Einkommen Selbständigkeit und dreiste Sachbearbeiterin (1 Betrachter)

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TotalRatlos

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Hallo,

ich muss mal wieder einen Antrag auf Leistung stellen. Nachdem ich im Februar erstmalig Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit erzielt habe, fängt das Chaos erst richtig an.

Ich habe meine ungefähren Einnahmen mitgeteilt, es fand für Februar und März eine Überzahlung statt. Dieser kann ich mich in der errechneten Art nicht anschliessen, hatte ich doch eine Ratenzahlungsvereinbarung für einen PC laufen und wollte dieses mit absetzen.

Diesen Monat hatte ich ein Gespräch mit meiner Sachbearbeiterin, die mir freudestrahlend mitteilte, dass keine Abschreibungen u.ä. mehr gestattet seien und ich eben Pech gehabt hätte. Mir sind bald die Augen aus dem Kopf gequollen. Jetzt steht in den Hinweisen zur Anlage EKS, dass die AfA keine tatsächliche Ausgabe ist. Aber ich hab doch Ausgaben, weil es eine Ratenzahlung ist? Irgendwie steig ich da nicht durch. Kann ich die Ratenzahlung absetzen, aber ich darf den erworbenen PC nicht abschreiben? Ist das richtig?

Ich musste bei dem Termin auch noch meine neue Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. Während sie diese im PC suchte, fragte mich die Sachbearbeiterin, ob ich mehr oder weniger als 15 Wochenstunden tätig sei. Ich antwortete, dass es mehr als 15 Stunden wären. Sie meinte, dass ich dann nicht mehr arbeitslos wäre sondern nur noch arbeitssuchend. Okay, dagegen hab ich nichts, dachte ich. In der Eingliederungsvereinbarung änderte sich dadurch nichts weltbewegendes. Ich muss weiter Bewerbungen schreiben usw. Auch kein Thema, mache ich und weise ich auch entsprechend nach.

Die Sachbearbeiterin meinte dann, dass ich ja eigentlich zu wenig verdiene, wenn ich mehr als 15 Stunden die Woche arbeite, bei dem was ich einnehme. Ich sagte dann, dass ich das nicht so sähe, schliesslich würden heute auch Halbtagsjobs auf 400 Euro Bais angeboten. Sie kommentierte das folgendermassen: "Das ist ja nicht marktüblich. Uns ausserdem sind die Leute selber schuld, wenn sie für das bisschen Geld einen halben Tag arbeiten gehen." :eek: Mir ist da nichts mehr zu eingefallen.

Damit aber noch nicht genug. Als sie mit der EV kam, sagte sie zu mir, dass ich sowieso nie einen Job kriegen würde. Ich guckte sie völlig perplex an und wollte wissen wieso. Sie meinte, dass man gut gekleidet und duftend zum Vorstellungsgespräch geht. Ich war direkt nach der Arbeit bei ihr und sah nicht mehr ganz taufrisch aus, gebe ich zu. Aber gestunken hab ich nicht und ich ausserdem bin ich doch bei ihr nicht beim Vorstellungsgespräch! Auf diesen Einwand meinte sie, dass man so halt nicht rumlaufen würde. Wollte wissen, ob ich bei ihr ihm Kostüm auftauchen sollte. Nein, bräuchte ich nicht. Hab geantwortet, dass ich aber im Kostüm zum Gespräch gehen würde. Da war sie still. Aber nur vorübergehend.

Ich wäre ja so hochqualifiziert, da wäre es ja komisch, dass ich keine Arbeit bekomme. Sehe ich auch so, aber ich bemühe mich ja und habe sogar meine Bewerbungsunterlagen in Eigeninitiative überprüfen und verbessern lassen. Davon soll ich ihr das nächste Mal eine mitbringen. Okay, kein Problem. Dann sagte sie gehässig grinsend: "Wenn Sie bis Oktober noch im Leistungsbezug sind, schicke ich sie zu einem 1-Euro-Job. Da werden sie mal richtig fit gemacht!" Ich bin fast rückwärts vom Stuhl gefallen. Ich fragte sie, was das bringen solle, schliesslich würde ich doch arbeiten. Sie meinte nur nochmals: "Da werden Sie mal richtig fit gemacht."

