Ein Jahr nach dem Jobcenter-Mord: "Es ist lange nicht vorbei"

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JulieOcean

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Die Jobcenter sind für die Betreuung der arbeitsfähigen Langzeitarbeitslosen ("Hartz IV") zuständig. Etwa 90 Prozent der Klientel wurde früher von den Sozialämtern betreut. Die Klientel gilt als schwierig, etwa jeder fünfte "Kunde" sei psychisch auffällig, 80 Prozent hätten keine Berufsausbildung, berichteten Personalräte. Viele der Hilfesuchenden seien mit der Bürokratie überfordert.

Da haben wir es ja wieder: Der vermeintlich asoziale Elo ist Schuld an dem Dilemma. :icon_motz:

Und deshalb wurden in den JCs
Zugangs- und Leitsysteme (...) verändert, Fluchttüren eingebaut, Alarmsysteme verbessert, Türklinken durch Knäufe ersetzt, Büromöbel verrückt, zusätzliches Sicherheitspersonal eingestellt. (...) Von den heiß diskutierten Sicherheitsschleusen an den Eingängen habe man allerdings Abstand genommen. Ihr Einbau sei vielerorts nicht praktikabel gewesen. Der Aufwand soll dennoch in die Millionen gehen.

Aber das Problem ist nicht gelöst, denn dem Hartz-IV-System und seinen Helfershelfern, den SBs, wurden keinerlei Grenzen gesetzt.

Ich warte, wann der nächste austickt.
 

Paolo_Pinkel

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Das übliche Verdrängungsverhalten der BA. Die würde nicht im Traum daran denken, dass sie ggf. auch eine Mitschuld tragen mit dem Druck, den sie von oben nach unten durchreichen (Befristete Verträge, Zielvorgaben, Sanktionsquoten....). Deshalb ist das
Ich warte, wann der nächste austickt.
nur eine Frage der Zeit. Wie schon erwähnt, kann die BA jedes JC zu einer Festung im DDR-Maßstab umbauen. Es ändert aber nichts daran, dass die Mitarbeiter da auch wieder raus müssen nach Dienstschluss. Besser für alle Beteiligten wäre es, wenn man gewisse Dinge überdenkt. Dann gelangt man automatisch zum Kern von Hartz-IV und der Systemfrage. Die darf aber nicht gestellt werden, weil das ja so ein Erfolgsmodell ist. Mal sehen wie es ausgeht. Derzeit steht es 1:1.
 
S

Snickers

Gast
Die Klientel gilt als schwierig, etwa jeder fünfte "Kunde" sei psychisch auffällig

War es das auch am Anfang? Oder wie lange brauchen die JC´ dazu?

Würde gerne mal wissen, wie viele psychisch kranke Sachbearbeiter, da mit pseudo-Tätigkeiten rumhocken.
 

KARLderWEHRER

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Ja, nach meiner Auffassung - obwohl ich persönlich überwiegend gar keine wirklich schlechten Erfahrungen mit meinem JC gemacht habe - ist das System der Grund dieses Übels. Solange dieses System so ist, wird es wohl oder übel auch keinen Kehrtwende in eine positive Richtung geben.
 
E

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Gast
neue Methode ist das die JCs übergehen und Hausverbote bei unliebsamen elos aussprechen mit erfundenen gründen
bin selber betroffen ^^

nur dann brauchen die JCs sich nicht wundern wenn ein elo der nicht so besonnen bzw nerven stark ist das es dann kracht

na denn ^^
 

götzb

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Es ist ein Unterschied ob ein Arbeitsloser vorgeladen wird, und dann ausfällig wird, oder ob dieser von sich aus ins Amt kommt, und dann randaliert.

Wenn der Totschläger sich vorher in den Foren informiert hätte, dann hätte er keine Datenweitergabe unterschrieben, und er hätte nicht sein eigenes Leben verhunzt, und das andere Leben aus Affekt? ausgelöscht.

Hausverbot im Jobcenter bewahrt leider nicht vor Vorladungen, oder auch sogenannten Stellenangeboten wie 1€ Jobs und anderen Zwangsarbeitsschwachsinn.

Ironie
Ein gutes hat das für den Totschläger.
Er muss sich keine Sorgen machen, seine Bleibe zu verlieren und ggf. ohne Geld dazustehen, denn für Unterkunft und Auskommen ist gesorgt.

