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eisbaer

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#1
Hallo,
ich bin der Neue, aber neu bin ich hier auch nicht mehr, ich lese nämlich schon eine längere Weile mit. Ich habe noch Arbeit, aber nur noch, die Kündigung habe ich schon der Tasche und mit 56 ist es dann wohl vorbei :cry:

In deutsch heißt das, in etwas mehr als 12 Monaten sind wie alle gleich, was meinen derzeitigen Unterschied zu Euch noch betrifft.
Nachdem ich wieder eine Woche drüben in Köln war, ist mir wiederholt (und das auch schon mehrmals früher) aufgefallen, dass im Westen selbst Arbeitslose und Hartz-4-Betroffene über Oskar Lafontaine extrem schlecht reden. Warum ? Im Osten das nicht der Fall, wir haben den damaligen Abgang Oskars schon als das gedeutet, was er war - nämlich ein mutiges Nein für die arbeitnehmerfeindliche Politik des damaligen Kanzlers Schröder, der damit zum Verräter an den ehrlichen Leuten seiner eigenen Partei wurde. Oskar hätte doch auch in der Regierung weiter mitschwimmen können; er hätte sich doch dem ganzen Stress und der Häme nicht aussetzen müssen. Ich habe manchmal den Eindruck, auch jetzt bei der ganzen Rangelei der WASG mit der PDS, dass man im Westen nicht begreift, was die Einheit der Arbeiterklasse wirklich bedeutet. Für Westerwelle, Süder, Merkel und Haufen ist es doch nur dickes Plus, wenn man sich weiter so zerfleischt und zu keiner gemeinsamen Position im Kampf gegen die immer dreister werdenden Arbeitgeber findet. Man kann im Westen reden mit wem man will,da läßt ja kaum einer ein gutes Haar an Lafontaine und an Giysi schon gar nicht. So wird es dieses Kapitalisten-Pack, welches nur darauf bedacht ist, den Kleinen in die Tasche zu greifen und ein kostenloses Heer von Arbeitssklaven zu schaffen, es doch auch zukünftig immer leichter haben! Im Westen will auch keiner hören, dass der zahlenmässige Anstieg der ALG-2-Empfänger, den die Regierung ja so betrauert und bejammert - in Wahrheit von dieser Regierung gewollt und vorsätzlich erzeugt ist. Nur ein solches Arbeitslosenheer im Hintergrund versetzt die Kapitalisten in die Lage die Löhne immer unverschämter so weit zu drücken, dass sie gerade noch ausreichen, dass man wohnen kann, um nicht zu sagen dahin zu fristen und dass man nicht verhungert. Die Strolche Clements, Schröder und Müntefering wußten doch genau, was sie taten!

Oder die Debatte um die Wohlfahrsvereine? Ihr wundert euch darüber, dass das DRK zu den Unterzeichnern dieses Brandbriefes zählt ? Dann geht in die Geschichte und guckt Euch diese vom DRK an. Menschenversuche in KZs, Ermordung psychisch Kranker in DRK-Heimen - das war es doch. Der Vorsitzende des DRK wurde nach dem Krieg im Nürnberger Ärztekongress zum Tode verurteilt. Noch ein Beweis ? gut, dann sollte man sich mal die Berufe von Mitgliedern der NPD-Fraktion Sachsen mal ansehen. Ein Arzt ist Kreisvorsitzender, ein ehemaliger Chef eines DRK-Rettungsdienstes ist sein Handlanger. Die Auftritte der Fraktion im Dredner Landtag sind bekannt.
Man braucht auch nicht entsetzt zu sein oder verwundert, das was hier passiert ist ganz einfacher Kapitalismus mit all seinen widerlichen Erscheinungsformen.
Und wenn ich dann mitkriege, an was für Kleinlichkeiten sich der West-Arbeitslose reibt, wenn es darum geht mit der einzigen richtigen linken Kraft in Deutschland zusammen zu gehen, dann kann ich nur traurig werden. wir sind in der gleichen Lage, aber die Herrschaften im Westen sehen sich noch immer als die besseren Arbeitslosen (wir haben ja wenigstens zig Jahre eingezahlt, ihr seit 1989 dazu gekommen und lebt auf unsere Kosten und all solcher Schmarren)

Es ist bedauerlich: Die Chancen für die Feinde einer sozial-gerechten Gesellschaft stehen gut, denn die Chancen auf ein echtes Aktionsbündnis Ost und West, WSAG und PDS - ohne dass man ständig blöde herumfragt, was hast du früher gemacht, hast du mal jemanden Gesprächs belauscht - diese Chancen stehen schlecht und sie werden solange schlecht stehen, bis die ganze Generation der ehemaligen DDR-Bürger wahrscheinlich unter der Erde ist, denn die gelten pauschal alle als Verbrecher, Spitzel und Halunken.

Tut mir leid, dass so schreiben zu müssen, aber wieviel Überheblichkeit gehört dazu, wenn man von einem West-Arbeitslosen gesagt bekommt, als man Oscar Lafontaine verteidigt und nicht hintern Berg hält, die PDS als die einzige Partei zu empfinden, die bereit ist, unser Problem echt anzupacken - aha, wieder so einer, deine Stasi-Akte wurde wohl noch nicht entdeckt. Verpiss dich.
Ich frage meinen Freund - was ist denn das für einer, der wählt wohl als Arbeitsloser noch CDU ? Seine antwort: Nee , die wählen wir nicht, wir wahlen hier fast alle FDP.
:shock: :shock: :shock:
Offen gesagt, ich verstehe das nicht, denn wie hieß es schon bei Brecht? Nur die Dümmsten aller Kälber, wählen ihre Metzger selber.

Herzlich grüsst der eisbaer
 

eisbaer

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#3
Kürzlich :?:
Edmund Stoiber hat dieses Zitat mißbräuchlich im letzten Wahlkampf verwendet, wahrscheinlich wußte er mal wieder nicht, von wem es war, sonst hätte es ihm das Maul verbrannt.
Das Zitat stammt aus einer Rede des sozialdemokratischen Reichstags-Abgeordneten Rudolf Breitscheid 1931 und wurde dann vom Schriftsteller Bertolt Brecht kooptiert. Der Unterschied zu damals - Breitscheid hätte Stoiber wahrscheinlich als den Metzger gesehen.
/edit 17:49 Uhr: genauso - ich sehe jetzt erst das Bild :klatsch: /
Aber so ist das, dem bayrischen Mini-Präsidenten war dann wohl wiedermal nichts eigenes Vernünftiges eingefallen
 

Curt The Cat

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#4
eisbaer sagte :
... wir haben den damaligen Abgang Oskars schon als das gedeutet, was er war - nämlich ein mutiges Nein für die arbeitnehmerfeindliche Politik des damaligen Kanzlers Schröder, der damit zum Verräter an den ehrlichen Leuten seiner eigenen Partei wurde. Oskar hätte doch auch in der Regierung weiter mitschwimmen können; er hätte sich doch dem ganzen Stress und der Häme nicht aussetzen müssen.
Seh' ich genauso... :daumen:
 

nele

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#6
hi eisbaer,

willkommen in der runde.

du, warum so verallgemeinern? :evil:

ich bin ein anhänger von O.Lafontaine und stehe voll dazu.

warum?

nicht, weil er heutzutage laut gegen HARTZ IV spricht und sich hinter die sozial schwachen stellt. dies ist nur ein nebeneffekt.
nach meiner meinung hat dieser mann rückgrat und profil.

wenn jemand in seiner damaligen position das 'so wird's gemacht, BASTA' (HARTZIV) des herrn schröder nicht akzeptiert, weil es nicht in seine soziale richtlinie passt und stehenden fusses die partei verlässt, fordert mir das gehörigen respekt ab.
das ist grundsatz und konsequenz.

darum!

ausserdem hat gysi heute mal wieder eine verflixt gute rede in der haushaltsdebatte abgeliefert. hatte biss.

