AG bestimmt.
Nun bin seit 4 Monaten in einem Büro tätig gewesen. Dort hatte ich eine regelmäßige Arbeitszeit von 09.00 - 17.00 Uhr.

Du hast also Vollzeit gearbeitet und möchtest (vermutlich) auch das volle ALGI daraus beziehen können ???
Damit ist deine Frage im Prinzip schon zu 100 % beantwortet, denn Verteilungen einer Arbeitszeit bei einem (potenziellen) neuen AG wären bei Bedarf im Vorstellungsgespräch zu klären.

Ich stehe dem Arbeitsmarkt nun weiterhin für 38 Stunde die Woche zur Verfügung, jedoch nur in der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr, da im Anschluss die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist.

Das ist auch besser so, denn wenn du deine Verfügbarkeit einschränkst gilt das für die Wochen-Arbeitszeit und dann bekommst du auch entsprechend weniger ALGI ausgezahlt, entsprechend deiner eingeschränkten "Verfügbarkeit" ...

Einschränkungen in der Verteilung der Arbeitszeit hätte die SB bereits bei der Vermittlung zu beachten, es sollte ja auch Gesprächsthema sein /werden, ob und wie die Versorgung deiner Kinder dabei gesichert ist.

Dafür gibt es den § 140 SGB III, der die Zumutbarkeit regelt und bereits darin sind solche "Besonderheiten" erfasst ... die sich auf Schicht-Arbeit und Ähnliches beziehen könnten aber trotzdem ja nicht deine Vollzeit-Verfügbarkeit (Wochen-Arbeitszeit) eingrenzen. :icon_evil:

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Solche Einzelheiten solltest du also im Antrag noch gar nicht thematisieren, da geht es eher um zeitliche Einschränkungen (nur Teilzeit möglich z.B. wegen Pflege von Angehörigen / oder Kinderbetreuung) und nicht um die zukünftige Verteilung der Vollzeit-Arbeit.

Muss oder kann ich dies nun bei Nummer 3.2 (Andere zwingende Gründe (z.B. Betreuung und Pflege) eintragen und dort dann die Arbeitszeiten eingrenzen ohne eine Sanktion befürchten zu müssen?

Es gibt also (im Antrag) aus deiner Konstellation keinen Anlass die Vollzeit-Verfügbarkeit einzugrenzen, du willst ja nicht Teilzeit arbeiten ... es muss nur alles zu deiner Familiensituation auch passen und dafür gibt es die Grenzen der "Zumutbarkeit" nach § 140 SGB III.

Lies dir das durch und achte darauf, dass diese Grenzen bei deiner Vermittlung eingehalten werden, das gilt besonders auch für VV, die dir vom Amt zugeschickt werden ...

Im SGB III gibt es keine Sanktionen, da bekommt man eine Sperre (also gar kein Geld mehr) wenn man bestimmte Dinge nicht erfüllt hat, für die (berechtigte) Forderung deine Familien-Situation bei der Vermittlung zu beachten, darfst du aber keine Sperre bekommen.

Geregelt sind die Sperrtatbestände in § 159 SGB III ...

§ 159 SGB III Ruhen bei Sperrzeit

Konkrete Arbeitszeiten / Dienstpläne sind ja dann mit dem zukünftigen AG vertraglich zu regeln und nicht mit den SB der AfA ... es wird doch immer "getönt", dass Familie und Beruf vereinbar sein müssen, dann fordere diese Vereinbarkeit ein bei deinem Arbeitsberater, damit du nur zumutbare Vorschläge bekommst.

MfG Doppeloma
 

BerndB

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Aufgrund der vorherigen Tätigkeiten kommen evtl. Arbeiten im Büro und Verkauf in Betracht. Im Verkauf ist eine Arbeitszeit zwischen 12.00h-22.00h meines Erachtens möglich und kann, wenn keine Einschränkung genannt ist, vorgeschlagen werden. Deshalb eine vorhandene Einschränkung bereits bei der Antragstellung nennen. Wenn ein Arbeitsvorschlag im Briefkasten liegt, kann es für Einschränkungen zu spät sein (4.1 Teilzeitbeschäftigung Abs. 3 + 4 Seite 19).
 
Zuletzt bearbeitet:

Doppeloma

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Hallo BerndB,

Deshalb eine vorhandene Einschränkung bereits bei der Antragstellung nennen. Wenn ein Arbeitsvorschlag im Briefkasten liegt, kann es für Einschränkungen zu spät sein (4.1 Teilzeitbeschäftigung Abs. 3 + 4 Seite 19).

Was für eine Seite 19 meinst du, der Antrag auf ALGI hat so viele Seiten gar nicht ... :icon_kinn:

Ehe ernsthafte Vermittlung beginnen könnte sollte ja wohl mehr stattfinden, als das Ausfüllen eines Online-Antrags-Formulares und erst nach einem solchen Beratungsgespräch (Potenzial-Analyse / Eingliederungs-Strategie), in dem auch die Familien-Konstellation besprochen werden sollte, können überhaupt zumutbare VV folgen.