Ich hab mich dann, nach Unterschrift unter die EV, ganz schnell verflüchtigt. Ich fasse es einfach nicht. Ich bemühe mich weiter um eine feste Stelle und versuche meinen Leistungsbezug zu verringern. Ganz weg, komme ich so schnell leider nicht, wie ich es gerne möchte und auch nicht bis Oktober. Ich fühle mich total blockiert. Nehme ich einen 400 Euro Job an, bin ich weiter im Bezug, obwohl sie kürzen können ----> also 1 Euro Job? Selbständigkeit dasselbe in grün. Halbtagsstelle und auf dem 1. Arbeitsmarkt, weiter im Bezug -----> also 1 Euro Job? Also muss ich mir jetzt eine feste Anstellung basteln, damit ich keinen 1 Euro Job annehmen muss, weil alles andere weiterhin Bezüge (wenn auch nicht in voller Höhe) bekommen heisst???

Hat meine Sachbearbeiterin in allen Punkten recht? Bin ich wirklich der Oberlooser? Denn so fühle ich mich seit dem Gespräch und habe den Eindruck, dass ich nichts richtig machen kann. Es sei denn, es geschieht ein Wunder und ich habe bis Oktober eine Stelle, damit ich keine Bezüge mehr bekomme.
 

Coole-Sache

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Hallo !

Na einen 1 Dollar Job kann Sie Dir glaube ich nicht aufs Auge drücken. Da Du schon durch Deine Selbständigkeit auf den 1. Arbeitsmarkt bis. Einen Job in denen Du mehr Verdienst wie jetzt schon.

Mit der Abschreibung Deines PC glaube ich mal gelesen zu haben kommt es darauf an wann Du Dir dieser zugelegt hast. Wenn dieses Jahr sieht es glaube ich schlecht aus... Wenn aber letztes Jahr noch gibt es da glaube ich eine Regelung das die Abschreibung noch gilt auch bei der neuen ALG II Vo.

Gruß Coole-Sache
 

gerda52

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TotalRatlos meinte:
Diesen Monat hatte ich ein Gespräch mit meiner Sachbearbeiterin, die mir freudestrahlend mitteilte, dass keine Abschreibungen u.ä. mehr gestattet seien und ich eben Pech gehabt hätte. Mir sind bald die Augen aus dem Kopf gequollen. Jetzt steht in den Hinweisen zur Anlage EKS, dass die AfA keine tatsächliche Ausgabe ist. Aber ich hab doch Ausgaben, weil es eine Ratenzahlung ist? Irgendwie steig ich da nicht durch. Kann ich die Ratenzahlung absetzen, aber ich darf den erworbenen PC nicht abschreiben? Ist das richtig?
In der Tat sind reine Abschreibungen nicht mehr absetzbar, tatsächliche Aufwendungen aber doch. Und die sind durch den Ratenvertrag gegeben. Ich würde mal sagen, die SB ist in vielerlei Hinsicht übers Ziel hinausgeschossen.
Ich frage mich nur, wie man sich sich diesen Umgang gefallen lassen kann. Zur Eingliederungsvereinbarung und zum EinEuroJob lies Dich hier mal gründlich durch und zeige der Dame im weiteren Verlauf, dass auch ihrer Willkür Grenzen gesetzt sind.
 

HajoDF

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Stimme Gerda zu: lass Dir solche "Gespräche" nicht bieten.
Ein gutes Rezept ist das "Vorort-Protokoll" mit der berühmten Frage "können Sie das noch mal zum Mitschreiben wiederholen?"

Die steuerliche Geltendmachung der Abschreibung machst Du gegenüber dem Finanzamt geltend.
 

TotalRatlos

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Vielen Dank für Eure Antworten :icon_smile: Ich gucke mich gleich mal in Ruhe bei den 1 Euro Jobs um. Da lassen sich bestimmt Hinweise finden, wie ich die gute Frau "festnageln" lassen kann. Bin dergestalt sauer gewesen, dass ich schon dran dachte ihr einen Anwalt auf den Hals zu laden. Aber was würde das bringen, es stünde Aussage gegen Aussage.

Das mit der Ratenzahlung ist ja irgendwie lustig. Erst hatte ich nämlich die Raten angegeben und wurde von ihr belehrt, dass ich abschreiben und die Raten geringer machen soll. Das habe ich dann auch getan und als ich dann meine Antrag ausfüllte, festgestellt, dass ich diese komische EKS ausfüllen muss. Die lag nicht bei und die habe ich mir ausgedruckt und seh da, dass es keine AfA gibt.

