Ein Kleinkind zieht zur Tante. Bekommt es trotzdem Geld vom Jobcenter?

Amysha

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Heyho,

Ich habe da mal die ein oder andere Frage.

Es geht um meinen Neffen 10Monate alt.
Er und seine Mutter leben von Alg2, nun ist es aber so, dass er seit dieser Woche bei mir lebt da seine Mutter erst einmal ihr eigenes Leben auf die Reihe bekommen muss.

Da sie freiwillig beim Jugendamt unterschrieben hat, dass der Kleine auf unbestimmte Zeit bei mir lebt wurde er nicht offiziell in Pflege gegeben, es hat sich also nur der Wohnort von ihm geändert, für alles andere stellt sie mir Vollmachten aus.

Wo uns das Jugendamt aber leider nicht weiterhelfen konnte, bekommt der kleiner weiterhin sein Alg2 bzw Sozialhilfe?

Ich meine gelesen zu haben wenn er in Pflege gegeben worden wäre würde ihm keine Sozialhilfe mehr zu stehen und er würde Pflegegeld bekommen aber es hat sich ja eigentlich nur der Wohnort für ihn geändert.

Interessant wäre auch zu wissen wie es mit dem Alleinerziehendenzuschlag läuft, er lebt ja jetzt nicht mehr bei ihr, Ich bin allerdings auch alleinerziehend

Und falls er weiterhin sein Geld vom Jobcenter bekommt, kann sie das einfach an mich weiterleiten oder muss das Amt es an mich zahlen oder ... .

Falls er kein Geld mehr bekommt, woher bekommt er dann sein Geld zum Leben? Pflegegeld obwohl nicht in Pflege?


Das sind glaub ich erst mal die wichtigsten Fragen bzgl alg2, falls wer noch Infos für mich hat zb ob der kleine weiterhin über seine Mutter Krankenversichert ist, dann gerne her damit.

Ich bedanke mich schon mal im voraus bei euch.

Ganz Liebe Grüße
AMYSHA
 
E

ExUser 70645

Gast
Dein Neffe fällt aus der BG der Mutter raus, daher erhält sie auch keinen Alleinerziehungsmehrbedarf mehr, sofern nicht weitere Kinder im Haushalt leben. Dein Neffe erhält wenn dann Leistungen vom Sozialamt, 3. Kapitel SGB XII. Wobei deine Schwester das Kindergeld und den Unterhaltsvorschuss bzw. den Unterhalt an dich weiterleiten muss, ob dein Neffe dann noch Anspruch auf SGB XII Leistungen hat, weiss ich nicht.
Deine Schwester sollte den Auszug ihres Sohnes unverzüglich mitteilen, um keine Überzahlungen zu verursachen.
 

isso

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Hat das Jugendamt dich denn bezüglich der Verwandtenpflegschaft beraten? Denn je nachdem, was die genauen Umstände sind könnten vorrangig zum SGB XII zunächst Hilfen zur Erziehung nach SGB VIII zustehen.

§27Abs.2 SGB VIII

Ist eine Erziehung des Kindes oder Jugendlichen außerhalb des Elternhauses erforderlich, so entfällt der Anspruch Hilfe zur Erziehung nicht dadurch, dass eine andere unterhaltspflichtige Person bereit ist, diese Aufnahme zu übernehmen; die Gewährung von Hilfe zur Erziehung setzt in diesem Fall voraus, dass diese Person bereit und geeignet ist, den Hilfebedarf in Zusammenarbeit mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach Maßgaben der §§ 36 und 37 zu decken

Es gibt auch mittlerweile einige Entscheidungen dazu, dass Hilfen nach §33 SGB VIII auch dann nicht einfach von Jugendämtern abgelehnt werden können, wenn die Übernahme der Pflegschaft eine einvernehmliche Vereinbarung unter Verwandten ohne Einbezug des Jugendamtes ist.
 

Amysha

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Heyho,

Dankeschön für die Antworten, wir werden uns dann nochmal mit dem Jugendamt unterhalten.

Es wurde bisher nur eine Vereinbarung geschlossen die wir unterschreiben mussten das der Lenensmittelpunkt bis auf weiteres erst mal in meinem Haushalt ist da unter anderem eine Kindeswohlgefährdung im Raum steht.
Wir hatten die Wahl entweder er kommt her oder Pflegefamilie.

Über eine Verwandtenpflegschaft oder sonst etwas wurden wir nicht aufgeklärt auch auf die Frage wie der kleine jetzt finanziell abgesichert ist meinte das Jugendamt nur da sollen wir uns jetzt mal schlau machen.

Wie gesagt er ist nicht offiziell bei mir in Pflege gegeben sondern lebt nur per Vereinbarung bei mir bis seine Mutter ihr Leben geregelt bekommt.

Unterhaltsvorschuss hätte ich gedacht das er das vielleicht bekommt da beide Elternteile doch Unterhaltspflichtig sind nur eben nicht zahlen können, das ist natürlich schade.

Ich mein den kleinen satt bekommen tu ich ja so ist es nicht aber wäre natürlich schade wenn er gar kein Geld bekommt, aber wir machen uns nochmal beim Jugendamt schlau.

Liebe Grüße
 

isso

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da unter anderem eine Kindeswohlgefährdung im Raum steht
Und das ist ein wesentlicher Grund für die Bewilligung von Verwandtenpflege nach §33 SGB VIII.

Das Jugendamt hat übrigens eine Beratungspflicht. Wenn ihr einen örtlichen Kinderschutzbund habt können die beraten, aber z.B. auch Caritas und Diakonie im Rahmen der Sozialberatung.

Erste Infos gibt es auch über Moses-online.de
 

Woodruff

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Hallo Amysha,

Da sie freiwillig beim Jugendamt unterschrieben hat, dass der Kleine auf unbestimmte Zeit bei mir lebt wurde er nicht offiziell in Pflege gegeben, es hat sich also nur der Wohnort von ihm geändert, für alles andere stellt sie mir Vollmachten aus.

Vielleicht kann Dir der nachfolgende Artikel weiter helfen:

Pflegeelternnetz
kreativ interessiert neutral direkt

Verwandtenpflege ist ein Beispiel dafür, dass in vielen Fällen das Netzwerk Familie trägt. Großeltern, Tanten, Onkel und Geschwister sind oft bereit, ein verwandtes Kind bei sich aufzunehmen, wenn die Mutter und/oder der Vater ausfallen oder sich nicht ausreichend um das Kind kümmern können. Oftmals sind aber die Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Verwandte, die vor der Frage stehen, ein Kind aus der eigenen Familie aufzunehmen oder bei denen bereits ein Kind aus der Familie lebt, nur wenig bekannt.


Quelle:
Ina Krysmann
Am Aermen Düwel 4
47647 Kerken E-Mail-Adresse info@pflegeelternnetz.d


SKF Pflegekinderdienst

Der Adoptions- und Pflegekinderdienst des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) lädt deshalb interessierte Menschen ein, die mehr über diese anspruchsvolle, aber auch schöne Aufgabe erfahren möchten, einen Termin für ein erstes Informationsgespräch zu vereinbaren.


Quelle:
SKF
Johannisstr. 91
49074 Osnabrück
 
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