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Einladung zu "Bewerbertag" im JC mit RFB für 1 (einzige) Leiharbeitsfirma über Arbeitgeberservice

JobcenterAffe

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#1
Ein Bekannter bekam letzte Woche eine Einladung zum Bewerbertag bei einer einzigen Leiharbeitsfirma vom Arbeitgeberservice des hiesigen Jobcenters.

Er ist erst 20 und relativ unerfahren, was Widerspruch, Nicht-Unterschreiben von EGV's etc. angeht, da er noch nicht allzu lange arbeitslos ist.

Auch hat er keine Lust, sich dort bei dieser Zeitarbeitsfirma vorzustellen, weil die ohnehin nur Niedriglohn & Scheißjobs verhökern.

Es wird bei der Einladung auch keine konkrete Stelle genannt, sondern er soll sich einfach "vorstellen" und seine Bewerbungsunterlagen mitbringen. Und noch dazu wie gesagt bei einer einzelnen Firma in Anwesenheit des AG-Service-Sachbearbeiters.

Die Einladung befindet sich im Anhang.

Mit welcher Begründung bzw. welchem Widerspruch kommt er um diese Einladung, die mit RFB im Anhang ist, herum?

In meinen Augen ist diese Einladung sogar rechtswidrig, weil sie eine einzelne Zeitarbeitsfirma bevorzugt.
 

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JobcenterAffe

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#2
Was ich jetzt in der RFB nicht verstehe, wieso da die Sperrzeit (1 Woche) konkret benannt wird.

Okay, er ist ja ALG-1-Bezieher (ganz vergessen), allerdings auf Hartz-IV-Niveau.

Darf dann auch nicht JC, sondern müsste AfA heißen. Naja, egal. Der Vorgang bleibt derselbe.
 

Frank71

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#4
Den Termin auf jeden Fall wahrnehmen um eine Sperre zu verhindern.

Wenn möglich mit einem Beistand zum Termin gehen.

Ich würde wenn überhaupt einen Lebenslauf mitnehmen und sonst nichts,ein Bewerbungsschreiben macht da keinen Sinn,da er nicht weiß um was für Arbeitsstellen es sich handelt.

Die meisten Jobs die von Sklavenbuden angeboten werden exestieren so oder so nicht.
 

JobcenterAffe

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#5
Ich würde wenn überhaupt einen Lebenslauf mitnehmen und sonst nichts. Ein Bewerbungsschreiben macht da keinen Sinn, da er nicht weiß, um was für Arbeitsstellen es sich handelt.
Das ist ein guter Punkt! - Nur Lebenslauf, weil ja kein konkretes Stellenangebot vorliegt.

Mein Gedanke ging aber eher dahin, daß das Jobcenter seine Neutralitätspflicht verletzt, da ja nur eine Leihklitsche überhaupt dort anwesend ist.

Ein "Bewerbertag" mit einer einzigen Firma als Anbieter ist ja wohl ein Witz! - Normalerweise müssten da doch zumindest mehrere Arbeitgeber anwesend sein.

Da sind dann nur 3 Leute anwesend: Der ELO, der LAF-Personaler und der SB der Arbeitsagentur.
 

Wholesaler

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#6
Notgedrungen in Begleitung hingehen, sich interessiert zeigen, aber möglichst wenig Informationen von sich geben. Am besten noch bestätigen lassen, dass man dort gewesen ist. So kann man eventuelle Sanktionsandrohungen wegen Nichterscheinens gleich entkräften.
 

JobcenterAffe

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#7
Notgedrungen in Begleitung hingehen, sich interessiert zeigen, aber möglichst wenig Informationen von sich geben. Am besten noch bestätigen lassen, dass man dort gewesen ist. So kann man eventuelle Sanktionsandrohungen wegen Nichterscheinens gleich entkräften.
Du verstehst das falsch: Der "Bewerbertag" findet in einem kleinen Zimmer in den Räumen des XXXXamts statt (das Zimmer kenne ich sogar). Das ist das Büro des Arbeitgeberservice-SB's. Da ist nur für *maximal* 4 Personen insgesamt Platz!

Eine "Bestätigung", daß man dort war, erübrigt sich, weil es ja mehr oder weniger eine "private Veranstaltung" ist.

