Eingliederungsvereinbarung in Gruppenveranstaltung unterschrieben (1 Betrachter)

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Stroganoff

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Hallo,

vor einer Woche war ich bei so einem Infotag, in der es darum ging Hartz4-Empfänger über eine bevorstehende Maßnahme zu informieren.

Wir mussten auch eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, aber nicht jeder im Einzelgespräch, sondern wir saßen alle nebeneinander in einem Raum als wir sie unterschrieben und über die Inhalte aufgeklärt wurden.

Ist die Eingliederungsvereinbarung so überhaupt rechtskräftig? Und wenn sie nicht rechtskräftig ist, könnte ich dann trotzdem sanktioniert werden, wenn ich diese Maßnahme abbreche?
 

Rudi

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Ist die Eingliederungsvereinbarung so überhaupt rechtskräftig? Da du sie unterschrieben hast ja, ist doch ein rechtsgültiger Vertrag zwischen Dir und der ARGE.

Und wenn sie nicht rechtskräftig ist, könnte ich dann trotzdem sanktioniert werden, wenn ich diese Maßnahme abbreche? Ja, da Du den Inhalt und die damit verbundenen Verpflichtungen mit deiner Unterschrift akzeptiert hast..
Das einzige was Du aus meiner Sicht noch machen könntest ist durch ein SG das Zustandekommen der EGV prüfen zu lassen und in der Zwischenzeit bist Du vielleicht krank geworden. :cool:
 

Stroganoff

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Das einzige was Du aus meiner Sicht noch machen könntest ist durch ein SG das Zustandekommen der EGV prüfen zu lassen und in der Zwischenzeit bist Du vielleicht krank geworden. :cool:
Ich habe ja schon in einem anderen Thread geschrieben wie sehr mich diese bevorstehende Zwangsmaßnahme anwidert, zumal ich sowas letztes Jahr schon gemacht habe und in den Praktika schön ausgenutzt wurde...

Das mit dem Krank werden ist auch so eine Sache. Die Maßnahme geht ein halbes Jahr und solange schreibt mich wohl kein Arzt krank, da müsste ich schon eine mittelschwere Depression haben. Manchmal glaube ich aber echt, dass ich die schon längst habe, allein schon wegen dem Streß mit der Arge.

Wir saßen zu sechst in einem Raum und haben alle dann die EGV unterschrieben. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die EGV unter solchen Voraussetzungen wirklich rechtskräftig zustande gekommen ist. Am liebsten hätte ich sie nicht unterschrieben, aber das bringt ja auch nur Ärger.
 

Rudi

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Die Maßnahme geht ein halbes Jahr und solange schreibt mich wohl kein Arzt krank, da müsste ich schon eine mittelschwere Depression haben.
Aber vielleicht bist Du nur so lange krank bis ein SG entschieden hat das dass Zustandekommen und der Inhalt der EGV rechtswiedrig war/ist und somit ungültig ist, das dauert nicht Monate.
 
E

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Stell die EGV doch mal hier rein. Nur dann kann man sehen, ob sie rechtswidrig ist und sie ein Richter evtl. als nichtig sieht.

Meist sind diese EGV voll Unzulässigkeiten und Unklarheiten. Rechtswidrig sind sie aber meistens nicht. Und dann weiss man auch nie, wie die Richter entscheiden.
 

Stroganoff

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Stell die EGV doch mal hier rein. Nur dann kann man sehen, ob sie rechtswidrig ist und sie ein Richter evtl. als nichtig sieht.

Meist sind diese EGV voll Unzulässigkeiten und Unklarheiten. Rechtswidrig sind sie aber meistens nicht. Und dann weiss man auch nie, wie die Richter entscheiden.
So, ich habe meine Eingliederungsvereinbarung jetzt mal hochgeladen und natürlich dabei meinen Namen und sonstige persönliche Daten unkenntlich gemacht.
 

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E

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Diese EGV ist voll Unzulässigkeiten, so zB die Mitwirkungspflichten uvm.

Ansonsten wird die Maßnahme (soweit ich erkennen konnte, denn du hast da etwas zu viel ausgeblankt) korrekt bezeichnet und beschrieben, der Zeitraum ist klar, der Träger auch, wahrscheinlich auch die Uhrzeiten. Das wäre der Hauptgrund gewesen, um hier die Rechtmäßigkeit anzuzweifeln.