Wenn man sich bereits im Antrag auf Teilzeit festlegt, weil es keine "passenden" Arbeitszeiten für Vollzeit geben könnte mit einem Kind im Haushalt, dann bekommt man auch nur ALGI für eine Teilzeitarbeit bewilligt.

Ich lese bei der TE nichts davon dass sie vor hat Teilzeit zu arbeiten sondern nur, dass die Betreuung des Kindes dabei gesichert sein muss, wenn sie Vollzeit arbeitet und das ist durchaus auch im Handel noch arbeitsvertraglich regelbar.

Die Vermittler können ohne wenigstens ein Gespräch dazu überhaupt keine "zumutbaren" Angebote machen. Es könnte ja auch bestimmte gesundheitliche Einschränkungen geben, die im Antrag nicht abgefragt werden und der SB muss feststellen was konkret "zumutbar" sein könnte und was nicht.

Zur Not kann man sich auch einfach bewerben, wenn es so käme wie du vermutest und dann (bei Einladung zum Vorstellungsgespräch) direkt mit dem AG darüber sprechen, wie die Arbeitszeiten vertraglich geregelt werden sollen ... deswegen muss man nicht gleich riskieren, nur das "halbe ALGI" zu bekommen ...

Wenn du worauf "verweisen" willst, dann kläre bitte auf wo man die von dir erwähnten Punkte findet (nachlesen kann) und welche Rechtsgrundlagen es gibt, sich dazu bereits im Antrag auf ALGI festlegen zu müssen. :icon_kinn:

MfG Doppeloma
 

BerndB

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Was für eine Seite 19 meinst du, der Antrag auf ALGI hat so viele Seiten gar nicht ... :icon_kinn:
...........
Wenn du worauf "verweisen" willst, dann kläre bitte auf wo man die von dir erwähnten Punkte findet (nachlesen kann) und welche Rechtsgrundlagen es gibt, sich dazu bereits im Antrag auf ALGI festlegen zu müssen. :icon_kinn:

MfG Doppeloma

Hallo Doppeloma,
ich gebe dir recht, ich hätte besser erklären sollen, was ich meine:

Der Link führt ja in die Geschäftsanweisungen der AfA. Dabei ist der Überschrift "Teilzeitbeschäftigung" irreführend. Im Kapitel selbst geht es dann aber auch um die Arbeitsbereitschaft allgemein. Jebee schränkt sich nicht auf Teilzeit ein. Sie schränkt allerdings die Lage/Verteilung der Arbeitszeit ein.

Und da ist meine Meinung, dass bei einer fehlende Einschränkung (08:00h-18:00h) ein SB schon vor dem ersten Gespräch verleitet werden könnte, eine nicht passende Stelle vorzuschlagen. Du hast natürlich recht, dass zunächst die Beratung mit Abklärung von Wünschen und Hemmnissen erfolgen sollte. Ich habe mich nur gefragt, ob die Bewerberdaten, die vor dem Ausfüllen des Antrages online angegeben werden, ab dem Zeitpunkt einen Vorschlag nach sich ziehen können. Ist aber natürlich eher unwahrscheinlich.
 

jebee

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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die vielen Antworten, welche ich mir erstmal in Ruhe (inkl. der Links) durchlesen werde.
Auf den ersten Blick kann ich leider noch keine eindeutige "Antwort" erkennen.

Werde mich im laufe des Tages bestimmt noch einmal melden.

Beste Grüße
Irena
 

BerndB

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Auf den ersten Blick kann ich leider noch keine eindeutige "Antwort" erkennen.

stimmt

Werde mich im laufe des Tages bestimmt noch einmal melden.

Da würde ich empfehlen, telefonisch bei der Hotline der AfA und du hast auf die Frage postwendend eine Antwort. Da es meines Erachtens eine allgemeine Frage ist, bräuchtest du dich da (hoffentlich) nicht einmal identifizieren.
Tel. 0800 4 5555 00 kostenfrei
 

jebee

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Nochmals vielen Dank,

ich habe mich jetzt dazu entschieden im Antrag keine Einschränkung einzugeben und diese im nächsten persönlichen Gespräch abzugeben. Falls die Sachbearbeiterin mir dann erzählen möchte, dass ich nicht mehr Vollzeit zur Verfügung stehe, muss ich halt gucken wie ich weiter verfahre.

Ich persönlich finde die Regularien für eine "Versicherung" für die ich normale Versicherungsbeiträge bezahlt habe leider nicht sehr übersichtlich und Arbeitnehmer freundlich.

Irena

PS
Habe gerade mit der Hotline gesprochen, inwieweit die Antwort bindend ist, wäre dann die nächste Frage.
Hier wurde mir gesagt, dass die Verfügbarkeit gewährleistet ist und ich die Einschränkung persönlich abstimmen soll. Von daher meine Tendenz noch einmal bestätigt.
 
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