Eine Freundin (Mitte 40) beginnt eine kaufmännische Ausbildung (Erstausbildung) gefördert vom Arbeitsamt

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
944
Bewertungen
1.005
Das öffentlich zugänglich Angebot wäre dies:


Wie sind die Arbeitsmarktchancen wenn man diese Ausbildung absolviert haben wird?
Allgemein als auch im Vergleich dieses Bildungsträgers zu einer "richtigen" betrieblichen Ausbildung?
 

Georg1975

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Dezember 2018
Beiträge
418
Bewertungen
658
Kommt darauf an, in welcher Konjunkturphase wir uns befinden, wenn die Umschüler sich nach Beendigung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.

Schnelles Bsp.:

Verwandter ist 2008 mit der Umschulung fertig, noch während des Praktikums stellt die Firma auf Kurzarbeit um, Lehmann-Krise, Panik an den Märkten, von der ganzen Klasse findet nur einer Arbeit.

Bekannter ist 2017 mit der Umschulung fertig, die Wirtschaft brummt (fragt sich nur für wen, dies aber nur am Rande), schon während des Praktikums kommen konkrete Angebote zur Übernahme. Fast die ganze Klasse findet anschließend Arbeit. Einige sogar zu guten Konditionen, andere lassen sich billig abspeisen.
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
944
Bewertungen
1.005
@ Georg
Da niemand eine "Glaskugel" hat warten wir also das Ende der Maßnahme in 2 Jahren ab.
Sie ist auch schon froh diese zwei Jahre "versorgt" zu sein, da ihr ALG 1 demnächst enden würde.
 

IronFist

Elo-User*in
Mitglied seit
23 April 2019
Beiträge
354
Bewertungen
865
Wie sind die Arbeitsmarktchancen wenn man diese Ausbildung absolviert haben wird?
Das hängt von so vielen Dingen ab. Ort, Firma (kleines Einzelunternehmen, Mittelstand, Konzern) Fachrichtung, wie ist aktuell der Arbeitsmarkt, wie kann ich mich im Vorstellungsgespräch verkaufen, schließen sich nach der Ausbildung noch Fortbildungen an?
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
944
Bewertungen
1.005
@Ironchris
Wieviel mag diese Ausbildung des BFW's im Vergleich zur normalen Wirtschaft Wert sein?
 

IronFist

Elo-User*in
Mitglied seit
23 April 2019
Beiträge
354
Bewertungen
865
@Ironchris
Wieviel mag diese Ausbildung des BFW's im Vergleich zur normalen Wirtschaft Wert sein?
Wenn das BFW gut ist und sie mitmacht, kann sie sehr umfangreiches theoretisches Wissen erlangen. An die Praxis kommt sie im Vergleich zu einer dualen Ausbildung natürlich nicht ran.

Derzeit hat sie, so wie ich dich verstehe, gar keine Ausbildung? Was also hat sie zu verlieren, wenn sie die Ausbildung macht?
 

Zermürbt38

Elo-User*in
Mitglied seit
8 Mai 2019
Beiträge
184
Bewertungen
132
Das öffentlich zugänglich Angebot wäre dies:


Wie sind die Arbeitsmarktchancen wenn man diese Ausbildung absolviert haben wird?
Allgemein als auch im Vergleich dieses Bildungsträgers zu einer "richtigen" betrieblichen Ausbildung?
Ich bin ehrlich. Die Ausbildung ist nichts wert. Der Praxisbezug ist viel zu wenig und wird daher nach der Ausbildung auch kein Arbeitgeber finden der sie einstellt. Ich selber habe eine außerbetriebliche Ausbildung absolviert in einem Bildungszentrum (aus Zwang). Selbst als Regalauffüllerin nur Absagen, genauso wie alle anderen der Klasse. Kannst dir vorstellen, dass es mit noch weniger Praxisbezug noch schwerer wird überhaupt was zu bekommen.

Mache jetzt mit 38 ab Sommer eine richtige Ausbildung.
 
Zuletzt bearbeitet:

Georg1975

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Dezember 2018
Beiträge
418
Bewertungen
658
Spezialisierung heißt das Zauberwort, so meine Erfahrung.

Bürokaufleute: total überlaufen, können von allem etwas, breite Ausbildung, wenig Tiefe.

Industriekaufleute: macht nur Sinn, wenn man in einer Gegend wohnt, wo es auch Industrie gibt. Kann sehr in die Tiefe gehen, KLR kann eklig werden, müssen aber mit BWL-Absolventen konkurrieren, die nach dem Studium keine Akademikerstellen finden, und daher den einfachen kaufmännischen Markt abgrasen.

GuA-Handel: keine Ahnung, würde schauen dass ich Zollabwicklung lerne, gefragte Sprachen lerne, ansonsten weiß ich zu wenig über den Beruf. Eine Klassenkameradin durfte 6 Monate lang nur das Lager fegen oder Kartons etikettieren.

Am einfachsten fanden bei uns Gesundheitskaufleute, Personaldienstleistungskaufleute (Leihbuden suchen immer Nachschub), und auch die Immobilienkaufleute eine Stelle. Alle 3 Berufe sind weniger breit aufgestellt wie z. B. der Bürokaufmann, gehen dafür aber mehr in die Tiefe.

Und alles steht und fällt mit dem Praktikumsplatz. Da muss man den Betrieb von sich überzeugen, die Arbeit an sich reißen, sich voll einbringen. Viele Großkonzerne haben aber Einstellungsstopps, weil sie zuerst ihre internen Azubis übernehmen wollen. In einen DAX 30 Konzern kommt man nur schwer rein. Ich würde mich eher bei Mittelständlern bewerben.
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
944
Bewertungen
1.005
Ich danke Euch. War mein Gefühl auch. Aber sage ich es ihr oder warte ich ab bis sie es von selbst merkt? Sie ist voll motiviert.
 