Man kann im Westen reden mit wem man will,da läßt ja kaum einer ein gutes Haar an Lafontaine und an Giysi schon gar nich

es ist ja seinerzeit gegen lafontaine eine superhetze in gang gesetzt worden. ja, man hat ihn als verräter beschimpft und keiner hat gesagt, warum ER gegangen ist. das wurde totgeschwiegen und ist eigentlich erst im letzten wahlkampf deutlich an den tag getreten. O.L. hat keine grossartige stellungnahme abgegeben und die masse glaubte, was die regierung verbreitete. ist doch leider immer so, es sei denn, man 'schürft' selbst nach infos.

in meinem umfeld - auch unter den nachbarn- höre ich immer mehr stimmen, die sagen, wo sie demnächst ihre kreuzchen machen. nämlich links.....:)))))))))))))))

nele
 

eisbaer

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#7
naja, vielleicht treffe ich drüben auch immer nur die Falschen. Im Lotto gewinne ich auch nie was :oops:
Habe dauernd nur politisch Uninteressierte oder Leute getroffen, die trotz eigener Zwangslage unbegreiflicherweise immer politisch gegen sich selbst argumentierten. Man kann es nicht ganz vom Tisch wischen - die "Rotlicht-Bestrahlungen", die wir hier 40 Jahre lang mindestens jeden Montag nachmittag verpasst gekriegt haben, haben uns zumindest die Fähigkeit gegeben, politische Zusammenhänge sehr klar zu sehen und uns als Arbeiter nicht ins eigene Nest zu schei.. ..
Dass es z.T. auch langweilige Zeitverschwendung war kam natürlich auch vor, aber damit musste man leben ;)
 

kalle

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#8
Ach ja, der Sudelede!
Gehört nicht zum Thema: Ich weiß noch , wie er 1980 in Lübeck zur Reparatur seiner Zähne war. Da haben ihn in der Einkaufszone einige ehemalige DDR-Bürger erkannt.Die haben ihn fürchterlich verdroschen. Beim nächsten Schwarzen Kanal sah man das immer noch und es war ein Angriff reaktionärer Kräfte des Klassenfeindes auf einen unschuldigen Mann.
 

eisbaer

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#9
an den dachte ich gar nicht, kam der überhaupt Montags ???
Ich meinte eigentlich die allmontaglichen Informationsveranstaltungen und Schulungen der Gewerkschaft, die waren nicht ganz so üble Schwarz-Weiß-Malerei (Schulen der Sozialistischen Arbeit hieß das). Karl-Eduard war auch bei den meisten hier nicht sehr beliebt, was aber weniger mit seinem schwarzen Kanal zusammen hing, als mit seiner geilen Vielweiberei.
 

PUT

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#10
Ach ja, der Sudelede!
Gehört nicht zum Thema: Ich weiß noch , wie er 1980 in Lübeck zur Reparatur seiner Zähne war. Da haben ihn in der Einkaufszone einige ehemalige DDR-Bürger erkannt.Die haben ihn fürchterlich verdroschen. Beim nächsten Schwarzen Kanal sah man das immer noch und es war ein Angriff reaktionärer Kräfte des Klassenfeindes auf einen unschuldigen Mann.
Ich weiß jetzt zwar nicht was das soll "Kalle", aber "eisbaer" möchte ich meine Anerkennung aussprechen. Ich sehe das in seinen Beiträgen Geäußerte genauso. Herr Karl Eduard von Schnitzler kam übrigens Montags abend und nicht Nachmittags. Vielleicht verwechselst du da was, Kalle.

eisbaer prima :daumen: :daumen: :daumen:

Gruß PUT
 

vergessen

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#12
Lafontaine und co

moin,

mir ist ehrlich gesagt vollkommen egal, wer wen wählt (ok, zumindest so lange es keine rechtsgerichtete Partei ist :dampf: ), aber zu Lafontaine und co kann ich nur folgendes sagen: Verzichten die Politiker von den genannten Parteien denn auf einen Teil ihres monatlichen Einkommens, um dies an Hartz 4 Empfänger zu spenden oder um zu zeigen, dass man auch als Politiker mit dem Einkommen eines normalen Arbeiters oder Angestellten auszukommen kann? Ich denke nicht.

Jedenfalls habe ich noch keinen einzigen Politiker schreien hören, er habe zu viel Geld.

Meiner Ansicht nach, gibt es überhaupt keine Partei zur Zeit, die es wert ist, gewählt zu werden, weil sie nämlich alle nur eines wollen: Mein Geld.

Es gibt keinen einzigen Politiker (egal von welcher Partei), der sich ERNSTHAFT dafür interessiert, wie ich mit dem Regelsatz auskomme, wie ich davon meine Rechnungen, Arztbesuche, Medikamente usw. bezahle und mein Kind groß bekomme. Erst recht nicht, wenn nächstes Jahr zwar die Mehrwertsteuer erhöht wird, aber nicht der Regelsatz.

Ich habe auch noch keinen einzigen Politiker dieser "sozialen" Parteien gesehen, der Klage einreicht um zu erreichen, dass die Hartz4 Gesetze geändert werden, oder sonst irgendwas.

Im Gegenteil: Meiner Meinung nach wird auch in diesen Parteien nur mit Wasser gekocht. Sie wollen gewählt werden, damit sie Arbeit haben. Sonst nichts.

Einen schönen Abend noch....
 

vergessen

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#14
eisbaer sagte :
naja, vielleicht treffe ich drüben auch immer nur die Falschen. Im Lotto gewinne ich auch nie was :oops:
Habe dauernd nur politisch Uninteressierte oder Leute getroffen, die trotz eigener Zwangslage unbegreiflicherweise immer politisch gegen sich selbst argumentierten. Man kann es nicht ganz vom Tisch wischen - die "Rotlicht-Bestrahlungen", die wir hier 40 Jahre lang mindestens jeden Montag nachmittag verpasst gekriegt haben, haben uns zumindest die Fähigkeit gegeben, politische Zusammenhänge sehr klar zu sehen und uns als Arbeiter nicht ins eigene Nest zu schei.. ..
Dass es z.T. auch langweilige Zeitverschwendung war kam natürlich auch vor, aber damit musste man leben ;)

Klar, deswegen hat es auch so lange gedauert, bis es zu den Demos kam, die schlussendlich glücklicherweise zum Fall dieser "DEMOKRATISCHEN" Republik führten. Welche Rechte hatte man denn in der DDR? "JA" sagen und nicht auffallen, um Schwierigkeiten mit der Obrigkeit zu vermeiden....

Yeah, klingt traumhaft!
 

poldibaer

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#16
Ich war auch mal Oskar-Fan...

Hi,

meiner einer ist aufrichtig links seit ich politisch denken kann.

Ich war auch mal Fan von Oskar, PDS-Mitglied und auch WASG-Mitglied.

Erst bin ich in die PDS eingetreten, und habe, zumindest bei uns hier, nur Chaos und Chaoten erlebt, war entsetzt und bin wieder ausgetreten.

Dann bin ich in die WASG und den hiesigen WADG-Kreisverband, habe zunächst Säuberungsationen miterlebt, da viele SPD-Uboote in dem Kreisverband waren, und habe dann zudem miterlebt, wie PDS-Kader, die in der WASG sogar in den Landesverbandsvorständen sitzen, bei der hiesigen Kommunalwahl unseren WASG-Kreisverband wahltechnisch "platt gemacht" haben, weil wir uns weigerten, mit Leuten zusammen zu gehen, die sich hier, mit Hilfe unseres WASG-Landesverbandes (klingt crazy, ist aber so) als ein sogenanntes "Linkes Bündnis" vereint hatten.

Denn der Haken an der Sache: der Großteil dieser angeblichen Linken in diesem "Linken Bündnis" hier bei uns waren und sind nämlich tatsächlich

  • - langjährig treue SPD-Leute,

    - Mitarbeiter der Landkreisbehörde, anderer Behörden und stets SPD-Mitglieder,

    - Mitarbeiter von Einrichtungen, die Hartz-IV im Auftrag der hiesigen ARGE umsetzen, in dem sie u.a. Hartz-IV-Bezieher in 1.-Euro-Sklavenjobs vermitteln, die weder gemeinnützig, noch zulässig sind (u.a. 1.-Euro-Job-Vermittlung von ausländischen Krankenschwestern in Altenheime, wo diese Frauen dann ohne Zulassung oder staatliche Erlaubnis Spritzen setzen müssen...)

    - Gewerkschafter mit SPD-Parteibuch, die dadurch "bekannt" wurden, indem sie hier für mehrere arbeitsplatzvernichtende Projekte gestimmt und sich offiziell im Auftrag des DGB dafür stark gemacht hatten.

Mit solchen angeblich linken Leuten, in Wahrheit aber nur Heuchler und Lügner, die sich nämlich nur deshalb als "Linkes Bündnis" zusammenfanden, um die echte linke soziale Sache und damit uns und unseren WASG-Kreisverband zu bekämpfen, konnten wir als aufrechte Linke und sozial Engagierte vom hiesigen WASG-Kreisverband nicht zusammengehen.

Daraufhin bekamen wir von unserem WASG-Landesverband keine Wahlkampfmittel, während unser WASG-Landesverband jedoch dieses "Linke Bündnis" aus lauter Nicht-Linken und Hartz-IV-Befürwortern nicht nur mit aus der Taufe hob, sondern eben auch im Kommunalwahlkampf massiv unterstützte mit Geld und Plakaten und Flyern (in denen lauter Lügen standen).

Genützt hat das dem "Linken Bündnis" nichts, denn sie haben trotz voller Plakaktierung und tausender Flyer und zig Vernstaltungen nichts erreicht - weil die Leute hier bei uns genau wussten, welch kranken Geistes Kind die Peoples vom "Linken Bündnis" sind.

