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Einladung bezüglich Bewerberangebot

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Wardoo

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#1
Hallo alle miteinander!

Ich habe folgendes Problem und hoffe, dass man mir hier helfen kann:

Ich habe am 18.11.2009 eine Einladung zum Gespräch bezüglich meines Bewerberangebotes erhalten. Der Termin ist am 24.11.2009, also morgen, um 10 Uhr.

Heute habe ich versucht, dem Sachbearbeiter klar zu machen, warum ich diesen Termin nicht wahrnehmen kann. Dies blieb erfolglos und führte zu einer Sanktionsandrohung.

Folgender Sachverhalt:

Ich, 23 Jahre jung, ausbildungslos, also in der Zuständigkeit des U25-Teams, bin nun seit 2 Monaten ehrenamtlich beim Naturkundemuseum beschäftigt und habe auch mein eigenes Projekt, nämlich eine vorzubereitende Ausstellung, übertragen bekommen. Für dieses Projekt brauche ich jede Zeit, die ich bekommen kann. Ich bin also Montags bis Freitags voll beschäftigt im Museum anzutreffen und arbeite an der Ausstellung.
Ebenfalls wichtig ist, dass morgen, also am Tag des Termins, die geologische Präparatorin anwesend ist, welche nur zwei Mal in der Woche da ist und zwingend da sein muss, damit der Aufbau der Ausstellung beginnen kann.

Desweiteren bringt mir diese Arbeit einen essentiellen Vorteil, bezüglich der von mir angestrebten Ausbildung zum Technischen Assistenten für naturkundliche Museen und Forschungsinstitute. Der Nachweis, dass ich eine eigenen Ausstellung auf die Beine gestellt habe, verhilft mir zu einem Vorsprung, welche andere Bewerber, die sich an der ausbildenden Senckenbergschule bewerben, nicht haben.

Zusätzlich dazu bin ich ab Januar 2010 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr leistungsbedürftig und somit auch nicht weiter an weiteren Stellenangeboten interessiert.


All das habe ich erst per E-Mail, danach telefonisch, aufgrund von Rückruf, meinem Sachbearbeiter dargelegt. Wie oben erwähnt reichte ihm all das geschilderte, welches essentiell wichtig für meine Zukunft ist, nicht, um den Termin zu verschieben oder gar vollständig aufzuheben. Seiner Meinung nach, sei der Sachverhalt kein wichtiger Grund, um diesen Termin nicht einzuhalten.


Nun stellt sich mir die Frage, ob der Sachbearbeiter, welcher nebenher gesagt äußerst unfreundlich war, mit seiner Aussage recht hat.
Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen
 

galigula

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#2
Wenn du einer Vorladung von der Arge nicht nachkommst,wird in einer ersten Stufe der Regelsatz um 10 % gekürzt.

Eine Sanktion ist nicht zulässig,wenn du einen wichtigen Grund für dein Verhalten nachweisen kannst.(§ 31 Abs. 1 Satz 2 SGB II)
Meiner Meinung besteht hier ein wichtiger Grund.

Da es bis Januar nur noch 5 Wochen sind,würde ich den Termin nicht wahrnehmen und gegebenenfalls klagen.
Selbst,wenn du verlierst,kostet es dich nicht allzuviel.
Die Chance auf den Job würde ich wegen der boshaften Ladung keinesfalls riskieren.
 
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#3
Rein rechtlich bist Du im Leistungsbezug und verpflichtet Eigenbemühungen zu unternehmen. Ein Ehrenamt ist löblich, darf dich aber in keinster Weise an der Suche oder Aufnahme einer Beschäftigung oder an der Wahrnehmung von Terminen im Amt hindern. Insofern musst Du mit einer vorläufigen Sanktion und Widerspruch rechnen.
 