Er fällt außerdem der Arbeitslosenstatistik
 

Hartzeola

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Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen nach Jobcenter-Mord

Bundesweit war die Sicherheit der Jobcenter auf den Prüfstand gestellt worden. Gefahren wurden analysiert und - von Haus zu Haus verschieden - eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, sagte Werner Marquis, Sprecher der Bundesarbeitsagentur für Nordrhein-Westfalen, zum Jahrestag des Verbrechens.
Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen nach Jobcenter-Mord
 
E

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Gast
Inzwischen ist S. vom Düsseldorfer Landgericht wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof muss das Urteil noch prüfen

Ein Jahr nach dem Jobcenter-Mord: "Es ist lange nicht vorbei" | NRW
Bundesgerichtshof

Mitteilung der Pressestelle

_______________________________________________________________________________________

Nr. 158/2013 vom 26.09.2013

Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilung wegen Mordes an einer Mitarbeiterin des Jobcenters Neuss


Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat die Revision eines 53-Jährigen Mannes gegen ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf verworfen, das gegen ihn am 5. April 2013 wegen Mordes an einer Beschäftigten des Jobcenters der Bundesagentur für Arbeit und des Rhein-Kreises Neuss eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt hatte. Der Angeklagte hatte sich am 26. September 2012 in die Räumlichkeiten des Jobcenters in Neuss begeben und die dort tätige Mitarbeiterin durch mehrere Messerstiche getötet. Zu der Tat hatte er sich entschlossen, weil er glaubte, das Jobcenter habe sich sein – wie üblich zum Zwecke der Unterrichtung möglicher Arbeitgeber erbetenes – Einverständnis mit der Weitergabe persönlicher Daten nur deshalb verschafft, weil es diese habe verkaufen wollen.

Beschluss vom 17. September 2013 – 3 StR 227/13

Landgericht Düsseldorf - Urteil vom 5. April 2013 – 17 Ks 2/13

Karlsruhe, den 26. September 2013

Pressestelle des Bundesgerichtshofs
76125 Karlsruhe
Telefon (0721) 159-5013
Telefax (0721) 159-5501
 

jimmy

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Die JC´s haben seit dem nichts dazugelernt. Die Drangsaliererei hat seit diesem Vorfall nicht abgenommen. Und das es sich hier um Irgend eine Datenschutzsache handeln soll, ist BS! Viel wahrscheinlicher ist, dass die Leistungen eingestellt wurden, und er beim Versuch das Geld zu erhalten, an die falsche SB geraten ist. Egal. Das hat sich das JC selbst zuzuschreiben.
Wenn der Totschläger sich vorher in den Foren informiert hätte, dann hätte er keine Datenweitergabe unterschrieben, und er hätte nicht sein eigenes Leben verhunzt, und das andere Leben aus Affekt? ausgelöscht.

Wer sagt dir denn, dass sich die die randalier(t)en, nicht vorher den Versuch unternommen haben hier Hilfe zu finden?
Wie oft werden denn Themen von den immer gleichen Usern mit KOMPLETT-OFFTOPIC beiträgen ZUGEMÜLLT, ohne das die Leitung das mal KRACHEND unterbindet und die Leute dann auch ganz einfach mal verwarnt und dann sperrt? Na? Viele zu viele wollen sich hier mit vollkommen unbekannten gutstellen. Ich warte schon auf den Tag, wo jemand Blei auf Reisen schickt und bei seiner Vernehmung angibt, dass er hier versucht hat Hilfe zu erhalten, aber die Leute mit reinmüllerei - und die Moderatoren mit Unfähigkeit glänzten.
 

Hamburgeryn1

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Wenn der Totschläger sich vorher in den Foren informiert hätte, dann hätte er keine Datenweitergabe unterschrieben, und er hätte nicht sein eigenes Leben verhunzt, und das andere Leben aus Affekt? ausgelöscht.
Soweit bekannt, handelte es sich bei dem Verurteilten um einen marrokanischen Bauer und Analphabeten, der kaum der deutschen Sprache mächtig ist.

Vorausgesetzt die mehr als spärlichen Informationen der Medien stimmen, wäre es einem solchen Mann sowenig möglich sein Anliegen einem Forum adäquat darzulegen, bzw. die Hilfestellungen entsprechend zu verstehen und umzusetzen, wie es ihm möglich gewesen sein kann a) die Datenschutzerklärung eines Maßnahmeträgers zu lesen und inhaltlich zu verstehen, noch b) einer Sitzung des Deutschen Bundestags zu folgen um daraus entsprechende Rückschlüsse für die eigene Unterschrift unter eine Datenschutzerklärung zu ziehen.

