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Ein paar Fragen zu ALG II

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Cosmo830

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#1
Ich bin 28 Jahre alt und seit einer Woche arbeitslos gemeldet. Nachdem ich letzte Woche alle notwendigen Unterlagen ausgehändigt bekommen habe, hatte ich am Dienstag mein erstes Gespräch bezüglich meiner beruflichen Situation etc. Dieses ist alles andere als gut verlaufen. Nach einem 2 minütigem Gespräch teilte man mir mit, dass ich mit meiner 10 Jahre zurückliegenden Ausbildung (wie lang liegt die denn bei Menschen in meinem Alter sonst zurück?), meinem Fachabitur und meinem abgebrochenen Studium (aufgrund meiner Schwangerschaft ...18 SSW) keinerlei Qualifikationen hätte. Mir wurde daraufhin eine EGV ausgehändigt, die ich dummerweise unterschrieben habe. Die Maßnahem beginnt bereits am Montag (11.6.). Als ich fragte, was mich denn dort erwarten würde, wurde mir mitgeteilt, dass dort ermittelt werden solle, welcher Tätigkeitsbereich für mich in Frage käme. Was soll das denn bitte? Ich habe doch schon eine Ausbildung, wozu muss man mir dann einen Tätigkeitsbereich zuweisen?
Mir wurde aussderdem gesagt, dass ich die Maßnahme antreten müsse, da mein Antrag auf ALG II ansonsten nicht bearbeitet werden würde. Meine Bitte um eine spätere Maßnahme wurde auch nicht berücksichtigt, da dies nur geschehen könne, falls ich zum Zeitpunkt der Maßnahme z.B. in den Urlaub fliegen würde. Mein Lebenspartner hat ab Montag 3 Wochen Urlaub und wir hatten eigentlich vor zu seiner Verwandtschaft nach Dresden zu fahren, mir wurde aber gesagt, dass dies als Grund nicht zulässig sei, da ich keinen Flug und kein Hotel etc. gebucht hätte.

Meinen zweiten Termin zur Abgabe aller nötigen Unterlagen hatte ich heute. Man teilte mir mit, dass ich höchstwahrscheinlich garkeinen Anspruch auf ALG II habe, da mein Lebenspartner 1200 Euro netto verdient und er bis zur Entbindung unseres Kindes für alle nötigen Kosten aufkommen könne. Jetzt muss ich also ab Montag zu dieser Maßnahme, obwohl ich noch nicht einmal weiss, ob ich überhaupt ALG II bekomme?
Sind die Leute dort eigentlich noch ganz klar im Kopf? Da erkundige ich mich ob mir ALG II zusteht und mir wird dies bestätigt und aufeinmal habe ich angeblich keinen Anspruch mehr.

Bin momentan einfach nur frustriert und komme mir verarscht vor. Mir war klar, dass ich nicht unbedingt nett empfangen werden würde, aber so ein Verhalten ist mir noch nie untergekommen.
 

Rechtsverdreher

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#2
Scanne mal die EinV ein.

Solange das Kind noch nicht 3 Jahre ist musst Du sowieso nicht arbeiten gehen.
 
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#3
mir wurde aber gesagt, dass dies als Grund nicht zulässig sei, da ich keinen Flug und kein Hotel etc. gebucht hätte.
Diese Aussage des SB ist ja an Absurdität nicht zu überbieten :icon_evil:. Da hättest du ihm gleich sagen sollen, dass Fliegen umweltschädlich ist und du als Alg2 Empfänger schon mal die Luft der Obdachlosigkeit in Dresden schnuppern wolltest, weil die Arge einen in dieselbige treibe.

Aber im Ernst. Unrlaub ist Urlaub. Ob nun Hotel gebucht oder aufm Zeltplatz, ob im Flieger oder im Auto, "Hotel Mama" oder "Hotel Verwandschaft": All das ist Urlaub.
Der SB hatte bestimmt schon geistig Feierabend gemacht :biggrin:.

Man teilte mir mit, dass ich höchstwahrscheinlich garkeinen Anspruch auf ALG II habe, da mein Lebenspartner 1200 Euro netto verdient
Das könnte zwar knapp hinhauen, aber berechnen müssen sie euch das Ganze auf jeden Fall.

Und da viele Bescheide der Arge falsch sind, überprüfe deren Rechnung auf ihre Richtigkeit.

Wohngeld müsste euch im Falle der Versagung von Alg 2 aber zustehen.

aufgrund meiner Schwangerschaft ...18 SSW
Sollte ein Alg2 Anspruch bestehen, so steht dir auch auf Antrag die Erstausstattung des Säuglings zu.