Ich fürchte, dass hier ein Richter das ebenfalls als rechtmäßig sieht. Er könnte die Unzulässigkeiten bemängeln. Diese können aber behoben werden; d.h., deswegen ist die eGV nicht ungültig.

Leider hast du auch den Zeitraum gelöscht. Wie lange geht denn die Maßnahme? Und was beinhaltet sie? Irgend einen überflüssigen Kram?

Wenn du die Maßnahme abbrichst, hast du dich sogar zu einer Schadensersatzpflicht verpflichtet. D.h., du bekommst nicht nur die Sanktion wegen Verstoß der EGV, sondern kannst die Maßnahme bis zu 30% der Kosten auch noch bezahlen, wenn kein wichtiger Grund (wie z.B. Arbeitsaufnahme oder Krankheit oder gesundheitliche Einschränkung, die dich an dern Ausübung hindert) vorliegt. Ist denn das eine "Bildungsmaßnahme"? Ein Schadensersatzanspruch ist nämlich nur bei Bildungsmaßnahmen zulässig. Irgend ein Bewerbungsschreiben oder Training fällt nicht in diese Kategorie.

Eine Feststellungsklage schadet nichts. Das Problem ist, dass der Richter wohl eine Weile dazu brauchen wird (von 3 Wochen bis 3 Monate), evtl. gegen dich entscheidet (wenn du es selbst machst (nicht über Anwalt), entstehen dir aber zumindest keine Kosten) und du in der Zwischenzeit zur Maßnahme hinmusst.

Ich würde mich an deiner Stelle hundeelend fühlen und mal den Arzt aufsuchen. Wer die halbe Maßnahme verpasst, kann für den Rest evtl. auch nicht mehr eingesetzt werden. Und pass beim nächsten Mal besser auf, wenn du Verträge unterschreibst. Kein Mensch unterschreibt blind einen Vertrag. Den hättest du mitnehmen müssen. Hier im Forum oder auch Erwerbsloseninitiativen helfen sie dir bei der Überprüfung und helfen dir auch bei der Ausarbeitung eines Vorschlages deiner Wahl. So empfehle ich bei EGVs mit Maßnahmen meist, diese durch eine deiner Wahl in einem Gegenvorschlag zu ersetzen. Und zwar eine, die dich beruflich wirklich weiterbringt. Das bringt das Amt nämlich ganz schön in Erklärungsnot, wenn sie von dir "irgendetwas" fordern und du etwas "gezieltes und weiterbringendes" an diese Stelle setzt.
 

Stroganoff

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Diese EGV ist voll Unzulässigkeiten, so zB die Mitwirkungspflichten uvm.

Ansonsten wird die Maßnahme (soweit ich erkennen konnte, denn du hast da etwas zu viel ausgeblankt) korrekt bezeichnet und beschrieben, der Zeitraum ist klar, der Träger auch, wahrscheinlich auch die Uhrzeiten. Das wäre der Hauptgrund gewesen, um hier die Rechtmäßigkeit anzuzweifeln.

Ich fürchte, dass hier ein Richter das ebenfalls als rechtmäßig sieht. Er könnte die Unzulässigkeiten bemängeln. Diese können aber behoben werden; d.h., deswegen ist die eGV nicht ungültig.

Leider hast du auch den Zeitraum gelöscht. Wie lange geht denn die Maßnahme? Und was beinhaltet sie? Irgend einen überflüssigen Kram?

Wenn du die Maßnahme abbrichst, hast du dich sogar zu einer Schadensersatzpflicht verpflichtet. D.h., du bekommst nicht nur die Sanktion wegen Verstoß der EGV, sondern kannst die Maßnahme bis zu 30% der Kosten auch noch bezahlen, wenn kein wichtiger Grund (wie z.B. Arbeitsaufnahme oder Krankheit oder gesundheitliche Einschränkung, die dich an dern Ausübung hindert) vorliegt. Ist denn das eine "Bildungsmaßnahme"? Ein Schadensersatzanspruch ist nämlich nur bei Bildungsmaßnahmen zulässig. Irgend ein Bewerbungsschreiben oder Training fällt nicht in diese Kategorie.