Meines Erachtens wurde - wie so häufig im Zusammenhang mit jeder Art von Gewalttaten in einem Jobcenter - der wirkliche Auslöser dieses Mordes bewußt nicht öffentlich thematisiert.

Ich glaube mich zu entsinnen, dass der TE (?) im Zusammenhang mit dem Mord einmal darauf hinwies, dass es in Wahrheit um nicht ausgezahltes
Geld gegangen sein soll.

Wenn dem so war, dann ist es nur logisch, dass das JC nach Frankfurt auf keinen Fall ein weiteres Mal wegen einer verweigerten (Bar)Auszahlung und deren Folgen in die Negativ-Schlagzeilen geraten wollte.

Schließlich soll in der Öffentlichkeit das Bild von den armen, hilflosen Opfern hinter den Schreibtischen, die ganzen Kohorten arbeitsloser Vandalen ausgeliefert sind, ohne jeden Zweifel erhalten bleiben.
 

Paolo_Pinkel

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[...]
Vorausgesetzt die mehr als spärlichen Informationen der Medien stimmen, wäre es einem solchen Mann sowenig möglich sein Anliegen einem Forum adäquat darzulegen, bzw. die Hilfestellungen entsprechend zu verstehen und umzusetzen, wie es ihm möglich gewesen sein kann a) die Datenschutzerklärung eines Maßnahmeträgers zu lesen und inhaltlich zu verstehen, noch b) einer Sitzung des Deutschen Bundestags zu folgen um daraus entsprechende Rückschlüsse für die eigene Unterschrift unter eine Datenschutzerklärung zu ziehen.
Genau so ist es:icon_daumen:
Meines Erachtens wurde - wie so häufig im Zusammenhang mit jeder Art von Gewalttaten in einem Jobcenter - der wirkliche Auslöser dieses Mordes bewußt nicht öffentlich thematisiert.
Das vermute ich auch, weil sich das Gerücht, es hätte eune Leistungsverweigerung/-entzug stattgefunden, weiterhin hält.
Ich glaube mich zu entsinnen, dass der TE (?) im Zusammenhang mit dem Mord einmal darauf hinwies, dass es in Wahrheit um nicht ausgezahltes
Geld gegangen sein soll.
So wird es wohl gewesen sein. Und weil die BA diese Wahrheit nicht gebrauchen kann macht man aus einem Ausländer, der kaum Deutsch spricht und Analphabet ist eben das, was gesucht wird.

Wenn dem so war, dann ist es nur logisch, dass das JC nach Frankfurt auf keinen Fall ein weiteres Mal wegen einer verweigerten (Bar)Auszahlung und deren Folgen in die Negativ-Schlagzeilen geraten wollte.

Schließlich soll in der Öffentlichkeit das Bild von den armen, hilflosen Opfern hinter den Schreibtischen, die ganzen Kohorten arbeitsloser Vandalen ausgeliefert sind, ohne jeden Zweifel erhalten bleiben.
:danke:
 
D

Don Vittorio

Gast
Meines Erachtens wurde - wie so häufig im Zusammenhang mit jeder Art von Gewalttaten in einem Jobcenter - der wirkliche Auslöser dieses Mordes bewußt nicht öffentlich thematisiert.

Ich glaube mich zu entsinnen, dass der TE (?) im Zusammenhang mit dem Mord einmal darauf hinwies, dass es in Wahrheit um nicht ausgezahltes
Geld gegangen sein soll.

Was nicht sein darf kann auch nicht sein.

Ist eine Gerichtsverhandlung nicht öffentlich genug oder hat der Angeklagte vor Gericht gelogen,denn :

Der Täter hatte vor Gericht erklärt, dass er einige Tage vor der Tat im Jobcenter eine Datenschutzerklärung unterzeichnet habe, bei der er aber wegen Sprachschwierigkeiten "weder genau verstand was, noch warum er unterschreiben sollte", so der Vorsitzende Richter Rainer Drees. Den Behörden unterstellte der Angeklagte, seine persönlichen Daten zu missbrauchen. Vergeblich habe der Bruder des Mannes versucht, ihn von der "fixen Idee" des Datenmissbrauchs abzubringen.

Der Angeklagte hatte die Tat zwar gestanden, aber auch erklärt, er habe die Frau nicht töten wollen, sondern sei bei dem Angriff "nicht bei Verstand gewesen".

Urteil nach Mord im Jobcenter Neuss - Panorama - WDR.de

Das Wort "Geld" im Zusammenhang mit der Tat kann ich nirgends finden.
 