Mir wurde aussderdem gesagt, dass ich die Maßnahme antreten müsse, da mein Antrag auf ALG II ansonsten nicht bearbeitet werden würde
Auch diese Auskunft ist m.E. eine bodenlose Frechheit, denn der SB sagt ja selbst, dass du womöglich gar keinen Anspruch hättest. Erst Fördern, dann Fordern. Und mit deinen 28 Jahren gehörst du eigentlich auch nicht zu dem Personenkreis, die man gerne mit dem Sofortangebot ge. § 15 a SGB II "beglücken" möchte.

Bin momentan einfach nur frustriert und komme mir verarscht vor. Mir war klar, dass ich nicht unbedingt nett empfangen werden würde, aber so ein Verhalten ist mir noch nie untergekommen
Sobald du denen zeigst, dass man dich nicht verarschen kann, kriegen manche SB große nasse Äuglein.
 
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Gast
#4
...

Sind die Leute dort eigentlich noch ganz klar im Kopf?

Die sind oftmals so klar im Kopf, (von jeglichem Wissen befreit und ihrer Menschlichkeit abgängig.) dass Du a) dort nichts als Unmöglich erachten darfst und b) alles immer schriftlich (nebst Eingangsbestätigungen), am besten mit Zeugen erledigen solltest - nein MUSST!

...
Bin momentan einfach nur frustriert und komme mir verarscht vor. Mir war klar, dass ich nicht unbedingt nett empfangen werden würde, aber so ein Verhalten ist mir noch nie untergekommen.
Tipp von mir. ;)

Sieh das alles sportlich und als ein Test Deiner persönlichen Leistungsfähigkeit im Umgang mit all dem, das eigentlich in einem modernen Deutschland nicht mehr vorkommen sollte.

Im Deutschen Sozialkino, das Büßerhemd für Ex-Arbeitsplatzbesitzer, wird gerade "Weimar modern reloaded" gegeben.
:icon_lol:

Kopf hoch, hier werden Sie geholfen. ;)

Gruß, Anselm
 
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#5
Nötigung

Egal ob man/frau so eine Massnahme antritt oder nicht, ein Antrag muss bearbeitet werden.
Nur dass bei Verweigerung der Massnahme nun mal eine Sanktion drohen könnte.
Ach übrigens, Joschka hatte nur einen alten Taxischein.
Die Leute in den ARGE leiden unter Befehlsnotstand. Wenn sie nicht genug das Volk quälen, werden sie von ihren Nachfolgern gequält. Heul.
 

Cosmo830

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#7
Scanne mal die EinV ein.
So, habe den Text mal abgetippt.


Eingliederungsvereinbarung

zwischen Frau ...
und Integrationscenter für Arbeit ...
gültig bis 05.12.2007 soweit zwischenzeitlich nichts anderes vereinbart wird


1. Leistungen Integrationcenter für Arbeit ...

Kommt der zuständige Träger seinen in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten nicht nach, ist ihm innerhalb einer Frist von 2 Monaten das Recht der Nacherfüllung einzuräumen.
Ist eine Nachbesserung tatsächslich nicht möglich, muss er folgende Ersatzmaßnahme anbieten: AGH.


2. Bemühungen Frau ...
Frau ... verpflichtet sich,
Ortsabwesenheit vorher mit dem persönlichen Ansprechpartner abzustimmen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den eigenen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln und Kräften zu bestreiten und an allen Maßnahmen zur Eingliederung mitzuwirken, insbesondere:
An der Teilnahme der Trainingsmaßnahme nach §16 SGB II in Verbindung mit §§ 48 ff. SGB III.
Die eventuell anfallenden Fahrtkosten von 0,36 Cent/Km (ab 10 Km 0,40 Cent/Km) und die Kosten für die Betreuung aufsichtsbedürftiger Kinder in Höhe von 130€ monatlich je Kind, werden über die Maßnahmeträger gemäß § 50 Abs. 2 u. 3 ausgezahlt.
Die Maßnahme beginnt um 8:00 Uhr am: 11.06.207 - 20.07.2007 .... Adresse ....
Maßnahmenummer: ...
Anlage: Hinweise zur außerbetrieblichen Trainingsmaßnahme
 
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#8
Das was man mit dir hier gemacht hat, ist dasselbe, als wenn du in eine neue Wohnung einziehen möchtest, der Vermieter noch nicht weiß, ob er die Wohnung überhaupt vermieten will, aber du wirst gezwungen schon das Material für eine Rennovierung einzukaufen, er weiß aber noch nicht so genau was rennoviert werden soll, und wenn du das Material nicht einkaufst, dann schließt er keinen Mietvertrag ab.

