Einbürgerung trotz ALG II möglich?

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sincere

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Es heißt dass es nicht geht wenn man ALG II bezieht ABER ich habe hier im Netz etwas gefunden wo drinsteht dass es doch geht wenn man den Jobverlust nicht selber verursacht hat und es würde auf mich zutreffen da meine Firma sich aufgelöst hat.

"Gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 StAG ist Voraussetzung für den Einbürgerungsanspruch, dass der Antragsteller keine Sozialhilfe oder ALG II bezieht, es sei denn, er hätte den Bezug der staatlichen Unterstützung nicht zu vertreten. Hierzu sagen die vorläufigen Anwendungshinweise des BMI in Ziffer 10.1.1.3 Folgendes:

<i>Der Bezug von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (Grundsicherung für Arbeitssuchende) oder dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (Sozialhilfe) steht einer Einbürgerung nach § 10 nicht entgegen, wenn der Einbürgerungsbewerber die Hilfebedürftigkeit nicht zu vertreten hat. Erforderlich, aber auch hinreichend ist, dass der Ausländer nicht durch ihm zurechenbares Handeln oder Unterlassen die Ursache für einen fortdauernden Leistungsbezug gesetzt hat.

Als ein zu vertretender Grund für eine Hilfebedürftigkeit im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 3 ist insbesondere ein Arbeitsplatzverlust wegen Nichterfüllung arbeitsvertraglicher Pflichten beziehungsweise eine Auflösung eines Beschäftigungsverhältnisses wegen arbeitsvertragswidrigen Verhaltens anzusehen. Anhaltspunkte dafür, dass ein Einbürgerungsbewerber das Fehlen der wirtschaftlichen Voraussetzungen zu vertreten hat, ergeben sich zum Beispiel auch daraus, dass er wiederholt die Voraussetzungen für eine Sperrzeit nach § 144 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch erfüllt hat oder dass aus anderen Gründen Hinweise auf Arbeitsunwilligkeit bestehen.

Nicht zu vertreten hat es der Einbürgerungsbewerber insbesondere, wenn ein Leistungsbezug wegen Verlustes des Arbeitsplatzes durch gesundheitliche, betriebsbedingte oder konjunkturelle Ursachen begründet ist und er sich hinreichend intensiv um eine Beschäftigung (Ausbildungs- oder Arbeitsplatz) bemüht hat.</i> "

Sehe ich das also richtig? Ist das überhaupt noch aktuell? :)
 

arbeitslos in holland

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Die Einbürgerung ist Erwerb der Staatsbürgerschaft durch einen Exekutivakt. Dieses Verfahren verbindet seitens des Bürgers den Faktor Freiwilligkeit, also den Wunsch, Staatsbürger zu sein (Konfirmationselement), und seitens des Staates die Möglichkeit, nach selbst definierten Merkmalen weitere Staatsbürger auszuwählen (Kontrollelement).
Staatsbürgerschaft
Einbürgerung kraft Rechtsanspruchs (Muss-Einbürgerung, Anspruchs-Einbürgerung) erfolgt bei Vorliegen der Voraussetzungen eines gesetzlichen Anspruchs, ohne Ermessensspielraum der Staatsangehörigkeitsbehörde:
verfestigte Einwanderung (§ 10 StAG), also seit acht Jahren gewöhnlicher rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland ohne wesentliche Straftaten, ohne Mitgliedschaft in oder auch nur Unterstützung von einer extremistischen Organisation, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet, zudem ausreichend vorhandene Deutschkenntnisse und Kenntnisse zur Rechts- und Gesellschaftsordnung wie auch der Lebensverhältnisse in Deutschland, keine selbst zu vertretende Inanspruchnahme von Leistungen nach SGB II oder SGB XII sowie die Bereitschaft zur Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit; bei der erfolgreichen Teilnahme an einem Integrationskurs wird die Frist auf sieben Jahre verkürzt;
Deutsche Staatsangehörigkeit

heißt wenn du 8 jahre im lande bist, deine kenntnisse der dt. sprache und zur dt. rechts-u. gesellschaftordnung nachweisen kannst, sollte dir die einbürgerung von seiten der behörden nicht verweigert werden können :icon_kinn: bzw. dürfen :icon_kinn::icon_kinn:
 
S

Steamhammer

Gast
Es istz nicht so einfach, wie mein Vorschreiber denkt. Wir hatten das Problem, für meine Lebenspartnerin eine Niederlassungserlaubnis erstreiten zu wollen, so eine Art Staarsbürgerschaft 3.Klasse.
Zu der Zeit haben wir beide gearbeitet, in Drecksjobs, ich Vollzeit und sie Teilzeit wegen einem kleinen Kind. Weil die Arbeit so schlecht bezahlt war, mussten wir aufstocken. Hätten wir es nicht getan, das Aufstocken, hätte es keinen Einfluss gehabt.
wenn man auch nur THEORETISCH aufstocken könnte und das nicht tut, wird einem Staatsbürgerschaft/Niederlassungserlaubnis in der Regel auch verweigert.
Unser Anwalt hat buchstäblich jahrelang versucht, mit der Ausländerbehörde auf der Basis, dass ich Vz arbeitete und meine Frau wg Kind Teilzeit (4h/Tag), eine Lösung zu finden. Die haben das mit abenteurlichsten Begründungen abgeschmettert. Niemals.