Irgendwie ist das alles ziemlich hirnrissig. Jetzt muss man 2 BWAs basteln. Einmal fürs Finanzamt (was wesentlich einfacher ist) und einmal für die Arge. Versteh einer den Staat und das messen mit zweierlei Maß bei ein und derselben Angelegenheit.
 

TotalRatlos

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Hallo,

es gibt Neuigkeiten. Ich hatte ja meinen Antrag auf Weiterzahlung der Leistung zeitgleich mit meinem Widerspruch bezügl. der angeblichen Überzahlung inkl. BWA eingereicht. Im Antrag habe ich in der EKS über den Daumen gepeilt angegeben, was ich die nächsten Monate einnehme und ausgebe. Habe dabei bewusst wenig Ausgaben angegeben, man weiss ja nie was die nachher nicht zulassen und ich hab auch keine Lust wieder dicke Überzahlungen zu haben. Die BWA hab ich so eingereicht, wie sie auch beim Finanzamt anerkannt würde. Dort habe ich einen gebraucht gekauften Laptop als GWG abgeschrieben. Das passte zwar mit den Aussagen der EKS nicht zusammen, dachte aber, dass es aufgrund des GWGs wohl anders behandelt werden würde.

Ich bekam dann nun ewig keinen Bescheid zur Bewilligung von Leistung und auch nichts wegen des Widerspruchs. Stattdessen fragte mein Vermieter, wo denn die Miete bleibt und ich erklärte ihm das Problem mit dem Amt und deren Berechnungen. (Das war mir höchst peinlich.) Damit nicht genug, ich bekam ein Schreiben von der ARGE, dass die Leistung zum 30.04.08 eingestellt würde. Okay, kein Drama, dachte ich. Das wird sich wohl mit meinem Antrag überschnitten haben, obwohl sie den schon länger hatten, aber man weiss ja nicht wie schnell die arbeiten. Dann bekam ich ein Schreiben der Krankenkasse, dass ich von der ARGE abgemeldet worden sei und ich mich nun weiter um die KV kümmern muss. Ich bei der KK angerugen und nachgefragt, ob die ARGE mich abgemeldet oder "nur" meinen Beitrag nicht bezahlt hätte. Die ARGE hatte mich tatsächlich abgemeldet und geschrieben, dass mir keine Leistungen mehr zustehen.

Letzten Montag rief ich deshalb bei der ARGE an und kam dort auf keinen grünen Zweig, weil sowohl in der Zentrale und bei meiner SB die AB dran gingen und das zu völlig normalen Sprechzeiten vor 12 Uhr und nach 14 Uhr. Ich bin dann durch ein bisschen Nachdenken an eine andere Nummer gekommen, habe dort angerufen und mich ein bisschen dumm gestellt, dass ich nicht wüsste, ob ich dort richtig wäre. Kurioserweise konnte man mich dann an meine SB verbinden und die ging sogar ans Telefon. Ich habe dann ganz freundlich das Problem mit Vermieter und KK geschildert und gefragt, was denn mit meinem Antrag wäre. Die SB legte mich beseite, drosch auf ihre PC-Tastatur ein und kruschtelte irgendwas um mir dann mitzuteilen, dass meine Akte nicht da und wohl in der Berechnung ist und ich mich noch etwas gedulden müsste, aber ich bekäme ja alles nachgezahlt.

Ich habe dann dem Vermieter Bescheid gegeben, der das alles kurios fand und wohl dachte, dass ich mir das nur ausdenke. Daraufhin bekam ich von ihm schriftlich eine Frist zum 30.05.08 zur Zahlung der Miete gesetzt. Gestern dann am Briefkasten die Überraschung. 3 Schreiben der ARGE drin. 1. aufgemacht: Widerspruch anerkannt in den anderen beiden Schreiben jeweils eine Berechnung ab April 2008 und eine Neuberechnung für Februar und März 2008. Hipphipphurra, das Leben geht weiter.

