Einladungen von "fremder" Filiale Agentur f. Arbeit korrekt?

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Disco Stu

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Meine Frau ist beim Jobcenter in Berlin gemeldet und dort geführt.

Seit 3 Wochen bekommt sie nun ständig irgendwelche Einladungen von der Bundesagentur für Arbeit Filiale Potsdam.

Es handelt sich hierbei ausschließlich um Einladungen zu Firmenpräsentationen mit anschließender Möglichkeit zu einem persönlichem Vorstellungsgespräch. Immer wieder Firmen der Call- Center Branche.

Die Einladungen kommen natürlich immer mit RFB. Sind also "offizielle" Einladungen gem § 59 SGB II.

Ständig muss sie sich nun 30 km, 90min. mit den Öffentlichen auf den Weg machen. Dabei herausgekommen ist bisher nie etwas. Die jeweilige Firma stellt sich vor in Form einer Promotion, danach ein kurzes Gespräch, man gibt seine teuren Bewerbungsunterlagen ab und nichts passiert. Kein Anruf, kein weiteres Vorstellungsgespräch.

Ist es überhaupt richtig, dass die Agentur in Potsdam jetzt ständig Einladung an meine Frau versendet? Irgendwann kommt auch noch die Agentur in Leipzig oder Magdeburg.
 

physicus

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klarer fall von schikane!

ich hoffe mal sie holt sich das fahrtgeld wieder, auch wäre hier zu schaun ob man sich nicht VOR diesen terminen das geld zahlen lässt, denn es könnte ja durchaus passieren, das man den fahrpreis mal nicht aufbringen kann...


ob der mist rechtens ist weis ich leider nicht....
 

Disco Stu

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Ja ich halte das auch für reine Schikane.

Aber ist das korrekt, dass von einer anderen "fremden" Agentur für Arbeit außerhalb des eigentlichen Wohnorts, Einladungen verschickt werden?

Wenn man Vorschläge oder Einladungen von anderen Jobcentern innerhalb Berlins bekommt ist das ja noch ok, aber jetzt auch noch aus Potsdam...

Ist ja auch schon eine anderes Bundesland, wenn man es genau nimmt.
 

ethos07

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Hallo,

- ist es wirklich die offzielle Agentur für Arbeit aus Potsdam oder vielleicht doch eine private Arbeitsvermittlung, von der deine Frau die Einladungen erhält? (Manche PAVs haben zum Verwechseln ähnliche Namen/Briefköpfe...)

- hat deine Frau schon mal ihre Vermittlerin hier in Berlin darauf angesprochen?
Das würde ich als erstes machen - eventuell ist es ein (Namens)Versehen oder sonst wieder mal irgendein Durcheinander beim Amt...

- Bezieht denn deine Frau noch ALG1 (du sprichst von Agentur für Arbeit)?

(Wenn sie ALG2 beziehen würde, wäre das ja ev. sogar für ihr Berliner JC ein Sanktionsgrund, da ALG2-Bezieher offiziell die Stadtgrenzen Berlins gar nicht verlassen dürfen ;-))


- Oder hier mal diese HEGA (Zuständigkeit im Vermittlungsprozess) durchforsten - es scheint zumindest bei ALG1 irgendwie erlaubt zu sein (erstmal muss man in dieser Handlungsanweisung der BA das Abkürzungs-Kauderwelsch entschlüsseln...)