Lecarior

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Meines Erachtens wurde - wie so häufig im Zusammenhang mit jeder Art von Gewalttaten in einem Jobcenter - der wirkliche Auslöser [Hervorhebung durch den Zitierenden] dieses Mordes bewußt nicht öffentlich thematisiert.
Du klingst wie einer der Anhänger von Jörg Haider, die für den offensichtlichen Unfalltod keine andere Erklärung gelten lassen als Mord.

Bei dem von dir zitierten Umstand ...

Soweit bekannt, handelte es sich bei dem Verurteilten um einen marrokanischen Bauer und Analphabeten, der kaum der deutschen Sprache mächtig ist.
... frage mich allerdings, wieso ein Mensch, der seit 2001 - also zum Tatzeitpunkt bereits mehr als zehn Jahre - in Deutschland lebt, die Sprache seiner Wahlheimat noch immer nicht ausreichend beherrscht.
 

Henrik55

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... frage mich allerdings, wieso ein Mensch, der seit 2001 - also zum Tatzeitpunkt bereits mehr als zehn Jahre - in Deutschland lebt, die Sprache seiner Wahlheimat noch immer nicht ausreichend beherrscht.
Das fragst Du Dich wirklich? Die bleiben unter sich, ist Dir das nicht bekannt?
 

sixthsense

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... frage mich allerdings, wieso ein Mensch, der seit 2001 - also zum Tatzeitpunkt bereits mehr als zehn Jahre - in Deutschland lebt, die Sprache seiner Wahlheimat noch immer nicht ausreichend beherrscht.

Vielleicht weil Bauern und Analphabeten nicht dieselben geistigen Fähigkeiten wie Dolmetscher oder Sprachwissenschaftler besitzen? Schon mal daran gedacht?
 

Hamburgeryn1

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Das Wort "Geld" im Zusammenhang mit der Tat kann ich nirgends finden.
Wirst du auch nicht.

Der Begriff "Geld" bezieht sich auf eine Äußerung des TE, die bei einer anderen Diskussion im Zusammenhang mit dem Mordfall in Neuss gefallen war.
... frage mich allerdings, wieso ein Mensch, der seit 2001 - also zum Tatzeitpunkt bereits mehr als zehn Jahre - in Deutschland lebt, die Sprache seiner Wahlheimat noch immer nicht ausreichend beherrscht.
Der Grund für diesen Umstand könnte möglicherweise hierin liegen:
Ein Sachverständiger hatte dem Mann einen Intelligenzquotienten von 75 attestiert.
Hinweise auf eine verminderte Schuldfähigkeit hatten die Gutachter nicht feststellen können.
Prozess zum Jobcenter-Mord in Neuss : Motiv für Bluttat: Wut und Angst vor Datenklau
Unter der Prämisse, dass auch diese Information stimmt, muss hier doch die Frage erlaubt sein, in wieweit ein Täter mit einem IQ unterhalb der Zimmertemperatur tatsächlich schuldfähig ist.
 
E

ExitUser

Gast
Meines Erachtens wurde - wie so häufig im Zusammenhang mit jeder Art von Gewalttaten in einem Jobcenter - der wirkliche Auslöser dieses Mordes bewußt nicht öffentlich thematisiert. [...] Ich glaube mich zu entsinnen, dass der TE (?) im Zusammenhang mit dem Mord einmal darauf hinwies, dass es in Wahrheit um nicht ausgezahltes Geld gegangen sein soll.
[...] Wenn dem so war, dann ist es nur logisch, dass das JC nach Frankfurt auf keinen Fall ein weiteres Mal wegen einer verweigerten (Bar)Auszahlung und deren Folgen in die Negativ-Schlagzeilen geraten wollte. Schließlich soll in der Öffentlichkeit das Bild von den armen, hilflosen Opfern hinter den Schreibtischen, die ganzen Kohorten arbeitsloser Vandalen ausgeliefert sind, ohne jeden Zweifel erhalten bleiben.

Mit Verlaub, aber diese einseitige Verantwortungsdelegation an die Verhältnisse, die du im obigen Text implizierst, ist schwer erträglich und überaus zynisch. Ich bin durchaus auch davon überzeugt, dass es immer eine gegenseitige Beeinflussung von Individuum und Umwelt gibt, dass also bestimmte systemische Gegebenheiten auf Menschen einwirken und deren Verhalten mit-beeinflussen. Wer sich mit Pädagogik und Entwicklungspsychologie auskennt, weiß, dass die Verhältnisse des Aufwachsens, der Sozialisation und der allgemeinen Lebensumstände zur Ausprägung einer gewalttätigen Persönlichkeit beitragen bzw. Prädispositionen zur gewalttätigen Konfliktlösung befördern können. Das entbindet das Individuum aber in keiner Weise von persönlicher Verantwortung.