Wardoo

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#4
Rein rechtlich bist Du im Leistungsbezug und verpflichtet Eigenbemühungen zu unternehmen. Ein Ehrenamt ist löblich, darf dich aber in keinster Weise an der Suche oder Aufnahme einer Beschäftigung oder an der Wahrnehmung von Terminen im Amt hindern. Insofern musst Du mit einer vorläufigen Sanktion und Widerspruch rechnen.
Selbst wenn dieses Ehrenamt und die mir übertragenen Tätigkeiten ausschlaggebend dafür sind, ob ich im Januar mittels Werkvertrag auf 400-Euro-Basis beim Museum eingestellt werde?

Dazu kommt noch, dass sich dieser Sachbearbeiter nun zum ersten Mal seit Anfang des Jahres meldet. Ich habe ja nicht einmal eine EGV unterschrieben oder ähnliches.
 

Mario Nette

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#5
Man könnte bisschen tricksen: Ist die Präparatorin denn den ganzen Tag dort? Wenn nicht, dann gehe zum Termin, wenn sie nicht mehr da ist (und die ARGE dann noch geöffnet ist). Das gilt als Nachholen des Termins, eine Sanktion sollte dann nicht mehr durchgeführt werden.

Mario Nette
 
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#6
Selbst wenn dieses Ehrenamt und die mir übertragenen Tätigkeiten ausschlaggebend dafür sind, ob ich im Januar mittels Werkvertrag auf 400-Euro-Basis beim Museum eingestellt werde?
Solange Du keine Einstellungszusage hast, gilt es so, als wäre noch kein Arbeitsverhältnis da. Und wie oft haben AG schon das Märchen erzählt von "wir stellen sie ein, wenn...". Versteh mich nicht falsch, ich möchte Dir das nicht madig machen, aber im Moment hast Du nichts in der Hand.
 

KK aus C

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#7
...bin nun seit 2 Monaten ehrenamtlich beim Naturkundemuseum beschäftigt und habe auch mein eigenes Projekt, nämlich eine vorzubereitende Ausstellung, übertragen bekommen. Für dieses Projekt brauche ich jede Zeit, die ich bekommen kann. Ich bin also Montags bis Freitags voll beschäftigt im Museum anzutreffen und arbeite an der Ausstellung.

Na das ist doch mal eine engagierte Arbeitskraft und dazu noch KOSTENLOS! Finde ich persönlch sehr bedenklich.

Der Nachweis, dass ich eine eigenen Ausstellung auf die Beine gestellt habe, verhilft mir zu einem Vorsprung, welche andere Bewerber, die sich an der ausbildenden Senckenbergschule bewerben, nicht haben.

Bist Du Dir das so sicher? Heutzutage zählen weder fachliche noch persönliche Eignung wirklich, wichtig ist in erster Linie, sich gut zu verkaufen und die richtigen Beziehungen zu haben.

Nun stellt sich mir die Frage, ob der Sachbearbeiter, welcher nebenher gesagt äußerst unfreundlich war, mit seiner Aussage recht hat.

"Wichtiger Grund" ist einer der zahlreichen unbestimmten Rechtsbegriffe, also kann man da unterschiedlicher Meinung sein.

Im Übrigen schliesse ich mich meinen Vorschreibern an. So lange Du den Vertrag nicht in der Tasche hast, ist noch alles möglich. Ist eine SEHR beliebte Masche bei Arbeitgebern: festen Vertrag versprechen, um die Motivation zu erhöhen und noch mehr aus dem billigen / kostenlosen Arbeiter herausholen und dann zum Schluss kann sich keiner an solche "Versprecher" erinnern.

LG von KK
 

minzee

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#8
Selbst wenn dieses Ehrenamt und die mir übertragenen Tätigkeiten ausschlaggebend dafür sind, ob ich im Januar mittels Werkvertrag auf 400-Euro-Basis beim Museum eingestellt werde?
Na, aber durch 400 Euro fällst Du ja nicht aus dem ALG II - Bezug?
Das werden die nicht hinnehmen, eventuell drehen die Dir sogar eine Massnahme an, weil es denen nicht passt, dass Du da für 400 Euro Vollzeit arbeitest.
Ist natürlich strittig. Hätte die ARGE das selbst als Ein-Euro-Job organisiert, wär sie sogar noch stolz drauf.

