Einladung Amtsarzt (1 Betrachter)

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ZynHH

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Wenn es sich um eine medizinische Konsultation handelt, haben JC Mitarbeiter nichts im selben Raum zu suchen oder deine ärztlichen unterlagen einzusehen oder zu kopieren.
 

Fritz Fleißig

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@nik72

Das ist wirklich eigenartig, denn aus gutem Grund sind gewöhnliche Meldetermine beim Arbeitsvermittler und ärztliche Untersuchungstermine üblicherweise streng getrennt. In Gegenwart eines Mitarbeiters des JC dürfte der Amtsarzt allenfalls allgemein gehaltene Angaben zu deinem Leistungsvermögen machen, etwa in dem Umfang, in dem es auch im nichtvertraulichen Teil der Leistungseinschätzung steht. Dann könnte er aber auch gleich das entsprechende Formular schicken, denn was sonst soll er dort noch erläutern?

Medizinische Details, Diagnosen und ähnliches unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und dürfen ohne dein ausdrückliches Einverständnis (was du natürlich nicht geben wirst) nicht dem Arbeitsvermittler mitgeteilt werden. Also aufpassen.
 

saurbier

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Hallo DerLausitzer,

Achtung und Vorsichtig bitte beides gleichzeitig.

Hier scheint irgendwas komisches im gange, von dem wohl die meisten erfahrenen hier noch nie was gehört haben - meine Einschätzung -.

Ein Gespräch mit dem Amtsarzt wird immer nur in dessen Räumlichkeiten geführt (Stichwort ärztliche Schweigepflicht) und da hat kein Mitarbeiter des Jobcenters etwas verloren.

Also was soll das ganze, vielleicht eine neue Methode um Gesetze zu umgehen - ganz nach dem Motto versuchen wir mal was neues -.

Sei Vorsichtig und lass dich nicht überrumpeln.

Nimm da unbedingt einen Beistand (§ 13 SGB X) mit, ganz gleich ob Familienangehöriger oder Freund, hauptsache du hast einen Zeugen dabei.

Wenn der Arzt irgendwas über deine Gesundheit im beisein eines Jobcenter Mitarbeiters erzählt, verweise ihn auf die ärztliche Schweigepflicht und seinen Amteid.

Mir scheint hier möchte das Jobcenter irgendwie an Gesundheitsinformationen über dich gelangen, die sie auf dem normalen Weg offensichtlich nicht erreichen (äD-Gutachten).

Lass auf keinen Fall zu das der Arzt/Ärztin etwas öffentlich über deine Gesundheit erzählt oder spekuliert. Unterschreibe auch nichts vor Ort wie wohlmöglich spezielle zusammen geschusterte Schweigepflichtentbindungen.

Das ganze erscheint sehr suspekt.

hat man denn schon im Vorfeld zu dem termin irgend etwas von dir speziell verlangt (Schweigepflichtentbindungen/Arztbefunde etc.).


Gruss saurbier
 

gelibeh

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Nimm da unbedingt einen Beistand (§ 13 SGB X) mit, ganz gleich ob Familienangehöriger oder Freund, hauptsache du hast einen Zeugen dabei.
Das ist in dem Fall ganz wichtig, schon damit Du beweisen kannst, wenn da ein MA des JC mit bei der Untersuchung ist.
 

Anna B.

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das wird ja immer dreister...

hält der Mitarbeiter des JC dem Amtsarzt das HÄndchen?..oder attestiert womöglich noch bei der Untresuchung?

sollte der JC-Mitarbeiter mit im Untersuchugnszimmer anwesend sein, würde ich jede Art von gesundheitlicher Auskunft verweigern...nimm unbedingt Begleitung mit..damit du einen Zeugen hast...

auch die med. Unterlagen....wenn du die mitnehmen willst, dann in einen Umschlag packen und drauf schreiben: nur für den Amtsarzt..Sozialdaten..kein Zugriff für das JC !!!

und lass dir auf einem anderen Zettel bestätigen, dass der Amtsarzt das auch so einhält..

die wollen dich linken..pass auf...
 

