Eingliederungsvereinbarung - Fragwürdige Aussagen des SB. Bitte um Prüfung der EGV und Tipps zur weiteren Vorgehensweise

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Shroud

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Hallo Com,

mein ALG2 Erstantrag läuft nun seit mehr als einem Monat. Ständig werden neue Termine vereinbart und neue Unterlagen angefordert.

Heute hatte ich erneut einen Termin, allerdings bei einer Vertretung meines SB . Ich gab die fehlenden Unterlagen ab und erhielt die Eingliederungsvereinbarung (befindet sich in der Anlage). Natürlich wollte ich diese prüfen und mit nach Hause nehmen. Der SB völlig entsetzt, ich dürfe die EGV nicht mit nach Hause nehmen. Die Aussage machte mich stutzig und ich sagte ihm, dass das Blödsinn sei.

Vermutlich hätte ich daraufhin nicht sagen sollen, dass ich nicht weiß, ob ich diese in ihrer jetzigen Form unterschreiben kann und sie möglicherweise Überarbeiten würde. Hierauf wurde mir mitgeteilt, dass ein Verwaltungsakt erlassen werden würde, wenn ich sie nicht unterschreibe.

Der SB ging auf Fragen zur EGV und zu Fragen wie es sich mit meiner PKV verhält nicht wirklich ein und wimmelte mich schnell ab. Er wäre nur Vertretung und habe keine Zeit. Auch hier sagte ich, dass er mich doch beraten müsse.

Erneut erhielt ich einen Termin für nächste Woche bei meinem eigentlichen SB .

Nun habe ich das Problem, die bevorstehende Miete nicht rechtzeitig zahlen zu können. Eigentlich bräuchte ich den Bewilligungsbescheid so schnell wie möglich. Die EGV wollte ich aber vor Ort und ohne sie durchlesen zu können, bzw. prüfen zu lassen auch nicht unterschreiben.

Laut EGV soll ich direkt nach der Unterschrift bei einem Träger zur Maßnahme melden. Hier würde ich mich vorerst krankschreiben lassen. Ich habe nicht vor, an der Maßnahme teilzunehmen, sondern so schnell wie möglich wieder Vollzeit zu arbeiten (auch in der Zwischenzeit sehe ich keinen Mehrwert für mich, daran teilzunehmen).
Kann mir aus der EGV trotz Moratoriums ein Strick gedreht werden, wenn ich der Maßnahme unentschuldigt fernbleibe?

Wie sollte ich eurer Meinung nach, vor allem weil ich die Miete und den Lebensunterhalt nicht weiterhin selbst bestreiten kann vorgehen? Am einfachsten wäre es wohl, die EGV zu unterschreiben, jedoch bin ich um die möglichen Folgen besorgt.

Ich hoffe, dass mein Anliegen einigermaßen verständlich dargelegt ist und bedanke mich für eure Hilfe .

Beste Grüße
 

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götzb

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Hää, die Auszahlung der Regelleistung erfolgt durch den Beschäftigungsträger ?

Aktuell kann dir nichts passieren. Auch wenn du an der Maßnahme nicht teilnimmst.
Egal ob du den Rotz unterschreibst oder nicht.

Aber ich würde ihn nicht unterschreiben. Nichts.
Ein ersatzweiser VA hätte auch keine Bedeutung, da Sanktionen bis Sommer ausgesetzt sind.
Nur Vorladungen müssen befolgt werden.
 

Matt45

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Der SB ging auf Fragen zur EGV und zu Fragen wie es sich mit meiner PKV verhält nicht wirklich ein und wimmelte mich schnell ab. Er wäre nur Vertretung und habe keine Zeit. Auch hier sagte ich, dass er mich doch beraten müsse.

Hast du dich wirklich für diese Maßnahme "Diakonie Mannheim" entschieden?

Auch eine Vertretung muss beraten, wenn diese Person eine EGV aushändigt!

Ich habe nicht vor, an der Maßnahme teilzunehmen, sondern so schnell wie möglich wieder Vollzeit zu arbeiten (auch in der Zwischenzeit sehe ich keinen Mehrwert für mich, daran teilzunehmen).

Die EGV vermittelt genau einen Eindruck in die andere "Richtung".

Zum Glück hast du dies nicht unterschrieben.
 

Shroud

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Wie soll ich dann nun weiter vorgehen?