Eine Feststellungsklage schadet nichts. Das Problem ist, dass der Richter wohl eine Weile dazu brauchen wird (von 3 Wochen bis 3 Monate), evtl. gegen dich entscheidet (wenn du es selbst machst (nicht über Anwalt), entstehen dir aber zumindest keine Kosten) und du in der Zwischenzeit zur Maßnahme hinmusst.

Ich würde mich an deiner Stelle hundeelend fühlen und mal den Arzt aufsuchen. Wer die halbe Maßnahme verpasst, kann für den Rest evtl. auch nicht mehr eingesetzt werden. Und pass beim nächsten Mal besser auf, wenn du Verträge unterschreibst. Kein Mensch unterschreibt blind einen Vertrag. Den hättest du mitnehmen müssen. Hier im Forum oder auch Erwerbsloseninitiativen helfen sie dir bei der Überprüfung und helfen dir auch bei der Ausarbeitung eines Vorschlages deiner Wahl. So empfehle ich bei EGVs mit Maßnahmen meist, diese durch eine deiner Wahl in einem Gegenvorschlag zu ersetzen. Und zwar eine, die dich beruflich wirklich weiterbringt. Das bringt das Amt nämlich ganz schön in Erklärungsnot, wenn sie von dir "irgendetwas" fordern und du etwas "gezieltes und weiterbringendes" an diese Stelle setzt.
Die genauen Uhrzeiten, wann man die Maßnahme antreten muss und wann sie vorbei ist stehen nicht in der EGV. Die stehen auf einem Flyer zur Maßnahme, die jeder Teilnehmer bekam.

Die Maßnahme dauert ein halbes Jahr.

Der Begriff Bildungsmaßnahme wird nicht direkt genannt. Die Maßnahme nennt sich "BOJE" Berufsorientierung für junge Erwachsene. Entwickelt von der IEB. Dem Institut für Erwachsenenbildung.

Inalte:

"Klärung der Lernbiographie"
"biographisches Interview"
"Einzelgespräch durch einen Sozialpädagogen"
"Bildungsbegleitung"
"evtl. Erarbeitung von beruflichen Alternativen"
 

Stroganoff

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Themenworkshops in der Maßnahme.

"Ich und der Andere" (interkulturelle Kompetenz)
"Umgang mit Geld"
"notwendige Versicherungen"
"Schlüsselkompetenz im Berufsleben"
"Umgang mit Erfolg und Mißerfolg"
"Körperliche Fitnesse" (z.B. Rückenschule)
"Gesunde Ernährung"
"Meine zukünftige Lebensplanung"

Ja, das darf ich mir alles reintun, welch eine Freude.
 
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Das werden die wohl als Bildungsmaßnahme betrachten.

Eigentlich kann dir hier keiner weiterhelfen, wenn du das schon unterschrieben hast. Ich fürchte, auch ein Anwalt, den du evtl. noch aufsuchen könntest, wird dir hier kaum weiterhelfen können. Kannst ja mal probieren, ob du beim Amtsgericht einen Beratungsschein hierfür bekommst. Damit kannst du für 10 Euros zum Fachanwalt für Sozialrecht gehen. Vielleicht findet der noch ein Schlupfloch.
 
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Eine Zwischenfrage für alle, bei denen es vielleicht noch soweit kommt:
Was hätte man denn machen sollen, wenn man sowas vorgelegt bekommt?
Einfach nicht unterschreiben? Um Bedenkzeit bitten?
Darf man das noch?
Wie stellt man das jetzt am besten noch an?

P.S ich hatte auch so eine 6 Monats Maßnahme, war dann leider für 6 Wochen krankgeschrieben und die Maßnahme wurde abgebrochen, weils keinen Sinn mehr hätte.
(ok jetzt hab ich einen Fallmanager an der Backe, aber wie´s scheint, ist der kompeteneter als der Berater vorher)
 

Stroganoff

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Nicht dem Ärger ausweichen! Sondern sich dem Ärger stellen!
Man wächst nur daraus...
Sofort muss man garnix unterschreiben, Bedenkzeit ist immer drin.
Grundsätzlich weiche ich dem Ärger nicht aus und ich werde in der Maßnahme auch stets Dinge, die mir nicht passen ansprechen.

Nur, ich habe auch keine Lust, dass sie mir das Geld streichen. Dann nützt mir jeglicher Wachstum herzlich wenig, wenn ich obdachlos auf der Straße liege.
 