Es ist, davon zeugen dutzende kriminologische Studien, einfach falsch, die Verhältnisse als Erklärung für eine Tat heranzuziehen. Die Verhältnisse sind sicher ein Wirkfaktor unter vielen, sie können einen Einfluss haben auf das individuelle Handeln, aber Verantwortung für ein schuldhaftes Handeln trägt immer das Individuum. Im vorliegenden Fall des Mordes einer jungen Jobcenter-Mitarbeiterin ist das schuldhaft handelnde Individuum Ahmet S. Er ist der Täter, er ist der Schuldige. Er ist es, der Verantwortung für sein Handeln trägt, und eben kein abstraktes System. Der Argumentationsstrang, der bei Gewalthandlungen gegen Jobcenter-Mitarbeiter hier im Forum so oft hervorgezogen wird, scheint zu lauten: Sicher war die Tat nicht in Ordnung. Aber der Mann ist ja eigentlich auch nur ein armes Opfer, denn er wurde durch das System dazu gemacht!

Dazu sage ich voller Überzeugung: Das ist bullshit. Der Mann ist kein Opfer der Verhältnisse. Es ist eine Verhöhnung des wahren Opfers, der ermordeten Frau, hier zu suggerieren, dass in den Verhältnissen mildernde Umstände für die Bluttat des Ahmet S. zu suchenden seien. Denn nichts entschuldigt oder legitimiert diesen Mord. Es spielt keine Rolle, ob Ahmet S. nun aufgrund einer einbehaltenen Geldzahlung, eines Missverständnisses bezüglich seiner Daten oder weshalb auch immer gemordet hat. Die Verhältnisse können sein Handeln weder entschuldigen noch erklären. Denn wären die Verhältnisse kausal verantwortlich, stellt sich die Frage, warum sich dann nicht täglich Millionen von Hartz IV-Empfängern mit der Absicht auf den Weg zum Jobcenter machen, ihre pAps zu ermorden. Denn immerhin leiden, glaubt man den Ausführungen in diesem Forum, ja viele Menschen unter dem System Hartz IV. Warum werden die - als Systemopfer - dann nicht auch alle gewalttätig? Die Antwort lautet: Weil Menschen eben keine trivialen Maschinen sind.

Wir sind keine Marionetten eines Systems, das unser Verwalten determiniert, sondern wir können relativ frei entscheiden, wie wir handeln. Wir können, sofern wir nicht durch psychische Erkrankungen eingeschränkt sind, selbst entscheiden, ob wir zum Mörder werden, oder eben nicht. Daraus folgt, dass das System eben nicht verantwortlich gemacht werden kann. Es gibt eine Vielzahl an Wegen, sich gegen empfundenes Unrecht zur Wehr zu setzen. Und zum Glück wählen 99% aller Jobcenter-"Kunden" einen gewaltfreien Weg. Den gewalttätigen Ahmet S. nun zu einem Systemopfer hochzustilisieren, welches quasi in einer Art Verteidigungszwang gehandelt hat, ist nicht nur dreist und falsch, es ist auch unglaublich menschenverachtend, da es Menschen jedwede Eigenverantwortung für ihr Handeln abspricht. Das ist ein sehr fragwürdiges Menschenbild. Für mich ist Ahmet S. daher kein System-Opfer. Er ist lediglich ein Mörder.
 

StartMeUp2013

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neue Methode ist das die JCs übergehen und Hausverbote bei unliebsamen elos aussprechen mit erfundenen gründen
bin selber betroffen ^^

nur dann brauchen die JCs sich nicht wundern wenn ein elo der nicht so besonnen bzw nerven stark ist das es dann kracht

na denn ^^
@sumse: wenn du ein hausverbot erhälst, ist DAS MAXIMAL hygiene.
ohne sagrotan dich und dein dummdeutsch zu ertragen: ::kotz::
 

arbeitslos in holland

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Den gewalttätigen Ahmet S. nun zu einem Systemopfer hochzustilisieren, welches quasi in einer Art Verteidigungszwang gehandelt hat, ist nicht nur dreist und falsch, es ist auch unglaublich menschenverachtend, da es Menschen jedwede Eigenverantwortung für ihr Handeln abspricht. Das ist ein sehr fragwürdiges Menschenbild. Für mich ist Ahmet S. daher kein System-Opfer. Er ist lediglich ein Mörder.