Der Bekannte hat heute angekündigt, sich für den Zeitraum krankschreiben zu lassen. Muß ihn 'mal fragen, ob er das tatsächlich gemacht hat.
 
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#8
Falls er sich krankschreiben lässt, befürchte ich, dass er zu einem späteren Zeitpunkt erneut eingeladen wird. Versuchen kann man es natürlich.
 

JobcenterAffe

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#9
Falls er sich krankschreiben lässt, befürchte ich, dass er zu einem späteren Zeitpunkt erneut eingeladen wird.
Das würde sicher passieren. Bis dahin ist er aber schon aus dem Bezug heraus. Der ALG-1-Anspruch läuft nämlich nur noch einige Wochen. Und es waren auch nur max. 400 €/Monat an Leistungen, die er überhaupt bekommt/bekam.

Er wohnt auch noch bei seinen Eltern. Hartz-IV wird er wegen der Einkommenssituation seiner Eltern (Bedarfsgemeinschaft) auch nie bekommen.
 

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#10
Hartz4 mit U25 bei den Eltern wohnend ist auch so ein Kapitel für sich. Den Antrag stellen würde ich aber auf alle Fälle. Hat er bereits in der Vergangenheit ALG2 beantragt und ist das abgelehnt worden?
 

faalk

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#11
in Anwesenheit des AG-Service-Sachbearbeiters.
Als erstes wird "Fritze Knitz" freundlich aus den Zimmer gebeten.

Lebenslauf/Bewerbungsunterlagen reiche ich gerne nach, nach dem mir ein konkretes Jobangebot vorliegt.

Eine "Bestätigung", daß man dort war, erübrigt sich, weil es ja mehr oder weniger eine "private Veranstaltung" ist.
Bei "Einladungen" mit Sanktionsandrohung hat sich das "Private Veranstaltung" erledigt. Also Bescheinigung das man teilgenommen hat, entweder vom ZAF Schergen oder vom SB.

Und schön Fahrtkosten beantragen so weit anfallen.
 

Frank71

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#12
Die ganze Veranstaltung dient eh nur dazu um an Daten der Bewerber zu kommen um den Bewerberpool der Sklavenbude zu füllen und sonst nichts.
 

JobcenterAffe

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#13
Die ganze Veranstaltung dient eh nur dazu um an Daten der Bewerber zu kommen um den Bewerberpool der Sklavenbude zu füllen und sonst nichts.
Die dient meiner Einschätzung nach eher dazu, daß er noch eine weitere Sperrzeit bekommt, indem er sich dort falsch verhält.

Er hat nämlich schon eine bekommen (wegen Abbruch einer Maßnahme), und soll nach momentanem Stand 130 € von seinem "zu viel" bekommenen Arbeitslosengeld bis nächste Woche zurückzahlen.

Das war auch der ursprüngliche Grund, warum er sich an mich überhaupt gewandt hat.

Er ist halt aus Sicht der Arbeitsagentur ein einfaches Opfer, das sich noch dazu nicht wehrt.

Aber das ist alles ein anderes Kapitel....

Hartz4 mit U25 bei den Eltern wohnend ist auch so ein Kapitel für sich. Den Antrag stellen würde ich aber auf alle Fälle. Hat er bereits in der Vergangenheit ALG2 beantragt und ist das abgelehnt worden?
Nein, hat er bisher noch nicht. Man sagte ihm scheinbar bei der Arbeitsagentur, daß er wohl nichts bekommen würde. Zumindest hat seine Mutter das auch so gesagt.

Obwohl man das wohl auch so hindrehen könnte, daß er wirtschaftlich selbständig ist, und sich Lebensmittel etc. selbst kauft. Und da er ein eigenes Zimmer hat....

Auf der anderen Seite sind aber die Eltern finanziell relativ gut gestellt, sodaß die Motivation Hartz-IV zu beantragen, nicht so hoch sein dürfte.
 
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Andy1971

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#14
Das Problem hatte ich auch mal.
Sie den Thread.
https://www.elo-forum.org/zeitarbei...g-28-02-2017-gespraeche-zwei-zafs-309abs.html

Ich bin da hin mit Beistand (damals hatte ich noch einen).
Danach mit dem Beistand ein Gedächtnisprotokoll erstellt.
Und dann Widerspruch gegen die Einladung eingelegt.