E

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Gast
Gerade in Massenveranstaltungen wird besonder Druck zur Unterschrift einer EGV gemacht, weil man meist ohne Beistand da ist und alle anderen ja unterschreiben. Man sieht, wie alle nachgeben, und man gibt auch nach. Das ist ein Fehler!

Die EGV einstecken und mitnehmen! Mit den Worten: "Ich unterschreibe keine Verträge ohne sie vorher sorgfältig zu prüfen", oder: "Meine Verträge überprüft immer vorher mein Anwalt". Bitte nicht den Vertrag liegen lassen und nichts über Gegenvorschläge oder ähnliches sagen. Nur zur Prüfung mitnehmen! Lass sie protestieren und drohen. Das ist Bluff.

Im Anschluss geht man damit zu einer Erwerbsloseninitiative oder man stellt sie hier ins Forum. Hier muss erstmal geprüft werden, ob nicht noch eine bereits unterschriebene EGV vorliegt, die noch gültig ist. Das ist nämlich gerade bei Massenveranstaltungen und Massen-EGVs sehr oft der Fall! Wenn eine noch gültige EGV vorliegt, braucht man keine neue zu unterschreiben, weil das Gesetz sie nicht vorsieht. Wenn man sich mit dem Amt anlegen will, reagiert man dann überhaupt nicht drauf und wartet auf die Sanktion (dann kann man sich ja prima dagegen wehren). Wenn man sich nicht anlegen will, dann schreibt man denen ein Briefchen: "Ich hab schon eine EGV. § 15 SGB II sieht keine weitere während der Laufzeit einer noch gültigen vor. Weder ersetzend noch ergänzend. Und ich will während dieser Zeit keine weitere unterschreiben".

Wenn keine gültige EGV vorliegt, arbeitet man einen Gegenvorschlag aus. Auch hier kann eine Erwerbsloseninitiative oder das Forum helfen. Meist erfolgreich ist hier ein Gegenvorschlag mit einer sinnvollen, weiterbringenden Maßnahme meiner Wahl anstelle der Maßnahme des Amtes (die ja meist nichtsbringend ist). Nun muss so ein Amt ja argumentieren, weswegen deren lächerliche Maßnahme besser ist als meine und weswegen deren Maßnahme mich schneller in Arbeit bringen kann als meine. Das fällt denen verdammt schwer! Meist gehen die gar nicht darauf ein und drohen mündlich vor Verzweiflung nur mit Sanktionen, die sie gar nicht auferlegen können. Schriftlich bekommst du das nicht.

Hier mal ein Beispiel, mit dem ich oft Erfolge erlebte:

Nehmen wir mal an, ich bin Bürokaufmann und bekomme eine EGV mit einer Maßnahme wie folgt:

"Teilnahme an einem Bewerbungstraining mit Eignungstest und anschießendem Praktikum bei....(Name des Trägers)... vom... bis....."

dann würde ich in einem separaten Schreiben argumentieren: Ich bin Bürokaufmann und weiss genau für was ich mich eigne und Bewerbungsschreiben habe ich schon in meiner Ausbildung gelernt. Außerdem musste ich während meiner Berufstätigkeit ebenfalls Bewerbungsbearbeitung machen und bin damit bestens vertraut" (oder ähnliches).

"Ein Manko besitze ich jedoch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung, da ich meistens nur die Betriebsbuchhaltung erledigen musste. Ich bitte deshalb um Austausch Ihres Bewerbungstrainings mit Eignungstest usw. usw. in einen Kurs für Lohn- und Gehaltsabrechnung bei.... (Träger).... vom... bis.... Kosten:..... Diese Maßnahme würde erheblich meine Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt erhöhen, denn inzwischen wird von jedem SB gefordert, dass er diese Kenntnisse mitbringt. Vor allem in Kleinbetrieben ist es gefragt, dass man alles kann.... " etc. etc.

Man muss sich schon die Mühe machen, und etwas wirklich Geeignetes für sich suchen und das gut argumentieren und rüberbringen. Das kann auch ein Englischkurs sein ("damit ich mich auch in Betrieben mit internationalen Verbindungen bewerben kann"), ein Führerschein ("Er wird in meinem Beruf oft als Bedingung gestellt und erhöht meine beruflichen Chancen"), eine Spezialisierung, eine Aktualisierung der Kenntnisse, eine SAP-Maßnahme, etc. etc.

