Einige Fragen zum Antrag auf Übernahme von Bestattungskosten beim Sozialamt

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Ayatashi

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Hallo,

ich habe folgenden Fall aus Hamburg mitgebracht:

Frau A ist verstorben, sie lebte jahrelang in einem Pflegeheim, dessen Kosten das Sozialamt übernahm. Frau A besitzt keinerlei Vermögen, die nächsten Angehörigen sind ihre 4 Kinder.
Frau A soll anonym beerdigt werden, die Kosten belaufen sich hier auf ungefähr 2200 Euro, wovon 900 Euro durch eine Sterbegeldversicherung bezahlt wird.

Nun sagen Kind 2 und 4, dass sie ihren Anteil der Kosten nicht alleine tragen können und wollen zum Sozialamt gehen, wovon Kind 1 und 3 nicht begeistert sind, sie wollen ihren Anteil selbst tragen.

Wenn beim Sozialamt der Antrag auf Übernahme der Kosten gestellt wird, müssen dann Kind 1 und 3 auch ihre Finanzen offen legen, obwohl sie gewillt sind, ihren Anteil alleine zu zahlen?

Kann das Sozialamt unter diesen Umständen sogar die Kosten ganz auf diese zwei Parteien abwälzen - nach dem Motto, sie sind ja gewillt zu zahlen?

Kann das Sozialamt den Antrag sogar ablehnen, wenn nicht alle gemeinsam diesen Antrag stellen?

Und würde es etwas ändern, wenn Kind 1 und 3 bereits ihren Anteil beim Bestatter hinterlegen?

Ich habe bereits Google bemüht, aber keine der Antworten die ich fand, passen 100 % auf diesen Fall.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus für jede Hilfe

Liebe Grüße,
Ayatashi
 

Doppeloma

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Hallo Ayatashi,

Nun sagen Kind 2 und 4, dass sie ihren Anteil der Kosten nicht alleine tragen können und wollen zum Sozialamt gehen, wovon Kind 1 und 3 nicht begeistert sind, sie wollen ihren Anteil selbst tragen.

Ob davon Jemand "begeistert" ist wird ziemlich uninteressant sein für das Sozial-Amt ... es werden generell ALLE Kinder angeschrieben, wenn Eines davon den Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten stellt.

Wenn beim Sozialamt der Antrag auf Übernahme der Kosten gestellt wird, müssen dann Kind 1 und 3 auch ihre Finanzen offen legen, obwohl sie gewillt sind, ihren Anteil alleine zu zahlen?

Sie werden den Anteil zahlen müssen, den das Sozial-Amt letztlich (nach Prüfung aller Kinder) als möglich ansieht und wenn nur ein Kind zahlen könnte, dann muss es notfalls die Kosten alleine tragen.

Kann das Sozialamt unter diesen Umständen sogar die Kosten ganz auf diese zwei Parteien abwälzen - nach dem Motto, sie sind ja gewillt zu zahlen?

Das Amt greift sich immer die Zahlungsfähigen aus der "Auswahl", wie die das dann eventuell untereinander anders regeln wollen bleibt den Kindern überlassen.

Bei unserer Mutter war es ähnlich (sie war auch schon länger im Pflegeheim, da wurden wir schon wegen der laufenden Kosten angeschrieben), wir sind 5 Geschwister und alle mussten ihre Einkommens und Vermögensverhältnisse offen legen, als es um die Beisetzung ging, sie hatte keinerlei Vorsorge dafür getroffen.

Bei Jedem von uns wurden die persönlichen Umstände (Kinder Unterhaltsverpflichtungen) überprüft und am Ende brauchte Keiner die Kosten übernehmen, trotzdem spricht eine Schwester seither nicht mehr mit dem Rest der Geschwister.

Sie fühlte sich auch nicht zuständig/leistungsfähig, war aber "beleidigt", dass sie auch angeschrieben wurde ... so ist das Leben ...