Amphibium

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Das ganze ist sehr merkwürdig.

Ich persönlich würde wie folgt vorgehen:

Ich würde zum Termin erscheinen und keine Unterlagen mitnehmen! Es soll schließlich nur ein Gespräch mit einer Amtsärztin geführt werden. Von Untersuchung und/oder Auswertung irgendwelcher Unterlagen steht da nichts. außerdem ist es ja nur eine bitte, die Unterlagen mitzubringen - es gibt keine Verpflichtung dazu! Außerdem musst Du Deine behandelnden Ärzte nicht von der Schweigepflicht entbinden (was der Vorlage von Untersuchungsergebnissen gleichkäme).

Und wie schon gesagt wurde, NICHTS unterschreiben!!!
 

Muzel

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Wenn man ohne ärztliche Befunde zum Amtsarzt geht, dann geht man nackig dort hin. Mein Gesundheitsamtsarzt hat festgestellt, dass ich nichts an der Schilddrüse habe. Dabei kann ein Blinder die Vergrößerung sehen. Nun hatte ich den Befund meines Internisten dabei, dadurch war ich abgesichert. Nimm bloß deine Unterlagen mit, die werden nämlich im Befund aufgenommen.
 

nik72

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hat man denn schon im Vorfeld zu dem termin irgend etwas von dir speziell verlangt (Schweigepflichtentbindungen/Arztbefunde etc.).
Gruss saurbier
Ja, ich habe einen Gesundheitsfragebogen und SpE´n bekommen. Die habe ich im verschlossenen Umschlag beim SB abgegeben.

Es soll ein Gespräch stattfinden und dann erstellt der Amtsarzt wohl ein Leistungsbild. Ich fühle mich z.Zt. nicht vollschichtig arbeitsfähig. Bin der Ansicht, dass es gesundheitlich eingeschränkte Menschen in unserer Leistungsgesellschaft sehr schwer haben, einen (leidensgerechten) Arbeitsplatz zu finden.
 

Anna B.

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Achtung: Ironie:

deswegen will der SB auch dabei sein, er will sehen, wie soooo eine Erkrankung aussieht..hat er ja noch nie gesehen..und natürlich selber beurteilen, ob man damit arbeiten kann..:biggrin:

Ironie Ende..
 

Fritz Fleißig

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Es soll ein Gespräch stattfinden und dann erstellt der Amtsarzt wohl ein Leistungsbild. Ich fühle mich z.Zt. nicht vollschichtig arbeitsfähig.
Das Gespräch mit dem Amtsarzt mußt du schon führen, allerdings selbstverständlich ohne Anwesenheit eines Arbeitsvermittlers. Sollte der tatsächlich anwesend sein, wird der vorher aus dem Zimmer hinauskomplimentiert.

In so einem Fall kann auch nicht schaden, den Arzt nochmals ausdrücklich auf seine Schweigepflicht bezüglich medizinischer Detailfragen gegenüber der Arbeitsagentur hinzuweisen. Die Stellungnahme, welche er hinterher zu deinem Leistungsbild abgeben muß, erfolgt schriftlich und enthält nur allgemeine Angaben. Laß dir dann Kopien von beiden Teilen (A und B) der Stellungnahme geben, damit du genau weißt, was drinsteht.

Gespräche mit dem Arbeitsvermittler zu Vermittlungsfragen kannst du hinterher gesondert auf der Grundlage der dann vorhandenen sozialmedizinischen Stellungnahme führen.

Das alles ist sehr seltsam, denn ich habe noch nie gehört, daß Arztgespräche in Gegenwart eines Mitarbeiters der Arbeitsvermittlung geführt werden.
 

gila

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ACHTUNG: bitte immer GENAU lesen!

Der SB schreibt: "Es wird mit Ihnen ein Gespräch mit der Amtsärztin geführt."

