Einige Fragen zum Thema Pflegegeld - Rechte und Pflichten? (1 Betrachter)

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Allimente

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Hallo zusammen,

meine Frau hat COPD IV nur noch knapp 30% Lungenvolumen und noch so einige chronische Krankheiten (Arthrose, Bluthochdruck etc.). Sie hat bereits einen Schwerbehindertenausweis mit 80% (G). Und im April muß sie auch noch ins Krankenhaus zwecks kardiologische Untersuchungen.

Nun ist es so, dass meine Frau auf Hilfe im Alltag angewiesen ist und wir nun Pflegegeld beantragen werden.

Nun meine Frage, die mich als pflegende Person betrifft. Wie sieht es da in Zukunft für mich aus, bin ich dann noch im vollem Umfang in Vollzeit vermittelbar?

Was kommt da grundsätzlich auf mich/uns zu?

Über jede Info/Erfahrungen zum Thema wäre ich sehr dankbar.

Gruß Allimente
 
E

ExitUser

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Kommt auch auf den SB an welcher da einen gewissen Ermessensspielraum hat...Zitat: In Abhängigkeit der erforderlichen Präsenz...

Die Vorgaben bei Pflegegrad 3, bis 6 Stunden zumutbare Arbeitszeit sind natürlich realitätsfremd das weiß jeder der schon mal einen Angehörigen gepflegt hat.

Man kann dann nur die Vorgabe:...in Abhängigkeit von der erforderlichen Präsenz der Pflegeperson...wirklich schildern z.B. bei euch das Merkzeichen G erwähnen und damit z.B. verbundenen unterstützenden Transfer auf die Toilette, säubern nach Stuhlgang, Mahlzeiten vorbereiten/einnehmen etc...


liesa
 

summer

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Grundsätzlich veranschlagt das JC erstmal den vorhandenen Pflegegrad und sagt dir dann, zu wieviel Stunden du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen musst. Wenn du sagst, dass es mit der Pflege nicht vereinbar ist, liegt es an dir, dies glaubwürdig dem SB beizubringen. Nützlich kann natürlich auch immer ein Attest vom Arzt deiner Frau sein, in dem er bestätigt, dass der Pflegeaufwand sich auf den ganzen Tag verteilt und nicht an bestimmten Zeiten fest gemacht werden kann (wie z.b. Nur morgens anziehen und abends wieder ausziehen und bettfertig machen).
 

Friedwohl

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Grundsätzlich veranschlagt das JC erstmal den vorhandenen Pflegegrad und sagt dir dann, zu wieviel Stunden du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen musst. Wenn du sagst, dass es mit der Pflege nicht vereinbar ist, liegt es an dir, dies glaubwürdig dem SB beizubringen. Nützlich kann natürlich auch immer ein Attest vom Arzt deiner Frau sein, in dem er bestätigt, dass der Pflegeaufwand sich auf den ganzen Tag verteilt und nicht an bestimmten Zeiten fest gemacht werden kann (wie z.b. Nur morgens anziehen und abends wieder ausziehen und bettfertig machen).
Bin jetzt völlig Sprachlos....vielleicht verstehe ich aber den Fall auch nicht.....Die Afa nimmt Rücksicht darauf, daß ich einen Angehörigen pflege?
Die Afa hat mich für Erwerbsunfähig eingestuft
Meine Frau hat 100% mit H, G und aG...
Und die DRV will mich prüfen, ob ich nicht noch zusätlich malochen kann.....
Ich blicke da echt nicht mehr durch....bin ich zu blöd, oder was
 

summer

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Die eigene Erwerbsfähigkeit und die Pflege eines Angehörigen sind zwei verschiedene Dinge. Du kannst erwerbsunfähig sein, und trotzdem einen Angehörigen pflegen.

Bevor man sich da mit dem JC anlegt bzw die Fronten klärt, sollte aber erstmal ein Pflegegrad bestehen, dann lässt es sich leichter mit denen reden. Zumindest der Antrag sollte gestellt sein, wir wissen ja wie lange manchmal die Kassen oder der MDK brauchen.

Bei uns selbst ist es so, dass mein Mann und ich als Pflegepersonen bei unserem Sohn eingetragen sind. Mein Mann hat zusätzlich Rente beantragt (hier kämpfen wir aktuell noch im Widerspruch). Vom jobcenter werden wir beide in Ruhe gelassen, weil wir rund um die Uhr da sein müssen. Ich hab dem JC die Seite des Gutachtens geschickt - seitdem nichts mehr gehört. Seit gut 1,5 Jahren.