Erst der Gang zum Gericht und ein an diesem tag wohl unausgeschlafener Faschist von der Ausländerbehörde sowie ein guter Richter verhalfen uns zu unserem Recht. Hiernach hat die Ausländerbehörde sofort Berufung eingelegt, leider einen tag nach Ablauf der Frist... Da hatten wir zum Schluss riesig Glück , sie waren gezwungen, die Ndl auszustellen.

Ich habe mir daran ein Beispiel genommen und gelernt, dass es das dümmste wäre, was wir machen könnten, im Fall der Staatsbürgerschaft wieder so eine Tätigkeit aufzunehmen . Im Gegenteil Wir bleiben stur arbeitslos mit Zubrot aUS 2 Minijobs.
Jetzt wird die gesundheitliche Schiene gefahren, volle Kanne.
Das hat uns sogar ein Anwalt so geraten, da wir haarklein Atteste und Amtsarztuntersuchungen hervorzaubern können. Ich habe jetzt den GdB 30 Bescheid bekommen, bei meiner Frau ist es noch in der Mache, ich hoffe sie hat 40 oder 50.

DAS ist die einzigste Strategie fast, sinnvoll dem Passus "ALG aus nicht zu vertretenden Gründen" zu beziehen für die Staatsbürgerschaft, beizukommen.

Neu anfangen zu arbeiten bringt absolut nichts, zumal es meist nur befristete Verträge gibt, die die Ausländerbehörde sofort verwirft.
 
E

ExitUser

Gast
Es heißt dass es nicht geht wenn man ALG II bezieht ABER ich habe hier im Netz etwas gefunden wo drinsteht dass es doch geht wenn man den Jobverlust nicht selber verursacht hat und es würde auf mich zutreffen da meine Firma sich aufgelöst hat.

"Gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 StAG ist Voraussetzung für den Einbürgerungsanspruch, dass der Antragsteller keine Sozialhilfe oder ALG II bezieht, es sei denn, er hätte den Bezug der staatlichen Unterstützung nicht zu vertreten. Hierzu sagen die vorläufigen Anwendungshinweise des BMI in Ziffer 10.1.1.3 Folgendes:

<i>Der Bezug von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (Grundsicherung für Arbeitssuchende) oder dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (Sozialhilfe) steht einer Einbürgerung nach § 10 nicht entgegen, wenn der Einbürgerungsbewerber die Hilfebedürftigkeit nicht zu vertreten hat. Erforderlich, aber auch hinreichend ist, dass der Ausländer nicht durch ihm zurechenbares Handeln oder Unterlassen die Ursache für einen fortdauernden Leistungsbezug gesetzt hat.

Als ein zu vertretender Grund für eine Hilfebedürftigkeit im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 3 ist insbesondere ein Arbeitsplatzverlust wegen Nichterfüllung arbeitsvertraglicher Pflichten beziehungsweise eine Auflösung eines Beschäftigungsverhältnisses wegen arbeitsvertragswidrigen Verhaltens anzusehen. Anhaltspunkte dafür, dass ein Einbürgerungsbewerber das Fehlen der wirtschaftlichen Voraussetzungen zu vertreten hat, ergeben sich zum Beispiel auch daraus, dass er wiederholt die Voraussetzungen für eine Sperrzeit nach § 144 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch erfüllt hat oder dass aus anderen Gründen Hinweise auf Arbeitsunwilligkeit bestehen.

Nicht zu vertreten hat es der Einbürgerungsbewerber insbesondere, wenn ein Leistungsbezug wegen Verlustes des Arbeitsplatzes durch gesundheitliche, betriebsbedingte oder konjunkturelle Ursachen begründet ist und er sich hinreichend intensiv um eine Beschäftigung (Ausbildungs- oder Arbeitsplatz) bemüht hat.</i> "

Sehe ich das also richtig? Ist das überhaupt noch aktuell? :)

es gibt Webseiten über Einbürgerung von Behiunderten:

https://paulwolf.de.be
https://sites.google.com/site/einbuergerungbehinderte

https://behinderteinbuergerung.de.be
https://sites.google.com/site/behinderteinbuergerung


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