Beistand und Gedächtnisprotokoll ist wichtig falls der Widerspruch abgelehnt wird.
Dann kann man Klagen und hat einen Zeugen und das Gedächtnisprotokoll.

Ich habe im §309 SGB III Allgemeine Meldepflicht
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/309.html
keine Verpflichtung für ein Vorstellungstermin gefunden.
 

JobcenterAffe

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#15
Als erstes wird "Fritze Knitz" freundlich aus den Zimmer gebeten.
Da wird der sich aber wohl weigern, weil es ja sein eigenes Büro ist (mit "Fritze Knitz" meinst du den SB der Arbeitsagentur, oder?). - Was ist die Rechtsgrundlage dafür? Datenschutz beim späteren Gespräch mit dem LAF-Personaler?

Aber wenn der SB raus muß, muß der Beistand (evtl. ich) doch dann auch aus dem Zimmer, oder?

Lebenslauf/Bewerbungsunterlagen reiche ich gerne nach, nach dem mir ein konkretes Jobangebot vorliegt.
Das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Obwohl wohl beide (JC-SB und Personaldisponent) in die Luft gehen werden, wenn man das so durchzieht. Dann haben die ja gar nichts mehr zu bereden mit dem ELO.

In der Einladung steht ja ausdrücklich drin, man müsse seinen Lebenslauf und Bewerbungsunterlagen mitbringen.

Schon das dürfte rechtlich nicht haltbar sein. Weil dem ELO ja gar kein Stellenangebot via VV vorliegt.

UND weder der SB der Arbeitsagentur noch der LAF-Scherge haben "einfach so" (der SB sowieso nicht, und der LAF-Personaler erst bei einem konkreten Stelllenangebot via VV) ein Anrecht da drauf, so etwas zu sehen. => Datenschutz und Recht auf informationelle Selbstbestimmung. - Richtig?

Schließlich ist das ganze nur eine Informationsveranstaltung. Auch wenn das der AG-Service-SB anders hinstellen möchte.

Bei "Einladungen" mit Sanktionsandrohung hat sich das "Private Veranstaltung" erledigt. Also Bescheinigung, daß man teilgenommen hat, entweder vom ZAF Schergen oder vom SB.
Ja, ist notiert.

Und schön Fahrtkosten beantragen so weit anfallen.
Das sowieso.
 

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#16
Auf der anderen Seite sind aber die Eltern finanziell relativ gut gestellt, sodaß die Motivation Hartz-IV zu beantragen, nicht so hoch sein dürfte.
Wenn er sich darüber hinaus gut mit seinen Eltern verstehen sollte, ist das ebenfalls viel wert. Falls er wirklich einen Hartz4-Anspruch hat, wird er natürlich in den "Genuss" des vollen JC-Programms kommen.

Ich würde deshalb an seiner Stelle nicht ALG2 beantragen, sondern mir einen einigermaßen vernünftig bezahlten Minijob suchen. Der Verdienst daraus entspricht ja dem Regelsatz. Problematisch könnte es mit der Krankenversicherung werden. Eventuell ist Familienversicherung noch möglich. Und dann würde ich mich aus dem Minijob heraus weiter bewerben.
 

faalk

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#17
Da wird der sich aber wohl weigern
Dann ist das Bewerbungsgespräch damit erledig.

Was ist die Rechtsgrundlage dafür? Datenschutz
Genau. Ansonsten wäre das nicht Problem des ELO, sonder SB müsste die Rechtsgrundlage dafür nennen, dass selbiger beim Bewerbungsgespräch dabei sein darf. <- Kann er nicht. :wink:

Man sagte ihm scheinbar bei der Arbeitsagentur, daß er wohl nichts bekommen würde
Die sagen auch, dass im Himmerl Jahrmarkt ist.

Er ist halt aus Sicht der Arbeitsagentur ein einfaches Opfer, das sich noch dazu nicht wehrt.
Dann sollte das schnellstens geändert werden. ***** hoch bekommen und Feuer!!!
 