Er schreibt NICHT, dass ein SB bei dem Gespräch dabei ist!
Also würde ich mich auch hierauf nicht versteifen.
Ist auf der Einladung ein ANDERES ZIMMER als sonst angegeben???

Es GIBT Kommunen, die keinen eigenen ÄD haben und auf "andere" Weise ihre Gutachten durchziehen.
"Berüchtigt" ist derzeit der Kreis Offenburg/Main ... der es als GÄNGIG praktiziert, dass ein von außen bestellter Arzt ein Gutachten erstellt und dieses dann in deinem GEMEINSAMEN Gespräch MIT dem SB in allen Punkten - auch medizinisch (!!!) erläutert.

Diese Vorgehensweise wird gerade auf höchsten Ebenen von einer mir bekannten Person hier offiziell "hinterfragt".

QUOTE=nik72;1846481]Ja, ich habe einen Gesundheitsfragebogen und SpE´n bekommen. Die habe ich im verschlossenen Umschlag beim SB abgegeben.

Es soll ein Gespräch stattfinden und dann erstellt der Amtsarzt wohl ein Leistungsbild. Ich fühle mich z.Zt. nicht vollschichtig arbeitsfähig. Bin der Ansicht, dass es gesundheitlich eingeschränkte Menschen in unserer Leistungsgesellschaft sehr schwer haben, einen (leidensgerechten) Arbeitsplatz zu finden.[/QUOTE]


Hier liegt offensichtlich auch ein eigenes Interesse von nik72 vor, dass seine Erwerbsfähigkeit geklärt wird.
Wie es sich in seinem Ort (den wir nicht kennen) mit einem "Amtsarzt" verhält - ob ein Ärztlicher Dienst der BA existiert oder dieser "Amtsarzt" vom Gesundheitsamt ist, wissen wir zudem nicht.

Ich würde wie folgt vorgehen, damit ihm keine Nachteile entstehen:

Den Termin wahr nehmen, DIE BEFUNDE mitnehmen, die dir NÜTZLICH sind und aussagekräftig.

Darauf bestehen: NUR MIT DER ÄRZTIN das Gespräch und die Untersuchung zu haben! Nichts anderes erzählen lassen - SO oder gar nicht!
Sonst gehst du nach Hause - und dann muss man sich halt gegen den Schmarrn wehren, der dann ZU UNRECHT losgelassen wird!

KEINEN Gesundheitsbogen ausfüllen - du bringst ja Befunde mit und kannst mit der Ärztin REDEN. Die macht sich ihre Notizen selbst. So kann auch keine Kopie dieses Bogens in falsche Hände gelangen.

KEINE Schweigepflichtsentbindungen ausfüllen - das ist NUR DANN notwendig, wenn die ÄRZTIN sagt "Das reicht mir nicht aus - da muss ich mit ihrem Arzt kontakten" - NUR DANN gezielt für diesen einen Arzt diesen gegenüber der Amtsärztin entbinden.

Dann: AUCH DIE AMTSÄRZTIN unterliegt generell der ärztlichen Schweigepflicht, deren Bruch strafrechtliche Konsequenzen haben kann.

Sie MÜSSTE also auch von dir für SICH eine Bestätigung verlangen, in der du SIE gegenüber dem Jobcenter von ihrer Schweigepflicht entbindest.
Auf diese Weise - und NUR SO - kann sie das ERGEBNIS und ihre "sozialmedizinische Stellungnahme" an das JC, den Vermittler weiter reichen.

Diese DARF KEINE Diagnosen enthalten oder "Anmerkungen", die auf eine Diagnose schließen lassen. Üblicherweise: Teil A = mit Diagnosen und gesichert beim ÄD aufzubewahren, Teil B = OHNE Diagnosen, reine Empfehlungen, was du an Arbeiten KANNST und was NICHT und wie viele Stunden!

Es gibt aber auch HIER Kommunen, die das angeblich nicht KENNEN :icon_frown:

Auf jeden Fall NIE blanko sowas unterschreiben. DU kannst die Ärztin freundlich bitten, das Gutachten FERTIG zu stellen und darauf zu achten, dass in der Mitteilung an das JC KEINE DIAGNOSEN drin stehen und hier rechtmäßig gehandelt wird.