Unser WASG-Landesverband will aber bis heute nicht begreifen, daß man so dämlich war, eine Gruppierung von Nicht-Linken und Hartz-IV-Befürwortern finanziell und materiell zu fördern...

Auf dem WASG-Parteitag in Ludwigshafen haben wir dann persönlich mit Oskar Lafontaine gesprochen und ihm das Ding erzählt - er hörte zu, schüttelte dann den Kopf, drehte sich um und sprach mit jemand anderem.

Als sich dann noch abzeichnete, was sie mit den Berliner WASG-lern und den MeckPom-WASG-lern machen wollen, weil die nicht mit der PDS zusammen wollen, die ja in Berlin und MeckPom Hartz-IV aktiv mitträgt, hatte ich keinen Bock mehr auf Oskar und bin auch aus der WASG ausgetreten.

Schön wäre es, wenn es eine echte Linke gäbe in Deutschland, aber WASG und PDS sind es jedenfalls meiner Überzeugung nach nicht...

... und es tut sehr weh, das zu sagen, denn ich hatte auf eine starke und echte Linke sehr gehofft.

Schade.

P.
 

eisbaer

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#17
vergessen sagte :
die schlussendlich glücklicherweise zum Fall dieser "DEMOKRATISCHEN" Republik führten. Welche Rechte hatte man denn in der DDR?
stimmt, in der DDR hatte ich nicht das Recht arbeitslos zu werden. Meine Kinder waren rechtlos, weil sie studieren gehen durften und ich war obendrein rechtlos, weil ich im Krankenhaus die gleiche Behandlung erhielt, wie der VVB-Direktor im Bett nebenan.
Ob der Fall der DDR wirklich so ein Glücksfall war, muss sich erst noch zeigen, denn der Eiserne Vorhang schützte Euch im Westen vor der Globalisierung und bewahrte Euch Euren sicheren Lebensstandard für volle ungestörte 40 Jahre. Die Mauer hat nämlich nicht nur den Osten gegen den Westen geschützt, sondern die Westwirtschaft gegen den Einfall der östlichen Billigheimer. Die Ostproduzenten haben für euch nur produziert. Unsere ganze Produktion von herdas Greiz wurde bei Neckermann verkauft, das waren eure preiswerten Klamotten. Wir haben damals eine einzige Valutamark pro Parker bekommen. Neckermann verkaufte die Bekleidung im Schnitt um die 100 DM. Unsere Leute, die die Kleidung dschneiderten, erhielten nicht einen einzigen Knopf. Und deshalb hatten wir auch nichts.
Und mit der Demokratie, das ist ja wohl heute auch nichts mehr, du kannst zwar wählen, wen du willst, aber am Ende bestimmt das Kapital, was der, den du gewählt hast, für eine Politik machen darf. Die Eigentümer der Produktionsmittel bestimmen, was gemacht wird, aus diesem Grunde ist diese Demokratie auf jeden Fall keine Demokratie des Volkes, sondern eine der Lobbyisten und Konzernchefs.
Man sollte nicht so locker Sachen abwerfen, ohne über die Zusammenhänge Bescheid zu wissen.
 

nele

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#18
Welche Rechte hatte man denn in der DDR? "JA" sagen und nicht auffallen, um Schwierigkeiten mit der Obrigkeit zu vermeiden....
naja, da steuern wir ja nun auch heftigst 'drauf zu.
Man sollte nicht so locker Sachen abwerfen, ohne über die Zusammenhänge Bescheid zu wissen.
:daumen: :daumen:

nele
 

vergessen

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#19
Ich habe auch nicht behauptet, dass es hier besser um die Demokratie bestellt war/ ist, im Gegenteil: Eine wirkliche Demokratie gibt es, denke ich, nirgends. Aber

stimmt, in der DDR hatte ich nicht das Recht arbeitslos zu werden. Meine Kinder waren rechtlos, weil sie studieren gehen durften und ich war obendrein rechtlos, weil ich im Krankenhaus die gleiche Behandlung erhielt, wie der VVB-Direktor im Bett nebenan.

Na klar, es bekam ja jeder Arbeit. Wurde man nicht bestraft, wenn man nicht gearbeitet hat? Und so weit ich weiss, konnte man auch nur studieren, wenn man Mitglied der FDJ war.Und wenn ich auf freie Meinungsäußerung verzichten muss und stundenlang anstehen wegen Bananen und solchen Sachen, liege ich gerne in einem anderen Zimmer als der VVB-Direktor. Oder lasse mich privat (zusatz-)versichern, wenn ich darauf wert lege.

Ansonsten könnte ich aber Kuba empfehlen oder China :|

Nichts für ungut....
 

eisbaer

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#20
vergessen sagte :
Na klar, es bekam ja jeder Arbeit. Wurde man nicht bestraft, wenn man nicht gearbeitet hat? Und so weit ich weiss, konnte man auch nur studieren, wenn man Mitglied der FDJ war.Und wenn ich auf freie Meinungsäußerung verzichten muss und stundenlang anstehen wegen Bananen und solchen Sachen, liege ich gerne in einem anderen Zimmer als der VVB-Direktor. Oder lasse mich privat (zusatz-)versichern, wenn ich darauf wert lege.

Ansonsten könnte ich aber Kuba empfehlen oder China :|

Nichts für ungut....
genau das ist das Schema, von dem ich rede, Ihr wollt es nicht begreifen, weil Ihr es nicht nachvollziehen könnt. In meinem Matrikel waren auch Studenten, die einzig und allein in der kirche waren, da gab es kein Problem. aber u.U. gab es das schon, denn auch Frau Merkel musste ja zum FDJ-Sekretär ihrer Schule aufsteigen, um Physik studieren zu können. Mußte Sie ? War es nicht viel angenehmer, zu denen zu gehören, die anderen die Meinung auf instruierten? Sie musste nicht. sicher gab es Studienrichtungen, da war das einfach normal in der FDJ zu sein - z.B. Datenverarbeitung, Flugzeugtechnik, Schiffsbau oder an NVA-Offiziersschulen, aber die Naturwissenschaften gehörten da nicht dazu.
Die ganze Gleichgültigkeit der Menschen zueinander, die Konkurrenzmache, das Verdrängen des anderen, egal, was dem dabei widerfährt, das war in der DDR undenkbar. Das war ein gänzlich anderer Zusammenhalt. Und wenn man nicht arbeiten wollte, es aber konnte, dann war das schon ein Problem, denn Arbeit war genug da. Und das waren keine Ein-Euro-Jobs.
Im Übrigen ist Kuba keine schlechte Empfehlung. Schon mal drüber nachgedacht, warum der größte Teil der Menschen dort trotz einer beispiellosen Armut hinter Fidel Castro steht?

Der Vergleich von Kuba und China zeigt aber, das du die Verhältnisse nicht kennst, denn beide Staaten sind nicht vergleichbar. China ist auf dem Weg einen richtig ordinären Kapitalismus mit kommunistischem Deckmäntelchen aufzubauen. die Berichte in den Medien zeigen immer nur die neuen chinesischen Aufsteiger, warum aber nie das Volk auf der anderen Seite. China ist ein Kapitel für sich. Das war auch nie ein echter Sozialismus oder Kommunismus, das war ein maoistisch feudales System. nich alles, was eine rote Fahne mit sich herum trägt, ist kommunistisch. für China traf das zu. die Chinesen sind seit altersher die Meister der Täuschung.

Kuba versucht noch immer - und das leider wahrscheinlich ohne dauerhaften Erfolg - das sozialistische Wesen seiner Gesellschaft zu erhalten. Klar, das die Berichterstattung der kapitalistischen Systeme da ihre eigene Darstellungsweise hat. Kostenloses Gesundheitswesen - die Lebenserwartung des durchschnittlichen kubanischen Bürgers lieft jetzt bei 63 Jahren, gleiche Schulbildung, kostenlose Versorgung der Alten, eine steuergestützte gesetzliche Rente für alle etc. Es ist aber auf einem solchen Handtuch nicht möglich, Probleme wir Arbeitslosigkeit und permanenten Rohstoffmangel zu lösen, wenn der Rest der Welt anders geartet ist. Auch aus diesem Grunde ist Kuba zum Scheitern verurteilt, denn es zu reformieren, hieße das Land für die kapitalisitschen Großkonzerne zu öffnen - und genau das würde die Menschen dort all ihrer Rechte berauben und sie wieder dorthin zurück bringen, wo sie schon einmal waren. Schließlich sind die doch nicht dumm, sie hatten es doch schon einmal mit Batista, da waren sie der Vorhof der USA, so eine Art verlängertes Florida - mittlere Lebenserwartung eines kubanischen Bauern auf den Zuckerpalantagen, damals 35 Jahre. Und ging es dem Volk besser ?! Die, denen es auf Kosrten des Volkes damals besser ging, die sitzen jetzt in Florida und streben von dort den Sturz Castros an. So ist das.
 