JobcenterAffe

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#18
Eventuell ist Familienversicherung noch möglich.
Ja, ist es. Und zwar bis 25. Das hat mir seine Mutter neulich gesagt.

Wenn er sich darüber hinaus gut mit seinen Eltern verstehen sollte, ist das ebenfalls viel wert.
Ja, das sind jetzt keine so "hau drauf"-Eltern, die ihren Sohn mit Gewalt in irgendeinen Job prügeln wollen. Zumindest die Mutter zeigte schon Verständnis dafür, daß ihm der letzte Job (Verkäufer) nicht gefiel.

Falls er wirklich einen Hartz4-Anspruch hat, wird er natürlich in den "Genuss" des vollen JC-Programms kommen.
Das hat er ja schon hinreichend zu spüren bekommen. Allein deshalb wird er H-iV wohl nicht beantragen.

Ich würde deshalb an seiner Stelle nicht ALG2 beantragen, sondern mir einen einigermaßen vernünftig bezahlten Minijob suchen.
Ja, dazu muß man hier auf dem Land (in einer Niedriglohngegend schlechthin) auch erst 'mal etwas finden.

Selbst die Stellen als Verkäufer hinterm Tresen von Tankstellen sah ich bisher nie unbesetzt (keine Zettel am Eingang). Und die werden auch nur knapp über Mindestlohn bezahlt (schätze bestenfalls 9,50 bis 10 €).

Er hat sich übrigens nun krankschreiben lassen. Insofern hat sich der "Bewerbertag" wohl erledigt. - Hoffe nur, daß er die AU-Bescheinigung auch beim JC abgibt.
 
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#19
Bei Minijobs über 10,00 Euro Stundenlohn zu kommen, ist schwierig. Aber der Lohn ist wenigstens abgabenfrei. Wenn er zum ZAF-Mindestlohn als Helfer buckelt, gehen noch SV-Abgaben und Steuern runter. Dann liegt man bei etwa 7,50 Euro pro Stunde. Das muss man auch einmal so sehen.

Eventuell einen Minijob suchen, bei dem es Zuschläge gibt. Zeitungsausträger erhalten Nachtzuschlag. Bevor ich irgendwo im Einzelhandel auf 450-Euro-Basis arbeite, würde ich eher Zeitungen verteilen. Da habe ich bei der Arbeit wenigstens meine Ruhe.
 

JobcenterAffe

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#20
Bei Minijobs über 10,00 Euro Stundenlohn zu kommen, ist schwierig. Aber der Lohn ist wenigstens abgabenfrei. Wenn er zum ZAF-Mindestlohn als Helfer buckelt, gehen noch SV-Abgaben und Steuern runter. Dann liegt man bei etwa 7,50 Euro pro Stunde. Das muss man auch einmal so sehen.
"How high can you try, how low can you go?"

So ist die Weltsicht der Arbeitnehmer heutzutage. Das, was früher Empörung wegen schlechter Bezahlung hervorgerufen hätte, wird heute als "akzeptabler Lohn" gesehen.

Eventuell einen Minijob suchen, bei dem es Zuschläge gibt. Zeitungsausträger erhalten Nachtzuschlag. Bevor ich irgendwo im Einzelhandel auf 450-Euro-Basis arbeite, würde ich eher Zeitungen verteilen. Da habe ich bei der Arbeit wenigstens meine Ruhe.
Hat nur den Haken, daß es den Job "Zeitungsausträger" bei uns gar nicht mehr gibt. Denn die werden in einem Zeitungskasten im Ort zentral bereitgestellt, und jeder Abonnent muß die sich jeden Morgen selbst holen.

Gerade diese 450-Euro-Jobs sind gar nicht mehr so dicht gesät, wie es noch in der Wahrnehmung der Leute ist.
 

Wholesaler

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#21
Minijobs wurden schon immer niedrig bezahlt. Das war bereits so, als es sich noch um 630-DM-Jobs handelte. So hießen Minijobs vor der Agenda 2010.

Ich habe 2007/2008 als Inventuraushilfe 5,50 Euro pro Stunde erhalten. Das war pure Ausbeutung und ich habe mich die folgenden Jahre auch nicht mehr dafür zur Verfügung gestellt. Für 10,00 Euro/Stunde würde ich das machen.

