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Eingliederungsmaßnahme - Hilfe?

Pumpernickel

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#1
Hallo an alle!

Ich bin gerade zum ersten Mal seit sage und schreibe 3 Tagen arbeitslos und war vorher 8 Jahre erwerbstätig. Ich habe bisher noch nicht einmal alle Unterlagen zusammen, die ich dem Arbeitsamt geben muss (mein ehemaliger Arbeitgeber ist wohl nicht der schnellste), konnte dazu also noch nicht einmal einen Termin vereinbaren.

Heute hatte ich aber schon einen Brief vom Arbeitsamt zwecks Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung im Briefkasten. Diese soll 6 Monate gehen. 3 Tage die Woche Vollzeit.

Ist das normal? Ich muss gestehen ich bin grad ein wenig überfordert und weiß nicht recht aus noch ein. Ich habe die Schreiben mal angehängt, vielleicht kann mir hier jemand Rat geben?

Vielen Dank!
 

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Hartzeola

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#2
heute hatte ich aber schon einen brief vom arbeitsamt zwecks zuweisung in eine maßnahme zur aktivierung und beruflichen eingliederung im briefkasten. Diese soll 6 monate gehen.
§45 sgb iii

(2) die dauer der einzel- oder gruppenmaßnahmen muss deren zweck und inhalt entsprechen. Soweit maßnahmen oder teile von maßnahmen nach absatz 1 bei oder von einem arbeitgeber durchgeführt werden, dürfen diese jeweils die dauer von sechs wochen nicht überschreiten. Die vermittlung von beruflichen kenntnissen in maßnahmen zur aktivierung und beruflichen eingliederung darf die dauer von acht wochen nicht überschreiten. Maßnahmen des dritten abschnitts sind ausgeschlossen.
 

Pumpernickel

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#3
Verstehe ich das richtig und das Ganze dürfte gar nicht für sechs Monate angesetzt sein? Soll ich hingehen und ihnen das sagen? Einen Brief schreiben? Nichts tun und einfach zur Veranstaltung gehen?
 

Hartzeola

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#4
Verstehe ich das richtig und das Ganze dürfte gar nicht für sechs Monate angesetzt sein?
8 Wochen maximal

Soll ich hingehen und ihnen das sagen? Einen Brief schreiben?
Sagen bringt nix.

Gegen solche Schreiben schreibt man einen Widerspruch. Hier habe ich allerdings etliche Zweifel, dass der Wisch ein rechtskonformer Verwaltungakt (Bescheid) ist.

Widerspruch selbst hat auch keine Aufschiebende Wirkung, die muss man beim SG gesondert beantragen und als Begründung viel mehr schreiben als nur Dauer der Maßnahme.

Morgen, oder genauer gesagt schon heute, bekommst Du die weiteren Antworten.
 

swavolt

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#5
Du bekommst ALG I?
Und ALG II?
Du hast einen Bewilligungsbescheid?
Eine EGV unterschrieben?

Wenn du keinen Bewilligungsbescheid für ALG II hast dann bloss von der Maßnahme wegbleiben.
 

saurbier

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#6
Hallo,

haben wir es hier mit einem "sehr" faulen Arbeitsvermittler zu tun, der hat dieser wohlmöglich besondere Gründe für solch eine Massnahme, die er ja aus rechtlicher Sicht überhaupt nicht vornehmen darf.

Wenn du nach 8 Jahren Vollbeschäftigung nun zum ersten Mal arbeitslos bist (dürfte ja ALG-I sein), dann hast du auch Rechte, wie zum Beispiel dir selbst eine neue Arbeitsstelle zu suchen, welche in den ersten 3 Monaten nicht weniger als 30% des bisherigen Einkommens ausmacht (keine ZAF).

Vielleicht kannst du ja mal ausführen, wie der SB bei dir darauf kommt, dich für 6 Monate in eine Bildugsmaßnahme zu stecken.

Da muss ja vorerst mal ein Gespräch drüber gelaufen sein, denn normaler Weise gibt man zuerst seine Unterlagen ab und erhält dann einen ersten Termin zwecks Abklärung wie es weiter gehen soll (EinV).

Übrigens eine solche Eingliederungsvereinbarung sollte man auch nicht unterschreiben, weder bei ALG-I noch ALG-II.

Also bitte, kläre uns mal am besten näher auf.


Gruss saurbier
 

Pumpernickel

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#7
Ich hoffe doch sehr, dass ich ALG I bekommen würde. Gibt es denn Fälle, in denen man sofort ALG II bekommt? Da ich aber noch auf das Schreiben meines ehemaligen Arbeitgebers warte, ist noch nicht mal mein Antrag für das Arbeitslosengeld raus!