Versuch doch den Termin irgendwie wahrzunehmen, unterschreib da aber nichts, dann hast Du danach vielleicht wieder Luft.
Das Museum sollt auch ein bisschen drauf Rücksicht nehmen, schließlich gibst Du denen Deine Arbeitskraft für lau.
 

Wardoo

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#9
Na das ist doch mal eine engagierte Arbeitskraft und dazu noch KOSTENLOS! Finde ich persönlch sehr bedenklich.
Ein Ehrenamt ist immer kostenlos. Sonst wäre es ja kein Ehrenamt, nicht wahr? Ich mache das freiwillig und es macht mir Spaß. Ich habe bald meine eigene Pressekonferenz aufgrund meiner Ausstellung, welche mir in Zukunft weiterhelfen wird.

Bist Du Dir das so sicher? Heutzutage zählen weder fachliche noch persönliche Eignung wirklich, wichtig ist in erster Linie, sich gut zu verkaufen und die richtigen Beziehungen zu haben.
Falsch. Ich stehe auf einer Liste von Leute, die sich an der Senckenbergschule angemeldet haben. Zusätzliche Qualifikationen kann ich ebenfalls vorweisen und die Museumsdirektorin steht bereits in telefonischem Kontakt mit dieser Schule, da sie dort nen guten Draht hat. Ich verstehe auch gar nicht, warum du das allgemein so madig redest.


"Wichtiger Grund" ist einer der zahlreichen unbestimmten Rechtsbegriffe, also kann man da unterschiedlicher Meinung sein
Das ist wohl richtig.

Im Übrigen schliesse ich mich meinen Vorschreibern an. So lange Du den Vertrag nicht in der Tasche hast, ist noch alles möglich. Ist eine SEHR beliebte Masche bei Arbeitgebern: festen Vertrag versprechen, um die Motivation zu erhöhen und noch mehr aus dem billigen / kostenlosen Arbeiter herausholen und dann zum Schluss kann sich keiner an solche "Versprecher" erinnern.
Ich sage es nochmals. Es ist ein Ehrenamt, welches auf zwei Monate befristet ist. Es würde dem Arbeitgeber gar nichts bringen, mir nen Vertrag zu versprechen, da das Ehrenamt sowieso bald ausläuft. Desweiteren habe ich, wie gesagt, bald meine eigenen Pressekonferenz und werde schon als Verantwortlicher für die Ausstellung erwähnt. Mein Arbeitgeber ist bereits mit der Stadt im Gespräch, bezüglich des Werkvertrages. Und selbst wenn das, warum auch immer, nicht klappen wird, werde ich zusammen mit einer Archäologin arbeiten, auf 400-Euro-Basis.

Na, aber durch 400 Euro fällst Du ja nicht aus dem ALG II - Bezug?
Das werden die nicht hinnehmen, eventuell drehen die Dir sogar eine Massnahme an, weil es denen nicht passt, dass Du da für 400 Euro Vollzeit arbeitest.
Sie haben ja keine Wahl. Ob ich nun etwas über 300 Euro bekomme oder meine 400 Euro selbst verdiene, das macht wohl keinen Unterschied. Desweiteren lebe ich nicht allein. Ich verzichte lieber auf ein paar Euro vom Amt, als weiter auf diese Leute angewiesen zu sein.
 

KK aus C

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#10
Hallo Wardoo,

das hat absolut nichts mehr mit "ehrenamtlich" zu tun, wenn Du seit 2 Monaten jeden Tag den ganzen Tag an diesem Projekt arbeitest!

Das Museum hat für diese Ausstellung, die mit Sicherheit seit Monaten oder gar Jahren geplant ist, auch ein Budget. Das Budget enthält selbstverständlich auch Lohnkosten. Es wäre für das Museum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Problem, Dir wenigsten die Aufwandsentschädigung zu zahlen, die einem Ehrenamtlichen zusteht.

Man hat Dir - lass mich raten - erklärt, dass überhaupt kein Geld da ist und das Museum am Hungertuch nagt? Das ist nämlich eine weit verbreitete Masche. Aber wenn die überhaupt kein Geld hätten, wäre der Laden längst geschlossen worden.

Mag ja sein, dass Du mit dieser Selbstausbeutung vielleicht bessere Chancen hast, aber den 400 Euro Vertrag musst Du erst mal in der Tasche haben, ebenso wie den Platz an der Schule.

Was Du nicht wahrhaben willst: Du wirst ganz gezielt ausgenutzt, um nicht zu sagen ausgebeutet. Ich verstehe, dass diese Einsicht für Dich unannehmbar ist und Du Dich und das Museum deshalb rechtfertigst. Ausserdem ist dieses Gefühl: "eigene Ausstellung" und "eigene Pressekonferenz" sowie "ich werde gebraucht" ganz grossartig und damit kannst Du die negativen Seiten ausblenden.

Versteh mich nicht falsch, aber ein viel grossartigeres Gefühl ist es, am Monatsende für die geleistete engagierte Arbeit einen angemessenen Betrag auf dem Konto zu haben.

Ich wünsch Dir alles Gute und möge Deine Strategie aufgehen.

LG von KK
 

Wardoo

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#11
Hallo Wardoo,

das hat absolut nichts mehr mit "ehrenamtlich" zu tun, wenn Du seit 2 Monaten jeden Tag den ganzen Tag an diesem Projekt arbeitest!
Wo habe ich geschrieben, dass ich daran seit 2 Monaten arbeite?
Ich arbeite seit zwei Wochen daran, und da ich sicher nicht damit fertig werde, und das Museum im Dezember aufgrund von Geldmangel komplett bis Januar geschlossen ist, bekomme ich im Januar einen Werkvertrag für meine Ausstellung.

Das Museum hat für diese Ausstellung, die mit Sicherheit seit Monaten oder gar Jahren geplant ist, auch ein Budget. Das Budget enthält selbstverständlich auch Lohnkosten. Es wäre für das Museum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Problem, Dir wenigsten die Aufwandsentschädigung zu zahlen, die einem Ehrenamtlichen zusteht.
Ich frage mich, woher du all das Wissen nimmst, um dir anmaßen zu können, derartige Behauptungen aufzustellen. Das Museum hat diese Austellung nicht geplant, wie auch, ich konnte mir ja das Thema aussuchen. Einzige Bedingung war, dass ich dafür bereits vorhandene Teile aus dem Magazin nutze. Und einem Ehrenamtlichen steht überhaupt nichts zu. Aber in der Regel bekommt man eine Ehre, am Ende des Monats. Meist in Form von Geld. Da ich hier in keinster Weise geschrieben habe, dass soetwas nicht statt findet, frage ich mich, warum du hier nur Schlechtes unterstellst.
Und noch etwas. Nicht das Museum hat Geld, sondern die Stadt. Und die ist auf Sparkurs. Für jeden Kugelschreiber muss man begründen, warum ihn haben will und, wie gesagt, dass Museum wird aufgrund des Sparkurses im Dezember geschlossen bleiben und die Mitarbeiter werden mit Zwangsurlaub verdonnert.


Man hat Dir - lass mich raten - erklärt, dass überhaupt kein Geld da ist und das Museum am Hungertuch nagt? Das ist nämlich eine weit verbreitete Masche. Aber wenn die überhaupt kein Geld hätten, wäre der Laden längst geschlossen worden.
Nochmal, nicht das Museum hat Geld, sondern die Stadt finanziert das Museum. Und nicht "man" hat mir gesagt, dass wenig Geld vorhanden ist, sondern die Stadtverwaltung, welche dafür zuständig ist. Das hat wenig mit meinen Vorgesetzten zu tun.

Mag ja sein, dass Du mit dieser Selbstausbeutung vielleicht bessere Chancen hast, aber den 400 Euro Vertrag musst Du erst mal in der Tasche haben, ebenso wie den Platz an der Schule.
Mag sein, dass du das als Ausbeutung siehst, dann ist dein Weltbild allerdings bereits sehr verdorben, was immer du für Erfahrungen gemacht hast. Du scheinst absolut keine Ahnung zu haben, wieviele Menschen auf dieser Welt ehrenamtlich tätig sind. Erklär denen und vor Allem den Menschen, die auf die Hilfe dieser Leute angewiesen sind mal, dass es Ausbeutung ist.

Was Du nicht wahrhaben willst: Du wirst ganz gezielt ausgenutzt, um nicht zu sagen ausgebeutet. Ich verstehe, dass diese Einsicht für Dich unannehmbar ist und Du Dich und das Museum deshalb rechtfertigst. Ausserdem ist dieses Gefühl: "eigene Ausstellung" und "eigene Pressekonferenz" sowie "ich werde gebraucht" ganz grossartig und damit kannst Du die negativen Seiten ausblenden.
Was du nicht wahrhaben willst:
Ich bin dahin gegangen, weil ich ehrenamtlich im Museum arbeiten wollte.
Ich werde nicht ausgenutzt, da diese Ausstellung keine Anweisung war. Ich wurde gefragt, ob ich dazu Lust hätte. Und ja, ich habe dazu Lust, da es sich bei dieser Arbeit um genau das handelt, was ich später erlernen werde. Und klar freue ich mich auf die fertige Ausstellung und auf die Konferenz. Und ich freue mich darüber, dass ein 80jähriger Mann zu Tränen gerührt war, als er hörte, dass ich seine Stücke ausstelle. Ja, darüber freue ich mich.
Was immer dir im Leben widerfahren ist, soll mir lieber fern bleiben.

Versteh mich nicht falsch, aber ein viel grossartigeres Gefühl ist es, am Monatsende für die geleistete engagierte Arbeit einen angemessenen Betrag auf dem Konto zu haben.
Nein, ist es nicht. Erfolgreich sein und belohnt werden, hat nichts, aber auch rein gar nichts, mit Geld zu tun. Ich habe 2 1/2 Jahre als Bestatter gearbeitet, beziehungsweise meine Ausbildung dort gemacht, bis das Unternehmen der Insolvenz zum Opfer fiel, und ich habe mich viel mehr darüber gefreut, dass die Menschen sich bei mir für die schöne Beerdigung bedankt haben, als darüber, dass ich am Monatsende Geld auf dem Konto hatte.
Damit will ich nicht sagen, dass Geld unwichtig ist. Aber es gibt wichtigeres, beziehungsweise schöneres.

Ich wünsch Dir alles Gute und möge Deine Strategie aufgehen.
Danke.
 

minzee

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#12
Das Museum hat für diese Ausstellung, die mit Sicherheit seit Monaten oder gar Jahren geplant ist, auch ein Budget. Das Budget enthält selbstverständlich auch Lohnkosten. Es wäre für das Museum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Problem, Dir wenigsten die Aufwandsentschädigung zu zahlen, die einem Ehrenamtlichen zusteht.
Man hat Dir - lass mich raten - erklärt, dass überhaupt kein Geld da ist und das Museum am Hungertuch nagt? Das ist nämlich eine weit verbreitete Masche. Aber wenn die überhaupt kein Geld hätten, wäre der Laden längst geschlossen worden.
Mag ja sein, dass Du mit dieser Selbstausbeutung vielleicht bessere Chancen hast, aber den 400 Euro Vertrag musst Du erst mal in der Tasche haben, ebenso wie den Platz an der Schule.
Was Du nicht wahrhaben willst: Du wirst ganz gezielt ausgenutzt, um nicht zu sagen ausgebeutet.
Da sei drauf hingewiesen, dass das Kultur-Budget natürlich immer knapp ist.
Deswegen freuen die sich über alle engagierten Praktikanten und Ehrenamtlichen und lassen die dafür selbstständig an Projekten arbeiten, was natürlich eine gute Basis für spätere bezahlte Tätigkeiten ist.
Das ist im Kulturbereich gang und gäbe, (und nicht nur in diesem), da braucht man deswegen nun wirklich nicht auf Wardoo rumzuhacken wegen.
Warum sollen so einen Einstieg nur Leute nehmen, deren Mama und Papa halt dann in der Zeit den lebensunterhalt weiterbezahlen, weil diese selbst zu den Besserverdienern gehören.

Und dann ist es auch so, dass in diesem Bereich oft EEJ´ler eingesetzt werden.
Wäre dies so, würden das alle wieder okay finden und sagen: "ja, ist doch richtig so, dass du was für das Geld von der Arge tun musst".
 

KK aus C

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#13
@ Wardoo
Zitat: Ich, 23 Jahre jung, ausbildungslos, also in der Zuständigkeit des U25-Teams, bin nun seit 2 Monaten ehrenamtlich beim Naturkundemuseum beschäftigt und habe auch mein eigenes Projekt, nämlich eine vorzubereitende Ausstellung, übertragen bekommen. Für dieses Projekt brauche ich jede Zeit, die ich bekommen kann. Ich bin also Montags bis Freitags voll beschäftigt im Museum anzutreffen und arbeite an der Ausstellung.

Du solltest Dich klarer ausdrücken!
Und: für Ehrenamtliche kann ohne Probs eine steuerfreie Aufwangsentschädigung gezahlt werden.

Zitat: bis das Unternehmen der Insolvenz zum Opfer fiel

Tut mir sehr leid. Hab das auch schon 2x erlebt.

Zitat: Damit will ich nicht sagen, dass Geld unwichtig ist. Aber es gibt wichtigeres, beziehungsweise schöneres.

Ohne Geld bist Du nichts. Wirst Du noch lernen.

Zitat:..freue mich darüber, dass ein 80jähriger Mann zu Tränen gerührt war, als er hörte, dass ich seine Stücke ausstelle...

Das ehrt Dich.

Zitat: Ich frage mich, woher du all das Wissen nimmst, um dir anmaßen zu können, derartige Behauptungen aufzustellen.

Weil ich das Kulturgetriebe in zwei Kommunen bestens von innen kenne.

Zitat: bekomme ich im Januar einen Werkvertrag für meine Ausstellung

Einen Werkvertrag? Wie denn das?

Ansonsten: Ich wünsche Dir viel Glück, und dass Alles genauso kommt, wie Du es Dir wünscht. Ich habe keine Lust, mit Dir zu streiten.

@ minzee
Ich kenn das bestens mit den knappen Budgets für die Kultur und den Sport, was in den Kommunen meist in einem Ressort vereint ist. Habe da jahrelang als ehrenamtliche Erfahrungen (mit einer kleinen Aufwandsentschädigung) gemacht und weiss, wie es läuft.

Zitat: Und dann ist es auch so, dass in diesem Bereich oft Ein-Euro-Job´ler eingesetzt werden.

Ich denke, es besteht Konsens darüber, dass Ein-Euro-Job sehr oft Erwerbsarbeit verdrängen.

LG von KK
 
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#14
Ich bin dahin gegangen, weil ich ehrenamtlich im Museum arbeiten wollte.
Ich werde nicht ausgenutzt, da diese Ausstellung keine Anweisung war. Ich wurde gefragt, ob ich dazu Lust hätte. Und ja, ich habe dazu Lust, da es sich bei dieser Arbeit um genau das handelt, was ich später erlernen werde.
Das ehrt Dich, aber Du bist Leistungsempfänger und verpflichtet Deinen Leistungsbezug zu mindern, indem Du aktiv Bewerbungen auf Stellen tätigst, Termine wahrnimmst etc. Das Ehrenamt darfst Du ausüben, es darf aber nicht Deine Bewerbungsbemühungen und Stellensuche behindern. Und ebenauch nicht an der Wahrnehmung von Terminen.
 

Wardoo

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#15
Das ehrt Dich, aber Du bist Leistungsempfänger und verpflichtet Deinen Leistungsbezug zu mindern, indem Du aktiv Bewerbungen auf Stellen tätigst, Termine wahrnimmst etc. Das Ehrenamt darfst Du ausüben, es darf aber nicht Deine Bewerbungsbemühungen und Stellensuche behindern. Und ebenauch nicht an der Wahrnehmung von Terminen.
Sicher. Das habe ich auch getan. Jedoch wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Januar die Bedürftigkeit in Luft auf lösen ;-)
 
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