Einmaliges Rezept vom Arzt f. Apotheke - Medikamente Selbstzahlung 87,- Euro -- Befreiung bzw. Rückerstattung z.T. möglich?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Taubenfreund

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 September 2016
Beiträge
24
Bewertungen
2
Hallo zusammen,

ich hatte im März 2018 eine Kieferhöhlen-OP. Es wurde ein Zahn gezogen und im Anschluß daran sah man, daß im Kiefer ein Loch war das geschlossen werden mußte.
Nach der OP bekam ich Medikamente verschrieben in Höhe von 87,- Euro. Zudem gab es eine Behandlung im Anschluß mit Eigenblut und pi,pa,po was summasummarum noch mal ca. 500 Euro kostete. Kann man dies im Nachhinein beim Jobcenter mal erwähnen, ob man da zumindest zum Teil was ersetzt bekommt?
Ich muß aber dazu sagen, daß es ein ganzheitlicher Zahnarzt war.

Oder kann man wenigstens das Rezept für die Apotheke mal einreichen und hoffen, daß die nicht merken was das für ein Zahnarzt ist. Denn soviel ich weiß übernimmt die Kasse o. das Jobcenter für alternative Methoden nix.

Gruß
Susanne
 

Couchhartzer

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 August 2007
Beiträge
5.550
Bewertungen
9.769
Kann man dies im Nachhinein beim Jobcenter mal erwähnen
Erwähnen kannst du alles was du möchtest, nur es wird dir vermutlich nicht wirklich viel nützen, denn hier gilt das Recht, dass grundsätzlich erstmal ein anderer Träger (in diesem Fall eine Krankenkasse und wenn vorhanden auch eine zahnärztliche Zusatzversicherung) mit einer höheren Kostenübernahme oder evtl. sogar voller Zuzahlungsbefreiung als vorrangige Leistung in Anspruch zu nehmen ist, weil man als Leistungsempfänger darauf eine Anspruch haben könnte.
Und genau darauf würde man dich Seitens des JC wohl auch erstmal verweisen.
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.604
Bewertungen
889
Bis zu einer Grenze von 1-2% des Einkommens/Regelbedarf muss der Versicherte für Rezepte selber bezahlen. (chronische Erkrankung= 1%)
Also bei chronischer Erkrankung kannst du einen Antrag bei der Kasse stellen und die wird ca. die Hälte zurückerstattet. Sowie auch andere Rezeptbescheinigungen aus 2018 einreichen.
Die Eigenbluttherapie wird wohl kaum von der Krankenkasse übernommen. Da ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie fehlt. Anerkannte Studien zu diesem Therapieverfahren gibt es nicht.
Das Jobcenter isz nicht zuständig.

Derartige Privatrechnungen vorher per Kostenvoranschlag bei der Kasse einreichen und auch nachfragen, ob so etwas überhaupt wirksam ist.
Nur nebenbei; Wieso war im Kiefer ein Loch? Hat der ZA nicht richtig vernäht oder wollte der nur Kohle machen? Über 400 Euro für die Eigenblutbehandlung ist schon eine Nummer.
Dazu mal recherchieren, Akteneinsicht vom ZA mit Kopien verlangen. Bei der Zahnärztekammer mal nachfragen, ob das alles so im Sinne des Erfinders ist.
 

Diplomjodler

Elo-User*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
460
Bewertungen
292
Mal abgesehen davon, was die Vorredner schon richtigerweise hier geschrieben haben, sollte man sich vor Beginn einer zahnmedizinischen Behandlung genau darüber ein Bild machen, was denn die eigene Krankenkasse davon genau übernimmt, und was nicht. Das erspart einem nämlich nachher das böse Aufwachen, was die Kostenrechnung angeht...

Und einreichen kann man das Rezept beim Jobcenter sicher, das wird nur milde darüber lächeln und mit dem Hinweis ablehnen, dass dafür die Krankenkasse zuständig ist.
 

Taubenfreund

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 September 2016
Beiträge
24
Bewertungen
2
Hallo zusammen,
erst mal danke für die Antworten.
Also:
Als chronisch könnte es dahingehend gezählt werden, weil ich mit dem Kiefer schon seit 2010 und davor mit den NNH schon immer Probleme hatte.

Warum ein Loch? Das weiß ich nicht. Es wurde ein Backenzahn gezogen. Dieser war gespalten und nicht mehr zu retten. Trotzdem er 2016 befüllt wurde. Das war aber ein anderer Zahnarzt. Nach dem Ziehen bemerkte man das Loch im Kiefer. Angeblich durch eine Zyste verursacht. Durch das Ziehen selbst ist es lt. Zahnarzt nicht entstanden.