Wenn ich die EGV nicht unterschreibe zögert sich das ganze doch bestimmt noch länger raus, oder muss trotz dass ich die EGV nicht unterschreibe mein Antrag weiterbearbeitet/bewilligt werden?

Falls ich die EGV unterschreibe und gegen die Vereinbarungen verstoße befürchte ich, trotz Moratoriums, dass am ende die Leistungen komplett versagen/gestrichen werden o.ä.
 

saurbier

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Was bitte willst du da denn unterschreiben und bescheiden gefragt warum.

Zuerst einmal, in dieser EinV ist noch nicht einmal eine Kostenpauschale für deine Bewerbungskosten aufgeführt, gleichwohl das JC junges Mannheim dreist von dir verlangt, dass du dich umgehend auf deren Vorschläge zu bewerben hast. Hallo???

Dein Geld (Regelleistung als auch KdU und sonstigen Mehrbedarf) soll dir der Beschäftigungsträger auszahlen, nach geht es noch?

Zudem sollst du dich auf vorgelegte Arbeitsangebote seitens des JC unmittelbar bewerben und nebenbei auch noch an 20 Std./Woche beim Träger teilnehmen, das geht mal gar nicht.

Diese Irre EinV würde ich auf gar keinen Fall unterschreiben. Abgesehen davon ist eine Unterschrift unter einer EinV eh immer nur eine freiwillige Angelegenheit, die man sich bestenfalls (so alles in deinem Sinne) gleich doppelt überlegen sollte, denn damit ginge man freiwillig einen bindenden Vertrag ein.

Selbst wenn du nicht zu dem Termin bei der Diakonie gehst, dank dem Sanktionsmoratorium kann dir daraus auch keine Sanktion erwachsen.

Wenn du dich also selbst schnellstmöglich um eine Arbeit kümmern willst, dann mach das eher, denn mit dem Wisch wirst du kaum was erreichen.
 

Matt45

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Wenn ich die EGV nicht unterschreibe zögert sich das ganze doch bestimmt noch länger raus, oder muss trotz dass ich die EGV nicht unterschreibe mein Antrag weiterbearbeitet/bewilligt werden?

Eine EGV und dein Antrag sind zwei verschiedene "Schuhe" !

Dein Antrag wird bewilligt wenn du finanzielle Hilfe benötigst und du dafür die notwendigen Unterlagen vorweisen kannst!

Diese "fragwürdige" EGV ist ehrlich gesagt ein Witz und hat gar nichts mit deinen Antrag zu tun!

Einen Verwaltungsakt kann dir das JC zusenden, wenn du nicht unterschreibst. Allerdings wäre dies wohl eher peinlich für das Amt!
 

Scholz

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Ständig werden neue Termine vereinbart und neue Unterlagen angefordert.
Unterlagen kann man nachweisbar für 7 Cent pro Seite ans JC faxen über www.simple-fax.de Gibt keinen Grund die persönlich abzugeben.
Rechnest du für jeden persönlichen Termin beim JC die Fahrtkosten ab?

Der SB völlig entsetzt, ich dürfe die EGV nicht mit nach Hause nehmen. Die Aussage machte mich stutzig und ich sagte ihm, dass das Blödsinn sei.
Glückwunsch, dass du schon beim 1. Termin erkannt hast, dass dein SB Mist erzählt und du auch in Zukunft nichts ungeprüft glauben solltest, was der SB dir erzählt. ;)

Vermutlich hätte ich daraufhin nicht sagen sollen, dass ich nicht weiß, ob ich diese in ihrer jetzigen Form unterschreiben kann und sie möglicherweise Überarbeiten würde. Hierauf wurde mir mitgeteilt, dass ein Verwaltungsakt erlassen werden würde, wenn ich sie nicht unterschreibe.
Und schon wieder hat der SB Mist erzählt. Du bist berechtigt die Inhalte auf Augenhöhe zu verhandeln.
Durch das Sanktionsmoratorium wäre auch ein Verwaltungsakt vollkommen unverbindlich für dich. Es kann nichts passieren, wenn du den abheftest und ignorierst.

Der SB ging auf Fragen zur EGV und zu Fragen wie es sich mit meiner PKV verhält nicht wirklich ein und wimmelte mich schnell ab. Er wäre nur Vertretung und habe keine Zeit. Auch hier sagte ich, dass er mich doch beraten müsse.
Korrekt, der SB hat Beratungspflicht. Wie wärs beim nächsten Termin mal mit einer ausführlichen Beratung rund ums Sanktionsmoratorium? Was sanktioniert werden kann und was nicht santioniert werden kann? Das ein VA vollkommen unverbindlich ist bis Juni 2023 usw.?