ich weiss auch genau, wieso das für dich so menschenverachtend ist: weil bei dir der mensch ab der kategorie "sb" anfängt. alles drunter ist untermensch, gell !
und natürlich ist das system wie immer nicht beteiligt und schon gar nicht grund !
die tat des gewalttätigen mörder hat schließlich in einer metzgerei stattgefunden und das opfer war eine verkäuferin !
ab wievielen toten kollegen stellst du das system denn in frage ?!

das dich tote untermenschen aka "kunden" nicht kratzen, habe ich ja begriffen ! :rolleyes:
achja, aus kostengründen wird je gerade der weg zu den sg'en weiter erschwert !
sozusagen wird die gewalt forciert und ich hoffe, dass sich die leute wehren werden: auge um auge ! :icon_cool:
 

sixthsense

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Es ist, davon zeugen dutzende kriminologische Studien, einfach falsch, die Verhältnisse als Erklärung für eine Tat heranzuziehen.
Interessante Argumentation. Ob das künftig ziehen wird, wenn einem Schädelkaputttreter wiedermal aufgrund "außergewöhnlicher Verhältnisse" milderne Umstände zugesprochen werden?


Die Verhältnisse sind sicher ein Wirkfaktor unter vielen, sie können einen Einfluss haben auf das individuelle Handeln, aber Verantwortung für ein schuldhaftes Handeln trägt immer das Individuum.
Sie haben zweifelsfrei Wirkfaktor.
Im vorliegenden Fall des Mordes einer jungen Jobcenter-Mitarbeiterin ist das schuldhaft handelnde Individuum Ahmet S. Er ist der Täter, er ist der Schuldige. Er ist es, der Verantwortung für sein Handeln trägt, und eben kein abstraktes System.
Doch. Genau dieses abstrakte System trägt eine nicht unerhebliche Mitschuld. Die Redewendung "Sowas kommt von sowas" trifft es doch ziemlich genau.
Wir sind keine Marionetten eines Systems, das unser Verwalten determiniert, sondern wir können relativ frei entscheiden, wie wir handeln. Wir können, sofern wir nicht durch psychische Erkrankungen eingeschränkt sind, selbst entscheiden, ob wir zum Mörder werden, oder eben nicht. Daraus folgt, dass das System eben nicht verantwortlich gemacht werden kann.
Natürlich kann es verantwortlich gemacht werden, denn es hat die Rahmenbedingungen erschaffen, die Sanktionen und andere Unbill erst ermöglichen.
Es gibt eine Vielzahl an Wegen, sich gegen empfundenes Unrecht zur Wehr zu setzen.
Und welche davon sind auf Dauer wirksam?

Vielleicht gibt es eben auch mal Leute, die unter den Dauerprovokationen, den ständigen Papierschlachten usw. zerbrechen und dann Dinge tun, die sie normalerweise nicht tun würden.
Den gewalttätigen Ahmet S. nun zu einem Systemopfer hochzustilisieren, welches quasi in einer Art Verteidigungszwang gehandelt hat, ist nicht nur dreist und falsch, es ist auch unglaublich menschenverachtend, da es Menschen jedwede Eigenverantwortung für ihr Handeln abspricht. Das ist ein sehr fragwürdiges Menschenbild. Für mich ist Ahmet S. daher kein System-Opfer. Er ist lediglich ein Mörder.
Menschenverachtend ist vielmehr, wenn die Träger dieses Systems anfangen gegen ihre eigene Zivilbevölkerung zu arbeiten. Diese als "Parasiten" bezeichnen, die nicht essen sollen, wenn sie nicht arbeiten... Erfüllungsgehilfen die für hohe Sanktionsquoten auch noch Prämien bekommen sollen.

Naja, ein Glück für die Machthaber, dass der Michel noch an Veränderungen durch Wahlen glaubt.
 

roterhusar

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Denn wären die Verhältnisse kausal verantwortlich, stellt sich die Frage, warum sich dann nicht täglich Millionen von Hartz IV-Empfängern mit der Absicht auf den Weg zum Jobcenter machen, ihre pAps zu ermorden.

Was ist das denn für eine merkwürdige Schlussfolgerung?

Anmerkung: Frettchen war auch schon mal verständlicher. (unterschwellige...) Musst Du jetzt den Ausländernompf- Part übernehmen?
 
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