2.4 Überregionale Vermittlung

Für eine passgenaue Vermittlung sind bei Sondierung der Matchingergebnisse über die Trefferliste in VerBIS nicht nur die Bewerber der eigenen AA, sondern auch überregionale Bewerber zu berücksichtigen (Fachlichkeit geht vor Ortsprinzip). Dies erfolgt durch die SteA-führende AA in eigener Zuständigkeit.
Wird in VerBIS ein potentieller Bewerber gefunden, nimmt der SteA-Betreuer entsprechend der Qualitätsstandards der Handlungsprogramme vor Versendung eines Vermittlungsvorschlags Kontakt mit dem Bewerber auf, um die Eignung und das Interesse an der Stelle zu klären. (Dies gilt bis auf weiteres nur im Rahmen der Arbeitsstellenvermittlung.) Bei Bedarf kann sich der SteA-Betreuer mit dem zuständigen Bewerberbetreuer in Verbindung setzen.
Die Übersendung von Referenznummern oder ähnlichem an andere AA, mit der Bitte um Unterstützung bei der Stellenbesetzung ist nicht mehr zulässig. Auf diese Weise würde ein paralleler „Stellenmarkt“ z.B. über Outlook aufgebaut, obwohl die zu besetzenden Stellen über VerBIS zu finden sind. Die Regelung zur Versendung von Referenznummern unter Punkt 2.1 c) ist hiervon unberührt.
Systematische Maßnahmen zum überregionalen Arbeitsmarktausgleich, z.B. Kooperationen von AA oder auf einen bestimmten Arbeitsmarktausschnitt bezogene Projekte sind ausdrücklich weiterhin erwünscht.
 

Disco Stu

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Meine Antworten habe ich in dein Text rein geschrieben.

Hallo,

- ist es wirklich die offzielle Agentur für Arbeit aus Potsdam oder vielleicht doch eine private Arbeitsvermittlung, von der deine Frau die Einladungen erhält? (Manche PAVs haben zum Verwechseln ähnliche Namen/Briefköpfe...)
Also es ist definitiv die Agentur für Arbeit Potsdam, inklusive Rechtsfolgebelehrung und Antwortvordruck. Auch mit korrekter Kundennummer.

- hat deine Frau schon mal ihre Vermittlerin hier in Berlin darauf angesprochen?
Das würde ich als erstes machen - eventuell ist es ein (Namens)Versehen oder sonst wieder mal irgendein Durcheinander beim Amt...
Nein, angesprochen hat meine Frau die SB noch nicht. Verwechslung kann es nicht sein, da die Adresse und Kundennummer auf den Schreiben von der AfA Potsdam korrekt sind.
Mein Frau ging bisher von der Richtigkeit aus, dass die AfA Potsdam auch Einladungen und Vorschläge versenden kann.


- Bezieht denn deine Frau noch ALG1 (du sprichst von Agentur für Arbeit)?
Meine Frau bezieht ALG II und ist beim Jobcenter in Berlin gemeldet. Die Einladungen und Vermittlungen kommenaber von der Agentur für Arbeit Potsdam. Zumindest seit 3 Wochen. Schreiben vom JC in Berlin bekommt sie aber auch noch ganz normal.


(Wenn sie ALG2 beziehen würde, wäre das ja ev. sogar für ihr Berliner JC ein Sanktionsgrund, da ALG2-Bezieher offiziell die Stadtgrenzen Berlins gar nicht verlassen dürfen ;-))
Das klingt interessant.
Was heißt "ALG II Bezieher dürfen die Stadtgrenze Berlins nicht verlassen"? Meinst du damit zur Arbeitsaufnahme oder zu den Vorstellungsgesprächen die man vorgeschlagen bekommt?



- Oder hier mal diese HEGA (Zuständigkeit im Vermittlungsprozess) durchforsten - es scheint zumindest bei ALG1 irgendwie erlaubt zu sein (erstmal muss man in dieser Handlungsanweisung der BA das Abkürzungs-Kauderwelsch entschlüsseln...)
 

Disco Stu

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@ethos07

(Wenn sie ALG2 beziehen würde, wäre das ja ev. sogar für ihr Berliner JC ein Sanktionsgrund, da ALG2-Bezieher offiziell die Stadtgrenzen Berlins gar nicht verlassen dürfen ;-))
Kannst Du mir genauer benennen, wo diese Regelung geschrieben steht?

Wäre ja interessant zu wissen.

Und nochmals nachgefragt:
Was heißt "ALG II Bezieher dürfen die Stadtgrenze Berlins nicht verlassen"? Meinst du damit zur Arbeitsaufnahme oder zu den Vorstellungsgesprächen die man vorgeschlagen bekommt?
 

Disco Stu

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Ach ja noch als Nachtrag.

Mein Frau hat auch eine offizielle Einladung nach § 59 SGB II mit RFB etc., zu einer Firmenpräsentation (Call Center Firma) in den Räumen der Agentur für Arbeit Potsdam selbst, erhalten.

