Eine Ausbildung in Teilzeit anfangen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Fiona

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
25 Mai 2016
Beiträge
9
Bewertungen
0
Hi
Ich bin 28 und leide an einer Angststörung. Eine posttraumatische belastungsstörung wurde auch festgestellt. Bin zurzeit auch in Therapie.
Ich würde gerne eine Ausbildung anfangen. Ich habe hier Leute, dich mich dahingehend unterstützen, weil die auch meinen, es wird langsam Zeit dafür und ich könnte es schaffen. Wir haben eine Einrichtung gefunden, in der auch psychisch Kranke Menschen eine Ausbildung machen können.

Allerdings bin ich nicht belastbar, depressiv und immer schnell erschöpft.
Zurzeit bin ich noch in einer Maßnahme, in der ich oft um 16Uhr zuhause bin. Bereits das ist schwer für mich. Der Stress, Rückenschmerzen vom langen Stehen und die Ängste sind manchmal so belastend, dass ich mich in der Pause zum Weinen auf der Toilette einschließe. Pflichten wie Einkaufen, Kochen, Haushalt erscheinen mir wie eine schwere zeitfressende Last. Oft gibts bei mir nur Mikrowellenessen, weil das am schnellsten geht und ich so wenigstens noch Zeit für etwas anderes habe. Meine Gesundheit ist mir in solchen Momenten auch egal.
Ich bin manchmal so müde dass ich um 18 Uhr schlafen gehe, damit ich am nächsten Tag überhaupt aus dem Bett komme. Ein Arzt hatte mich wegen der Müdigkeit bereits untersucht, konnte jedoch nichts besonderes feststellen.

Für mich selbst ist ein Leben das nur aus Stress und Arbeit besteht und man keine Zeit mehr hat, sich selbst mal etwas Gutes zu tun, kaum lebenswert. Das löst Depressionen aus. Manchmal dusche ich mehrere Tage nicht, weil ich keine freie Minute finde und nach feierabend nur noch schnell esse und dann ins Bett falle, weil ich einfach nichts Anstrengendes mehr tun mag.

In einer Vollzeit Ausbildung wäre ich jeden Tag warscheinlich erst um 18Uhr zuhause. Die Ängste, der damit verbundene Stress mit den vielen Menschen, der Zeitdruck, die Müdigkeit und dann auch noch etwas Lernen zu müssen, um die Ausbildung zu schaffen - ich kann mir nicht vorstellen, wie ich das alles hinkriegen soll.
Darum würde ich die Ausbildung am liebsten in Teilzeit machen.
Ich habe gelesen, dass Mütter und psychisch Kranke Menschen Anspruch auf Teilzeit haben. Mir jedoch wird immer gesagt, ich bin jung und gesund und kann das auch in Vollzeit schaffen. Auch meine Therapeutin sagte, Vollzeitarbeit ist normal und ich muss mir die Zeit einfach besser einteilen, dann schaffe ich auch alles. Doch allein bei der Vorstellung kommen mir wieder die Tränen.

Wenn man eine Ausbildung anfangen will, wie kann man es bewerkstelligen, dass man die auch in Teilzeit machen darf? Wie gesagt, in der Einrichtung wäre das Möglich, aber wenn das Jobcenter meint, ich solle es in Vollzeit versuchen, was kann ich dann tun?
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
2.661
Bewertungen
4.040
Moin @Fiona,

leider kann ich dir selbst keine Hilfe anbieten. Ich habe aber eine Internetseite gefunden, auf der du einige Informationen erhalten könntest. Schau einfach da mal rein, vielleicht findest du ja dort Antworten zu deinen Fragen.

Berufliche Wiedereingliederung - psychenet.de
 

Porks

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2008
Beiträge
594
Bewertungen
321
hi
ohne dich zu kennen würde ich sagen eine Ausbildung wo ja nicht nur das arbeiten im Betrieb ansteht sondern auch noch die Berufsschule und dann nach Feierabend/Woche ende noch lernen/Berichte schreiben usw würde dich umhauen .

warum lässt du es nicht langsam angehen erst mal die Behandlung in den Vordergrund stellen und wenn es da geht vielleicht ein paar Stunden noch etwas machen bis das auch läuft und dann in eine Ausbildung .


Aber leider ist es im Leben so viel Arbeit und oft wenig Geld und
Freizeit ist auch nicht so toll. So ist es meistens im Leben.
Und eine Ausbildung in Teilzeit wie lange soll die dann dauern . Normale Lehrzeit ist 3-3,5 Jahre Vollzeit.