Meines Wissens nach habe ich auch nichts unterschrieben. Ich war im Mai da, um mich Arbeit suchend zu melden (musste ich wohl weil ich wusste, dass ich ab Anfang September keine Arbeit mehr habe). Da sollte ich mein Profil ausfüllen. Dann war ich letzte Woche da, um mich als arbeitslos anzukündigen. Zu diesem Zeitpunkt wurden mir die Unterlagen in die Hand gedrückt die ich dafür ausfüllen sollte und mir gesagt, was alles benötigt wird um den Antrag in die Wege zu leiten.

Soweit ich mich erinnern kann habe ich da zu keiner Zeit irgendetwas unterschrieben - auf keinen Fall etwas, was mit ALG II zu tun hat.

Allerdings: Darf ich einfach so nicht hingehen? Im Schreiben steht etwas von Sanktionen. Und das ALG I würde ich schon gerne erhalten.

Ich habe übrigens genau das Schreiben von oben auch schon im Mai erhalten. Da hatte ich aber meine Arbeit noch (die Vollzeit war!) und habe denen das auch als Antwort für mein Fernbleiben von der Veranstaltung geschrieben. Den Brief haben sie wohl auch nicht bekommen, denn die neue "Einladung" kam bereits mit der Ansage, dass ich unerlaubt ferngeblieben bin und man mich sanktionieren will wenn ich keinen triftigen Grund für mein Fernbleiben habe. Heute gehe ich hin und gebe den beigefügten Zettel samt Grund persönlich da ab.

Ein Gespräch hatte ich bisher noch mit niemandem. Ich habe im Mai mal 5 Minuten mit einer Dame vom Arbeitsamt in einem Büro gesessen, die mich nach meinem Beruf gefragt hat, diesen sehr interessant fand und mir auch empfahl, eventuell im Ausland zu suchen. Das war das längste Gespräch, das ich geführt habe. :(
 

Hartzeola

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#8
Gibt es denn Fälle, in denen man sofort ALG II bekommt?
Ja, wenn ALG I nicht bedarfsdeckend ist.

Dein Bedarf = Miete + Regelsatz (391 € f. 1 Person) +30 € + evtl. Kfz-Versicherung.

Soll Dein ALG I darunter liegen hast Du Anspruch auf Alg II.

Es kann allerdings Anspruch auf Wohngeld als vorrangige Leistung bestehen.
 

Pumpernickel

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#9
Ja, wenn ALG I nicht bedarfsdeckend ist.

Dein Bedarf = Miete + Regelsatz (391 € f. 1 Person) +30 € + evtl. Kfz-Versicherung.

Soll Dein ALG I darunter liegen hast Du Anspruch auf Alg II.
Das sollte bei mir eigentlich nicht der Fall sein.
 

Pumpernickel

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#11
Ich lese dort unter anderem:
In MAT können nur arbeitslos gemeldete Kundinnen und Kunden einmünden.
Nun stelle ich mir natürlich die Frage, wieso ich im Mai eine Zuweisung bekommen habe, als ich noch fest angestellt war? Ist das irgendwie ein schlechter Witz? Oo


Für jeden auf „bewilligt“ gestellten TN muss dem AG/T-Team zwingend ein Erhebungsbogen und eine fachliche Feststellung übergeben werden.
Wie können sie das bei mir gemacht haben, wenn ich noch nicht mal meine Unterlagen abgegeben habe? Oder funktioniert das anders?


Gemäß §45 SGBIII können Ausbildungssuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Arbeitslose bei Teilnahme an Maßnahmen gefördert werden, die ihre berufliche Eingliederung durch Vermittlung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung unterstützen.

Hierfür kann dem Kunden oder der Kundin ein AVGS-MPAV (in diesem Fall versteht man hierunter den früheren originären VGS) ausgehändigt werden. Dieser AVGS-MPAV kann zeitlich befristet sowie regional beschränkt werden.
Wenn es so etwas ist habe ich es nie erhalten.


Was bedeutet das alles nun für mich? Muss ich zu meinem SB gehen (den ich bisher übrigens nur vom Papier her kenne) und mit ihm darüber reden? Hilft das überhaupt etwas?

Wie gesagt, ich war bisher genau 2x auf dem Arbeitsamt, jedes mal nur sehr kurz und jeder hat mich irgendwie nur durchgewunken.
 

swavolt

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#12
Du hast also keinen ALG II Antrag ausgefüllt?
Nur ALG I?
Dann bleib da von der Maßnahme weg. Ne Sperre kannst du nicht bekommen.
Und warte erstmal auf deinen ALG I Bewilligungsbescheid.
 

Pumpernickel

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#13
Du hast also keinen ALG II Antrag ausgefüllt?
Nur ALG I?
Ich habe bisher noch keinen Antrag abgegeben. Den Antrag den ich hier ausgefüllt liegen habe, der ist für ALG I. Von ALG II keine Spur. Aber um den abzugeben muss ich auf den Wisch meines bisherigen Arbeitgebers warten, vorher bekomme ich ja keinen Termin beim Arbeitsamt. Wurde mir gesagt.