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#21
eisbaer sagte :
Ich frage meinen Freund - was ist denn das für einer, der wählt wohl als Arbeitsloser noch CDU ? Seine antwort: Nee , die wählen wir nicht, wir wahlen hier fast alle FDP.
Nenn mir mal den Ort, in dem solche Bekloppte rumlaufen!
 

PUT

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#22
Bravo eisbaer :klatsch: :daumen: :klatsch: :daumen: :klatsch:

Wurde man nicht bestraft, wenn man nicht gearbeitet hat?
Nee wurde man nicht. Dann hätte nämlich jede Hausfrau oder jede Mutter, die ihre Kinder zu Hause erzogen hat, bestraft werden müssen. Die halbe DDR hätte im Knast gesessen, oder was? Jeder, der zu Hause bleiben wollte und seinen Lebensunterhalt auf legale Weise sicherstellen konnte, der durfte das selbstverständlich auch. Die DDR hatte nur was dagegen, wenn einer, der arbeiten konnte, das nicht getan hat, weil er keinen Bock drauf hatte und stattdessen lieber klauen gegangen ist, alte Omas überfallen hat, gebettelt hat und was es sonst noch an kriminellem Broterwerb gibt. Da gab es extra ein Gesetz dafür, nämlich das Gesetz zur Bekämpfung der Asozialität.

Ich muß hier leider auch feststellen - es war aber auch nicht anders zu erwarten - bei unseren lieben im Westen aufgewachsenen Mitstreitern, das hier der "Politunterricht", nämlich die ständige Bestrahlung über das "Horrorsystem DDR" voll gewirkt hat. Es ist für mich einfach unverständlich, das Leute, die in diesem kapitalistischen System hier voll niedergemacht werden, am untersten Rand existieren, nicht wissen, wovon sie ihre Existenz bestreiten sollen, dann noch voll über die ehemalige DDR herziehen, in der es derartige Zustände nicht gab. Leute für was für einen Staat kämpt ihr eigentlich, was wollt ihr denn als Alternative haben, das hat hier noch keiner gesagt. Oder wollt ihr einfach, das ihr oben seid und die anderen (die jetzt oben sind) dann unten? Das ist dann genau das System, welches "poldibaer" beschrieben hat.

Und das in der DDR angeblich niemand was sagen durfte, ist auch eine vom Westen gestrickte Legende, die fleißig und mit allen Mitteln aufrechterhalten wird. Es gab zum Beispiel das Eingabengesetz. Da konnte jeder und jederzeit seine Anliegen an jede staatliche Einrichtung, an jeden Betrieb, an jede Institution usw. richten. Und die mußten dann antworten und das hat oftmals Wunder bewirkt. Selbst eine Kritik in der Zeitung war eine Eingabe und mußte von der Institution, die kritisiert wurde, beantwortet werden. Nicht so wie hier, dass die Behörde usw. selbst bestimmen kann, ob sie überhaupt antwortet, wenn es ihr nicht passt. Das die Antworten dann nicht immer zur Zufriedenheit des Antragstellers oder Kritikers ausfielen, ist normal. Das ist hier auch nicht anders.

Gestern im Bundestag. Eine Lachnummer und Lehrstück in Sachen "Demokratie". Da wird gesagt, ein Geheimdienst muß natürlich im Geheimen arbeiten. Er muß aber natürlich vom Parlament überwacht werden können. Da gibt es dann das entsprechende parlamentarische Kontrollgremium dafür (in das natürlich nicht jeder X-beliebige Bundestagsabgeordnete hinneindarf, schon gar nicht jeder von der Linkspartei, für die ist übrigens Wolfgang Nescowicz in diesem Gremium, immerhin ein Lübecker Richter am Bundesgerichtshof, den man gerade noch so akzeptiert). Und jetzt kommt es. Das was dieses sogenannte Kontrollgremium herausfindet ist - wen wundert es - natürlich auch streng geheim. Was der Öffentlichkeit überhaupt mitgeteilt wird, betimmen natürlich die Kontrolleure, für die der Geheimdienst ja eigentlich arbeitet. Mit anderen Worten, die zu Kontrollierenden kontrollieren sich selbst. Na Bravo, ein feines System. Was dabei herauskommt, kann sich jeder denken. Da ist und war mir die DDR zehnmal lieber.

Gruß PUT
 

eisbaer

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#23
Christian51987 sagte :
eisbaer sagte :
Ich frage meinen Freund - was ist denn das für einer, der wählt wohl als Arbeitsloser noch CDU ? Seine antwort: Nee , die wählen wir nicht, wir wahlen hier fast alle FDP.
Nenn mir mal den Ort, in dem solche Bekloppte rumlaufen!
Münster NRW; allerdings wie gesagt, vielleicht treffe ich auch immer nur die falschen Leute, bloß das sind dann immer auffällig oft sehr viele :kinn:
 

eisbaer

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#24
PUT sagte :
. Da ist und war mir die DDR zehnmal lieber.

Gruß PUT
dem gibt es nichts hinzu zu fügen. Aber wir gelten deshalb als undankbar, nur bin ich seit Jahren noch nicht dahinter gekommen, für was ich (mal abgesehen von der Reisefreiheit, die aber auch nur klappt, wenn die Mause stimmen) für was ich dankbar sein soll.
Und wenn es hier zehnmal keiner hören will, ich würde die Verhältnisse sofort wieder tauschen. inclusive allem, auch den 311-er Wartburg würde ich wieder fahren.
Nichts an materiellem Vorteil wiegt den Verlust der gegenseitigen Menschlichkeit, der sozialen Sicherheit und des persönlichen Für- und Miteinanders auf, der nach dieser politischen Wende eingetreten ist. Ich habe 11 Jahre eines Arbeitsklimas hinter mir, dass geprägt war von Abfälligkeit, Arroganz und Erpressung der unteren Chargen. Hätte ich mir nur ein einziges Mal in der DDR als Leiter mit meinen Mitarbeitern einen solchen persönlich abwertenden Umgang herausgenommen, wie er bei meinem westdeutschen Arbeitgeber an der Tagesordnung war, hätte ich mich dafür als Mensch zutode geschämt. Die Art und Weise wie untereinander die Mitarbeiter zum gegenseiten Beschnüffeln angesetzt wurden, selbst die Log-Dateien von vom Dienst-Notebook wurden ausgewertet, um zu sehen, wann sich der Mitarbeiter angeblich in der Wohnung aufgehalten hatte und mit den Spesen-Abrechnungen abgeglichen, als Krönung wurden dann Detektivbüros beauftragt, verdächtige Mitarbeiter wochenlang zu beschatten, etc - all das hat in mir die Erkenntnis reifen lassen, dass es der Westen zuletzt ist, der über die angeblichen Schnüffelpraktiken in der DDR richten darf und diese bewertet. Das ist Sache der Ossi's selbst. Ich war weder in der Partei (mir war nämlich der SED-Beitrag von 10% des Bruttogehaltes zu hoch), noch war ich Zeitsoldat und ich hatte immer ein loses unbequemes Maul und ständig Stress mit den Großkopfig-Sein-Wollenden - aber ich habe auch studieren können, weil es meine Schulnoten waren, die man sehen wollte. Und ich war immer aufmüpfig, aber mehr als disziplinarische Schwierigkeiten hatte ich nie. Wenn bei Phönix manchmal das alles so sieht, dann habe ich entweder als Person grosses Glück gehabt oder das sind Fälle, die so allgemeingültig, wie sie dargestellt werden, nicht sein können.

Alles hat Vor- und Nachteile, nichts kann man einseitig bewerten, man muss aber für sich selbst bewerten, was überwiegt. Bei mir sind das die Nachteile.
 

PUT

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#25
nur bin ich seit Jahren noch nicht dahinter gekommen, für was ich (mal abgesehen von der Reisefreiheit, die aber auch nur klappt, wenn die Mause stimmen) für was ich dankbar sein soll.
Na ich denke mal, dankbar sollen wir für die angebliche "Freiheit" sein, die man uns Brüdern und Schwestern aus dem Osten gebracht hat.
Man hat uns von allem total befreit, von Produktionsmitteln, von Arbeit, von unserem Land. Das wollte man natürlich sich selbst einverleiben. Nur hinterher brauchte man die Menschen nicht mehr, die darin gelebt haben. Früher hat man das mit Kanonen gemacht, jetzt viel unspektakulärer mittels des kalten Krieges. Die Menschen "entsorgt" man dann später (Arbeitslosigkeit, Hartz IV und deren weiterer Verschärfung bis zur physischen Vernichtung). Der Vorteil ist, das man die "Überflüssigen" aus dem Westen gleich mit entsorgen kann.