Natürlich wußte ich, daß Kosten auf mich zukommen, zudem es ja ein ganzheitlicher Zahnarzt war. Aber das war in dem Moment zweitrangig, denn "normalen" Zahnärzten traue ich noch weniger. Ich suchte ja gezielt nach einem ganzheitlichen. Ich wurde auch im Vorfeld über die Kosten informiert.
Diese beinhalteten nicht nur die Eigenblutbehandlung, sondern auch Vitamine, die z.B. intravenös verabreicht wurden. Ich weiß gar nicht aus dem Stegreif jetzt was das noch alles war die Liste auf der Rechnung ist schon etwas länger.Daß das nicht erstattet wird ist mir schon klar.

Ich wollte ja die Rechnung sowieso mal prüfen lassen. Aus Neugier.

Vorrangig geht es ja um das Rezept über 87,- €. Ich könnte dies ja mal der Krankenkasse vorlegen.
 

Fabiola

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
12 Mai 2015
Beiträge
2.246
Bewertungen
3.417
Bis zu einer Grenze von 1-2% des Einkommens/Regelbedarf muss der Versicherte für Rezepte selber bezahlen. (chronische Erkrankung= 1%)
Klärungsfrage für TE, mich und Leser dieses Themas: Du schreibst Einkommen/Regelbedarf. Das macht schon einen nicht unerheblichen Unterschied.
"Einkommen" eines Alg2 Empfängers ist ja der Regelbedarf + KdU. Gilt die %-Regelung für die Summe der beiden Faktoren Regelbedarf zzgl. KdU oder nur des Regelbedarfes (von derzeit 424 €)?
 
G

Gelöschtes Mitglied 57503

Gast
Ich hab mal kurz bei meiner KK zur Aufklärung geguckt (falle selbst unter die Chronische Regelung)

Die Höhe der Zuzahlungen ist auf zwei Prozent der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt pro Jahr für die Bedarfsgemeinschaft begrenzt. Für chronisch Kranke liegt die Grenze bei einem Prozent.

Bei Alg 2 sind das (bei meiner KK) 101.76€ Obergrenze (bzw 1x Zahlung) für 1 Jahr befreiung.
Wer öfters Rezepte einlösen muss, lohnt sich das.
Bei einem chronischen Patienten sind das 50,88€. Das lohnt sich am meisten, wenn man Rezepte bekommt, wo die Zuzahlung oft 10€/ Stück sind.
Allerdings gilt man nicht automatisch als chronisch Krank. Dazu gibt es einen Vordruck der KK, den einer der behandelnden Ärzte ausfüllen muss. Erst wenn dieses der KK vorliegt, ist eine Anerkennung dessen möglich.
 

Nena

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
10 Oktober 2015
Beiträge
2.792
Bewertungen
4.450
Klärungsfrage für TE, mich und Leser dieses Themas: Du schreibst Einkommen/Regelbedarf. Das macht schon einen nicht unerheblichen Unterschied.
für ALG2-LB gilt immer der RS, auch wenn aufgestockt wird

eine Verbraucherzentrale
Sofern Sie Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe), Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beziehen, gilt der Regelsatz des Familienmitgliedes mit dem höchsten finanziellen Beitrag (Haushaltsvorstand) als Berechnungsgrundlage für die gesamte Bedarfsgemeinschaft.
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.604
Bewertungen
889
Klärungsfrage für TE, mich und Leser dieses Themas: Du schreibst Einkommen/Regelbedarf. Das macht schon einen nicht unerheblichen Unterschied.
"Einkommen" eines Alg2 Empfängers ist ja der Regelbedarf + KdU. Gilt die %-Regelung für die Summe der beiden Faktoren Regelbedarf zzgl. KdU oder nur des Regelbedarfes (von derzeit 424 €)?
Es geht nicht darum, ob man ALGII bezieht, also Regelbedarf oder Einkommen aus Arbeit hat. Von Brutto müssen 2% der Medis bezahlt werden, ab dann ist es kostenfrei. Bei chronischer Erkarnkung nur 1% von Brutto. Die KDU hat da nichts mit zu tun für ALGII oder Sozialgeldempfänger.

@ Taubenfeund : Die durchaus langwierige Erkrankung des Kiefers wird sehr wahrscheinlich nicht als chronische Erkrankung anerkannt. Die Kriterien zur Anerkennung auf 1% kann man sich auf der Homepage der jeweiligen KK anschauen oder telefonisch erfragen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten