Eingliederungsvereinbarung - Verwaltungsakt ALG 1 (1 Betrachter)

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Wolfgang17

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Kürzlich hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt, wo mir die Mitarbeiterin meine Pflichten am Bildschirm in einer Eingliederungsvereinbarung zeigte und vorlas. Als ich ihr mitteilte das ja die Verpflichtungen des Arbeitsamtes fehlen und ich das so nicht ohne Prüfung unterschreiben werde, teilte sie mir mit, das sie dann eben einen Verwaltungsakt daraus mache, den ich dann sowieso akzeptieren muss. Damit war das Gespräch beendet.

Jetzt habe ich festgestellt, das in meinem Zugang zur Jobbörse unter "Meine Dokumente" beide Schreiben: EGV und VA mit annähernd gleichen Text und mit dem Datum meines Besuches abgelegt sind (das war vor 2 Wochen)

1.) Muss ich so etwas akzeptieren?
2.) Des weiteren irritiert mich der Satz in der Rechtsfolgenbelehrung "Die Eigenbemühungen sind von Ihnen in dem auf der Vorderseite des Vordrucks angegebenen Umfang nachzuweisen". Diesen Vordruck habe ich nicht erhalten.
3.) Wäre hier Widerspruch möglich?

Noch eine kleine Info: Ich bin jetzt 64 Jahre alt und müsste noch bis Ende 2018 arbeiten (da ein Studium nicht angerechnet wird)


Hier noch der gesamte Text des VA:

Verwaltungsakt - Festsetzung von Eigenbemühungen
(§ 37 Abs. 3 Satz 4 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Drittes BuchSozialgesetzbuch - SGB III)

Empfänger Herr ...
Ersteller Agentur für Arbeit
gültig von 11.04.2017
gültig bis 24.09.2017 soweit zwischenzeitlich nichts anderes vereinbart wird

Einleitung

Sehr geehrter Herr ...,
für die Inanspruchnahme der Vermittlung ist es erforderlich, dass Sie Eigenbemühungen
unternehmen. Zu diesem Zweck können Sie gemeinsam mit der Agentur für Arbeit eine
Vereinbarung abschließen, die sowohl die u.a. an Sie zu gewährenden Leistungen als auch Ihre
Bemühungen zur Beendigung Ihrer Arbeitssuche enthält (Eingliederungsvereinbarung).

Da zwischen Ihnen und der Agentur für Arbeit keine Eingliederungsvereinbarung zustande
gekommen ist, sind nach der bereits erfolgten Anhörung die für Ihre Eingliederung erforderlichen
Eigenbemühungen festzusetzen (§ 37 Absatz 3 Satz 4 SGB III).

Ziele
Arbeitsaufnahme als .... Umkreis 50 KM

Unterstützung durch die Agentur für Arbeit
Wir bieten Ihnen Beratung und Vermittlung.
Wir bieten Ihnen während der Öffnungszeiten der Agentur für Arbeit die Internetplätze kostenlos
nutzbar an.
Wir benennen Ihnen geeignete Stellenbörsen bzw. Internetadressen für Job-Suchende.
Wir bieten Ihnen die telefonische Erreichbarkeit des Service Center unter 08004555500 Mo-Fr 08:00-
18:00 Uhr an.
Wir veröffentlichen Ihr Bewerberprofil im Internet anonym
Derzeit werden keine Leistungen aus Vermittlungsbudget in Aussicht gestellt.


Aktivitäten von Herrn ...
Ich bewerbe mich auf Zeitungsanzeigen, per Internet und initiativ als .........
Umkreis 50 KM
- Ich nehme Termine entsprechend Einladungen nach § 309 SGB III (z.B. zu einem Vermittlungs-
oder Beratungsgespräch) wahr. Falls ich an dem schriftlich mitgeteilten Tag oder Zeitpunkt verhindert
bin, unterrichte ich sofort meine Agentur für Arbeit und gebe auch den Grund an.
- Ich bewerbe mich zeitnah, d.h. spätestens am dritten Tage nach Erhalt des Stellenangebotes , auf
Vermittlungsvorschläge, die ich von der Agentur für Arbeit erhalten habe, nehme
Vorstellungsgespräche beim Arbeitgeber wahr und trete - falls angeboten - diese Stelle an.
- Ich teile alle vermittlungsrelevanten Änderungen wie z.B. Krankheit, Arbeitsaufnahme, Umzug
unverzüglich mit. Bei einer Ortsabwesenheit (Urlaub/Reise) hole ich mir vorab die Zustimmung
meiner Agentur für Arbeit ein.
- Ich bin darüber informiert, dass eingetretene Arbeitsunfähigkeiten und deren voraussichtliche Dauer
unverzüglich anzuzeigen und spätestens vor Ablauf des dritten Kalendertages nach Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit und deren
voraussichtlichen Dauer vorzulegen sind (§ 38 Abs. 2 i.V.m. § 311 SGB III).
Meine Eigenbemühungen werde ich zur nächsten persönlichen Vorsprache in der Agentur
hinterlegen.


Widerspruchsrecht (Rechtsbehelfsbelehrung)
Rechtsfolgenbelehrung für Herrn ...
Ich bin darüber informiert, dass ich verpflichtet bin, die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte zu
erteilen, Unterlagen vorzulegen und den Abschluss eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses
unter Benennung des Arbeitgebers und seines Sitzes unverzüglich mitzuteilen (§ 38 Abs. 2 SGB III).
Arbeitslos i. S. des § 138 SGB III ist, wer u. a. alle Möglichkeiten nutzt, um seine
Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen). Die Eigenbemühungen sind von Ihnen in
dem auf der Vorderseite des Vordrucks angegebenen Umfang nachzuweisen.
§ 138 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 4 i.V. mit § 159 SGB III
Wenn Sie die von der Agentur für Arbeit geforderten Eigenbemühungen ohne wichtigen Grund nicht
nachweisen, tritt eine Sperrzeit von zwei Wochen ein. Dies gilt auch dann, wenn die
Eigenbemühungen nicht zu dem genannten Termin oder unvollständig nachgewiesen werden.
Während der Sperrzeit ruht Ihr Anspruch auf Leistungen (Arbeitslosengeld, Arbeitslosenbeihilfe,
Teilarbeitslosengeld), das heißt, Leistungen werden nicht gezahlt. Ihre Anspruchsdauer vermindert
sich um die Tage der Sperrzeit (§ 148 Abs. 1 Nr. 3 SGB III).
Hinweise dazu, unter welchen Voraussetzungen ein Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben wird
und wann eine Sperrzeit eintritt, enthält das "Merkblatt für Arbeitslose, Ihre Rechte - Ihre Pflichten".
Erfüllen Sie eine der oben genannten Voraussetzungen für den Eintritt einer Sperrzeit, so kann dies
zu einer Absenkung des Arbeitslosengeldes II gemäß § 31 Abs. 4 Nr. 3 Sozialgesetzbuch (SGB)
Zweites Buch (II) führen.



Gegen diesen Verwaltungsakt ist der Widerspruch zulässig. Der Widerspruch ist schriftlich oder zur
Niederschrift bei Ihrer Agentur für Arbeit einzureichen und zwar innerhalb eines Monats, nachdem
Ihnen dieses Schreiben bekannt gegeben worden ist.
 

Doppeloma

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AW: Eingliederungsvereinbarung - Verwaltungsakt

Hallo Wolfgang17,

Kürzlich hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt, wo mir die Mitarbeiterin meine Pflichten am Bildschirm in einer Eingliederungsvereinbarung zeigte und vorlas. Als ich ihr mitteilte das ja die Verpflichtungen des Arbeitsamtes fehlen und ich das so nicht ohne Prüfung unterschreiben werde, teilte sie mir mit, das sie dann eben einen Verwaltungsakt daraus mache, den ich dann sowieso akzeptieren muss. Damit war das Gespräch beendet.
Das ist so nicht zulässig, denn von einer gemeinsamen Festlegung kann ja da keine Rede mehr sein, allerdings solltest du dir auch überlegen ob es sich lohnt dagegen vorzugehen.

Es wäre vermutlich kein Problem, denn zumindest sollte dir ja ein EGV-Vorschlag auch in Papierform selber vorliegen und am selben Tag den VA auszudrucken zeugt nicht unbedingt von Verhandlungswilligkeit deiner SB ...

Jetzt habe ich festgestellt, das in meinem Zugang zur Jobbörse unter "Meine Dokumente" beide Schreiben: EGV und VA mit annähernd gleichen Text und mit dem Datum meines Besuches abgelegt sind (das war vor 2 Wochen)
Der Text muss ja auch fast gleich sein, nur die Rechtsfolgenbelehrung muss auf den VA angepasst werden, was konkret ist denn sonst noch "anders" in der EGV ???

1.) Muss ich so etwas akzeptieren?
Akzeptieren musst du das so nicht, allerdings hat diese EGV im Internet auch keinerlei Bedeutung für dich, denn du selbst hast die ja nie ausgehändigt bekommen.
Du solltest ohnehin aufhören dich um den Kram in deinem Internet-Profil zu kümmern, dazu kannst du nicht verpflichtet werden, rechtsverbindlich ist NUR was du in Papierform direkt oder auf dem Postwege bekommst.

2.) Des weiteren irritiert mich der Satz in der Rechtsfolgenbelehrung "Die Eigenbemühungen sind von Ihnen in dem auf der Vorderseite des Vordrucks angegebenen Umfang nachzuweisen". Diesen Vordruck habe ich nicht erhalten.
Mich "irritiert" vor Allem, dass es gar keine konkreten Forderungen von Eigenbemühungen / Bewerbungen gibt in dem VA oder habe ich da was übersehen ... ???

Sie erstellt also einen VA um dir deine Verpflichtungen zu Bewerbungen aufzuerlegen, schreibt aber gar nichts dazu rein was du nun konkret (Anzahl) machen sollst ... man könnte es auch pure Papierverschwendung nennen ...

3.) Wäre hier Widerspruch möglich?
Ja sicher, wenn du auch noch Zeit und Papier "verschwenden" willst kannst du auch Widerspruch einlegen ... steht ja drauf, es ist ein Bescheid also ist Widerspruch dein zulässiges Rechtsmittel ...

Der wird entweder abgelehnt (als unbegründet) oder man hebt diesen Bescheid auf und hat eine neue Überraschung für dich ... was stellt sich deine SB denn so vor, wohin du noch vermittelt werden kannst ???

Noch eine kleine Info: Ich bin jetzt 64 Jahre alt und müsste noch bis Ende 2018 arbeiten (da ein Studium nicht angerechnet wird)
Was stellst du dir selber so vor wie du die Zeit bis zur Altersrente noch möglichst stressfrei verbringen kannst, wie lange hast du noch Anspruch auf ALGI, wie viele VV hast du schon von der AfA bekommen, wie viele erfolgreiche Bewerbungen hattest du selbst schon bisher ???

Ich meine solche wo man dich wenigstens zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat ... denn in Arbeit bist du ja offenbar noch nicht wieder gekommen.

Wie viele Beitragsjahre / anerkannte Versicherungsjahre hast du denn bisher bei der DRV, keine 35 Jahre die dir den Ausstieg bereits ermöglichen würden ... oder wäre das dann erst Ende 2018 der Fall ???

Bekommst du bis dahin noch ALGI oder ist das vorher abgelaufen ???

Ich denke mal die SB wissen sehr genau, dass sie die "begehrten" älteren Arbeitslosen nicht mehr in (zumutbare) versicherungspflichtige Arbeit bekommen werden und ob du 50 km Weg zur Arbeit in Kauf nehmen müsstest hängt besonders auch von deinem Wohnort und den üblichen Verkehrs-Möglichkeiten ab.

Hast du dich mal mit § 140 SGB III beschäftigt, ich denke mal dazu hat dich deine SB noch nicht informiert ...

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Verwaltungsakt - Festsetzung von Eigenbemühungen
(§ 37 Abs. 3 Satz 4 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Drittes BuchSozialgesetzbuch - SGB III)

Empfänger Herr ...
Ersteller Agentur für Arbeit
gültig von 11.04.2017
gültig bis 24.09.2017 soweit zwischenzeitlich nichts anderes vereinbart wird
Schon dieser Teil ist "lächerlich" sie macht einen Bescheid (Verwaltungsakt) und erklärt in der Gültigkeit (neben dem festen Ablaufdatum), dass der nur gilt solange nichts anderes "vereinbart" wird ... das hat sie aus der EGV einfach übernommen.

Denn ein VA wird NICHT "vereinbart", der kann auch nicht einfach so geändert werden, der läuft jetzt bis zum 24.09.2017 ODER sie muss ihn begründet vorher aufheben, wenn sie daran was ändern will.

Einleitung

Sehr geehrter Herr ...,
für die Inanspruchnahme der Vermittlung ist es erforderlich, dass Sie Eigenbemühungen
unternehmen.
das steht schon im Gesetz, dass man sich bemühen muss seine Arbeitslosigkeit wieder zu beenden und konkreter steht es ja nun in diesem "Wisch" auch nicht drin ...

Zu diesem Zweck können Sie gemeinsam mit der Agentur für Arbeit eine Vereinbarung abschließen, die sowohl die u.a. an Sie zu gewährenden Leistungen als auch Ihre Bemühungen zur Beendigung Ihrer Arbeitssuche enthält (Eingliederungsvereinbarung).
Wie du selbst schon festsgestellt hast (am Bildschirm) bietet dir die AfA auch nicht mehr als ohnehin schon im Gesetz steht und dazu braucht man keinen Vertrag abschließen ... um das erneut wiederzukäuen ...

Da zwischen Ihnen und der Agentur für Arbeit keine Eingliederungsvereinbarung zustande
gekommen ist, sind nach der bereits erfolgten Anhörung die für Ihre Eingliederung erforderlichen
Eigenbemühungen festzusetzen (§ 37 Absatz 3 Satz 4 SGB III).
Was für eine "Anhörung" meint sie da bitte ... ???

Es ist eigentlich müßig darauf noch näher einzugehen, ich persönlich würde dagegen gar nichts machen und mich für die Dauer des VA "zurücklehnen" ... Bewerbungen schreiben wenn sich was Sinnvolles ergibt und eventuelle VV abarbeiten (das musst du auch OHNE EGV oder VA) und abwarten was sie nach dem Ablauf so weiter mit dir vor haben könnte.

Einfach was ändern geht nicht, dann machst du ihr mal ein wenig Ärger aber ich denke mal sie hat auch nur ihr "Pflicht-Programm" abgespult, damit sie wieder was bei dir eintragen konnte.

Ich frage mich immer wieder wie wir das früher mal geschafft haben auch ohne solchen zusätzlichen "Schnick-Schnack" wieder in Arbeit zu kommen, heute "blüht" die Vermittlungsbürokratie immer mehr auf, bloß in Arbeit kommt damit auch Keiner mehr ...

MfG Doppeloma
 

Wolfgang17

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AW: Eingliederungsvereinbarung - Verwaltungsakt

Danke erst mal für die schnelle Antwort
Der Text muss ja auch fast gleich sein, nur die Rechtsfolgenbelehrung muss auf den VA angepasst werden, was konkret ist denn sonst noch "anders" in der EGV ???
Der Textinhalt ist soweit gleich, der VA enthält zusätzlich die Einleitung und alles ab 2.Satz der Rechtsfolgenbelehrung

Mich "irritiert" vor Allem, dass es gar keine konkreten Forderungen von Eigenbemühungen / Bewerbungen gibt in dem VA oder habe ich da was übersehen ... ???
Sie erstellt also einen VA um dir deine Verpflichtungen zu Bewerbungen aufzuerlegen, schreibt aber gar nichts dazu rein was du nun konkret (Anzahl) machen sollst ... man könnte es auch pure Papierverschwendung nennen ...
Soweit ich das verstanden habe sollen konkrete Forderungen auf einen Vordruck vorliegen, den ich aber nicht kenne.

Was stellst du dir selber so vor wie du die Zeit bis zur Altersrente noch möglichst stressfrei verbringen kannst, wie lange hast du noch Anspruch auf ALGI, wie viele VV hast du schon von der AfA bekommen, wie viele erfolgreiche Bewerbungen hattest du selbst schon bisher ??? Ich meine solche wo man dich wenigstens zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat ... denn in Arbeit bist du ja offenbar noch nicht wieder gekommen.
ALGI bekomme ich bis zum Eintritt in die Rente. Einen VV zu einer privaten Jobvermittlung habe ich bisher bekommen, aber auf die dort ausgeschriebene Stelle hatte ich mich schon vorher beworben. Ansonsten habe ich dieses Jahr 11 Bewerbungen (per Mail).

Hast du dich mal mit § 140 SGB III beschäftigt, ich denke mal dazu hat dich deine SB noch nicht informiert ...
Den einzigen Hinweis den ich von der SB erhalten habe: "Ich müsse mich jetzt Bundesweit bewerben, da die ersten 3 Monate um sind."

Was für eine "Anhörung" meint sie da bitte ... ???
Da meint sie bestimmt das am 11.04. stattgefundene Gespräch, übrigens das erste seit dem ich arbeitslos bin, denn die vorangegangenen sind immer wegen Krankheit der SB ausgefallen.

Nun hätte ich noch ein paar Fragen:
In der EGV und VA steht der Satz: "Derzeit werden keine Leistungen aus Vermittlungsbudget in Aussicht gestellt."

Habe ich eigentlich Ansprüche auf:
- Bewerbungskosten?
- Fahrtkosten zu Bewerbungsgespräche?
- Umzugskosten, wenn ich mich Bundesweit berwerben soll?
- einen Vermittlungsgutschein, den viele private Jobcenter verlangen?
- oder andere Leistungen, die mir noch nicht bekannt sind ?

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
 

Doppeloma

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Hallo Wolfgang17,

aktuell nur kurz, melde mich später noch mal zum Rest, habe gleich einen Arzt-Termin (Ja-Ja "Rentner haben niemals Zeit":bigsmile:) ...

Soweit ich das verstanden habe sollen konkrete Forderungen auf einen Vordruck vorliegen, den ich aber nicht kenne.
Was nicht im VA steht kann man auch nicht von dir verlangen, es genügt nicht auf irgendwelche Zusatz-Zettel zu verweisen, die du gar nicht bekommen hast, ALLES was man von dir will gehört IN DEN VA mit rein, wenn das Rechtswirkung erlangen soll.

ALGI bekomme ich bis zum Eintritt in die Rente. Einen VV zu einer privaten Jobvermittlung habe ich bisher bekommen, aber auf die dort ausgeschriebene Stelle hatte ich mich schon vorher beworben. Ansonsten habe ich dieses Jahr 11 Bewerbungen (per Mail).
Wollte die PAV denn selbst eine Stelle besetzen (in der eigenen Filiale), sonst kannst du ohne Vermittlungsgutschein (Leistung aus dem Vermittlungs-Budget) ohne eigenen (kostenpflichtigen) Vertrag keine "Dienstleistungen" einer privaten Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen. :icon_evil:

Lass dich bloß nicht auf solchen Mist ein, die arbeiten mit ZAF zusammen und "vermitteln" dich ganz schnell (finanziell unter Wert) wenn du einen Vermittlungsgutschein hast von der AfA ... dann kassieren die deine "Vermittlungs-Prämie" und du sollst noch "dankbar" sein dafür.

Aber mit Ü 60 bist du nicht mal mehr für ZAF besonders interessant ... einen solchen "Gutschein" musst du aber selber beantragen, den kann man dir gar nicht aufzwingen und einlösen musst du den auch nur wenn es sinnvoll für dich wäre.

Den einzigen Hinweis den ich von der SB erhalten habe: "Ich müsse mich jetzt Bundesweit bewerben, da die ersten 3 Monate um sind."
Müssen musst du erst mal noch GAR NICHTS, wenn sie meint da gibt es mehr Möglichkeiten, warum "sprudeln" dann nicht die "passenden" (bundesweiten) VV aus ihrem Computer, die AfA soll dich doch unterstützen bei der Vermittlung und nicht nur FORDERN ohne Ende ... :icon_kinn:

Aber ernsthaft "gefordert" wird ja auch NICHTS, es ist doch nur "heiße Luft" was in deinem VA steht ... in den Rechtsgrundlagen des Vermittlungsbudgets gibt es keine "Altersbegrenzung" für die möglichen Gelder ...

Aber dazu später mehr, das darf sie gar nicht ausschließen und noch ohne Begründung, dass du daraus was bekommen könntest für deine Arbeitsvermittlung ...

Hier mal was zu lesen dazu, da findest du auch schon Hinweise auf deine Ansprüche wenn man dich unbedingt "bundesweit" unterbringen möchte.

§ 44 SGB III Förderung aus dem Vermittlungsbudget

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

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Hallo Wolfgang17,

dann mal wie versprochen weiter in deiner Antwort und zu deinen Fragen darin.
Habe ja beim Durchsehen der Bestimmungen des SGB III mal wieder festgestellt, dass man so Einiges wieder "umgeschrieben" hat Ende März, die Aufzählung der (möglichen) Eingliederungsleistungen aus dem Vermittlungs-Budget war mal deutlich umfangreicher.

Letztlich sind es aber alles "Ermessens-Leistungen" (also "Kann-Bestimmungen") ohne Rechtsanspruch auf bestimmte Leistungen erheben zu können.

Da meint sie bestimmt das am 11.04. stattgefundene Gespräch, übrigens das erste seit dem ich arbeitslos bin, denn die vorangegangenen sind immer wegen Krankheit der SB ausgefallen.
Das mit der "Anhörung" passt da überhaupt NICHT rein, eine "Anhörung" findet statt wenn man irgendwas "falsch" gemacht haben soll, nun ist es aber keine Pflicht eine EGV unterschreiben zu müssen, also weiß ich nicht was dieser Rechtsbegriff da überhaupt drin zu suchen hat.

Solche Gespräche sind allgemeine "Beratungs-Pflicht" der AfA und haben damit nichts zu tun, eine "Anhörung" (§ 24 SGB X) findet in der Regel schriftlich statt, wenn man z.B. wegen einem Meldeversäumnis seine besonderen Gründe dafür darlegen soll / kann, um keine Leistungssperre zu bekommen.

§ 24 SGB X Anhörung Beteiligter

Das ist also in dem Zusammenhang nicht irgendeine bedeutungslose "Floskel", man hat dich aber zu informieren, wenn eine "Anhörung" im Meldetermin durchgeführt wird.

Du solltest beim nächsten Termin spätestens mal die Gesprächsprotokolle der bisherigen Termine verlangen, das die SB immer anfertigen müssen, um die besprochenen Dinge auch zu dokumentieren.

Nun hätte ich noch ein paar Fragen:
In der EGV und VA steht der Satz: "Derzeit werden keine Leistungen aus Vermittlungsbudget in Aussicht gestellt."
Völlig überflüssig noch extra zu betonen, dass du KEINE Unterstützung zu erwarten hast aus dem Vermittlungsbudget, irgendwie hat die nur Text gesucht um das Papier zu füllen hat man den Eindruck.

In einer EGV oder dem ersetzenden VA soll festgehalten werden, was du konkret zu erwarten hast von der AfA zur Unterstützung, schon ziemlich frech da zu betonen, dass du NICHTS zu erwarten hast ... dann sollte sie dir auch keine VV mehr für PAV schicken ... :icon_evil:

Dann sehen wir uns mal genauer an, worauf du so Anspruch haben könntest, insbesondere auch ihre Forderung nach bundesweiter Bewerbung betreffend, die allerdings im VA NICHT ausdrücklich und verbindlich erfasst wurde.

Umkreis vom 50 km ist ja nicht als "bundesweit" zu betrachten ... :bigsmile:

Generell kannst (und solltest) du ALLES schriftlich und nachweislich beantragen was du für erforderlich halten möchtest, besonders auch Fahrtkosten zu Meldeterminen / schriftliche Bewerbungen und eventuelle Vorstellungsgespräche betreffend.

Du solltest dich besser NICHT (mehr) per Mail bewerben, sondern lieber schriftlich und ohne Angabe einer Mail-Addy und / oder Telefon-Nummer, besonders wenn es um Angebote geht (auch VV mit RFB) an denen du nicht so sonderlich interessiert bist.

Du musst für die AfA und auch für die AG NUR auf dem Postwege erreichbar sein, was den Vorteil (für dich) hat, dass man dir auch schreiben MUSS wenn man dich wirklich einladen möchte.
Somit hast du direkt auch den Nachweis für diese Einladung in der Hand und kannst deine Kosten (wie gesetzlich gewünscht) VOR der Entstehung, bei der AfA aus dem Vermittlungsbudget beantragen.

Es ist unerheblich ob im VA bereits steht, dass man für dich keine Leistungen "vorsehen" möchte, du hast einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass dein Antrag geprüft wird und du einen Bescheid bekommst, der VA darf dich gar nicht schlechter stellen, als es im Gesetz vorgesehen ist.

Je nach Höhe deines ALGI wird dir aber eine Belastungsgrenze berechnet, die liegt etwa im Hartz 4- Niveau (also aktuell 409 € Regelsatz + komplette Wohnkosten), darüber darf man erwarten, dass du diese Kosten zunächst selbst aufbringen kannst.

Das hat man dir dann im Bescheid entsprechend mitzuteilen, ob man dir das Geld zahlt / erstattet oder deine Eigenleistungsfähigkeit noch für ausreichend hält.

Je nach Art und Umfang deiner sonstigen finanziellen Verpflichtungen (unterhaltsberechtigte Angehörige z.B.) kannst du dann begründet Widerspruch einlegen oder dich bis zum nächsten Antrag damit zufrieden geben.

Habe ich eigentlich Ansprüche auf:
- Bewerbungskosten?
- Fahrtkosten zu Bewerbungsgespräche?
Eindeutig JA, sobald deine Ausgaben dafür die Eigenleistungsfähigkeit überschreiten, immerhin erwartet die AfA ja von dir, dass du Bewerbungen tätigst, um den Leistungsbezug wieder beenden zu können, also MUSS sie das "bei Bedarf" auch bezahlen /erstatten.

Also stelle schriftliche Anträge so viele wie du möchtest und nötig sind, immer nachweislich und du möchtest auch IMMER einen Bescheid dazu ... :first:

- Umzugskosten, wenn ich mich Bundesweit berwerben soll?
Zunächst mal verlangt der aktuell gültige VA KEINE bundesweiten Bewerbungen, sollte sich das später (nach Ablauf des aktuellen VA) mal ändern, dann bestehe auch darauf, dass die erforderliche Unterstützung aus dem Vermittlungs-Budget mit aufgenommen wird ...

Man müsste dir ja zunächst wieder eine EGV anbieten, das darf nicht zur "Gewohnheit" werden was die SB dieses Mal gemacht hat ... :icon_evil:

Sollte sie dir mal Fern-VV zusenden, dann schreibe zunächst mal die Bewerbung egal von der Entfernung, das bedeutet ja noch nicht, dass der AG dich auch wirklich kennenlernen und gar auch einstellen möchte.

Die können ja auch rechnen und es gibt sicher im näheren Umfeld des AG auch genug (Jüngere ???) Arbeitslose für diese Stelle, die vielleicht auch noch länger als ein gutes Jahr bis zur Altersrente dort arbeiten würden.

Du darfst gerne direkt in der Bewerbung die Unterstützung mit anfragen, die man dir bei einer Einstellung geben möchte, auch nach Übernahme der Reise-Kosten (eventuell nötige Übernachtungskosten) für ein Vorstellungsgespräch darfst du gerne direkt fragen.

Denn die AfA betont ja immer wieder, dass solche Kosten nur übernommen werden wenn der AG schriftlich bestätigt, dass er das NICHT übernehmen wird ... ich denke mal damit hat sich das vermutlich dann schon erledigt.

Wenn nicht hast du mit der Antwort ALLES was du brauchst, um den Antrag an die AfA zu stellen, natürlich dringend, denn der AG wird sicher nicht besonders lange darauf warten wollen, dich nun endlich kennenzulernen ... :cheer2:

Sollte sich ergeben, dass der AG dich tatsächlich gerne einstellen möchte, dann bist du ja (lt. VA) verpflichtet die Stelle anzunehmen (soweit das Einkommen stimmt nach § 140 SGB III) und dann geht es in die nächste "Antragsphase", denn du musst natürlich erst mit der AfA klären wie man dich dabei unterstützen wird ... :bigsmile:

- einen Vermittlungsgutschein, den viele private Jobcenter verlangen?
Es gibt keine "privaten JobCenter", die privaten Arbeits-Vermittler haben auch keine anständige Arbeit zu vergeben, also kannst du dir auch sparen einen solchen Vermittlungsgutschein einzufordern.

Dazu kannst du noch Einiges in § 45 SGB III nachlesen, für welche Zwecke und zu welchen Bedingungen Vermittlungsgutscheine ausgegeben werden (sollen), daran vedienen meist nur die PAV ...

§ 45 SGB III Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung

- oder andere Leistungen, die mir noch nicht bekannt sind ?
Ja sicher, du kannst auch einen Bildungsgutschein beantragen, um einen interessanten Kurs zu belegen der dir vielleicht nützlich werden könnte ... kommt ja ganz drauf an was du noch vor hast, bis du dann nächstes Jahr in Rente gehen wirst ...

KURSNET - Startseite

Du kannst deine SB mit solchen Anträgen gerne "überschütten" und irgendwann wird sie froh sein wenn sie dich nicht mehr zu oft sehen muss ...

Deine Sorge vielleicht wegen anderer Arbeit noch "zwangsweise" umziehen zu müssen dürfte ziemlich unbegründet sein, es gibt auch genug Gründe aus familiärer Sicht (Ehepartner vor Ort in Arbeit / Kinder / Enkel in der Nähe ???), das so kurz vor dem Rentenalter ablehnen zu können, ohne negative Folgen.

Ich denke allerdings, dass schon die AG selbst wenig Interesse an dir haben werden wenn du zu weit weg wohnst ... das klappt ja schon bei deutlich Jüngeren nicht so, wie sich die SB das oft vorstellen möchten.

Und das kann SEHR teuer werden für die AfA aber soweit denken die SB (vermutlich) meist noch gar nicht (sofern sie übehaupt denken), wenn sie mit "bundesweiter Vermittlung drohen" ... die "Vermittlung" hält sich ja ohnehin meist in sehr engen Grenzen.

MfG Doppeloma
 

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