In den Gegenvorschlag setze ich das wie folgt rein:
"Übernahme der Kosten für ein Lohn- und Buchhaltungskurs bei ....(Träger wie z.B. IHK)....vom... bis..... Kosten:....."

Und wenn es mir ernst mit dieser Maßnahme meiner Wahl ist, dann stelle ich separat noch einen formlosen schriftlichen Antrag dafür, damit die das auch noch schriftlich ablehnen müssen. Dann kann ich Widerspruch und Klage einreichen. Oder eine Untätigkeitsklage nach 6 Monaten, wenn die sich nicht schriftlich äußern.

In der Regel vergehen denen dann ganz schnell die Allüren. Die denken dann nur noch an die Kosten der Maßnahme, die dich weiterbringen kann. Die denken an Widersprüche und Klagen, um deine Maßnahme durchzusetzen. Sie geben Ruhe oder probieren es irgendwie anders (z.B. mit einem Ein-Euro-Job oder einer ganz anderen Maßnahme). Dagegen kann man sich aber auch wehren.
 

Paolo_Pinkel

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Die EGV einstecken und mitnehmen! Mit den Worten: "Ich unterschreibe keine Verträge ohne sie vorher sorgfältig zu prüfen", oder: "Meine Verträge überprüft immer vorher mein Anwalt". Bitte nicht den Vertrag liegen lassen und nichts über Gegenvorschläge oder ähnliches sagen. Nur zur Prüfung mitnehmen! Lass sie protestieren und drohen. Das ist Bluff.


Hi,

Diesbezüglich habe ich ein Frage an dich. Was wäre denn wenn man die EGV nicht unterschreibt mit eben deiner Begründung und der SB rückt die EGV dann nicht raus?

Es ist nämlich oft der Fall, dass die EGV 2 oder ich glaub sogar 3 mal aufgedruckt wird und mir persönlich ist es auch mal passiert, dass der SB die letzte erst rausgibt wenn man unterschreibt, so als wolle er sich eine Hintertür offen halten.

2 für die ARGE (Akte) und 1 für den HE. Angenommen man bekommt nur eine gepackt und die andere(n) verbleiben beim SB? Und was wäre wenn der SB die EGV dann zurück fordert wenn man sie erst prüfen möchte? Ist das sein Eigentum was er zurück fordern darf?

Gruss

Paolo
 
E

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Gast
Bei Massenveranstaltungen ist es immer ein Problem, weil man keinen Beistand dabei hat. Wenn man sie dich nicht mitnehmen lässt, musst du sie liegenlassen. Vermutlich bekommst du sie dann per VA und das ist auch nicht unbedingt die schlechteste Lösung. Dann musst du eben Widerspruch und EA einreichen und erklären, dass die EGV nicht zustande kam, weil man sie nicht mitnehmen ließ.

Bei der SB ist das mit einem Beistand kein Problem. Der kann das bezeugen.
 
E

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Hallo,

vor einer Woche war ich bei so einem Infotag, in der es darum ging Hartz4-Empfänger über eine bevorstehende Maßnahme zu informieren.

Wir mussten auch eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, aber nicht jeder im Einzelgespräch, sondern wir saßen alle nebeneinander in einem Raum als wir sie unterschrieben und über die Inhalte aufgeklärt wurden.

Ist die Eingliederungsvereinbarung so überhaupt rechtskräftig? Und wenn sie nicht rechtskräftig ist, könnte ich dann trotzdem sanktioniert werden, wenn ich diese Maßnahme abbreche?

Das ist blöd gelaufen. Nicht unterschreiben. Nach Hause nehmen zum genauen durchlesen. Sollte diese EGV dann per VA kommen . Widerspruch einlegen.
 

gnom123

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Gerade in Massenveranstaltungen wird besonder Druck zur Unterschrift einer EGV gemacht, weil man meist ohne Beistand da ist und alle anderen ja unterschreiben. Man sieht, wie alle nachgeben, und man gibt auch nach. Das ist ein Fehler!

Die EGV einstecken und mitnehmen! Mit den Worten: "Ich unterschreibe keine Verträge ohne sie vorher sorgfältig zu prüfen", oder: "Meine Verträge überprüft immer vorher mein Anwalt". Bitte nicht den Vertrag liegen lassen und nichts über Gegenvorschläge oder ähnliches sagen. Nur zur Prüfung mitnehmen! Lass sie protestieren und drohen. Das ist Bluff.

