Einsatzfreie Zeit/ Wartezeit Randstad

Hristina

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Hallo zusammen, ich bin bei Randstad Bayern beschäftigt. Bis 15.12.2019 habe ich gearbeitet und seit dem habe ich keinen Einsatz mehr. Die Firma wußte das seit 10.09.19 aber hat sich nicht gekümmert. Der Mitarbeiter hat mir gesagt, dass es momentan keine passende Stelle gibt. Dann habe ich gefragt warum sie mich nicht gekündigt haben aber er meint, dass es bald was geben wird. Na ja... Ich sende jeden Tag einen Email wo es steht, dass ich Einsatz bereit bin. Ich habe auch gesagt, dass sie mir keine Minus Stunden schreiben dürfen aber er meint, dass es ein Gerichtsurteil gibt, laut der ich sie kriegen darf:


Ich komme mit dem Text nicht klar. Außerdem ist das seit 2014. Ob es aktuell ist, das weiß ich nicht. Wir habe jetzt einen Termin für Januar ausgemacht, wo wir sehen sollen, wie es weitergeht. Auf jeden Fall ich bin jetzt der Depp! Am Ende werde ich lauter Minus Stunden abarbeiten müssen oder bezahlen. Doof, wenn man einfach arbeiten will.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr! 44
 
G

Gelöschtes Mitglied 68307

Gast
Der Zeitarbeitgeber hat Dich in der Zeit des Nichteinsatzes - wenn er Dich also nicht in einen Kundenbetrieb vermitteln kann - grundsätzlich für die vereinbarte Arbeitszeit weiterhin zu bezahlen.


Ein Nichteinsatz gehört zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers, das ihn nicht von der Verpflichtung zur Entgeltzahlung befreit. Geregelt ist das im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko":
Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein. [...] [Das gilt] entsprechend in den Fällen, in denen der Arbeitgeber das Risiko des Arbeitsausfalls trägt.
Das gilt jedenfalls für eine absehbare Zeit; erst dann, wenn eine neue Vermittlung nicht absehbar ist - also nicht schon dann, wenn die Zeit des Nichteinsatzes nur vorübergehend ist -, darf der Zeitarbeitgeber Dir betriebsbedingt kündigen; bis dahin aber muss er Dich bezahlen.

Eventuell kann vertraglich vereinbart sein, dass möglicherweise vorhandene Überstunden in dieser Zeit abgebaut werden.
Deine Urlaubstage allerdings darf er ohne Dein Einverständnis nicht auf die Zeit des Nichteinsatzes anrechnen, es sei denn, dass das Arbeitsverhältnis beendet werden soll und eventuell noch vorhandener Urlaub bis dahin dann also noch zu nehmen ist.
 

Matt45

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Das Risiko trägt natürlich der AG, du musst dich lediglich "jeden" Tag anbieten.

Ohne deine Einwilligung darf "Randstadt" nicht so einfach an dein Zeitkonto. Du hast grundsätzlich Anspruch auf Bezahlung.
Allerdings folgt oft in solchen Fällen die Kündigung(betriebsbedingt), es sei denn die haben für dich etwas neues.

Bist du dort zufrieden?
Hast du überhaupt "Plusstunden" bzw. wärst du mit Abzügen deines Urlaubs einverstanden?
Was wurde vertraglich vereinbart?
 

Porks

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hi
da wird noch was kommen und bestimmt nicht zu deinem Vorteil .Wenn die schon ein angebliches Urteil dir nennen.Hoffentlich bist du in einer Gewerkschaft oder Rechtsschutz Versichert weil du wirst es wohl brauchen die werden dir nix Schenken ! und selbst falls sie mal zahlen müssen haben Sie Gewonnen weil es für dich Stress ist und erstmal hast du kein Geld und darauf spielen die . Weil entweder machst du was die wollen (genau die brauchen die) oder du pochst auf deine Rechte dann bist du Uninteressant und solchen Leuten legt man dann klar Steine in den Weg (das schöne Nachtreten) und das geht doch toll in unseren Rechtsstaat wie verklage mich doch wenn du was von uns willst wir haben viel Zeit und Geld und du nicht .
 

Hristina

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Hallo, in meinem Zeitkonto steht jetzt für die eine Woche wo ich zu Hause sein musste:

1577789182400.png


mit mir wurde aber nie gesprochen, ob sie das machen dürfen. Ab die Woche drauf habe ich mich krankgeschrieben. Das werden sie weiter so machen, das weiß ich.

Ob ich zufrieden bin… eine gute Frage. Ich will einfach arbeiten und sie können mir schneller was finden als ich alleine. Sonst machen sie immer wieder Schmand - falsche Tagesstunden aufschreiben, Urlaub falsch eintragen und das jetzt auch. Aber ich kämpfe immer wieder.

Ich glaube nicht, dass die anderen Firmen besser sind.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

ich habe absolut jeden Tag geschrieben, dass ich einsatzbereit bin.
 
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abcabc

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Hey,
ich würde mir da jetzt keinen Stress machen, vor allem nicht täglich Mails schreiben. Stattdessen einmal nachweislich (Fax oder Einschreiben), was hinschicken mit folgendem Inhalt:
- dass seit September bekannt ist, dass der Einsatz am 15.12. zu ende war
- verbieten für die Zeit ohne Beschäftigung Urlaubstage oder Überstunden vom Zeitkonto abzuziehen
- Hinweisen, dass du arbeitswillig bist und sie im Annahmeverzug sind.