Müsste sie dieser Einladung als ALG II Bezieherin, die bei einem JC in Berlin gemeldet ist, dann in Potsdam (Brandenburg) nachkommen?
 

Disco Stu

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Danke!

Demnach ist das was ethos07 mit einer möglichen unzulässigen Ortsabwesenheit aussagen will, wenn man nach Potsdam muss, auch wenn man in Berlin beim JC gemeldet ist, eher falsch. Oder?
 

ethos07

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Sorry, nach nochmaligen Nachdenken: meine Aussage zur Ortsanwesenheitspflicht dürfte nicht der Rechtssprechung entsprechen.

M.W. ist die Ortsanwesenheitspflicht durch die übergreifend gültige Erreichbarkeitsanordnung nur zeitlich zu interpretieren. Und die örtliche Anwesenheit in den Grenzen des eigenen Bundeslandes spielt keine Rolle (mehr).


[ OT : ...bin vorhin meinem Vermittler wohl noch verspätet auf den Leim gegangen. Der erklärte mir nämlich 2007 die Ortsanwesenheitspflicht des langen und breiten am Beispiel Potsdam wie folgt: Ich dürfe die Grenzen des Bundeslandes nicht ohne seine vorherige Zustimmung verlassen. Und weil bei Berlin Stadt- und Landesgrenzen zusammenfallen, wäre der "Auslauf" für Berliner halt sehr eng. Und er gab mir ' freundliche Tipps', worauf ich achten solle, wenn ich mal einen Ausflug nach Potsdam wochentags machen wolle, ohne extra bei ihm eine Bewilligung zu beantragen... Na, vermutlich hat er mir schon für 2007 einfach Mist erzählt, damit er sich als großer 'Tipp-Gönner' aufspielen konnte ... und als gutgläubiges Newbie hatte ich ihm noch fast alles abgenommen + merke das dann an solchen irreführenden Erinnerungen... ;-).]
 

blinky

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Diese Sache mit der Ortsabwesenheit ist totaler Mist. In der Erreichbarkeitsanordnung ist geregelt, das man postalisch erreichbar sein muss. Kannst Dir ja mal die Erreichbarkeitsanordnung durchlesen.

Blinky
 
E

ExitUser

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Diese Sache mit der Ortsabwesenheit ist totaler Mist. In der Erreichbarkeitsanordnung ist geregelt, das man postalisch erreichbar sein muss. Kannst Dir ja mal die Erreichbarkeitsanordnung durchlesen.

Blinky

Das glauben in Berlin aber heute noch einige Elos! Noch 2006 wurde sowas ganz offiziell verkündet. Einer Freundin von mir wurde sogar angedroht, das Geld zu kürzen, wenn sie dreimal nicht ans Telefon geht.

Mir wurde auch schon zweimal gesagt, ich müsse ab und an unaufgefordert bei der Arge persönlich vorbeischauen. Vermutlich wurmt es den Fuzzi, dass ich meine Nummer habe löschen lassen.
 

blinky

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Hier der Link zur Erreichbarkeitsanordnung:

https://www.arbeitsagentur.de/zentr.../Anhang-B-Anordnungen-des-Verwaltungsrats.pdf


Demnach kannste ruhig nach Potsdam fahren, wenn Du es schafft in den Briefkasten zu gucken. Du kannst auch übers Wochenende wegfahren, wenn Du die Samstagspost am Sonntag bis 24 Uhr zur Kenntnis nimmst.


Diese
Voraussetzung ist auch erfüllt, wenn der Arbeitslose die an einem Samstag oder an einem Tag vor einem gesetzlichen
Feiertag eingehende Post erst am folgenden Sonn- bzw. Feiertag zur Kenntnis nehmen kann.



Interessant ist auch folgendes:​


Kann der Arbeitslose Vorschlägen des Arbeitsamtes zur beruflichen Eingliederung wegen der nachgewiesenen
Wahrnehmung eines Vorstellungs-, Beratungs- oder sonstigen Termins aus Anlaß der Arbeitssuche nicht zeit- oder ortsnah Folge leisten, steht dies der Verfügbarkeit nicht entgegen.

Laßt euch nicht einschüchtern von den ARGEN.​

Blinky​
 
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