Dann bleib da von der Maßnahme weg. Ne Sperre kannst du nicht bekommen.
Auch nicht wenn es angedroht ist? Wie kann ich dagegen argumentieren, sollte ich doch eine Sperre erhalten? Wie kann ich mich absichern?
 

swavolt

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#14
Bei ALG I ist das anders.
Da können die dich schon in Maßnahmen verfrachten, wenn du nur von Arbeitslosigkeit bedroht bist. Da wird also kein Bewilligungsbescheid gebraucht.
Im Zuweisungsschreiben wird dem Träger aber Zugriffsrechte auf dein Bewerberprofil eingeräumt. Dies würd ich beim Maßnahmebeginn untersagen.
http://www.elo-forum.org/eingliederungsvereinbarung/118172-egv-12-wochen-massnahme.html#post1514520
Weiterhin würd ich alle Unterlagen des Trägers zum prüfen mitnehmen und nicht unterschreiben.
 

Pumpernickel

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#15
Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier einige mit einer erneuten Antwort nerve (ich konnte keine Editierfunktion mehr finden, diese war anfänglich noch da), wollte ich noch einmal nach bohren, da der Antritt zur Maßnahme am Montag wäre und ich morgen noch einmal schnell zum Arbeitsamt könnte, wenn es denn Sinn machen würde.

Wenn das Bumping von Beiträgen nicht erlaubt ist, dann möchte ich vielmals um Entschuldigung bitten.

Meine Frage:
Was habe ich denn nun für Möglichkeiten? Kann ich wirklich ungestraft einfach wegbleiben? Muss ich dann wirklich nicht mit der angedrohten Sanktion rechnen? Bringt ein Besuch auf dem Arbeitsamt etwas, um meinen Sachberater kennenzulernen und ihn zur Rede zu stellen? Muss/soll ich einen Widerspruch einreichen? Und dann im Anschluss eine Aufschiebende Wirkung?

Vielen Dank auf jeden Fall für die bisher erhaltenen Antworten, ihr seid großartig!



Huch, sorry, zu schnell geantwortet. Deswegen mit Edit noch etwas dazugefügt:
Bei ALG I ist das anders.
Da können die dich schon in Maßnahmen verfrachten, wenn du nur von Arbeitslosigkeit bedroht bist. Da wird also kein Bewilligungsbescheid gebraucht.
Huch, widerspricht das nicht dem, was du gerade noch vorher gesagt hattest?

Nur ALG I?
Dann bleib da von der Maßnahme weg. Ne Sperre kannst du nicht bekommen.
Und warte erstmal auf deinen ALG I Bewilligungsbescheid.
Ich muss gestehen, ich bin jetzt doch ein wenig verwirrt.
 

swavolt

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#16
Ich dachte die Zuweisung hätte nur eine Rechtsfolgenbelehrung für ALG II. Die hat aber davor eine für ALG I. Die hatte ich übersehen. ich hab nochmal genau nachgeguckt als du gesagt hattest das du nur einen Antrag für ALG I hast.

Also zur Maßnahme musst du hin, sonst könnten die eine Sperre verhängen. Aber unterschreiben musst du dort deren Unterlagen nicht. Bei meist kurzen Maßnahmen wird keine Unterschrift gebraucht. Bei den längeren aber bisher immer. Das wäre dann die Möglichkeit um die Maßnahme herum zu kommen. Vielleicht gibts dann doch einen Sperre, dann heisst es Widerspruch, aW ggf. Klage usw.
 

Pumpernickel

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#17
Ich dachte die Zuweisung hätte nur eine Rechtsfolgenbelehrung für ALG II. Die hat aber davor eine für ALG I. Die hatte ich übersehen. ich hab nochmal genau nachgeguckt als du gesagt hattest das du nur einen Antrag für ALG I hast.

Also zur Maßnahme musst du hin, sonst könnten die eine Sperre verhängen. Aber unterschreiben musst du dort deren Unterlagen nicht. Bei meist kurzen Maßnahmen wird keine Unterschrift gebraucht. Bei den längeren aber bisher immer. Das wäre dann die Möglichkeit um die Maßnahme herum zu kommen. Vielleicht gibts dann doch einen Sperre, dann heisst es Widerspruch, aW ggf. Klage usw.
Ok danke. Dh das wird noch sehr stressig alles, mit Sperre, Widerspruch und so. :( Werde auf jeden Fall mit dem Wisch den man mir dann am Montag wohl aushändigen wird wieder hier auftauchen.

Eigentlich auch irrsinnig und eine wahnsinnige Frechheit, dass man beim ALG I nicht mal eine Eingliederungsvereinbarung oder ein vorangehendes Gespräch braucht, um einem so etwas aufzubrummen. Ah well. Such is life.
 
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