Einmalige Einnahme Studentenjob - Zuflussprinzip (1 Betrachter)

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holger85

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Hallo liebe Community,

ich habe mich zum Thema schon etwas belesen, aber noch keine Handlungsempfehlung für mich ableiten können.

Situation:
Habe die letzten 2,5 Monate als Student einen Nebenjob von Privat angenommen. Ab Oktober habe ich ALG2 bantragt, bin kein Student mehr. Leider auch die Bezahlung erst im Oktober, ~450€. Laut Zuflussprinzip müsste das angerechnet werden.

Fragen:
Welche Freibeträge habe ich (war ne einmalige Sache)? 100€ +20% vom Rest?
Wird das trotzdem auf 6 Monate aufgeteilt?
Gelten bei Aufteilung des Geldes jeden Monat Freibeträge?
Was passiert, wenn ich vorher Arbeit finde, "verfällt" der Rest des Anrechnungsbetrags?
Haben Darlehen einen Einfluss? Ich habe mir die letzten 2 Monate Geld von meinen Eltern geliehen und sofort mit dem Geldeingang von dem Nebenjob beglichen (d.h. auch im Antrag nicht angegeben). Der Lohn sollte eig auch in Raten bezahlt werden, hat sich aber alles gezogen.
 

holger85

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Hab nochmal nachgeschaut. Denke das Einkommen zählt als einmalige Einnahme, da nicht aus Anstellung/Selbstständigkeit erzielt. Ergo zählen auch keine Freibeträge. Kann jeder diese Versicherungspauschale von 30€ absetzen?
 
S

silka

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Hab nochmal nachgeschaut. Denke das Einkommen zählt als einmalige Einnahme, da nicht aus Anstellung/Selbstständigkeit erzielt. Ergo zählen auch keine Freibeträge. Kann jeder diese Versicherungspauschale von 30€ absetzen?
Wenn es eine geringfügige Beschäftigung war (450,- weisen ja auf Minijob hin), dann sind die Freibeträge für Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen.
Dann ist das Erwerbseinkommen (egal, ob nur 2,5 Monate oder jahrelang)
Der Freibetrag ist dann 170,- (bei genau 450,- pro Monat)
Wenn es insgesamt nur 450,- für 2,5 Monate waren, ist es AUCH Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
Dann wird eben nur 1x der Freibetrag von 100,- grundfrei +20% von 350,- berücksichtigt.
Es bleiben dir dann 1x die 170,- als Freibetrag zum Alg2 dazu.
Im Grundfreibetrag von 100,- ist die Versicherungspauschale von 30,- schon enthalten.

Aufgeteilt auf mehrere Monate wird nichts. Dazu ist das Einkommen nicht hoch genug.
Ein Darlehen von den Eltern solltest du mit einem Vertrag nachweisen. Sonst ist der Geldeingang auch nur einmaliges Einkommen und führt zur kompletten Anrechnung.

Was passiert, wenn du Arbeit findest? Dann ist vieles ganz wunderbar...:icon_mrgreen: Dann gibts einen Neustart ab Datum xx, eine Neuberechnung/Schlussberechnung der Leistungen. Verfallen tut gar nichts. Vielleicht gibts sogar einen Aufhebungsbescheid, weil du gar nichts mehr von Hartz 4 brauchst??
 

biddy

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Habe die letzten 2,5 Monate als Student einen Nebenjob von Privat angenommen. Ab Oktober habe ich ALG2 bantragt, bin kein Student mehr. Leider auch die Bezahlung erst im Oktober, ~450€.
Wenn die insgesamt (?) 450 € aus 3 Monaten (also halber Juli, August und September) Erwerbstätigkeit resultieren, dann muss Dir - und das wurde vom Bundessozialgericht am 17.07.2014 bestätigt: B 14 AS 25/13 R - der Freibetrag auf den jeweiligen Monatsverdienst gewährt werden, auch wenn die Verdienste Dir auf einen Schlag im Oktober zugeflossen sind. Der jeweilige monatl. Verdienst sollte dann aber auch nachweisbar sein, also Lohnabrechnung oder wenigstens Aufstellung vom Arbeitgeber, was meiner Meinung nach reichen dürfte.

Wenn Du also 180 € im August, 180 € im September und 90 € im Juli erarbeitet hast, dann wären von den insgesamt zugeflossenen 450 € nur 128 € auf Deinen Alg-II-Bedarf anrechenbar (Freibetrag bei 180 € Verdienst = 116 € ... 64 € anrechenbar ... mal 2 = 128 € ... 90 € von Juli nicht anrechenbar, da unter 100 € Grundfreibetrag)

Nachtrag:
Bin mir nur gerad' etwas unsicher, ob dies auch gilt, wenn man während der Erwerbstätigkeit nicht in Alg-II-Bezug war und das Einkommen erst während des Alg-II-Bezugs zufließt. Ich vermute aber schon.
 

holger85

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Vielen Dank, genau das war meine Frage bzgl. der Freibeträge. Es sind sogar 4 Monate, da ich Anfang Oktober den noch Änderungen vorgenommen habe. Allerdings hatte mir meine Sachbearbeiterin nicht viel dazu erzählt, wollte nur ne Rechnung sehen. Dachte wegen dem Zuflussprinzip hab ich wenn überhaupt nur 1x Anspruch auf Freibetrag, genau wegen:
Bin mir nur gerad' etwas unsicher, ob dies auch gilt, wenn man während der Erwerbstätigkeit nicht in Alg-II-Bezug war und das Einkommen erst während des Alg-II-Bezugs zufließt. Ich vermute aber schon.
Da vieles mündlich/per Mail abgemacht wurde, werd ich eine Aufstellung für die angefallenen Arbeitsstunden machen und mir so von meinem "Arbeitgeber" unterschreiben/bestätigen lassen. Das sollte doch reichen, oder?

Macht es einen Unterschied, ob der Job einfach als Hausarbeit und nicht als Minijob ausgeschrieben war (da Privat ausgeschrieben)?
 

biddy

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Da vieles mündlich/per Mail abgemacht wurde, werd ich eine Aufstellung für die angefallenen Arbeitsstunden machen und mir so von meinem "Arbeitgeber" unterschreiben/bestätigen lassen. Das sollte doch reichen, oder?
Meines Erachtens schon, wenn da auch noch die Verdiensthöhe für den jeweiligen Monat mit draufsteht. Was alles auf einem "Monats-Nachweis" à la "Lohnabrechnung" draufstellen sollte, müsstest Du dann mal ergooglen, das weiß ich so nicht, was das Jobcenter akzeptiert. Ggf. müsste dann vermutlich eine Einkommensbescheinigung (siehe SGB-II-Formulare unter arbeitsagentur.de) ausgefüllt werden.

Macht es einen Unterschied, ob der Job einfach als Hausarbeit und nicht als Minijob ausgeschrieben war (da Privat ausgeschrieben)?
Eine geringfügige Beschäftigung in einem Privathaushalt muss ebenfalls bei der Minijobzentrale gemeldet werden ... weil's eben auch ein Minijob ist, siehe hier in der Legende auf der linken Seite (Unterscheidung "Minijobs im gewerblichen Bereich" und "Minijobs in Privathaushalten"):

*klick* Minijob-Zentrale - Startseite
 
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