Welchen Stundenlohn erwartest du denn für solche Tätigkeiten wie Zeitungen austeilen oder Kassierer in der Tankstelle?
 

JobcenterAffe

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#22
Welchen Stundenlohn erwartest du denn für solche Tätigkeiten wie Zeitungen austeilen oder Kassierer in der Tankstelle?
Für Kassierer an der Kasse: 13 €/h (teilweise Arbeit nach 20 Uhr! => zulagenpflichtig!), für Zeitungen austragen bei Wind und Wetter, mitten in der Nacht und dem nicht zu unterschätzenden Risiko überfahren oder von einem Hund gebissen zu werden: 20 €/h (bin bescheiden: Gefahrenzulage und NS-Zuschlag wären da schon inklusive).

Du hast mich gefragt, was ich erwarte....

Ich weiß, du schilderst nur die beschissenen realen Verhältnisse, und kannst für den ausufernden Niedriglohnsektor nichts. - Allerdings sollte man diese Verhältnisse, die heute so normal wie der Regen, der fällt, angesehen werden, als Leidtragender nicht unbedingt verteidigen.

Aber ich werde den Rat an den 20-jährigen weitergeben, weil es eben in diesem System der einzig gangbare Weg zum Hartz-IV-Sanktionsregime zu sein scheint.

Aber andere Angebote wie Regalauffüller bei Netto oder Kaufland sehe ich hier in der Gegend nicht. Und das sind wohl nach deiner Erfahrung auch die Jobs, die Zeitdruck und Monotonie mit sich bringen.
 

Wholesaler

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#23
@JobcenterAffe: Einen Stundenlohn von 13 Euro als Kassierer an der Tankstelle halte ich noch für realistisch, aber die 20 Euro pro Stunde fürs Zeitungen austeilen sind dann doch ein bisschen viel des Guten.

Nochmals: Minijobs waren bereits in den 90er-Jahren vergleichsweise schlecht bezahlt. Ich verteidige dieses System auch nicht. Ich betrachte die Dinge nur von zwei Seiten. Als Nachhilfelehrer soll man ganz gut verdienen. Da kommt man auf 15 Euro pro Stunde. Wenn man komplexen Stoff anschaulich erklären kann und zudem starke Nerven hat, ist das eventuell das Richtige.
 

JobcenterAffe

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#24
Als Nachhilfelehrer soll man ganz gut verdienen. Da kommt man auf 15 Euro pro Stunde. Wenn man komplexen Stoff anschaulich erklären kann und zudem starke Nerven hat, ist das eventuell das Richtige.
Aus dem wird kein Nachhilfelehrer, sorry. Dafür fehlt ihm allein schon der dafür nötige Bildungsgrad.

Und Nachhilfelehrer sind doch 'eh meist Freelancer. - Somit nix mit 450-€-Job.

Am ehesten bekommt man wohl noch was als Regalauffüller in dieser Gegend bei Rewe oder so. Dort hab' ich schon des öfteren Fremdarbeiter gesehen.

Ich bin mir aber nicht einmal sicher, ob die nicht nur den Mindestlohn brutto bekommen. Hab' fast die Vermutung.
 

JobcenterAffe

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#25
@JobcenterAffe: Einen Stundenlohn von 13 Euro als Kassierer an der Tankstelle halte ich noch für realistisch, aber die 20 Euro pro Stunde fürs Zeitungen austeilen sind dann doch ein bisschen viel des Guten.
Zeitungen austragen muß man in 90 % der Fälle zwischen 23 und 6 Uhr in der Früh.
Somit sind in den genannten 20 Euro schon einmal die 25 % Nachtschichtzuschlag eingerechnet.

Macht dann unterm Strich (bei Arbeit tagsüber) nur noch 16 €/Std. Und das nenne ich nicht "zu viel".

Das mit der Schmutz- (bei Wind und Wetter) und Gefahrenzulage meinte ich auch ernst.

Nicht zu vergessen, daß davon ja noch die Altersvorsorge zu bezahlen ist. Rechnet man das noch mit drauf (oder weg), sind selbst diese 20 € noch zu niedrig angesetzt.