Im Anschluss geht man damit zu einer Erwerbsloseninitiative oder man stellt sie hier ins Forum. Hier muss erstmal geprüft werden, ob nicht noch eine bereits unterschriebene EGV vorliegt, die noch gültig ist. Das ist nämlich gerade bei Massenveranstaltungen und Massen-EGVs sehr oft der Fall! Wenn eine noch gültige EGV vorliegt, braucht man keine neue zu unterschreiben, weil das Gesetz sie nicht vorsieht. Wenn man sich mit dem Amt anlegen will, reagiert man dann überhaupt nicht drauf und wartet auf die Sanktion (dann kann man sich ja prima dagegen wehren). Wenn man sich nicht anlegen will, dann schreibt man denen ein Briefchen: "Ich hab schon eine EGV. § 15 SGB II sieht keine weitere während der Laufzeit einer noch gültigen vor. Weder ersetzend noch ergänzend. Und ich will während dieser Zeit keine weitere unterschreiben".

Wenn keine gültige EGV vorliegt, arbeitet man einen Gegenvorschlag aus. Auch hier kann eine Erwerbsloseninitiative oder das Forum helfen. Meist erfolgreich ist hier ein Gegenvorschlag mit einer sinnvollen, weiterbringenden Maßnahme meiner Wahl anstelle der Maßnahme des Amtes (die ja meist nichtsbringend ist). Nun muss so ein Amt ja argumentieren, weswegen deren lächerliche Maßnahme besser ist als meine und weswegen deren Maßnahme mich schneller in Arbeit bringen kann als meine. Das fällt denen verdammt schwer! Meist gehen die gar nicht darauf ein und drohen mündlich vor Verzweiflung nur mit Sanktionen, die sie gar nicht auferlegen können. Schriftlich bekommst du das nicht.

Hier mal ein Beispiel, mit dem ich oft Erfolge erlebte:

Nehmen wir mal an, ich bin Bürokaufmann und bekomme eine EGV mit einer Maßnahme wie folgt:

"Teilnahme an einem Bewerbungstraining mit Eignungstest und anschießendem Praktikum bei....(Name des Trägers)... vom... bis....."

dann würde ich in einem separaten Schreiben argumentieren: Ich bin Bürokaufmann und weiss genau für was ich mich eigne und Bewerbungsschreiben habe ich schon in meiner Ausbildung gelernt. Außerdem musste ich während meiner Berufstätigkeit ebenfalls Bewerbungsbearbeitung machen und bin damit bestens vertraut" (oder ähnliches).

"Ein Manko besitze ich jedoch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung, da ich meistens nur die Betriebsbuchhaltung erledigen musste. Ich bitte deshalb um Austausch Ihres Bewerbungstrainings mit Eignungstest usw. usw. in einen Kurs für Lohn- und Gehaltsabrechnung bei.... (Träger).... vom... bis.... Kosten:..... Diese Maßnahme würde erheblich meine Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt erhöhen, denn inzwischen wird von jedem SB gefordert, dass er diese Kenntnisse mitbringt. Vor allem in Kleinbetrieben ist es gefragt, dass man alles kann.... " etc. etc.

Man muss sich schon die Mühe machen, und etwas wirklich Geeignetes für sich suchen und das gut argumentieren und rüberbringen. Das kann auch ein Englischkurs sein ("damit ich mich auch in Betrieben mit internationalen Verbindungen bewerben kann"), ein Führerschein ("Er wird in meinem Beruf oft als Bedingung gestellt und erhöht meine beruflichen Chancen"), eine Spezialisierung, eine Aktualisierung der Kenntnisse, eine SAP-Maßnahme, etc. etc.

In den Gegenvorschlag setze ich das wie folgt rein:
"Übernahme der Kosten für ein Lohn- und Buchhaltungskurs bei ....(Träger wie z.B. IHK)....vom... bis..... Kosten:....."

Und wenn es mir ernst mit dieser Maßnahme meiner Wahl ist, dann stelle ich separat noch einen formlosen schriftlichen Antrag dafür, damit die das auch noch schriftlich ablehnen müssen. Dann kann ich Widerspruch und Klage einreichen. Oder eine Untätigkeitsklage nach 6 Monaten, wenn die sich nicht schriftlich äußern.

