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Eine Reihe von Manipulationsversuchen und -erfolgen

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Nicht offen für weitere Antworten.
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#1
Heute, wenn auch etwas spät, mit Anmerkungen
1. zum cleveren Versuch, mit einem Streit über die Ursachen der wirtschaftlichen Belebung die Existenz eines so genannten Booms als unstrittig erscheinen zu lassen,
2. zur Anfälligkeit ökologisch Engagierter für die gängige Ideologie in der Gesellschaftspolitik,
3. zum Versuch des Spiegel, mit dem Titel „Arm durch Arbeit“ die staatlichen Abgaben für diese Misere verantwortlich zu machen,
4. das Doppelspiel der Deutschen Bank bei DaimlerChrysler.

Albrecht Müller.

Zu 1.: Die wirtschaftliche Belebung als Boom erscheinen lassen.

Rhetorisch begabte oder in der Öffentlichkeitsarbeit bewanderte Personen kennen den Trick, eine Botschaft B zu propagieren, um eine Botschaft A als selbstverständlich erscheinen zu lassen und unter die Leute zu bringen. Die Behauptung, die niedrigen Löhne und ihre Stagnation seit mehr als einem Jahrzehnt wie auch die Reformen, hätten die wirtschaftliche Belebung - bezeichnet als Boom - möglich gemacht, hat für die Autoren dieser Behauptungen nicht nur die ebenfalls gewollte Botschaft zum Ziel, niedrige Löhne und Reformen seien gut fürs Land. Im damit ausgelösten Disput wird en passant mitgelernt, wir hätten einen wirklichen Boom. - Tatsächlich sind wir weit davon entfernt. Mit 2,8% Bruttoinlandsproduktszunahme im letzten Jahr und heuer vielleicht noch ein Mal dasselbe kommen wir aus der tiefen Rezession, in der sich unsere gesamte Ökonomie befindet, nicht heraus. Länder, die eine ähnlich tiefe, wenn auch nicht so lange Rezession zu überwinden hatten, wie zum Beispiel Schweden und die USA in der Clinton Zeit anfangs der neunziger Jahre, erreichten mehrmals um die vier Prozent und sie schafften das nicht nur mit einer Belebung des Exports sondern auch des Binnenmarktes, vor allem des Konsums. Davon kann bei uns bisher nicht die Rede sein.
Die Erfolgsmeldungen entstammen in wesentlichen den Erfahrungen in der Exportwirtschaft und - wesentlich irrelevanter - den Erfahrungen der Aktionäre und Spitzenmanager mit Kurssteigerungen und Traumgehältern und anderen Vergütung.
Am Tag, als SpiegelOnline unter der Überschrift „Geldregen“ von Europas Dividenden-Meistern, den deutschen DAX Unternehmen, berichtete - mit Dividendenerhöhungen um 50% bei Lufthansa, BASF und Deutsche Bank, um glatte 100% bei Conti und RWE und 90% bei Allianz zum Beispiel, war ich in meiner örtlichen Eckkneipe. Mit dem Wirt sprach ich über die täglichen Meldungen aus der Aktenwelt. Er erzählte mir, er stelle sich vor Beginn der Arbeit am Spätnachmittag gelegentlich an die Durchgangstraße, um einfach die Gesichter der Menschen zu beobachten: heute wieder nur deprimierte und sorgenvolle und aggressive Gesichtsausdrücke. In den Gesichtern der Menschen und auch im Ausgabegebaren in Deutschlands normalen Kneipen spiegelt sich das Gegenteil eines Wirtschaftsaufschwungs, meinte er. In den Edelschuppen mag das anders sein. Beim Volk ist der Boom nicht angekommen.
Und dennoch erweckt man bei uns und unseren Medien jeden Tag neu diesen falschen Eindruck.

Zu 2.: Zur Anfälligkeit ökologisch Engagierter für die gängige Ideologie in der Gesellschaftspolitik.

Das bundesweit bekannte Öko-Institut e.V. in Freiburg macht mit einer Pressemitteilung vom 3.4.2007 Reklame für private Ökologische Altersvorsorgeprodukte. Dabei werden die gängigen Parolen der Agitation gegen die gesetzliche Rente einfach übernommen. Wörtlich:

„Wer auch im Alter über die Runden kommen möchte, darf sich nicht mehr allein auf die Rente vom Staat verlassen: Prognosen gehen davon aus, dass sie in Zukunft weniger als die Hälfte des letzten Bruttolohns ausmachen wird. An Angeboten für die zusätzliche Altersvorsorge - betrieblich oder privat, zum Teil sogar vom Staat gefördert - mangelt es nicht. Doch das passende Produkt zu finden, fällt nicht leicht. Noch mehr recherchieren mussten Anleger, die neben Rendite und Absicherung auch noch Wert auf ökologische oder soziale Kriterien legen.“ (Dann kommt die Werbung für Ökofonds.)

In diesen Text ist nahezu alles enthalten, was uns an gängigen Fehlinformationen geboten wird. Warum man sich auf die gesetzliche Rente nicht mehr alleine verlassen kann, wird natürlich nicht gesagt. Die Ökologen aus Freiburg tun auch so, als wäre Rendite und Absicherung bei den privaten Produkten gesichert. Das ist bei weitem nicht der Fall, wie die Erfahrung in anderen Ländern zeigt. Auch bei uns gibt es Hinweise auf falsche Informationen zu den Renditen. NachDenkSeiten gehen diesen zur Zeit nach.

Der Vorgang ist auch insofern interessant, weil er typisch ist für einen Teil der Ökoszene. Sie sind fachlich gut in ihrem eigenen Bereich und zugleich unwissend bis ignorant in sozialen Fragen und deshalb leicht manipulierbar wie im vorliegenden Fall, teilweise sogar feindselig gegenüber solidarischen Lösungen und gegenüber dem Drängen darauf, auch die wirtschaftlich Schwächeren in eine ökonomisch und ökologisch bessere Welt mitzunehmen. - Diese Nachlässigkeit ist auch unter ökologischen Gesichtspunkten nicht hilfreich. Denn wenn es uns nicht gelingt, der Mehrheit der Menschen ökonomische Sicherheit und Perspektiven zu geben, dann werden sie ihr Herz auch nicht mehr für ökologische Fragen öffnen. „Erst das Fressen, dann die Moral.“ Diese Weisheit ist zwar bitter, aber es spricht viel für ihre Richtigkeit. lies hier weiter
 

Netkes

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#2
Ein alter Hut

"Berlin (dpa/WEB.DE) - CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hat die grünen Bundesminister Jürgen Trittin und Joschka Fischer ungewöhnlich scharf angegriffen.

Im Zusammenhang mit Gedankenspielen über schwarz-grüne Koalitionen nannte er sie "Ökostalinisten und ehemalige Terroristen".

Trittin sagte, er halte Glos eigentlich für einen verträglichen Menschen. "Insofern muss es im Richtungsstreit der Union ziemlich schlimm sein, wenn sich jemand, den ich eigentlich schätze, zu so einer Entgleisung hinreißen lässt." Er rechne damit, dass Glos sich entschuldige."

http://www.youtube.com/watch?v=K4jH69HYKYo
 
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