Ich kenne aber auch Fälle, wo trotz gleichem Pfegegrad die Pflegeperson immer wieder eingeladen und "bedrängt" wird, man könne doch nachts arbeiten etc. Leider muss ich dazu sagen, dass ein Teil davon ausländiche Mitbürger sind, die ihre Rechte nicht so gut kennen oder sie nicht klar durchsetzen können/ wollen. Ob das Schikane vom JC ist oder einfach Pech mit dem SB weiß ich nicht und möchte ich niemandem unterstellen! Möchte damit nur sagen, dass ich beide Seiten kenne und viel auch vom SB abhängig ist. Aber ab einem bestimmten Pfegegrad ist eine Tätigkeit nicht mehr zumutbar! Da kann das JC machen was es will.
 

Friedwohl

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Danke...interessanter Beitrag.
Meine Frau hat den Pflegegrad 3 GdB von 100% H wie Hilflos...
Ich betreue Sie rund um die Uhr
Einen EM Antrag für mich habe ich gestellt...Jetzt bin ich im Kampfmodus Reha für mich und die Betreung meiner Frau unter einem Hut zu kriegen......
Eine Reha für mich alleine, ohne meine Frau ist allerdings nicht zielführend..
 

Friedwohl

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Dem Artikel ist nichts zuzufügen, außer vielleicht das der Staat Pflege daheim vor Heim befürwortet, aber nichts dafür tut, odern zumindest viel zu wenig...
 

Doppeloma

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Hallo Allimente,

steige mal bei deinem ersten Beitrag dazu ein, denn zum Umgang eures JC mit dir, wenn es dann einen Pflegegrad gibt kann ich nichts groß beitragen. :icon_evil:

Allgemeine Informationen zum Prozedere da erst mal hin zu kommen, kann ich schon eher beisteuern, denn im letzten Jahr haben wir uns auch entschlossen einen Antrag auf Pflegeleistungen für Männe zu stellen.

Gerade heute warten wir auf den ersten Beratungs-Besuch vom Pflegedienst, um noch weitere Informationen zu bekommen, in welcher Weise wir die neuen Möglichkeiten nun nutzen können.

meine Frau hat COPD IV nur noch knapp 30% Lungenvolumen und noch so einige chronische Krankheiten (Arthrose, Bluthochdruck etc.). Sie hat bereits einen Schwerbehindertenausweis mit 80% (G). Und im April muß sie auch noch ins Krankenhaus zwecks kardiologische Untersuchungen.
Grundlegende Befunde sollten vielleicht schon dem Antrag (in Kopie) beigefügt werden, ansonsten ist da zunächst nicht viel auszufüllen.

Hier ist eine gute (unabhängige) Seite dazu, an die wir uns zunächst auch gehalten haben ... dort kann man auch kostenfrei weitere Informationen bekommen.

https://www.pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/pflegegrade/

Nun ist es so, dass meine Frau auf Hilfe im Alltag angewiesen ist und wir nun Pflegegeld beantragen werden.
Als erste Orientierung solltet ihr am Besten mal den Pflegegrad-Rechner gemeinsam durchgehen (Ergebnis dann für euch ausdrucken), dann wisst ihr schon besser, worauf es dann auch bei der Begutachtung ankommen wird.

Die Begutachtung zu Hause (durch den MDK eurer KK oder eine von dort beauftragte andere Person) ist obligatorisch und wird IMMER durchgeführt, also ist gute Vorbereitung sehr wichtig.

Auch wenn es nicht einfach ist, sollte man versuchen den realen Pflegebedarf schon mal selbst herauszufinden, Pflegetagebücher sind (zum Glück) seit letztes Jahr nicht mehr erforderlich.

Das hatte uns auch abgehalten, das in Angriff zu nehmen, ich führe ja keine "Strichliste" für die Unterstützung, die ich meinem Männe (teilweise) schon seit Jahren ganz selbstverständlich zukommen lasse ...
Was nötig ist wird gemacht und verteilt sich nach Bedarf über den ganzen Tag auch bei uns, aber wir müssen uns ja nun nicht mehr "bewerben", sind ja beide inzwischen EM-Vollrentner ...

Nun meine Frage, die mich als pflegende Person betrifft. Wie sieht es da in Zukunft für mich aus, bin ich dann noch im vollem Umfang in Vollzeit vermittelbar?
Das wird also vorwiegend vom erteilten Pflegegrad abhängig sein, zumindest lese ich davon, dass die JC sich daran orientieren, obwohl das natürlich auch keine Aussagen zur Zeitverteilung macht.

