Einladung durch den Arbeitgeber zum BEM-Gespräch gemäß § 84 Abs. 2 SGB IX (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

Ines2003

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Hallo,
mein Vater hat eine solche Einladung für den 15.8 erhalten, anwesend soll ein Mitarbeiter der Technischen Leitung und der Personalabteilung sein.
Die Einladung kam, da mein Vater über 6 Wochen AU ist.

Mein Vater weiß nun nicht, ob er zu den Termin gehen soll, es steht auch geschrieben, das gegebenenfalls erforderlich ist Medizinische Unterlagen einzusehen.
Ich habe bedenken, das wenn mein Vater zum Termin geht, ihn ein Kündigungsgrund entlockt wird, oder er einen Aufhebungsvertrag unterschriebt.
Bis zum 8.8 soll er Antworten, ob er an den Gespräch teilnimmt.
Was wäre denn die richtige Vorgehensweise?
 

ZynHH

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Will er denn dort weiterhin arbeiten?
 

Anna B.

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Hallo,

ich habe seinerzeit bei meinem AG angerufen und ihm geschildert, dass ich derzeit nicht in der Lage bin, an solch einem Gespräch teilzunehmen.
Der AG bzw. Personalchef akzeptierte dies und legte erst einmal alles zu den Akten...

der AG ist verpflichtet, so ein Gespräch anzubieten...man muß aber als ARbeitnehmer diesen Termin nicht wahr nehmen, wenn man nicht in der Lage ist.

Wenn man ein gutes Verhältnis zur Firma hat und auch nach Gesundung dort weiterarbeiten möchte, dann meldet man sich und bespricht die Angelegenheit...inwieweit man in der Lage ist teilzunehmen oder eben nicht.
 

Ines2003

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Hallo,
irgendetwas ist vorgefallen, denn die Beschwerden hast er schon seit Jahren und nie auf den Arzt gehört, die Arbeit nicht weiter zu machen.
Erst das Vorkommnis an der Arbeit, ich weiß nicht was vorgefallen ist, er hat nur eine Andeutung gemacht, hat Ihn zum Umdenken bewogen.

Sein Gedanke war es jetzt erst einmal so lange Krankengeld zu beziehen wie möglich.
 

alarm

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Hallo,

Ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ist üblich. Normalerweise ist bei diesem Gespräch der Fachvorgesetzte, eine Person von der Personalabteilung und wenn Betriebsrat vorhanden ist auch der Schwerbehinderten Beauftragter dabei. Das Gespräch kann nur dann stattfinden wenn dein Vater wieder gesund ist und auf der arbeit ist. Es kommt darauf an wie groß die Firma ist und wie das Verhältnis zu den Vorgesetzten ist. Er kann auch das Gespräch ablehnen. Macht aber glaube ich nicht so einen guten Eindruck. In meinem Fall war das so, daß ich einen höher verstellbaren Schreibtisch bekommen habe.

Gruß
 

Ines2003

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Die Frage ist, ob sich das Gespräch mit einer weiteren AU, die am Freitag ausgestellt wird abgesagt und verschieben lassen kann?
 

alarm

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Die Frage ist, ob sich das Gespräch mit einer weiteren AU, die am Freitag ausgestellt wird abgesagt und verschieben lassen kann?
Hallo,

dann hat sich das BEM vorerst erledigt. Du schreibst ja das dein Vater eine weitere AU hat. Also ist er ja noch Arbeitsunfähig. Wie ich bereits geschrieben habe muss er erst wieder gesund sein und arbeiten u d dann kann eventuell das Gespräch stattfinden.
 

Anna B.

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stimmt so in der Form nicht...

das BEM gem. § 84 ABs 2 SGB IX kann während einer laufenden AU über 6 Wochen oder auch nach einer AU von 6 Wochen..oder mehreren kurzen AU-Zeiten durchgeführt werden. Der AG ist verpflichtet, diese anzubieten...

Es geht in dem BEM darum, gemeinsam mit dem ARbeitnehmer und Betriebsrat, ggf. Betriebsarzt usw. herauszufinden, wie man den ARbeitsplatz des Erkrankten umgestalten kann, damit ggf. eine Wiedereingliederung oder weiteren AU's vorgebeugt werden kann.

siehe auch hier:

https://www.arbeitsrecht.de/rat-vom-experten/arbeits-und-gesundheitsschutz/arbeits-und-gesundheitsschutz/betriebliches-eingliederungsmanagement.php

kopieren und in die Browserzeile einfügen..

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__84.html

wichtig ist hier: der ARbeitnehmer ist nicht verpflichtet das Gespräch anzunehmen...er kann auch darum bitten, dass Gespräch noch etwas zu verschieben, weil er sich derzeit noch nicht in der Lage sieht..
dem muß stattgegeben werden, ohne Nachteil für den Arbeitnehmer..
 

Ines2003

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besten Dank, dann werde ich ein Schreiben aufsetzen, das mein Vater noch nicht in der Lage ist zum jetzigen Zeitpunkt das Gespräch wahr zu nehmen und bitte um Verschiebung.
 

Ines2003

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Hallo,
der Arbeitgeber hat sich wieder gemeldet, er hat einen 2. Termin angesetzt.
Mein Vater möchte nicht mehr an den Arbeitsplatz zurückkehren, somit kann man doch nun, die Erkrankung angeben und da diese mit seinen Beruf auf dem Bau nicht in einklang zu bringen ist, wohl mit der Kündigung rechnen, oder was meint ihr?

Parallel wollte ich noch die Anerkennung als Berufserkrankung beantragen.
 

Anna B.

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Hallo,

Ihr könnt erneut um Verschiebung bitten..

das kann euch niemand verbieten.

Und dann mal die Reaktion des AG abwarten.
 
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