Im Internet kann man dazu auch keine 100 % ige Auskunft finden, jeder Fall liegt anders, dafür gibt es kaum was "Allgemeingültiges" aber Fakt ist, dass die Sozial-Ämter da sicher keine Rücksicht drauf nehmen, ob das Jemandem "unangenehm" ist oder nicht ...

Wenn es noch offene Pflegekosten gibt, kann es auch ohne die Bestattungskosten noch zur Überprüfung kommen ...

Ansonsten könnten sich die Geschwister vielleicht ohne Sozial-AMT auf eine Regelung einigen die Kosten alleine zu übernehmen, auch wenn es etwas mehr als ein Viertel wäre für die Zahlungsfähigen, das kann nach der Prüfung auch passieren.

MfG Doppeloma
 

Ayatashi

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Hallo Doppeloma,

Danke für deine Antwort, mit der lässt sich doch bereits was anfangen.

Das bedeutet also, dass jeder dann beim Amt "die Hosen ausziehen" muss, egal ob er seinen Anteil irgendwie so aufbringen könnte?

Ich habe bereits irgendwo gelesen, dass man sich dieser Prüfung nur entziehen kann, wenn man sich bereiterklärt, die gesamten Kosten zu tragen. Stimmt das?
Man liest leider immer so viel widersprüchliches...

Eine Sache noch, was würde passieren, wenn das Amt bei allen 4 Kindern feststellt, keiner kann laut deren Berechnung die Kosten tragen, gehen sie dann zu den volljährigen Enkelkindern? Immerhin würden die als nächstes in der Rangfolge kommen.

Gruß,
Ayatashi
 

liriel

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Hallo. .
Ich kann nur berichten, wie es bei uns gelaufen ist:
Als mein Vater starb war keiner bereit und auch fähig, die Bestattungskosten zu tragen.
Meine Mutter hat da die Übernahme beim Sozialamt beantragt und es wurden ALLE angeschrieben, die auch nur im Entferntesten mit uns bzw Papa verwandt sind.
Mein Bruder und ich, die volljährige Tochter meines Bruders, die Mutter meines Vaters, seine Geschwister, die Kinder der Geschwister und sogar davon die Kinder!
Letztendlich sind alle ums "Hosenrunterlassen" rumgekommen, weil alle das Erbe ausgeschlagen haben.
Ich weiß ja nicht, ob die Mutter noch etwas besitzt, was die Kinder erben möchten, aber das wäre wohl der einzige Weg!

LG
 

Friesland

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Hallo bei mir hat das Sozialamt die Übernahme abgelehnt. Kann es nicht ganz nachvollziehen!!!

Ich habe beim Sozialamt die Übernahme von Bestattungskosten beantragt da ich derzeit ALG 1 in Höhe von 849,90 Euro (ausgezahlt)beziehe und mein eingetr.Lebenspartner Krankengeld in Höhe von 879,90 Euro (ausgezahlt) bezieht. Unsere Miete beträgt 550 Euro plus ca. 150 Euro monatlich Kosten für Heizöl.
Ich habe noch 3 weitere Geschwister. Die Bestattungskosten belaufen sich auf 2.719,16 Euro laut Berechnung des Sozialamtes was angerechnet wird.
Laut dem Sozialamt wurde folgendes berechnet:
Mein Einkommen 878,23 Euro
Vom Ehepartner 909,23 Euro
Summe bereinigtes Einkommen 1.787,46 Euro

Leistungen Bestattungskosten 679,79 Euro ( 2.719,16 /4 Kinder)

Einkommensgrenze ohne Zuschlag 798,00 Euro
angemessene Kosten 380,00 Euro
Familienzuschlag 279,00 Euro
maßgebene Einkommensgrenze incl.Zuschläge 1.457,00 Euro
anrechenbares Einkommen 1.787,46 Euro
überschrittenes Einkommen 330,46 Euro

Abzug Leistung 300% der Überschreitung 991,38 Euro

Übernahme Kosten 0,00 Euro

Man hat etwas im Internet recherchiert und gelesen das von den überschrittenen Einkommen lediglich nur 50% angerechnet werden darf. Es wurden auch unsere volle Miete nicht berücksichtigt sowie wurden ganz andere Einkommensbeträge herangezogen.
Meine Frage ist ob die Berechnung so rechtens ist mit den 300 % Überschreitung sowie den Einkommensbeträgen.