Erneut erhielt ich einen Termin für nächste Woche bei meinem eigentlichen SB .

Nun habe ich das Problem, die bevorstehende Miete nicht rechtzeitig zahlen zu können.
Beim nächsten Termin mit Beistand hingehen. Das kann jede beliebige Person sein - du musst sie lediglich gegenüber dem JC als "Beistand" vorstellen. Ist wichtig, falls es zur versuchten Nötigung kommen sollte, dass du einen Zeugen dabei hast. Also dass der SB es wagt zu drohen, dass die Leistungen erst bewilligt werden, wenn du die EGV unterschreibst.....

Wie sollte ich eurer Meinung nach, vor allem weil ich die Miete und den Lebensunterhalt nicht weiterhin selbst bestreiten kann vorgehen? Am einfachsten wäre es wohl, die EGV zu unterschreiben, jedoch bin ich um die möglichen Folgen besorgt.
Mit Beistand und aktuellen Kontoauszügen hingehen. Ganz direkt darauf hinweisen, dass es sich um einen finanziellen Notfall handelt (bewiesen durch die Kontoauszüge) und du einen Vorschuss beantragst.
 

Shroud

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@saurbier Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Nach wie vor verstehe ich aber nicht, wer mein Antrag bewilligt. Die zwei verschiedenen Sachbearbeiter reden beide davon, dass mein SB (der heute wohl krank war) den Antrag bewilligen würde. Ich bin U25 alleinlebend, falls das hier eine Rolle spielt.

Wie komme ich nun an mein Geld? Der Antrag läuft schon über einem Monat und ich bin bisher nicht weitergekommen. Ständig werden Aussagen wie: Geld gibt es erst, wenn an der Maßnahme teilgenommen wird. Geld gibt es erst, wenn die EGV unterschrieben wird. Habe ich auch bei anderen die dort vorstellig wurden vermehrt gehört, die akzeptieren das eben, weil sie es nicht besser wissen.

Wie kriege ich diese Menschen denn dazu meinen Antrag tatsächlich mal zu bearbeiten/bewilligen.
 

Scholz

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Ständig werden Aussagen wie: Geld gibt es erst, wenn an der Maßnahme teilgenommen wird. Geld gibt es erst, wenn die EGV unterschrieben wird.
Das ist versuchte Nötigung und endet schlecht für die SBs, wenn du es beweisen kannst. Dafür müsstest du mit Beistand zu den Terminen gehen. Ansonsten steht es Aussage gegen Aussage, weil die SBs behaupten werden, dass sie das niemals so gesagt haben......
 

Shroud

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Das ist versuchte Nötigung und endet schlecht für die SBs, wenn du es beweisen kannst. Dafür müsstest du mit Beistand zu den Terminen gehen. Ansonsten steht es Aussage gegen Aussage, weil die SBs behaupten werden, dass sie das niemals so gesagt haben......
@Scholz wäre es denn sinnvoll, das JC nun mit Erhalt aller Unterlagen per Fax aufzufordern, den Antrag zu bearbeiten?
Würde dieser auch bearbeitet werden, wenn tatsächlich ein Verwaltungsakt rausgeschickt werden würde?

Mir ist nach wie vor leider nicht klar, wie ich das JC dazu bekomme meinen Antrag endlich zu bewilligen.

@Matt45 @Scholz @saurbier

''2.1.3.1 Pflichtverletzungen im Allgemeinen Da Minderungen bei Pflichtverletzungen aufgrund des Sanktionsmoratoriums nicht eintreten, sind – mit Ausnahme der unter 2.1.3.2 beschriebenen Sachverhaltskonstellation – im Zeitraum des Sanktionsmoratoriums keine Rechtsfolgenbelehrungen nach §§ 31 bis 31b SGB II zu erteilen. Bezüglich der Rechtsfolgen bei Pflichtverletzungen – wie z. B. fehlenden Eigenbemühungen oder der Weigerung, die Pflichten aus einer Eingliederungsvereinbarung zu erfüllen bzw. eine zumutbare Arbeit aufzunehmen, – sind die leistungsberechtigten Personen bis zum 01.07.2023 daher grundsätzlich nicht mehr zu belehren.''

