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Eingliedrungsvereinbarung - ist die OK oder nicht?

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aussi-dingo

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#1
Hallo allerseits,

ich habe eine Aufforderung von der Firma Nestor erhalten, an einem Profiling teilzunehmen. Außerdem habe ich eine Eingliederungsvereinbarung erhalten, die ich demnächst ausfüllen und unterschreiben soll.

Was mich etwas irritiert :?: ist, dass ich das ganze als harmlos ansehe :? . Nichts, was nicht bereits im Gesetz steht. Kein Hinweis auf Zwänge oder Repressalien. Auch das Gespräch mit dem Fallmanager von Nestor empfand ich als ganz nett.

Vielleicht bin ich aber nur zu blöd :cry: , um die Fallstricke zu erkennen. Oder ist Nestor nur einfach eine nette :) Firma?

Die Vereinbarung liegt in der Anlage bei.

Bitte seht euch das mal an und teilt mir mit, wo die Stellen sich befinden, die mit Vorsicht zu genießen sind. Vielen Dank an alle.

Gruß Aussi
 
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#2
Mir stellt sich die Frage, warum Du mit einem privaten Träger einen Mitwirkungsvetrag unterschreiben sollst?
 

Atlantis

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#3
Verträge in Maßnahmen als Mitwirkungsvertrag von einem privaten Träger ist ein Stück aus dem Tollhaus, die Ausgestaltung der Maßnahme darf der Träger nicht vornehmen sondern ist Aufgabe der Zuweisenden ARGE der Mitwirkungsvertrag ist wenn er so abgeschlossen wird rechtsunwirksam. Er Stink zum Himmel.
 

aussi-dingo

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#4
Warum Mitwirkungsvertrag bei Nestor?

Der Fallmanager hat mir gesagt, dass er in meiner näheren Umgebung wohne. Er sei jetzt mit der Überprüfung meiner Verfügbarkeit vom Arbeitsamt betraut worden und soll mit mir zusammen ein Profil erarbeiten und mich ggf. auch vermitteln.

Damit sind offensichtlich staatliche Aufgaben von der ARGE an Nestor vergeben worden.


Wie ging es weiter? :idee:

Ich habe dann an einigen Broschüren mit Weiterbildungsangeboten Interesse gezeigt. Folglich wurde ich zu einer Infoveranstaltung eingeladen, um mich als privater Arbeitsvermittler selbständig zu machen.

Seriöses Weiterbildungsangebot??? :?

Der Dozent betreibt Lobbyarbeit, kennt und verhandelt die Größen aus Wirtschaft und Politik. Seine Visitenkarte ist sehr beeindruckend (Verbände der Arbeitsvermittler etc.). Er malt ein sehr plausibles Bild des Marktes „Arbeitsmarkt“ und der Chancen der Vermittler für ihre Tätigkeit. Er beschreibt die Kosten der Firmen, wenn sie nur eine Stelle ausschreiben. Um diese immensen Kosten (ca. 8 – 10.000 Euro fürs Sichten und Rücksendungen, Bewerbungsgespräche und dann stellt sich heraus, dass der Bewerber nur einen Nachweis für die ARGE braucht) zu senken, wenden sich Firmen nur noch an private Arbeitsvermittler. Das ist unsere Chance. Wir sitzen sozusagen an der Quelle um uns gegenseitig zu vermitteln. Und wir können ein schönes leben genießen:

Zum Beispiel: :p

Wir fahren nach Malle, wo andere Urlaub machen. Wir beobachten dort die Bediensteten, machen die schlechten aus und bieten den Betreibern von Hotels und Gaststätten bessere Leute aus dem eigenen Bestand an. Der kündigt den alten Kräften und stellt unsere ein. Bei nur 3 Vermittlungen sind das 3000 Euro von der ARGE nach 6 Wochen und weitere 3000 Euro nach 6 Monaten. Und im Winter fährt man eben in die Skigebiete. Es gibt kein schöneres Leben als das eines Arbeitsvermittlers.

Irgendwie komme ich mir vor wie in einer Amway, Tupper oder LR-direktvertriebsveranstaltung :? . Irgendwie passt seine Kleidung beim Eintreffen nicht zu dem, was er jetzt verkörpert: ein heller Mantel mit Rucksack statt Aktenkoffer. Nachdem er das ausgezgen hat ist er sehr gut gekleidet..... dunkler Nadelstreifenanzug :) .

Der Vortrag klang plausibel :) . Mich störte eigentlich nur, dass meine eingezahlten Beiträge nicht zu neuen Jobs führen :( , sondern nur in die Umschichtung fließen (Arbeitsplatzbesitzer werden arbeitslos gemacht damit neue Leute vermittelt werden können usw.) und die Arbeitsvermittler davon leben :p .

Dann kam der Punkt, an dem ich stutzig wurde. Der Dozent fährt Moped und keinen Mercedes :lol: ! Drum auch der Rucksack. Er lebt in einer sehr billigen Sozialwohnung, damit ihm nichts passieren kann, wenn ihn mal das Schicksal von uns (Hartz IV) ereilen sollte :cry: , und „das geht manchmal schneller, als man glaubt!“ (O-Ton Dozent) :cry: .

Der Lehrgang muss von den Teilnehmern selber bezahlt werden (3500 Euro). Es kann aber Ratenzahlung von 300 Euro / Monat :x vereinbart werden. ABER !! was sind schon 300 Euro, wenn man bereits am ersten Tag mit der Vermittlung anfangen kann? :) :!:

Fazit , das ich aus der Veranstaltung mitgenommen habe:

Deutschland hat bei der Methode keinen einzigen Arbeitslosen weniger :cry: , aber man kann offensichtlich davon leben :) . Die Politik hat wieder eine Möglichkeit gefunden, meine bitter verdienten Versicherungseinzahlungen in Nürnberg zu verpulvern :cry: .

Man kann dem Mann ja noch nicht mal böse sein :evil: . Er nutzt nur die Möglichkeiten, die die Politik ihm bietet, zu seinem eigenen Vorteil.


Um Verwechselungen vorzubeugen: Er ist kein Mitarbeiter von Nestor. Die haben ihm nur eine Möglichkeit des Vortrages eingeräumt, was wohl regelmäßig geschieht.

Ich treffe bei Nestor noch einen alten Bekannten, der mich aufklärt. Ein Mitarbeiter dort verdient so um die 1200 Euro im Monat.

Gruß Aussi
 
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