Wenn schon ein Herr Gorbaschow auf einer seiner Vortragsreisen Ende der 90er Jahre gesagt hat, "sein einziges Lebensziel sei es gewesen, den Kommunismus zu vernichten", dann wird mir Einiges klarer, was da so mit der sogenannten Wende abgelaufen ist.
 

Rinzwind

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#26
Jetzt muss ich mich mal als "Wessi" zu Wort melden.

Zur Zeit des Mauerfalls war ich ca. 20 Jahre alt und besaß noch ein geringes Restvertrauen in die Politik. Damals hielt ich es für DIE Chance, die positiven Ideen beider Gesellschaften zu vereinen und anzupassen, so dass ein Staat entsteht, der seiner Bevölkerung ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Und was kam raus: der selbsternannte "Kanzler der Einheit" :kotz: hat mit seinen Vasallen die DDR überrannt und sich einverleibt. (Wenn ich mir den Kohl heute so ansehe, ist das fast wörtlich zu verstehen :lol: )
Es wurden Lügen verbreitet, wie die Aussage, dass die Wiedervereinigung nix kostet etc., zum Zeitpunkt dieser Aussagen lagen mit Sicherheit schon Ideen für einen Soli-Beitrag vor, aber die Schafe in Ost und West glaubten ihrem Guru.

Anstatt der staatlichen Fürsorgepflicht nachzukommen, ließ die Politik zu, dass sich fragwürdige Investoren aus dem Westen die Produktionsstätten in der früheren DDR "für einen Appel und ein Ei" unter den Nagel rissen und systematisch und ohne Rücksicht auf die Menschen ausbeuteten. Derweil wurden geschickt Feindbilder geschaffen, so dass sich die Menschen gegenseitig zerfleischen. Ich bin der Meinung, dass dies und andere Propaganda bis heute eine wirkliche Wiedervereinigung (der Menschen) verhindert hat.

Dazu passt auch, dass die PDS auch jetzt noch als SED-Nachfolge-Partei diffamiert wird und die Staatsform der DDR immer noch mit Begriffen wie sozialistisch oder kommunistisch bezeichnet wird, obwohl jeder klar denkende Mensch wissen sollte, dass es sich dabei um eine autoritäre Diktatur gehandelt hat.

Aber es soll ja auch Leute geben, die die heutige Staatsform in Deutschland noch als sozial und demokratisch bezeichnen. :lol:

Wir sollten uns endlich mal vor Augen führen, dass nicht einzelne Menschen oder Randgruppen für die verheerende Situation hierzulande (und Weltweit) verantwortlich sind, sondern die praktizierte neoliberale, menschenverachtende und unsoziale Politik sowie die wirtschaftliche Globalisierung.

Das ist natürlich nur meine bescheidene Meinung ;) .

Schönen Gruß,

Andreas
 

pixelfool

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#27
Sorry - bin ja auch nur ein "Wessi" und kann die realen Lebensumstände in der damaligen DDR naturgemäß relativ schlecht beurteilen.
Sicher hat es eine Menge soziale Errungenschaften gegeben, die im Vergleich zu unserem kapitalistischen System geradezu vorbildlich sind - aber das Bild der "goldenen DDR", welches hier teilweise gemalt wird, leuchtet mir trotzdem nicht so recht ein.
Wieso sind denn die Menschen in der DDR auf die Straße gegangen, wenn alles so toll war? Wieso haben Bekannte, die wir regelmäßig in Ungarn trafen, immer äusserste Vorsicht beim Umgang mit uns walten lassen 8und uns auf bekannte Spitzel hingewiesen, mit denen wir uns besser nicht abgeben). Wieso haben die Menschen sich gegenseitig verpfiffen und bespitzelt (ist ja wohl nicht aus dem Reich der Phantasie, dass die StaSi eine enorme Datenkrake war)? Wieso sind die Menschen in der Mehrzahl jubelnd in die Einheit gestolpert, anstatt ihr tolles freies System zu behalten und nur ein paar korrupte Köpfe auszutauschen?
Und all die Menschen, die von Verfolgung, Knast und Schikane wegen politischer, kirchlicher oder sonstiger nicht-systemkonformer Betätigung berichten - alles Lügen?

Versteht mich nicht falsch - ich will keinesfalls einen Vergleich zwischen BRD und DDR aufstellen. Die Zustände hier sind alles andere als demokratisch und frei - aber das, was ich so über die DDR in Erfahrung gebracht habe, macht es für mich nicht gerade zur erstrebenswerten Alternative (auch wenn ich mir durchaus bewusst bin, dass einiges von meinem Wissen auf "Westpropaganda" fusst)!
 
E

ExitUser

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#28
eisbaer sagte :
Kürzlich :?:
Edmund Stoiber hat dieses Zitat mißbräuchlich im letzten Wahlkampf verwendet, ...
Missbräuchlich stimmt. Aber auch Freud hatte seine Finger dabei im Spiel, denn die Kälber wählten ihre Metzger, diese "Re_gieren" nun schlieslich wirklich und somit hatte Stoiber doch Recht im Unrecht nicht? ;)

@pixelfool,

eine "Bundestagsmetzgerei ware ein tolles, treffendes Motiv nicht? :lol:

Gruß, Anselm
 

PUT

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#29
Rinzwind schrieb

Zur Zeit des Mauerfalls war ich ca. 20 Jahre alt und besaß noch ein geringes Restvertrauen in die Politik. Damals hielt ich es für DIE Chance, die positiven Ideen beider Gesellschaften zu vereinen und anzupassen, so dass ein Staat entsteht, der seiner Bevölkerung ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.
Dazu und zu deinem restlichen Beitrag hast du meine 100%ige Zustimmung, Andreas. :daumen: :daumen: :daumen: Ich stehe auch heute noch dazu und sehe es als die Alternative zum jetzigen System an, die positiven Ideen beider Gesellschaften zu vereinen und einen neuen, menschenwürdigen Staat zu schaffen, so wie es übrigens das Grundgesetz der BRD auch vorsieht.

- aber das Bild der "goldenen DDR", welches hier teilweise gemalt wird, leuchtet mir trotzdem nicht so recht ein.
Pixelfool, niemand malt hier ein Bild der "goldenen DDR". Das wird nur halt sehr schnell mißverstanden, wenn man versucht, falsche Ansichten über die DDR aus eigener Anschauung zu korrigieren. Die Ansichten, dass die DDR ein "Saustall" gewesen sei, werden doch bewußt von der hiesigen Politik und Presse geschürt. Ich denke da nur mal an einen Herrn Kinkel, der, als er noch in Amt und Würden war, den Auftrag erteilt hat (ich glaube das war auf einem Richtertag) die DDR sei mit allen Mitteln zu delegitimieren. An der Wahrheit über die DDR war hier nie jemand wirklich interessiert.

Es war auch nicht alles so toll in der DDR. Im sozialen- und Gesundheitsbereich schon. Aber in der Wirtschaft lag einiges im Argen. Das lag auch nicht in erster Linie an den arbeitenden Menschen. Dafür gab es viele Ursachen. Subjektive Fehler der Führung, objektive äußere Bedingungen und auch Verrat durch die SU. Oder wo kamen sonst die 7 Milliarden her, die ein Herr Schröder einfach an Putin verschenken konnte. Die stammten aus der Arbeit der Bevölkerung der DDR, welche durch die SU nur nicht bezahlt wurde. Und die Führung hat sich nicht getraut was zu sagen. Oder ich habe immer den Eindruck, dass die BRD am kalten Krieg überhaupt nicht beteiligt war. Die haben nie was gemacht, keine Hetze?, kein Wirtschaftsembargo?, kein Alleinvertretungsanspruch?, keine Fluchthilfe?, einfach nichts.

Es war in der DDR auch so wie in jedem System. Es sind nicht "die" Menschen auf die Straße gegangen. Die Meisten haben passiv abgewartet was passieren wird. Die auf der Straße waren, waren vorrangig immer die selben, denn die Demonstrationen fanden nie gleichzeitig überall statt, so daß die "Berufsdemonstranten" von Demonstration zu Demonstration wandern konnten.

Leider sind die Menschen nun mal vorrangig materiell eingestellt. Dazu noch das Bild der Wirtschaftswunders, des goldenen Westens aus dem Westfernsehen, da begrüße ich das doch, wenn ich das auch haben kann und mache mir erstmal keine Gedanken über die Folgen.

Wenn die Spitzel schon bekannt sind und in aller Öffentlichkeit darauf hingewiesen wird, dann sind sie doch unschädlich. Wieso bespitzeln sich Menschen gegenseitig? Weil sie dem System dienen wollen, weil sie sich Vorteile davon erhoffen, der Obrigkeit zu Diensten zu sein. Da gibt es viele Gründe und das geschah und geschied auch permanent in der BRD. Es ist nur ein Irrglaube, annehmen zu wollen, das das Alle waren. Eine perfide Methode der BRD ist es ja gerade von einigen Beispielen, die es zweifelsohne gegeben hat, auf Alle und den Rest der Bevölkerung zu schließen.

Und all die Menschen, die von Verfolgung, Knast und Schikane wegen politischer, kirchlicher oder sonstiger nicht-systemkonformer Betätigung berichten - alles Lügen?
Nein, das sind nicht alles Lügen. Aber erstens vergessen diejenigen, die davon berichten, immer was sie selber gemacht haben. Es waren alle die reinsten Unschuldsengel und Gesetze brauchten anscheinend in der DDR nicht eingehalten zu werden. Den konkreten Fall, weshalb jemand im Knast war usw., bekommt man von den Betreffenden sowieso nie zu hören und beurteilen kann man einen Sachverhalt nur, wenn man ihn konkret kennt. Und was Verfolgung und Schikane angeht, darüber brauchen wir ja nun wohl wirklich kein Wort zu verlieren, was tagtäglich unter dem Dach von Hartz IV so abgeht.

Gruß PUT
 

eisbaer

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#30
PUT sagte :
Die auf der Straße waren, waren vorrangig immer die selben, denn die Demonstrationen fanden nie gleichzeitig überall statt, so daß die "Berufsdemonstranten" von Demonstration zu Demonstration wandern konnten.
Gruß PUT
den persönlichen Eindruck hatte ich allerdings damals einige Male auch, so war z.B. die ganze Autobahn zu, als Stunden später in Plauen die Demo war. Und die dicke Luft ging dann schon hinter Dresden in Richtung Plauen los. Die Gegenfahrbahn war dagegen leer. Damals habe ich mich gefragt, woher und wie die Massen, durch welche Information, die alle gleichzeitig nach Plauen und zwei Tage später Chemnitz oder Gera, gesteuert wurden.
Sonst haben nämlich solche angeblichen Spontan-Organsiationen in der DDR nie geklappt und da auf einmal funktionierte das alles seltsamerweise bis auf die Stunde genau, Ort für Ort.
Interessant, nun ja, das ist nun Schnee von gestern, jetzt müssen wir mit dem klar kommen, was uns jetzt überkommt :kinn:
 
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#31
Rosa Brille ?

Na da können doch die ewig gestrigen (DDR) sich mit den ewig gestrigen 3.Reich sich doch an die Hände fassen und nackt auf der Wiese tanzen.

@ PUT
deine Bemerkung das dann ja die hälfte der DDR im Knast gesessen hätte ist wohl ein Witz.
Die haben alle in einem riesigen Knast gesessen.
Oder willst du mir erzählen das westdeutsche Grenzer die ganzen Flüchtlinge erschossen haben um zu verhindern das die in den Westen kommen?

Die Altnazis erzählen auch immer so einen scheiß wie toll das alles war.

Nicht immer nur rumweinen auch mal handeln. Wer hinfällt muß auch wieder aufstehen können.
das Schlimste was euch doch passieren könnte ist das ihr auf einmal selbständig Entscheidungen treffen müßtet.

Ich bin bisher immer davon ausgegangen das dieses Forum der gegenseitigen Hilfestellung und dem Erfahrungsaustausch von Leuten dient, die Probleme mit ihren Argen usw haben, weil die SBs sich rechtswidrig verhalten oder weil Gesetze verabschiedet werden die ungerecht sind.

Aber die ewig gestrigen (Eisbär)dürften damit ja kein Problem haben, ihr wißt doch die Partei hat immer recht.
 
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#33
PUT sagte :
Da gibt es viele Gründe und das geschah und geschied auch permanent in der BRD. Es ist nur ein Irrglaube, annehmen zu wollen, das das Alle waren. Eine perfide Methode der BRD ist es ja gerade von einigen Beispielen, die es zweifelsohne gegeben hat, auf Alle und den Rest der Bevölkerung zu schließen.
So wie es gerade von Ex-Stasi-Mitarbeitern eine perfide Methode ist, alles im Nachhinein zu bagatellisieren und so zu tun, als ob es völlig gängig ist, Privatgespräche zwischen Nachbarn, Freunden, Sportlern direkt an irgendeine Geheimdienststelle zu melden. Bis hin zum Mord gingen die Planungen der Stasi, darüber gibt es schriftliche Unterlagen. Gerade erst letztens war doch so eine nette Talk-Show mit ehemaligen Stasi-Beschäftigten im Fernsehen. So kannte man es auch von alten Nazi-Größen: Null-Unrechtsbewusstsein und sich immer schön rausreden. Einfach nur ekelhaft. :uebel:

PUT sagte :
Aber erstens vergessen diejenigen, die davon berichten, immer was sie selber gemacht haben. Es waren alle die reinsten Unschuldsengel und Gesetze brauchten anscheinend in der DDR nicht eingehalten zu werden. Den konkreten Fall, weshalb jemand im Knast war usw., bekommt man von den Betreffenden sowieso nie zu hören und beurteilen kann man einen Sachverhalt nur, wenn man ihn konkret kennt.
Willst Du die Opfer der Stasi-Gewalt etwa auch noch nachträglich kriminalisieren?

Und so Sätze wie "Es war auch nicht alles so toll in der DDR. Im sozialen- und Gesundheitsbereich schon." stimmen auch nicht, denn selbst da war nicht alles toll. Schließlich war die DDR schon lange vor dem Mauerfall völlig bankrott und hat eine einzige Misswirtschaft betrieben, die wir heute immer noch mit diesem Scheiss-Solidaritätsbeitrag bitter bezahlen müssen.
 
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#34
Schlimmer

@ Curt the CAT

es ist noch viel schlimmer !!
Gewerbetreibener mit Betrieb im Ausland der hier Leistungen nach dem SGB II erhält.
Der Gedanke das ich hier Einkommenssteuer bezahlen müßte und damit die SBs bezahlt werden die mich belügen und betrügen erzeugt bei mir dann doch ein gewissen :kotz: .
 

PUT

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#35
Na da können doch die ewig gestrigen (DDR) sich mit den ewig gestrigen 3.Reich sich doch an die Hände fassen und nackt auf der Wiese tanzen.
michaelulbricht, dich hat es ja voll erwischt. Die westliche Propaganda zeigt ihre Wirkung. Sag jetzt bloß nicht, du hättest was mit Walter Ulbricht zu tun?

Und übrigens befinden wir uns hier in der Abteilung "Allgemeines". wenn du Probleme mit der ARGE hast, dann solltest du mal unter der Rubrik "Afa/Arge/Optionskommunen" nachschauen.

Willst Du die Opfer der Stasi-Gewalt etwa auch noch nachträglich kriminalisieren?
Ja, FrauMahlzahn, die Wahrheit ist eben unbequem und die wollen die Betroffenen auch nicht gerne hören. Statt sich sachlich und wahrheitsgemäß über Sachverhalte auszutauschen, wird mit unsachlichen Parolen je nach politischer Coleur herumgeworfen. Schade das eine sachliche Diskussion nicht zustande kommt.

Gruß PUT
 
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#36
klar alle unschuldig

@ PUT

nein ich bin jemand der in dem Arbeiter und Bauernstaat mit der Todesstrafe bedroht war.
(Angehöriger der Commandos in den französische Streitkräften)

daher fehlt mir jegliche Toleranz gegenüber den verherrlichungen der DDR
und ähnlicher Systeme.

Zur Vollbeschäftigung in der DDR wohl nur folgendes:

wenn ihr 4 Mann die bei der Trabantmontage wechselnd ein Rad angeschraubt haben als Vollbeschäftigt ausgeben wollt dann fällt mir nichts mehr ein.
Willkommen in der wirklichen Welt.

Das ihr gerne so einen Job wieder hättet glaube ich euch gerne.
War ja auch schön kuschelig vorher, einfach nur den Mund halten , den Nachbarn denunzieren und sich immer sagen lassen was mann machen soll.Wie schön ist doch die Welt.
Und dann noch das was mann eigentlich jedem Deutschen in den Paß schreiben sollte "Ich habe nur Befehle und Anweisungen befolgt und habe natürlich von nichts gewust, weil es war doch alles so schön"

Und dann auch diese ewige Mähr vom Kapital das die Politik bestimmt.
Blödsinn das haben die nicht mal im 3.Reich geschafft.
Es ist immer in Deutschland eine Kaste von Leuten im öffentlichen Dienst gewesen die auf die gerade geltenen Gesetze geschi.. haben.

Oder wollt ihr mir erzählen das das Kapital ins Ausland geht wo die sich doch angeblich das alles selbst so gestallten können wie sie es brauchen?

Welche Berufsgruppe hat den seit Kaisererszeiten alle Geschichtswirrungen unbeschadet überstanden ?
Denen immer egal war wem sie dienten? Mit möglichst wenig Arbeitseinsatz möglichst hohe Pensionen sich zu sichern ?
Selbst in 2 Weltkriegen mußten die wenigsten von denen in den Krieg und hatten danach wieder die Schnauze auf.

Ihr könnt das alles leugnen aber ihr dürftet doch wohl selbst sehen das in Deutschland alles gegen die Wand gefahren wird und die momentanen Parteien und Gewerkschaften nur noch die alternativen bieten wie schnell das geht.

Momentan habe ich den Eindruck als wenn Deutschland ein Zug ist ,der gegen die Wand fahren wird und die Leute den Zug immer schneller werden lassen weil sie glauben das sie durch die Wand fahren können.
 

Curt The Cat

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#37
Re: Schlimmer

michaelulbricht sagte :
@ Curt the CAT

es ist noch viel schlimmer !!
Gewerbetreibener mit Betrieb im Ausland der hier Leistungen nach dem SGB II erhält.
Der Gedanke das ich hier Einkommenssteuer bezahlen müßte und damit die SBs bezahlt werden die mich belügen und betrügen erzeugt bei mir dann doch ein gewissen :kotz: .
Nee, nee. Das (oder Du bist) ist nicht viel schlimmer. Du scheinst dann genau einer dieser Vertreter zu sein, die von den "Leistungen" hier profitieren und ihre Steuern woanders, wo's günstiger ist, bezahlen. Ich glaube, das sind die Hauptdarsteller in dieser Schmutzpropaganda wohl auch... Du bist also nicht besser oder schlimmer als die bzw. das...
 

pixelfool

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#38
Also das ist mir hier wirklich zu viel der Verharmlosung - bei allem Verständnis nach objektiver Betrachtung der DDR.
Da werden Menschen, die gegen offensichtliche Missstände protestieren, auf einmal zu "Berufsdemonstranten", Menschen, die in Bautzen gesessen haben, sollen erst mal "ihre Unschuld belegen" und Stasispitzel werden als harmlose Typen dargestellt.
Sorry, aber das ist mir echt zu viel, da wird´s mir schlecht! Ihr fordert eine objektive Diskussion zur DDR? Gerne! Aber wo ist denn bitteschön Eure objektive Selbstkritik an den Fehlern, die es in der DDR zweifelsohne gab (und ich meine jetzt nicht rein wirtschaftliche Fehlleistungen irgendwelcher Parteibonzen). Es hat definitiv massive Menschenrechtsverletzungen in der DDR gegeben (was nicht ausschließt, dass es die hier in der jetzigen wie in der damaligen BRD ebenfalls gibt - aber die Fehler des einen Systems entschuldigen wohl kaum die des anderen) - es hat Todesschüsse an der Grenze gegeben, es hat Leute gegeben, die massiv verfolgt wurden, weil sie sich dem authoritären System verweigert haben.
Und der Hinweis auf die Gesetze der DDR ist ja wohl der Hohn schlechthin! Auch die Nazis hatten ihr Vorgehen gegen die Juden in Gesetze gegossen - dadurch wird da noch lange kein RECHT draus!!! (womit ich die DDR aber nicht mit der Nazidiktatur gleichsetze, um dieses klarzustellen).
 
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#39
viel perverser

@ pixelfool

im dritten reich hat es keine gesetzliche Grundlage für die Einweisung in ein KZ gegeben.
Da wurden Leute im gericht freigesprochen und danach ins KZ gebracht.
Die einzigsten Richter die sich aufgeregt hatten ging es gegen den Strich das dieses in ihrem Gerichtssaal statt fand.
Die Gestapo bzw Polizei könne doch warten bis die leute draußen sind.
Die haben also nicht mal ihre eigenen Gesetze geachtet!!!
 

eisbaer

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#40
pixelfool sagte :
Also das ist mir hier wirklich zu viel der Verharmlosung - bei allem Verständnis nach objektiver Betrachtung der DDR.
Und der Hinweis auf die Gesetze der DDR ist ja wohl der Hohn schlechthin! .
Auf was für Gesetze beziehst Du dich denn hier so pauschal? Also ich kannte in meinem Umfeld keine schlechten Gesetze, dafür aber heute um so mehr.
Das meinte ich übrigens anfangs mit dem konfusen Zeug, was uns trennt. Merkel, Westerwelle und Müntefering brauchen keine Angst zu haben, den kann nichts passieren.
Ich kann mich keines einzigen Beispiels in meinem Arbeitsbereich oder in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis entsinnen, wo das vorgefallen ist, was hier immer als alltägliches Ereignis in der DDR angeschleppt wird. Ich kann über die DDR nichts kommen lassen und da rede ich für mich. Und was ist das für ein französisches Kommando? Damit kann ich nichts anfangen.

Es ist erschreckend, was diese Art von Berichterstattung und Vergangeinheitsdarstellung pauschal so erzeugt hat. Ich stelle ja nicht in Abrede, dass der Geheimdienst der DDR dieses oder jenes angerichtet hat, ich habe nur so etwas nie selbst erlebt und nie davon gehört. Wie ich mich aber entsinnen kann, sind Geheimdienste wohl heute auch nicht gerade die Zimperlichsten und vor allem die Ehrlichsten. Das wundert mich schon, wenn das jetzt nahezu täglich in Sendungen und Beiträgen als der ganz alltägliche Wahnsinn in der DDR dargestellt wird.
 

PUT

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#41
Hallo Pixelfool und michaelulbricht.

Genau das ist es was ich seit 16 Jahren höre. Die Gesetze der DDR waren der Hohn; Recht gab es in der DDR nicht; es gab nur Bautzen; Stasispitzel; alle die in der DDR verurteilt wurden waren unschuldig; friedliche Demonstranten wurden eingesperrt; die Lieblingsbeschäftigung war, die Nachbarn zu denunzieren und sich immer sagen zu lassen, was man machen soll; achja alle Arbeiter waren faule Säcke, die Vollbeschäftigung gabs gar nicht; natürlich bestimmt nicht das Kapital die Politik; im 3. Reich war Hitler der Bösewicht, das Kapital hat damit gar nichts zu tun; und wer was anderes behauptet, der verharmlost und verherrlicht halt die DDR. Und genau diese Lügen sind es, die eine sachliche Diskussion nicht zulassen. Das ist einfach gesetzt, so war halt die DDR. Die Hintergründe interessieren nicht, die werden einfach ausgeblendet, warum es z. B. Bautzen gab, wie das Rechtssystem der DDR aufgebaut war (in dem beispielsweise bis weit in die 70er Jahre hinnein das BGB genau wie in der BRD galt, ach wird jetzt vielleicht der eine oder andere sagen), warum es eigentlich die Mauer gab und bedauerlicherweise auch Tote, warum es die Stasi gab, warum es auch Vollbeschäftigung gab auch wenn die Produktivität darunter litt. Warum das alles so war das interessiert nicht. Wichtig ist das es das gab und damit kann man die DDR fein säuberlich delegitimieren.
Ach ja und dann wird da noch gesagt, nun gebt doch diese Sauereien einfach mal zu und gebt auch zu, das ihr das alles aus purer Lust oder auch aus Freude am Sadismus gemacht habt und die Reparationen haben wir wohl auch bezahlt, weil es uns soviel Spaß gemacht hat. Ja in der BRD hat es zwar auch Menschenrechtsverletzungen und eine menge Fehler gegeben, aber das war natürlich alles gerechtfertigt, weil wir die Guten sind. Und ehe wir überhaupt eine objektive Diskussion über die DDR zulassen, so gebt bitteschön erst mal eure Fehler zu, die wir euch anlasten, denn sonst hat es ja keinen Sinn über andere Seiten der DDR zu reden.

Na prima, laßt euch weiter einlullen, laßt euch berieseln von der INSM, von der Regierung oder wem auch immer, aber regt euch dann bitte nicht auf, wenn das böse Erwachen kommt und jeder Einzelne um seine Existenz kämpfen muß.

Ach ja eines hätte ich noch gerne gewußt, was ist eigentlich "Angehöriger der Commandos in den französischen Streitkräften", welche in der DDR mit der Todesstrafe bedroht gewesen sein sollen? Ich gebe zu, dass ich so etwas das erste Mal höre. Aber ich entschuldige mich auch gleich dafür, weil ich halt auch nicht alles wissen kann.

Und noch eine Bitte zum Schluß. Greift bitte nicht wieder nur einzelne Sätze aus einem zusammenhängenden Text heraus, um diese auseinander zu pflücken. Manche Dinge muß man halt auch mal im Zusammenhang betrachten.

Gruß PUT
 
E

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#42
Die DDR im Erzgebirge muß eine andere gewesen sein als die in Berlin und Umgebung.