Ich bin zuversichtlich, in spätestens 3-5 Monaten ohnehin wieder Vollzeit arbeiten gehen zu können. Was haltet ihr davon, die Eingliederungsvereinbarung aufgrund meiner aktuellen Dringlichkeit einfach zu unterschreiben und zu hoffen, dass mein Antrag dann auch schnellstmöglich bewilligt wird, oder macht das keinen Sinn?

Kann ja sowieso nicht sanktioniert werden und erspare mir die Kopfschmerzen?
 

Scholz

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Falls du dich entscheidest zu unterschreiben, mindestens darauf bestehen, dass die Gültigkeit auf 6 Monate geändert wird, statt 2 Jahre....

Ist Glücksspiel, ob das JC dann deinen Antrag plötzlich ganz schnell bearbeitet (der also rechtswidrig zurückgehalten wurde), oder ob der SB dann neue Gründe erfindet um dich zu irgendwas zu nötigen. Vielleicht muss dann plötzlich erst die Maßnahme abgeschlossen sein. Und dann läuft das wie damals bei Hexenprozessen: Wirst du obdachlos, ist deine Hilfsbedürftigkeit nachträglich bewiesen. Kannst du die Wohnung behalten, bezweifelt der SB ob du überhaupt Hilfsbedürftig bist.....
 

Gnolf

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Ich bin zuversichtlich, in spätestens 3-5 Monaten ohnehin wieder Vollzeit arbeiten gehen zu können. Was haltet ihr davon, die Eingliederungsvereinbarung aufgrund meiner aktuellen Dringlichkeit einfach zu unterschreiben und zu hoffen, dass mein Antrag dann auch schnellstmöglich bewilligt wird, oder macht das keinen Sinn?
Wenn du unterschreibst würdest du Rechte abtreten, dann müsstest du dem Träger hinterherlaufen für das Geld, mach das nicht.
Hab ich zwar noch nie gelesen oder gehört, allerdings machen die das Spielchen ja auch mit den Fahrtkosten . Die der Träger nach einer Abtretungserklärung auszahlt.

erspare mir die Kopfschmerzen?
die fangen dann erst an.
 

Scholz

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@Gnolf Durch das Sanktionsmoratorium wird er die Maßnahme doch eh nicht antreten (müssen). Also vollkommen egal, da es keine Fahrten zum MT geben wird. Und wenn das JC die Bewerbungskosten nicht freiwillig auszahlt, gibt es halt keine Bewerbungen - durch das Sanktionsmoratorium sind auch die VVs (mit RFB ) vollkommen unverbindlich.

Interessant ist, dass in der EGV steht, dass der BEZUG von ALG II Voraussetzung für den Besuch der Maßnahme ist. Darauf könnte er sich dann beziehen und dem SB gegenüber behaupten, dass er dann erst auszahlen und bewilligen muss, damit er da überhaupt teilnehmen kann. Es ist nicht sanktionierbar/strafbar dem SB gegenüber so zu tun, als ob man die Maßnahme machen will, es dann aber doch nicht macht......

Ich würde die EGV NICHT unterschreiben, sondern Vorschuss beantragen, da es ein finanzieller Notfall ist und ab sofort nur noch mit Beistand zum JC gehen.
 
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Shroud

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@Scholz An sich ist also die Eingliederungsvereinbarung, oder ein möglicher Verwaltungsakt wirklich völlig unabhängig von der Bearbeitung/Bewilligung meines Antrags? Heißt, die Bearbeitung würde nicht ausgesetzt werden, wenn ein Verwaltungsakt rausgeschickt werden würde, oder dieser sich negativ auf die Entscheidung der Bewilligung auswirken?

Ich erhoffe mir durch die Unterschrift wirklich nur, dass mein Antrag schneller bewilligt wird, dass ich meine Miete zahlen kann.
Allerdings bin ich aufgrund euerer berechtigten Meinungen nicht zu unterschreiben dermaßen verunsichert.

Ich kann sehr schlecht abwägen, was in meinem Fall das Beste wäre.
 

Scholz

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@Gnolf Das ist schockierend! Sowas habe ich noch nie gelesen und daher interpretiert, dass es nur um Bewerbungskosten etc. geht. Aber du hast vollkommen recht, nach der EGV ist man der Leibeigene vom MT.
Seit wann darf das JC irgendeinen privaten Hans Wurst damit beauftragen die Regelleistung auszuzahlen?

Unter KEINEN Umständen unterschreiben!
 