IronFist

Elo-User*in
Mitglied seit
23 April 2019
Beiträge
354
Bewertungen
865
Also bei mir ist das ganze ja jetzt schon ewig her.

Ich habe in den 90ern, da ich als Schüler nicht „so motiviert“ war und keinen Ausbildungsplatz gefunden habe, eine vom Arbeitsamt voll finanzierte rein schulische (kaufmännische Privatschule) Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht. Anders als in meiner vorherigen Schullaufbahn, war ich in der Ausbildung sehr motiviert. Ich habe die IHK Prüfung damals mit 1,00 abgeschlossen und das Abschlußzeugnis der Schule hatte einen Schnitt von 1,3.

Ich hab sofort nach der Ausbildung einen Job gehabt. Hab dann auch von da an durchgehend als Buchhalter gearbeitet. Immerhin auch in 3 DAX Konzernen gearbeitet.

Ich würde den Ausbildungsweg JEDERZEIT wieder gehen.
 

Georg1975

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Dezember 2018
Beiträge
418
Bewertungen
658
Sie ist voll motiviert.
Eine gute Grundvoraussetzung. Aber so manche Illusion platzte schon, als mal die ersten paar Wochen der Umschulung absolviert waren.

Andere Frage: Was hätte sie zu verlieren? Ist sie mental stark genug es zu verkraften, wenn sich ihre Hoffnungen nicht erfüllen würden? Denn dann könnte sie ja eigentlich nur gewinnen.
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
944
Bewertungen
1.005
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Ronald BW

Elo-User*in
Mitglied seit
8 November 2015
Beiträge
214
Bewertungen
202
Ich würde keine Schmalspur Ausbildung bei der IHK machen
Es werden doch händeringend Lehrlinge gesucht da wäre eine ordentliche Lehre mit der Option Verkürzung doch besser
Vor allem Richtung Handwerk dort sind auch die Verdienstmöglichkeiten besser
Die IHK bildet aus obwohl sie das einen Dreck angeht und sie gegen ihre eigenen Zwangsmitglieder in Konkurrenz tritt
folglich würde ich niemand wegen einem IHK Diplom einstellen oder sogar wenn vorhanden das eher negativ werten
Ist natürlich nur meine Sicht als zahlendes IHK Zwangsmitglied
 

IronFist

Elo-User*in
Mitglied seit
23 April 2019
Beiträge
354
Bewertungen
865
Ist natürlich nur meine Sicht als zahlendes IHK Zwangsmitglied
Bekommt man als Zwangsmitglied nicht mal ne Mitgliederzeitschrift in der das Duale Ausbildungssystem erläutert wird?

Das „IHK Diplom“ im kaufmännischen Bereich das IHK Prüfungszeugnis (bis 2000 der Kaufmannsgehilfenbrief), ist der Nachweis das man seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Die IHK ist die zuständige öffentliche Stelle in Deutschland die diese Prüfungen abnimmt.

Du würdest also sämtliche nach der Berufsausbildungsverordnung ausgebildeten „Kaufleute“ nicht einstellen.
 

Georg1975

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Dezember 2018
Beiträge
418
Bewertungen
658
Unbedingt machen!

Eine Umschulung hat meinen Horizont unglaublich erweitert. Faszinierend was man alles mit Excel treiben kann, auch privat. Eine PP-Präsentation erstellen, und vor fremden Menschen eine Präsentation abhalten? Früher undenkbar für mich, jetzt kein Problem.

Mit einem volks- und betriebswirtschaftlichen Grundwissen liest man Nachrichten mit ganz anderen Augen, vorausgesetzt man entwickelt Interesse dafür und bildet sich selbst weiter.

Und ganz ehrlich, viele haben Angst vor Mathe, aber in der kfm. Ausbildung kommt nicht viel mehr als Dreisatz oder einfache Gleichungen. Mathe wird erst im Studium interessant.
 

Ottokar

Priv. Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
10 Januar 2019
Beiträge
944
Bewertungen
1.005
Und ganz ehrlich, viele haben Angst vor Mathe, aber in der kfm. Ausbildung kommt nicht viel mehr als Dreisatz oder einfache Gleichungen.
Sie mußte zuvor einen Mathetest (vom Amt) bestehen und die Aufgaben gingen über das Niveau der 8. Klasse nicht hinaus.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Wie sind die Arbeitsmarktchancen wenn man diese Ausbildung absolviert haben wird?
Wie wäre es, wenn sie die Vermittlungsquote der Absolventen in ihrem Lehrgang mal abfragt? Zumindest für die ersten Jahren nach Abschluss müsste das regelmäßig bei den Absolventen abgefragt und veröffenticht werden.

Die Frage ist auch, welche gesundheitlichen Einschränkungen sie hat und wie sichtbar diese sind. Ist allen hier wirklich klar, dass es sich um eine berufliche Reha handelt?

Das Alter spielt natürlich auch eine Rolle und der bisherige berufliche Werdegang.

Schmalspurausbildung bleibt es trotzdem und Schmalspur ist halt nicht vollwertig
Dann würden Rentenkasse oder Arbeitsagentur da bald niemanden mehr hinschicken. Das sind sehr teure Ausbildungen, die man nicht mal eben so bewilligt bekommt.

Fazit: Die Chance nutzen und möglichst viel mitnehmen in der Zeit. Die Praktika nutzen, um Kontakte zu knüpfen und natürlich mit einer guten Note abschließen.

Leider tummeln sich da auch immer Teilnehmer mit schwierigem Sozialisationshintergrund, aber da kann man schon mal für's spätere Arbeitsleben üben.
 
Oben Unten