Etwas später habe ich mir das etwas genauer angeguckt um zunächst festzustellen, dass ich diese komische Rechnerei mit tausend Wiederholungen überhaupt nicht kapiere. Die Berechnung ab 01.05.08 sagt aus, dass sie nur vorläufig ist bis ich nach dem nächsten Quartal eine neue BWA eingereicht habe. Okay. Bei der Berechnung für den Zeitraum 01.02.-30.04.08 sind mir dann die Augen aus dem Kopf gequollen. Die wollen MIR nun für Februar und März fast den kompletten Betrag zur Sicherung des Lebensunterhaltes zurückzahlen, obwohl ich die beiden Monate komplett erhalten hatte und eher denen noch etwas zurückzahlen müsste! Für April folgt eine kleine Summe, die wohl in Ordnung ist, auch wenn ich das nicht ganz verstehe, wie die das berechnet haben. Ich hätte für April nämlich etwas mehr als für Mai bekommen müssen, weil ich dort etwas höhere Ausgaben hatte. Nun ja, der Gesamtbetrag würde mir die nächsten Tage überwiesen.

Was nun? Muss ich deren Versehen anzeigen und Widerspruch einlegen? Oder soll ich die Füsse still halten, das Geld unangetastet lassen bis denen auffällt, dass sie sich gewaltig verhauen haben? Oder soll ich nur gegen den Zeitraum April Widerspruch einlegen? Wobei ich das nicht mal begründen könnte. Was ist jetzt das sinnvollste Vorgehen ohne von den Herrschaften gewaltig was vor den Koffer gehauen zu kriegen????
 
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ExitUser

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Hallo,
...
Was nun? Muss ich deren Versehen anzeigen und Widerspruch einlegen? Oder soll ich die Füsse still halten, das Geld unangetastet lassen bis denen auffällt, dass sie sich gewaltig verhauen haben? Oder soll ich nur gegen den Zeitraum April Widerspruch einlegen? Wobei ich das nicht mal begründen könnte. Was ist jetzt das sinnvollste Vorgehen ohne von den Herrschaften gewaltig was vor den Koffer gehauen zu kriegen????
Selbstverständlich wirst Du denen das Versehen mitteilen.

Teile mit dass Du aus den Berechnungen nicht schlau wirst, aber eine versehentliche Überzahlung im Zeitraum (...) von Seiten der ArGe vermutest. Nachfragen wohin die Überzahlung überwiesen werden, oder was nun sonst geschehen soll.

Das Ganze persönlich abgeben und (sehr wichtig) die Abgabe des Schreibens nebst Inhalt bestätigen lassen! Sowas "verliert" sich manchmal all zu schnell :icon_wink:

Gruß, Anselm
 

TotalRatlos

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Habe mich wegen der Überzahlung mit meiner Rechtsanwältin kurzgeschlossen. Diese sagte, dass ich mich melden muss und mir die Berechnung erklären lassen soll. Wenn die SB weiter sagt, dass alles okay ist, kann ich mich darauf verlassen und es sind für mich keine Negativ-Folgen zu erwarten.

Es reicht, wenn ich das telefonisch klären würde und mir eine Telefonnotiz mache. Eine andere Möglichkeit habe ich momentan auch nicht, weil deren Öffnungszeiten mit meinen Arbeitszeiten kollidieren. Und wenn ich einen Tag nicht arbeite, dann habe ich für diesen Tag kein Geld, was wohl nicht im Sinne des Erfinders sein kann. Ich versuche seit Montag die SB zu erreichen und das vergeblich, weil immer wieder der AB dran geht. Sowohl bei Ihr als auch bei der "Zentrale". Jeden Tag habe ich auf den AB gesprochen und um Rückruf gebeten, der nicht erfolgt. Gestern habe ich sogar drauf gesprochen, dass ich die Berechnung nicht verstehen würde und gerne wüsste, ob das alles so seine Richtigkeit hat. Nichts!

Das Geld ist seit Montag auf dem Konto und ich werde es nicht los. Es kann doch nicht sein, dass ich tatsächlich einen Tag nicht arbeite, weil ich dort keinen an die Strippe kriege!!!
 

Kerstin_K

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Vergiss das mit dem telefonisch klären ganz schnell. Wie willlst Du jemals beweisen, was da besprochen wurde?

Wenn Du nicht zur ARGE kannst, mach es schriftlich, bitte um eine nachvollziehbare Berechnung und schick es per Einschreiben mir Rückschein.

Dann bis Du auf der sicheren Seite. DEine Rechtsanwältin scheint nicht gerade ARGE-erfahren zu sein.
 
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