Da du scheinbar beim Sklaventreiber bleiben willst, wäre ne Klageandrohung oder Klage problematisch bzgl. Kündigung...

Am Ende werde ich lauter Minus Stunden abarbeiten müssen oder bezahlen.
Nein - da würde ich an deiner Stelle weder was zurückzahlen, noch Minusstunden abarbeiten, sondern es drauf ankommen lassen, dass sie mich verklagen....
 

Hristina

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Ja aber jetzt so einen Brief zu schreiben ist es schon zu spät oder? Der Freizeitausgleich haben sie mir schon geschrieben und genehmig obwohl ich nichts unterschrieben habe. Ich habe schon eine lange Liste mit Sachen die nicht passen.

Bleiben da will ich nicht. Aber ich mag arbeiten und momentan finde ich leider nichts alleine.
 

abcabc

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Doch natürlich jetzt noch nachweislich eas schriftlich hinschicken. Das ist später vor Gericht sehr nützlich. Sonst behauptet die ZAF am Ende noch, das du mündlich zugestimmt hast. Nach der Kündigung folgt schließlich die Endabrechnung, bei der du dir jeden Euro holen solltest, der dir zusteht.

Also jetzt noch ergänzen, dass du festgestellt hast, dass man dir bereits unberechtigt Stunden vom Zeitkonto abgezogen hat nd sie aufforderst das unverzüglich rückgängig zu machen.....

Vielleicht hat ein anderer hier grad ein passendes höchstrichterliches Urteil parat, dessen Aktenzeichen du gleich noch mit angeben könntest....

Hast du mal Blanko Urlaubsscheine o.ä. unterschrieben?
 

Hristina

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Urlaubsscheine habe ich früher unterschrieben. Jetzt ist alles online.
Die Emails, dass ich einsatzbereit bin, habe ich natürlich alle gespreichert.

Der Mitarbeiter hat mir das geschrieben ohne den letzten Absatz:

 

Irrlicht

Neu hier...
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Hallo Hristina,

ich arbeite auch bei Randstad, allerdings anderes Bundesland. Wende dich am besten mal an den Betriebsrat der für deine Region zuständig ist. Hatte mal bei meinem nachgefragt und diese Antwort erhalten:
"Einsatzlose Zeiten in Freizeitausgleich umzuwandeln muss mit dem Mitarbeiter abgesprochen werden und darf nicht einfach so von der Niederlassung vorgenommen werden. Sollte dies doch passieren, kannst Du uns Betriebsräte gerne darüber informieren, damit wir in diesem Fall eine Lösung finden."

In der letzten Betriebsratzeitung (Ost) ist auch ein Artikel über das Thema einsatzfreie Zeit:
Es kann Freizeitausgleiche oder Urlaub genommen werden, ein "Muss" ist das jedoch nicht. Urlaub oder Freizeitausgleich muss auf deinen Wunsch erfolgen. Dein Disponent darf nur in verbindlicher Absprache mit dir Freizeitausgleich oder Urlaub vereinbaren, er kann dich nicht zwingen, deine Freizeit oder gar Urlaub für einsatzfreie Zeit zu nutzen.
[...]
Wenn dein Einsatz endet und du arbeiten willst und kannst, dein Disponent dir jedoch keinen Einsatz anbieten kann, gilt dies als Annahmeverzug, denn das Risiko "Arbeit zu haben" trägt der Arbeitgeber (§ 615 BGB Vergütung bei Annameverzug und bei Betriebsrisiko). Die Folge von Annahmeverzug ist, dass dein Disponent die fehlenden Arbeitsstunden nicht mit deinem Arbeitszeitkonto verrechnen darf.
 

Babbel1

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Ich habe auch gesagt, dass sie mir keine Minus Stunden schreiben dürfen aber er meint, dass es ein Gerichtsurteil gibt, laut der ich sie kriegen darf:


Ich komme mit dem Text nicht klar. Außerdem ist das seit 2014. Ob es aktuell ist, das weiß ich nicht.
Darf er nicht.
Ich verlinke hier mal das genannte Urteil im Volltext, sieh dir da mal die Rz 24 an:

Etwas neueres zum Thema gibt es vom Bundesarbeitsgericht nicht.
Immer wenn sich einer bis dahin durchgeklagt hatte, hat die jeweilige ZAF entweder die Ansprüche anerkannt oder einen Vergleich angeboten. Ergebnis: Weiterhin kein Grundsatzurteil.
 

Otto27

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Eventuell kann vertraglich vereinbart sein, dass möglicherweise vorhandene Überstunden in dieser Zeit abgebaut werden.
Wenns vertraglich geregelt wurde (was bei den meisten ZAF-Verträgen der Fall ist...z. T. wird auch auf Tarif-Vertrag verwiesen und selbst dort sind ungültige/falsche Punkte dazu enthalten...), dann ists nicht wirksam, weil das Gesetz maßgeglich ist und darüber steht. Und das ist hier konkret in AÜG §11 Abs 4 geregelt. "Das Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung bei Annahmeverzug des Verleihers (§ 615 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs) kann nicht durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden."
 
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