Darum bekomme erst mal das sozusagen Normale Leben in Griff und dann geht es weiter.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Grundsätzlich ist eine Teilzeitausbildung wegen Krankheit möglich, aber das bieten solche Bildungswerke üblicherweise nicht an.

Wenn du einen Ausbildungsbetrieb findest, der dich ausbilden würde, könntest du mit dem zusammen bei der zuständigen IHK/HWK die Verkürzung der Ausbildungszeit beantragen. Dabei gibt es verschiedene Optionen, was die endgültige Ausbildungsdauer angeht, je nachdem, was du für Vorkenntnisse mitbringst.
Wenn du danach googlest, wirst du hauptsächlich Informationen für junge Eltern finden, die wegen der Kindererziehung eine Teilzeitausbildung brauchen. Die grundsätzliche Option besteht aber auch für behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen.

Man muss halt nur jemanden finden, der einen mit den Voraussetzungen zur Ausbildung einstellt... daran würde ich irgendwie noch zweifeln.

Die Erschöpfung ist übrigens bei einer PTBS völlig normal.
Es macht natürlich trotzdem Sinn, die "üblichen Verdächtigen" mal abzuklopfen (vor allem die Schilddrüse), aber es gehört halt dazu.
 

Fiona

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
25 Mai 2016
Beiträge
9
Bewertungen
0
Die Schilddrüse wurde schon untersucht.

Dass die Behandlung im Vordergrund steht wurde auch schonmal gesagt, aber das braucht Zeit und damit ich nicht die ganzen Tage nur zu Hause rumsitze, werde ich in Maßnahmen geschickt. Aber die nächste endet bald und dort wurde gesagt, danach solle ich eine Ausbildung anfangen. Das wäre mir auch lieber als ständig in eine Maßnahme nach der anderen zu machen.

Ich hatte mal gehört, dass man bei einer Teilzeitausbildung 6 statt 8 Stunden täglich arbeitet und dass die Ausbildung dafür ein halbes Jahr länger dauert.

Bereits jetzt wo ich um 16Uhr zuhause bin, bin ich völlig am ende und will dann nur noch schlafen. Eine Ausbildung die noch mehr Zeit in Anspruch nimmt und noch schwierieger ist, würde ich absolut nicht schaffen. Wegen der Angststörung ist es für mich schwierig bei der IHK/HWK die Verkürzung der Ausbildungszeit zu beantragen. Ich weiß zudem gar nicht wie so etwas geht. Und wenn meine Betreuer sowieso dagegen sind, was soll ich dann tun?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Die Verkürzung müsstest du ohnehin mit deinem Ausbildungsbetrieb gemeinsam beantragen. Das läuft für Teilzeit grundsätzlich ähnlich wie bei Verkürzungen wegen Vorbildung, guter Zwischennoten usw.. Die meisten Betriebe, die schon ein paar Azubis ausgebildet haben, wissen, wie das geht. Das würdet ihr schon gemeinsam hinkriegen.

Wie man die Arbeitszeit verteilt, wie viele Stunden man arbeitet und ob die Ausbildung dafür am Ende verlängert wird, entscheidet man individuell mit dem Betrieb und lässt es dann eben genehmigen. Abgesehen davon, dass die Berufsschule komplett besucht werden muss, kann man das regeln wie man will, solange es halt plausibel ist, dass man die Ausbildung schafft.

Allerdings verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wieso du überhaupt Maßnahmen mitmachst, wenn sie dich offenbar so sehr belasten. Das wäre ein Fall für eine komplette Krankschreibung. Irgendeine dahergelaufene JC-Maßnahme ist doch eh weder beruflich noch gesundheitlich in irgendeiner Form sinnvoll.

Je nachdem, wo du wohnst, gibt es da andere Optionen. Taugliche Tagesstätten für psychisch Kranke, engmaschige Ergotherapie als Belastungstraining, medizinische und berufliche Rehas, Tageskliniken, eigene Tagesgestaltung...
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Fiona!
In Berufsförderungswerken gibt es Maßnahmen zur Berufsfindung und Belastungserprobung für psychische Kranke und sogar komplette Ausbildungen in schulischer Form. Du kannst ja mal einen Informationstag an einem Bfw in deiner Nähe besuchen. Das wäre ein erster Schritt.

Leider wird das gerne abgelehnt, weil eine berufliche Reha sehr teuer ist. Wenn du Hilfe brauchst, das durchzusetzen, melde dich nochmal.
 
Oben Unten