In der Regel vergehen denen dann ganz schnell die Allüren. Die denken dann nur noch an die Kosten der Maßnahme, die dich weiterbringen kann. Die denken an Widersprüche und Klagen, um deine Maßnahme durchzusetzen. Sie geben Ruhe oder probieren es irgendwie anders (z.B. mit einem Ein-Euro-Job oder einer ganz anderen Maßnahme). Dagegen kann man sich aber auch wehren.
ja,nach der alten Regelung mag das noch Sinn gemacht haben.Aber nach der neuen Regelung werden die sich nicht die Arbeit machen und Gegenargumente bringen(brauchen sie ja auch nicht mehr)

Das nicht unterzeichnen einer EGV mit oder ohne Gegenvorschlag wird eh nicht mehr sanktioniert.

Die sitzen doch(erstmal) am längeren Hebel:Die knallen dir ihre EGV als VA auf den Tisch.Dann heißt es"Entweder sie machen das was wir wollen oder sie werden sanktioniert".Und spätestens jetzt knicken die meisten ein und machen alles mit weil sie sich die Sanktion einfach nicht leisten können.Das wissen die ARGEn ganz genau.So bauen die Druck auf.Mit der Sanktionierei haben die AEGEn dich in der Hand und nicht du sie.

Selbst wenn im nachhinein ein SG die Sanktion als rechtswidrig anerkennt.Bis es soweit ist musst du erstmal mit weniger Kohle auskommen.
 
E

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Wenn eine noch gültige EGV vorliegt, werden die sich hüten einen VA auszustellen.

Wenn keine gültige EGV vorliegt, können sie einen VA ausstellen. Dann schreibst du einen Widerspruch und eine EA (weil die Maßnahme nicht in deine Integration passt) und wirst erstmal vor lauter Stress krank.

Obwohl ein neues Gesetz kam und keine EGVs unbedingt mehr erstellt werden müssen, wundere ich mich, dass diese trotzdem noch erstellt werden. Irgendwie ist hier etwas noch nicht durchgedrungen.
 

gnom123

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ja klar,wenn noch eine gültige EGV vorliegt schon.Ich gehe immer davon aus das eine neue abgeschlossen werden soll.

das mit der krankschreiberei ist so eine Sache.Ein Allgemeinmediziner schreibt dich heuzutage höchstens noch 1 Woche krank.

Wenn du dann sagst du leidest unter Stress bzw. hast Depris oder sowas schreibt der dir ne Überwieisung zum Neurologen oder Psychiater.

Und die merken ganz schnell ob du nur krank spielst oder echt was hast.Ich spreche da aus Erfahrung.Hab das mit den AUs selber schon ein paar mal praktiziert.

Es sei denn du rennst jede Woche zu nem anderen Allgemeinarzt und erzählst aber nicht das du schon bei nem anderen warst.Der Spass kostet dich dann jedesmal 10€.

Bei 4 Wochen sind da dann auch schon 40€ Praxisgebühr weg.

Soweit ich informiert bin muss man bei einer 3 Monatsmassnahme länger als 2 wochen krank sein,bei einer 6 Monats Massnahme mindestens länger als 4 Wochen,damit diese abgebrochen wird.
 
E

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Wenn du dem Hausarzt die Wahrheit erzählst: Ich wurde zu einer ungeliebten Maßnahme verdonnert, und das was ich brauche wird nciht genehmigt. Ich soll 6 Monate Bewerbungen schreiben. Ich habe Schlafstörungen, Kopfschmerzen, ich bin depressiv geworden, ich habe Albträume, dann schreibt er dich gut 4 Wochen krank. Der schickt dich auch nicht gleich zum Psychiater. Inzwischen ist schon jeder Arzt mit einem Hartzler konfrontiert worden.

Wenn du einen guten Gegenvorschlag zu deren EGV machst (d.h. richtig sinnvoll und auf dich zugeschnitten), wagen die sich sehr oft nicht einen VA zu schicken. Das kommt ja alles in die Akte und bei Klage geht die Akte oft zum Richter. Da sind die auch vorsichtig. Meist versuchen sie es evtl. noch mit Druck. Wenn auch das nicht klappt, lassen sie es oft einige Monate liegen, weil sie Angst haben, dass du dann auf deine Maßnahme bestehst.