Als Beispiel kann bei Demenz ein Pflegegrad 1 durchaus als (noch) ausreichend angesehen werden, wenn der Betroffene körperlich (eigentlich) alles noch selber machen kann.
Aber trotzdem IMMER Jemand anwesend sein sollte, für die schlechteren Momente, wo die Orientierung plötzlich völlig verloren geht, sogar in der eigenen Wohnung.

Was kommt da grundsätzlich auf mich/uns zu?
Über jede Info/Erfahrungen zum Thema wäre ich sehr dankbar.
Mein Männe hat bisher GdB 90 und das Merkzeichen "G", seine Probleme liegen aber überwiegend in der mangelnden Beweglichkeit, durch die orthopädischen Probleme und die dadurch entstandene chronische Schmerzkrankheit.

Das wurde in der ersten Begutachtung nicht ausreichend berücksichtigt und so habe ich mal wieder Widerspruch eingelegt, es gab danach eine 2. Begutachtung und nun wurde ihm Pflegegrad 2 bewilligt, das Gutachten dazu ist auch deutlich realistischer.

Nun werden wir versuchen beim Versorgungsamt noch das "B" zu bekommen, denn die nötige Begleitung wurde für den Pflegegrad bestätigt, aber bisher muss ich überall bezahlen wenn wir unterwegs sind.

Leider muss das Versorgungsamt diese Einschätzung auch wieder nicht übernehmen wollen, aber "Versuch macht klug" und seine Ärzte können dazu auch gerne angeschrieben werden.

Für Pflegekasse hatten wir zunächst noch keine Ärzte von der Schweigepflicht befreit, da wir genug medizinische Unterlagen zu Hause vorliegen haben.
Ansonsten sollte man das vorher auch mal beim behandelnden (Hausarzt ?) ansprechen, dass ein Pflegegrad beantragt wird / wurde, damit die auf solche Anfragen dann auch vorbereitet sind.

Unseren Hausarzt haben wir jetzt nur noch über das Ergebnis informiert, damit er dazu auch Bescheid weiß.

Immerhin wurde bis zur Entscheidung zum Widerspruch schon unser Bad umgebaut (auf Kosten der Pflegekasse), damit Männe nun nicht mehr in die Wanne krabbeln muss ... das ist auch schon mit Pflegegrad 1 möglich ...

Da können bis 4000 € für eine "Verbesserung des Wohnumfeldes" von der Pflegekasse bewilligt werden, das hätten wir uns aus den Renten niemals leisten können. :idea:

Soweit mal von mir, wenn du mehr wissen möchtest dazu gerne ...

MfG Doppeloma
 

Allimente

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Hallo Doppeloma,

vielen lieben Dank für Deine Ausführungen.

Grundlegende Befunde sollten vielleicht schon dem Antrag (in Kopie) beigefügt werden, ansonsten ist da zunächst nicht viel auszufüllen.
Das werden wir auf jede Fall so machen. Bei meiner Frau kommt ja auch noch ein Lungenemphysem dazu und diverse rheumatische Krankheiten, die ebenfalls chronisch schmerzhaft sind. Dazu leidet meine Frau auch noch an Epilepsie (entstanden durch die Sauerstoffunterversorgung als das Lungenemphysem aufgetreten ist).

Als erste Orientierung solltet ihr am Besten mal den Pflegegrad-Rechner gemeinsam durchgehen (Ergebnis dann für euch ausdrucken), dann wisst ihr schon besser, worauf es dann auch bei der Begutachtung ankommen wird.
Danke, das habe ich schon gemacht.

Für Pflegekasse hatten wir zunächst noch keine Ärzte von der Schweigepflicht befreit, da wir genug medizinische Unterlagen zu Hause vorliegen haben.
Ansonsten sollte man das vorher auch mal beim behandelnden (Hausarzt ?) ansprechen, dass ein Pflegegrad beantragt wird / wurde, damit die auf solche Anfragen dann auch vorbereitet sind.
Wir haben das Glück, dass unser Hausarzt zwei Häuser neben uns wohnt und schon Jahre zu unserem Bekanntenkreis zählt. Er will sich kümmern und hilft dabei so gut er kann. Sollte nützlich für uns sein denke ich.

Danke für die vielen hilfreichen Informationen! Dir und Deinem Mann wünschen wir alles Gute für die Zukunft und hoffentlich bekommt ihr auch alles so durch, wie ihr euch das vorstellt.

LG Allimente
 
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