Nochmals: Minijobs waren bereits in den 90er-Jahren vergleichsweise schlecht bezahlt.
Und deswegen kann das ruhig auf ewig so bleiben? - Da muß man doch zumindest eine Änderung zum besseren fordern!

Naja, die heutigen AN (und erst recht die ELO's) sind auch ideologisch sehr bescheiden geworden. Das mit dem "Forderungen stellen" hat man ihnen schon lange ausgetrieben.
 

karuso

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#26
Zeitungen austragen muß man in 90 % der Fälle zwischen 23 und 6 Uhr in der Früh.
Somit sind in den genannten 20 Euro schon einmal die 25 % Nachtschichtzuschlag eingerechnet.

Macht dann unterm Strich (bei Arbeit tagsüber) nur noch 16 €/Std. Und das nenne ich nicht "zu viel".
16 €/Std. zahlt keine Zeitung ihren Zeitungsausträgern. Das ist völlig unrealistisch. Bei uns in Sachsen-Anhalt machen das Personen 50+ die so keine Arbeit mehr bekommen da zu alt.Die verdienen sich auf 450 € Basis was dazu. Die bekommen max. den gesetzlichen Mindestlohn inklusive Zuschläge und als Krönung dürfen sie dann noch ihr eigenes Fahrzeug zum Ausfahren der Zeitung mitbringen.Dafür bekommen sie dann maximal das Sprittgeld erstattet aber keine km Pauschale das ist schon zu viel. Wer das nicht akzeptiert kann gehen. Von wegen 16 €.:wink::wink:
 
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JobcenterAffe

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#27
Ich weiß. Die ganz gewöhnliche kapitalistische Ausbeutung eben, die als so normal und unvermeidlich angesehen wird, wie der Regen, der irgendwann fällt (wie Brecht es ausdrückte).

Da wird die Not der alten Menschen, überhaupt noch einen Job zu bekommen voll ausgenutzt. - Wer sich da keinen Pkw mehr leisten kann, der muß die Demütigung mitmachen, zu deutschen Suppenküchen, genannt "Tafeln", zu gehen.
 
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Wholesaler

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#28
@JobcenterAffe: Entschuldige, aber wie stellst du dir das denn vor? Überleg mal, wie viel die Tageszeitung kosten würde, falls ein Zusteller 20 Euro pro Stunde erhält. Minijobs sind häufig Tätigkeiten, für die keine Ausbildung notwendig ist. Bei solchen Stellen kann ich keinen Stundenlohn von 20 Euro und mehr erwarten.

Wenn ich 12/13 Euro die Stunde bekomme, ist das meines Erachtens schon ganz passabel. Und weil es abgabenfrei ist, ist es unterm Strich dann auch wirklich so viel.
 

JobcenterAffe

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#29
Wenn wenn wenn.... 12/13 Euro werden sowieso nicht im Minijob-Bereich gezahlt. Der ist seit jeher Teil des - wie du schon sagtest - immer größer werdenden Niedriglohnbereiches hierzulande.

Naja, momentan denkt der 20jährige eh nicht ans Arbeiten. Er hat mir erzählt, seit kurzem eine neue Freundin zu haben. Bei der ist er 3 oder 4 Tage in der Woche nonstop. (Er ist ein Nachbar und hat ein Auto. Deshalb sehe ich, wann er zuhause ist und wann nicht.)

Soll er seine Jugend genießen. Der harte Arbeitsalltag kommt noch früh genug für ihn.
 

Wholesaler

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#30
Aldi soll in dem Bereich zahlen. Ich weiß aber nicht, ob das Minijobs sind. Das Auto kostet auch Geld. Mit chillen kann man kein Auto unterhalten. Oder machen das Mama und Papa? In meinen Augen ist das ein Faulenzer.
 

Regensburg

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#31
Moin :)
Wenn wenn wenn.... 12/13 Euro werden sowieso nicht im Minijob-Bereich gezahlt.
Es kommt auch auf die Branche an.
Letztes Jahr hatte ich, bis mein Nebenjob das JC kaputt gemacht hat, 450 € Job in Baugewerbe -> Fensterbau.