Es ist von Amt zu Amt und von SB zu SB alles ein wenig unterschiedlich und man muss Fall für Fall etwas anders angehen.
 

Stroganoff

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Wenn du dem Hausarzt die Wahrheit erzählst: Ich wurde zu einer ungeliebten Maßnahme verdonnert, und das was ich brauche wird nciht genehmigt. Ich soll 6 Monate Bewerbungen schreiben. Ich habe Schlafstörungen, Kopfschmerzen, ich bin depressiv geworden, ich habe Albträume, dann schreibt er dich gut 4 Wochen krank.
Dein Wort in Gottes Gehörgang. So ähnlich werde ich es wohl auch machen, spätestens, wenn mein Praktikum beginnt, werde ich zum Arzt gehen und hoffen, dass er mich krankschreibt.
 

gnom123

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Mit den Docs ist das so ne Sache.Ne Menge stempeln dich einfach nur als Faulenzer ab.Hab das alles schon erlebt.

Ist halt immer verschieden.Der eine ist so,der andere ist so.Das kann man nicht verallgemeineren.

Zu den Gegenvorschlägen:Die meisten HEs könnnen halt einfach keine sinnvollen Gegenvorschläge machen,weil sie einfach auf dem heutigen Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar sind.Die meisten sind ja schon jahrelang arbeitslos und nicht qualifiziert,haben Alkohol oder gesundheitliche Probleme usw.

Das Beispiel das du anführst mit dem Bürokaufmann trifft auf die wenigsten zu.Das sind in erster Linie Leute die gerade frisch aus dem ALG I Bezug kommen und vielleicht ein halbes Jahr oder so arbeitslos sind.Dazu noch relativ gut qualifiziert.

Nur das trifft halt auf die wenigsten ALG II Bezieher zu.Die BA nennt sowas"hochgradig schwierige Beschäftigungslose".
 

Hexe45

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Eine Zwischenfrage für alle, bei denen es vielleicht noch soweit kommt:
Was hätte man denn machen sollen, wenn man sowas vorgelegt bekommt?
Einfach nicht unterschreiben? Um Bedenkzeit bitten?
Darf man das noch?
Wie stellt man das jetzt am besten noch an?

P.S ich hatte auch so eine 6 Monats Maßnahme, war dann leider für 6 Wochen krankgeschrieben und die Maßnahme wurde abgebrochen, weils keinen Sinn mehr hätte.
(ok jetzt hab ich einen Fallmanager an der Backe, aber wie´s scheint, ist der kompeteneter als der Berater vorher)
Eine EGV ist ein Vertrag und einen Vertrag darfst du immer prüfen, das ist dein gutes Recht.
Denn ein unterschriebener Vertrag ist gültig, also muß man sich den Konsequenzen bewußt sein.
Da würde ich mich auch nicht drängen lassen. Und wenn du nur sagt, ich verstehe das nicht- ich muß prüfen lassen was ich da unterschreibe.
In der Egv von Stroganov, steht ja zB etwas von Ortsanwesenheit drin.

Dafür gibt es die Erreichbarkeitsanordnung, und was schon geregelt ist gehört nicht in eine EGV.

Wann immer du zu etwas gedrängt wirst, kannste dir sicher sein, daß das was faul ist.

Ich kann mich ja selbst noch während meiner HartzIV Zeit an solche Veranstaltungen erinnern.

Wenn die aufgezogenen Sprechpuppen kommen und dir solche Maßnahmen als das Evangelium predigen.

Ich weiß wie zickig die werden, wenn du sagst ich nehme diese erst mal mit.
Aber da mußte durch, denn damit signalisierste schon mal du gehörst nicht zu den leichten Opfern.

Klar kommt es zum VA, werden sie dann wohl das mit der OA rausnehmen.

Aber unterschriebste so ein EGV haste die Arschkarte. Denn dann mußt du beweisen, daß du unter Druck gesetzt wurdest.
Erst wenn du das kannst, kann eine EGV für nichtig erklärt werden aufgrund dieser Nötigung.

ABer das zu beweisen ist schwer. Also bleibt dir nur, die EGV nach Rechtwidirgkeiten zu durchforsten.

LG
Hexe
 
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