Shroud

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@Gnolf @Scholz Ich danke euch für die nochmals genaue Prüfung der EGV .
Werde nach der Erkenntnis nichts unterschreiben.

Würde nun wie folgt vorgehen:

Nächste Woche mit Beistand zum Termin erscheinen. Falls die EGV angesprochen wird mitteilen, dass ich zu dieser nur schriftlich Stellung nehmen möchte (wie könnte ich hier am Besten reagieren?). Falls ein Verwaltungsakt zugeschickt wird, diesen ignorieren?

Nachbohren im Beisein des Beistands, warum der Antrag noch nicht bearbeitet wurde?
 

Scholz

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Ruhig jetzt schon per Fax einen Antrag auf Vorschuss stellen. Darauf hinweisen, dass es ein finanzieller Notfall ist, da du die Miete im nächsten Monat nicht zahlen kannst und auch kein Geld für Lebensmittel hast. Im Anhang einen aktuellen Kontoauszug mitschicken.

Falls du Geld von Freunden/Familie/etc. bekommst, bloß nicht als Geschenk - das zieht dir das JC sonst von den Regelleistungen ab. Das muss alles als Darlehen erfolgen mit schriftlichen Darlehensverträgen, in denen die Summe steht und dass das Geld vollständig zurückzuzahlen ist sobald das JC dir die Leistungen auszahlt oder alternativ spätestens bis 01.01.2025 (oder wann auch immer).
Darlehen kann das JC nicht anrechnen. ;)

Nachbohren im Beisein des Beistands, warum der Antrag noch nicht bearbeitet wurde?
Natürlich..... Und auch ganz deutlich auf die finanzielle Notsituation hinweisen! Aktuelle Kontoauszüge mitnehmen als Beweismittel.....

Falls die EGV angesprochen wird, kannst du dich zu 3 Punkten mündlich äußern:
- Änderung der Gültigkeit auf 6 Monate (mit Datumsangabe)
- Streichung der Maßnahme - oder zumindest das mit der Auszahlung der JC Leistungen durch den MT.
- Darauf verweisen, dass du erst an der Maßnahme teilnehmen kannst, nachdem die Leistungen bewilligt sind und du den schriftlichen Bescheid hast. Schließlich zahlt das JC diese Leistungen nur wenn du Leistungen beziehst.
 

Shroud

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Falls du Geld von Freunden/Familie/etc. bekommst, bloß nicht als Geschenk - das zieht dir das JC sonst von den Regelleistungen ab. Das muss alles als Darlehen erfolgen mit schriftlichen Darlehensverträgen, in denen die Summe steht und dass das Geld vollständig zurückzuzahlen ist sobald das JC dir die Leistungen auszahlt oder alternativ spätestens bis 01.01.2025 (oder wann auch immer).
Darlehen kann das JC nicht anrechnen. ;)
Extrem wichtiger Hinweis!
Falls die EGV angesprochen wird, kannst du dich zu 3 Punkten mündlich äußern:
- Änderung der Gültigkeit auf 6 Monate (mit Datumsangabe)
- Streichung der Maßnahme - oder zumindest das mit der Auszahlung der JC Leistungen durch den MT.
- Darauf verweisen, dass du erst an der Maßnahme teilnehmen kannst, nachdem die Leistungen bewilligt sind und du den schriftlichen Bescheid hast. Schließlich zahlt das JC diese Leistungen nur wenn du Leistungen beziehst.
Wäre es hier nicht besser, sich zur EGV mündlich gar nicht zu äußern?
Falls der SB meine Forderungen verweigert, wovon ich ausgehe, sind wir ja wieder am selben Punkt.

Falls dann ein Verwaltungsakt rausgeht, kann dieser ja aufgrund des Moratoriums ignoriert werden?
 

Scholz

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Wenn du mit Beistand da bist, ist es taktisch besser sich zu äußern. Dann wird der Beistand hinterher bezeugen könnnen, dass du versucht hast die EGV zu verhandeln und welche Punkte dich dort stören (das sind 3 Punkte, die auch jeder Richter problematisch finden wird). Dann kannst du ganz einfach den VA kippen und dem SB um die Ohren hauen - egal ob Sanktionsmoratorium herrsch oder nicht.
Und es kommt besser, wenn du zumindest simulierst, dass du mitarbeitest - falls du die Leistungen im Eilverfahren einklagen musst. ;)
 

TazD

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Durch das Sanktionsmoratorium wäre auch ein Verwaltungsakt vollkommen unverbindlich für dich.
Ich habe dich schonmal gefragt, ob denn durch das Sanktionsmoratorium auch die §§ der Mitwirkungspflichten ausgesetzt wurden und bezeichnend war, dass ich keine Antwort bekam. Der Verwaltungsakt ist mitnichten unverbindlich. Unterlasse bitte diese Falschberatung!