Ich vermute, hier war für die EGV ein anderer Fallmanager als der von der Leistung zuständig, und der mit der EGV und der Maßnahme hat viel Druck gemacht, weil keiner freiwillig so etwas unterschreibt. Dabei wird sehr oft etwas androht, das nicht rechtens ist (wir bearbeiten sonst ihren Antrag nicht).

Ich würde deine Problematik wie folgt lösen: Es ist ein Fakt, dass du wohl keine oder nur sehr wenig Leistung bekommen wirst. Die Sache mit der EGV war eine Unverschämtheit. Das würde ich direkt als Beschwerde bei dem Vorgesetzten dieser SB machen. Den Namen bekommst du beim Empfang heraus. Dort gibst du die Beschwerde gleich am Montag schriftlich mit Eingangsstempel ab.

In die Beschwerde schreibst du rein, dass du nur einen Antrag auf Leistung gestellt hattest, die dir nicht oder nur in sehr geringer Höhe zusteht, und dass die SB unter Androhung von Nicht-Bearbeitung des Antrags dich gleich eine EGV unterschreiben ließ und du ab Montag zu einer nicht einmal genau definierten, deines Erachtens überflüssige Maßnahme sollst. Dass du wegen einer dringenden Angelegenheit nach Dresden musst (kannst ja einen ernsthaften Familienfall nennen, der nicht nachweisbar ist), und die SB nicht einmal bereit war, die Maßnahme zu verschieben. Als Begründung hätte sie angegeben, dass du keinen Flug und kein Hotel gebucht hast, und berücksichtigte dabei nicht, dass man da auch mit dem Auto hinfahren kann und bei den Verwandten unterkommt.

Dann schreibst du als Schlusssatz, dass du die Maßnahme am Motag nicht angetreten hast, weil du die unter Druck unterschriebene EGV ohne genehmigten Antrag als nichtig betrachtest.

Und als Schlusssatz: "Ich bitte um Prüfung".

Und dann rufst du den Fallmanger für die Leistung an und sagst ihm, dass du wegen einer dringenden Familienangelegenheit für 2 Wochen nach Dresden musst. Der wird nichts dagegen haben, denn er hat ja alle deine Unterlagen und braucht mindestens 2 Wochen um alles zu bearbeiten.
 

Rechtsverdreher

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#9
Wenn das Kind unter 3 Jahre alt ist, die Betreuung nicht gesichert ist, dann würde ich denen das mitteilen und die Massnahme dankend ablehnen.

Diese EinV hätte ich so niemals unterschrieben.
 
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#10
Wenn das Kind unter 3 Jahre alt ist, die Betreuung nicht gesichert ist, dann würde ich denen das mitteilen und die Massnahme dankend ablehnen.

Diese EinV hätte ich so niemals unterschrieben.
Rechtsverdreher, ich glaube, wir brauchen uns über eine EGV gar nicht zu unterhalten, wenn der Antrag noch gar nicht durch ist.
 

Cosmo830

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#11
Danke für Eure Antworten. Habe jetzt mal ein Schreiben aufgesetzt, dass ich morgen abgeben werde. Mal gucken, wie darauf reagiert wird.
 
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#12
Danke für Eure Antworten. Habe jetzt mal ein Schreiben aufgesetzt, dass ich morgen abgeben werde. Mal gucken, wie darauf reagiert wird.
Mach das bitte. So wie ich den Verein kenne, wird dann auf die EGV und die Maßnahme gar nicht mehr reagiert. Da wird mit deiner gesamten Eingliederung "AP" gemacht (Das bedeutet "Ablage Papierkorb"). Trotzdem muss du das machen, denn sonst lassen die dich nicht in Ruhe. Und vergiss nicht, dir ein Eingang bescheinigen zu lassen, denn sonst haben die das nicht erhalten.

Sollte dir tatsächlich kein ALG II zustehen, probiere mal etwas Wohngeld (oder etwas mehr Wohngeld) zu erhalten.

Wenn du kein ALG II erhälst, kannst du auch hinzuverdienen (evtl. ein 400 Euro-Job; der lässt sich z.Z. relativ leicht finden). Bei ALG II wird dir der Hinzuverdienst (bis auf die ersten 100 Euro) um 80% gekürzt. Deshalb verdient auch keiner hinzu! DAs hat uns der dicke Herr Hartz beschert.
 
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