In Baugewerbe ist z.Z. Mindestlohn 11,75 €.
Mein damaliger Chef hat gesagt - sinngemäß:
Mit Pfennigen rechne ich nicht
und hat 12 € pro Stunde bezahlt.
 

JobcenterAffe

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#32
Fenster einbauen ist heutzutage auch Schwer(st)arbeit! - Die sind mittlerweile 3-fach verglast, und wiegen dementsprechend viel.

Die muß man dann (bestenfalls mit einem Kollegen) manuell in das Fensterloch reinheben. Dafür gibt's noch keine Hebewerkzeuge (wäre aber meiner Meinung nach fällig!).

Ich habe auf einer "Maßnahme" des JC einen Fensterbauer (in meinem Alter, so um die 50) kennengelernt, dessen Rücken deswegen kaputt war. - Der sagte auch, er wolle das nie wieder machen!

In Baugewerbe ist z.Z. Mindestlohn 11,75 €.
[...]
und hat 12 € pro Stunde bezahlt.
Durch diese "Großzügigkeit" hat er deinen Lohn aber auch nur um 9,38 € monatlich aufgestockt (37,5 Std. x 0,25 €)! .... oder 31 Cent pro Tag. :doh:

Mit Pfennigen rechne ich nicht
Die gibt's auch nicht mehr. :smile:

Aldi soll in dem Bereich zahlen. Ich weiß aber nicht, ob das Minijobs sind.
Sind i.d.R. keine, sondern Teilzeitjobs (meist auf 20-Std.-Basis). Da muß man schon hart im Nehmen sein, wenn man den Vollzeit dauerhaft aushalten will. - Und das wissen natürlich auch die Personalplaner von ALDI !

Aldi hat bei der letzten "Plakataktion" im örtlichen Supermarkt auch nur noch 12,02 € geboten. Vor einigen Jahren waren's noch über 13 €. - Das weiß ich noch, weil ich mir gedacht habe "jetzt drückt der auch schon den Lohn".

Das Auto kostet auch Geld. Mit chillen kann man kein Auto unterhalten. Oder machen das Mama und Papa?
Seine Eltern bekommen wieder Kindergeld für ihn (da noch U-25). Das kann man teilweise zur Finanzierung des Autos hernehmen.

In meinen Augen ist das ein Faulenzer.
Wie tief doch in dieser "Arbeitsgesellschaft" das Arbeitsethos verankert ist. - Was wird nur sein, wenn diese Arbeit noch knapper wird als bisher? - Giftspritze für die Überflüssigen?
 
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Regensburg

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#33
Moin :)

Ja - es ist Schwerstarbeit aber ich wurde als 55 J. schon verschont -> ich habe nur "Finalisiert" z.B. Ausgeschäumt und Leisten aufkleben.
Durch diese "Großzügigkeit" hat er deinen Lohn aber auch nur um 9,38 € monatlich aufgestockt (37,5 Std. x 0,25 €)! .... oder 31 Cent pro Tag. :doh:
Naja, was soll ich dazu schreiben....
Die gibt's auch nicht mehr. :smile:
Echt nicht? Habe ich was verpasst ? :icon_mrgreen:
 

JobcenterAffe

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#34
Naja, was soll ich dazu schreiben....
Nix. Ist ja auch nur die Wahrheit. Ich wollte damit nur sagen, daß das auch kein soooo großes Entgegenkommen deines Ex-Chefs war. - Aber solche Gesten (mehr isses ja nicht) werden ja von der Gegenseite (AN) in Zeiten knallharter Ausbeutung dann doch immer hoch geschätzt.


Habe ich was verpasst ? :icon_mrgreen:
Nö, nicht wirklich. Meine Mudda sagt auch immer noch "Pfennige". - Aber die darf das auch, weil sie schon 86 ist. :bigsmile:

Ich habe nur "finalisiert" z.B. ausgeschäumt und Leisten aufkleben.
Naja, dafür würde ich für 12 € netto evtl. sogar auch dazu herablassen (als Zubrot). :smile:

Aber dieser Bauschaum der klebte ja immer wie die Pest und machte einem die Hände kaputt. - Zumindest der aus den 70ern, da hatte ich als Kind nämlich zuletzt mit dem Zeugs zu tun gehabt (Mithilfe beim Hausbau meiner Eltern).
 
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