Es kann nichts passieren, wenn du den abheftest und ignorierst.
Das jedoch ist korrekt, ist aber rechtlich davon abzugrenzen, dass weiterhin Mitwirkungspflichten bestehen. Nur eben, dass es keine Sanktionen geben darf, wenn die Mitwirkungspflichten nicht befolgt werden. Das ist rechtlich ein elementarer Unterschied und es wäre schön, wenn du das nach dem x-ten Hinweis auch mal annimmst.

Das ein VA vollkommen unverbindlich ist bis Juni 2023 usw.?
Nein, ist er immer noch nicht.

Statt etwas von einem "unverbindlichen VA " zu schwafeln, wäre es viel sinnvoller gewesen, mal darauf hinzuweisen, dass eine EGV nur mit LeistungsBERECHTIGTEN abgeschlossen werden kann. Der SB hat somit ERST zu bewilligen und kann dann überhaupt mal eine EGV vorlegen.
Der TE hat hier also alle Trümpfe in der Hand und sollte dem SB dies auch so mitteilen. ERST Bewilligung, DANN EGV -Verhandlung.
 

Scholz

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Ich habe dich schonmal gefragt, ob denn durch das Sanktionsmoratorium auch die §§ der Mitwirkungspflichten ausgesetzt wurden und bezeichnend war, dass ich keine Antwort bekam. Der Verwaltungsakt ist mitnichten unverbindlich. Unterlasse bitte diese Falschberatung!
Man muss hier ganz klar trennen zwischen den EGV -Pflichten, die in der EGV oder im VA stehen und gesetzlichen Pflichten, die im SGB stehen und zu den Mitwirkungspflichten gehören. Man kann also den VA oder die EGV ignorieren und muss nur die Mitwirkungspflichten und Meldepflichten beachten, die unabhängig davon im SGB stehen.

Beispiele:
Meldepflichten: Einnahmen und Arbeitsaufnahme, Geldgeschenke, Nebenkostenrückzahlungen usw. dem JC melden. Verstöße können zur Anzeige/Anklage führen, wenn es schwerwiegend ist.
Meldetermine wahrnehmen (oder 10% Sanktion hinnehmen).

Mitwirkungspflichten: Auf Verlangen des JC Nachweise herauszugeben - wenn das JC diese anfordert mit RFB Bezug auf die Mitwirkungspflichten verweist.
Missachtung der Mitwirkungspflichten führt zur vorläufigen Leistungseinstellung, bis die Mitwirkungspflichten nachgeholt sind. Dann sind die Leistungen nachzuzahlen, die eingefroren wurden (wenn diese nicht extrem spät nach vielen Monaten oder Jahren nachgeholt wurde).

"EGV -Pflichten" die man bis Juni 2023 nicht beachten muss: Krankschreibungen abgeben, an einer Maßnahme teilnehmen, sich auf Vermittlungsvorschläge bewerben oder Rückmeldungen dazu geben, etc. pp.
Es kann bis Juni 2023 nichts passieren, wenn man diese ignoriert. Damit ist es vollkommen unverbindlich.

Insofern ist es nicht nachvollziehbar, warum du weiterhin so tust, als ob die JC Kunden sich weiterhin der EGV oder dem VA unterwerfen müssen, wenn es 0 Konsequenzen bzw. Sanktionen zur Folge haben kann, wenn man dies nicht tut.
 
Zuletzt bearbeitet:

Yasha

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Mir ist nicht klar, weshalb @Shroud jetzt noch einen 2. Thread zum selben Thema eröffnet. Original:
 

Shroud

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Ich bin allen hier Beteiligten unglaublich dankbar, für die ganzen Auskünfte.

Werde mir morgen alles Wichtige notieren, dass ich nächste Woche sicher auftreten kann.

@Yasha Meiner Meinung nach unterscheidet sich meine Frage und vor allem die Antworten hier zu meinem ersten Thread.
Wie soll ich mich bei weiteren Fragen verhalten? Sobald bspw. der Verwaltungsakt zugestellt wird, hier posten?
 
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