Das Sozialamt hat pauschal auch lediglich 1.100 Euro für eine Bestattung zuzüglich Friedhofsgebühren 1.049,16 Euro und Grabstein in Höhe von 450 Euro sowie 120 Euro für Träger angerechnet.
Wäre nett wenn Sie kurz Stellung hierzu beziehen
 

Fabiola

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Hallo bei mir hat das Sozialamt die Übernahme abgelehnt. Kann es nicht ganz nachvollziehen!!!

Ich habe beim Sozialamt die Übernahme von Bestattungskosten beantragt da ich derzeit ALG 1 in Höhe von 849,90 Euro (ausgezahlt)beziehe und mein eingetr.Lebenspartner Krankengeld in Höhe von 879,90 Euro (ausgezahlt) bezieht. Unsere Miete beträgt 550 Euro plus ca. 150 Euro monatlich Kosten für Heizöl.
Ich habe noch 3 weitere Geschwister. Die Bestattungskosten belaufen sich auf 2.719,16 Euro laut Berechnung des Sozialamtes was angerechnet wird.
Laut dem Sozialamt wurde folgendes berechnet:
Mein Einkommen 878,23 Euro
Vom Ehepartner 909,23 Euro
Summe bereinigtes Einkommen 1.787,46 Euro

Leistungen Bestattungskosten 679,79 Euro ( 2.719,16 /4 Kinder)

Einkommensgrenze ohne Zuschlag 798,00 Euro
angemessene Kosten 380,00 Euro
Familienzuschlag 279,00 Euro
maßgebene Einkommensgrenze incl.Zuschläge 1.457,00 Euro
anrechenbares Einkommen 1.787,46 Euro
überschrittenes Einkommen 330,46 Euro

Abzug Leistung 300% der Überschreitung 991,38 Euro

Übernahme Kosten 0,00 Euro

Man hat etwas im Internet recherchiert und gelesen das von den überschrittenen Einkommen lediglich nur 50% angerechnet werden darf. Es wurden auch unsere volle Miete nicht berücksichtigt sowie wurden ganz andere Einkommensbeträge herangezogen.
Meine Frage ist ob die Berechnung so rechtens ist mit den 300 % Überschreitung sowie den Einkommensbeträgen.

Das Sozialamt hat pauschal auch lediglich 1.100 Euro für eine Bestattung zuzüglich Friedhofsgebühren 1.049,16 Euro und Grabstein in Höhe von 450 Euro sowie 120 Euro für Träger angerechnet.
Wäre nett wenn Sie kurz Stellung hierzu beziehen
Ich weiß nicht, ob das hilft - stelle es aber gerne mal ein:
Hartz IV-Urteile: 8. Keine Billig-Beerdigung für Hartz IV - Advopedia
 

gelibeh

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20 Juni 2005
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Ich habe meinen Anteil in Hamburg beantragt und auch bekommen. Ich habe meine Bedürftigkeit nachgewiesen und dass meine Geschwister keine Erben sind.
Nachzulesen auch hier
74 - Stadt Hamburg
3.4 Verfahren bei mehreren Verpflichteten
Sind mehrere gleichrangig Kostenverpflichtete vorhanden (z.B. drei Kinder), so hat jeder Kostenverpflichtete den Sozialhilfeanspruch auf seinen Anteil an den Bestattungskosten selbst geltend zu machen.
 
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