DANN möchtest du bitte einen neuen Termin, in dem du das, was die Ärztin an Bericht an das JC weiter gibt, LESEN WILLST.
Wenn DANN alles vorschriftsmäßig gelaufen ist, dann wirst du deine WEITERGABEERLAUBNIS umgehend erteilen.

Das wird NIEMAND gefallen und könnte sehr unbequem werden!
 

Anna B.

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bzgl. der Diagnosenweitergabe noch ein kleines Schmankerl:

ich habe bei der Afa auch die Schweigepflichtentbindungen nicht unterschrieben...Befundberichte und Gutachten hat der ÄD vorliegen !!!!!

trotzdem stellte man die ALG I Zahlung ein..

nachdem ich Klage erhoben habe, beginnt ja die Amtsermittlung und beide Gegner werden ja vom SG befragt..

da wagt es doch dieser Schwachkopf an sein Schreiben an das SG zu sagen: Frau Anna B. hat wohl Angst, dass der SB die Diagnosen erfährt !!

darauf hab ich an das SG geschrieben mit dem Hinweis: dass ich ein Recht darauf habe, diese Angst zu haben..und das ich ein Recht darauf habe, diese Daten zu schützen..danach kam von der Afa nichts mehr..

wann gerichtlich entschieden wird, steht noch in den Sternen...
 

Fritz Fleißig

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Nun, die - genau gelesene - Aussage des Fragestellers lautete:
Es soll (laut Aussage des SB) auch noch ein MA vom JC dabei sein.
Daraus würde ich nach meinem Sprachverständnis schließen, daß bereits bei der Begutachtung ein "Mitarbeiter des JC" anwesend sein soll. Das war offenbar eine zusätzliche mündliche Mitteilung neben dem Einladungsschreiben gewesen. Kann natürlich auch sein, daß das nur mißverständlich formuliert war.
 

gila

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Nun, die - genau gelesene - Aussage des Fragestellers lautete:
Daraus würde ich nach meinem Sprachverständnis schließen, daß bereits bei der Begutachtung ein "Mitarbeiter des JC" anwesend sein soll. Das war offenbar eine zusätzliche mündliche Mitteilung neben dem Einladungsschreiben gewesen. Kann natürlich auch sein, daß das nur mißverständlich formuliert war.
Ja, aber im Schreiben selbst steht das nicht .. und was da einer "lallt" :biggrin:
ist ja ohne Belang :wink:
 

gelibeh

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Ja, aber im Schreiben selbst steht das nicht .. und was da einer "lallt" :biggrin:
ist ja ohne Belang :wink:
DAs würden die auch nicht reinschreiben, weil die wissen dass das nicht rechtmäßig ist und die keine Beweise dafür liefern wollen. Ich würde mich zumindest darauf einstellen, dass die das versuchen werden. Da wäre dann eben ein eigener Beistand ganz hilfreich, der den Versuch dann bezeugen kann. Nur dann kann man sich beschweren, da beweisbar. Wenn die solche Versuche starten, tun die das nicht nur beim TE sondern auch bei anderen.
 

nik72

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Ich war da und die Ärztin war allein. Sie hat gefragt, welche Beschwerden ich hätte und wie es mir geht. Medizinische Unterlagen will sie noch bei den Ärzten anfordern.
Ich frug sie, warum ich (lt. sozmed. Einschätzung Reha) als vollschichtig eingeschätzt wurde, obwohl ich viele Einschränkungen habe. Dies konnte sie mir auch nicht erklären.
Sie schlug eine berufliche Reha vor.
 

Muzel

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Das reicht mir nicht, von der Amtsärztin ist Quark. Sie hat doch die Möglichkeit, dich zu einem anderen Arzt zu schicken. Als meine Sehtüchtigkeit vom Amtsarzt beanstandet wurde, musste ich zu einer privaten Augenärztin gehen.
 
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