Nee, Eisbär und PUT, was ihr hier schreibt, habe ich leider etwas anders erlebt. Zumindest Eisbär ist ja immer brav zu seinen Rotlichtbestrahlungen gegangen. Und geglaubt hat er scheinbar auch alles, was sie dir dort erzählt haben.

Ja, Kritik war erwünscht. Das ist richtig. Aber es gab positive Kritik und solche, die verboten war. So einfach war das. Eingaben dufte man auch machen, das stimmt. Und laut Eingabengesetz mußte man nach 14 Tagen einen Zwischenbescheid bekommen. Die dann evtl. nach ewigen Zeiten eintrudelnde Antwort versprach im besten Fall Änderung. Änderung, die selten eintrat.

Nein, Menschen, die nicht arbeiteten wurden nicht bestraft. Sie mußten nur jeden Monat im Amt für Arbeit (in Berlin in der Schneeglöckchenstraße) antreten und Einnahmen in Höhe des Mindestlohnes abrechnen. Das betraf auch alle die, die wegen ihrer beantragten Ausreise in den Westen nicht mehr arbeiten durften. Nicht jeder von ihnen hatte das Glück, in eine minderbezahlte Arbeitsstelle versetzt zu werden, wie es meiner Kollegin passierte.

Ich weiß, für einige Menschen, die in der DDR gelebt haben, gab es das alles nicht. Auch nicht, dass schon fürs Abi gesiebt wurde und für das Kind eines guten Genossen einem Betrieb schonmal der Abiplatz (Berufsausbildung mit Abitur) wieder weggenommen wurde, obwohl der schon einem Bewerber den Zuschlag gegeben hatte. Arbeitslos war der nicht - nein. Der bekam dann eben einen Lehrvertrag ohne Abi. War ja alles für die Deutsche Demokratische Republik und somit für den Weg in den Kommunismus. Soll das an einem Einzelschicksal scheitern? :kratz:

Wahlen? Demokratie? Ja, sagt mal, wißt ihr nicht einmal wie die Volkskammer zusammengesetzt war? Dort hatte sich die SED schon von vornherein, ohne auf Lobbyisten angewiesen zu sein, die Mehrheit verschafft. Oder glaubt ihr der Konsum, die FDJ und wer da noch neben den Parteien Sitze hatte, hat parteilose Abgeordnete geschickt? Und damit kamen sie immer locker über die zweidrittel Mehrheit.

Und habt ihr tatsächlich vergessen, dass jeder Betriebsdirektor dem SED-Parteisekretär des Betriebes rechenschaftspflichtigoder sogar unterstellt war? Dass nur das gemacht wurde, was die SED-Parteileitung beschlossen hatte? Demokratie - Mitbestimmung? Ich lach mich kaputt. Sowas war in der DDR systembedingt schlichtweg unmöglich (obwohl in der offiziellen Propaganda laut herausposaunt).

Selbst in dem Betrieb, in dem ich gearbeitet habe, durften nur SED-Genossen bestimmte Positionen besetzen. Wir hatten jahrelang nur einen kommissarischen Betriebsleiter. Alles schon vergessen? Oder doch Nutznießer gewesen und gerne alles verdrängt?

Nee, DDR (obwohl meinem Trabbi trauer ich auch ein bißchen hinterher) nie wieder!

Und das schlimmste Verbrechen, dass die DDR-Bonzen begangen haben, war die Desinformation und das Vorenthalten von ungefilterten Informationen an ihre Bevölkerung.
 

pixelfool

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#43
Sorry PUT,

aber soooo sind Diskussionen wirklich unmöglich.

Nur weil ich es wage, zu sagen, dass meiner Ansicht nach ne Menge Dinge in der DDR schiefgegangen sind, stellst Du mich als jemanden hin, der kritiklos alle Lügen über die DDR frisst und übelster Kommunistenhasser ist! Sorry, aber das ist übelste Rethorik der alleruntersten Schublade.

Auch das an anderer Stelle von Eisbär genannte Argument, dass es in seinen Umfeld nichts - aber auch überhaupt nichts - kritikwürdiges gegeben habe, ist ein ziemlich seltsames Argument. Ohne dass ich das eine mit dem anderen vergleichen will - aber auch die Nazis argumentieren damit, dass sie persönlich nicht ein einziges mal gesehen hätten , dass irgendwo Juden vergast wurden. Man möge mir den krassen Vergleich verzeihen, aber jegliches Unrecht in der DDR als "Feindpropaganda" abzutun, finde ich echt lächerlich.
 
E

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#44
Eisbär schrieb:
Auf was für Gesetze beziehst Du dich denn hier so pauschal? Also ich kannte in meinem Umfeld keine schlechten Gesetze,
Nee, Eisbär, das ist gut möglich. Die lagen nämlich im Panzerschrank. :p
Zum Beispiel die Umweltgesetze und die Ergebnisse der Untersuchungen dazu.

Interessiert es dich, wie ich mit einer Gruppe anderer versucht habe, in den Naturschutzpark Müritz Ost zu kommen? Heute kann ich mich über die Story ausschütten vor lachen. Vor lachen deshalb, weil wir sooo verarscht wurden, wie es heute keiner machen würde.
 
E

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#45
Ich kann dir noch viele meiner Erlebnisse in der DDR erzählen. Die schönen, die ich im Kinderferienlager erlebt habe und die weniger schönen, die ich in der Auseinandersetzung mit verbohrten Ideologen erlebt habe.

Zum Beispiel die, wie ich beinah von der Berufsschule geflogen wäre, weil ich nicht genehme Hosen anhatte. Die Farben waren rot-schwarz.
 

Rinzwind

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#46
Re: Rosa Brille ?

michaelulbricht sagte :
Na da können doch die ewig gestrigen (DDR) sich mit den ewig gestrigen 3.Reich sich doch an die Hände fassen und nackt auf der Wiese tanzen.
No comment

@ PUT
deine Bemerkung das dann ja die hälfte der DDR im Knast gesessen hätte ist wohl ein Witz.
Die haben alle in einem riesigen Knast gesessen.
Oder willst du mir erzählen das westdeutsche Grenzer die ganzen Flüchtlinge erschossen haben um zu verhindern das die in den Westen kommen?
Ich habe auch davon gehört, dass Grenzposten vorsätzlich ihr "Ziel" verfehlt haben, aber für Propagandazwecke ist so etwas ja eher nicht zu gebrauchen. Wer sagt dir denn, ob nicht der eine oder andere West-Grenzposten manchmal neidisch war. :twisted:

Die Altnazis erzählen auch immer so einen scheiß wie toll das alles war.
Unbelehrbare wird es immer geben...

Nicht immer nur rumweinen auch mal handeln. Wer hinfällt muß auch wieder aufstehen können.
das Schlimste was euch doch passieren könnte ist das ihr auf einmal selbständig Entscheidungen treffen müßtet.
:kinn: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass PUT & Eisbaer genau das gerade tun, oder wie muss ich das verstehen, dass sie hier lesen, posten und Anregungen geben. Mensch muss ja nicht immer die gleiche Meinung vertreten, aber das lässt sich ausdiskutieren und muss nicht kategorisch als Müll abgestempelt werden.

Ich bin bisher immer davon ausgegangen das dieses Forum der gegenseitigen Hilfestellung und dem Erfahrungsaustausch von Leuten dient, die Probleme mit ihren Argen usw haben, weil die SBs sich rechtswidrig verhalten oder weil Gesetze verabschiedet werden die ungerecht sind.
:daumen: Ist ja auch so. ;)

Aber die ewig gestrigen (Eisbär)dürften damit ja kein Problem haben, ihr wißt doch die Partei hat immer recht.
:laber: Auch ich habe nach dem "Mauerfall" einige dumme Sprüche über die SBZler ( ;) ) von mir gegeben, aber ich habe mich inzwischen weiterentwickelt und bemerkt, dass das Problem nicht in Ost-West-Richtung, sondern in oben(Geld)-unten(kein Geld)-Richtung verläuft.

Schönen Gruß,

Andreas
 
E

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#47
Rinzwind schreibt:
aber ich habe mich inzwischen weiterentwickelt und bemerkt, dass das Problem nicht in Ost-West-Richtung, sondern in oben(Geld)-unten(kein Geld)-Richtung verläuft.
Deine Bemerkung ist absolut richtig. Was aber nicht bedeuten sollte, dass man die Ereignisse in der DDR so einseitig betrachten und auswerten sollte wie es Eisbär und PUT tun. Es stimmt einfach nicht so wie sie es versuchen darzustellen.

Und wenn ich etwas verändern will, dann muß wenigstens die Analyse stimmen, sonst mache ich wieder eine Bauchlandung.
 

Quirie

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#48
PUT sagte :
.......Die Hintergründe interessieren nicht, die werden einfach ausgeblendet, warum es z. B. Bautzen gab, wie das Rechtssystem der DDR aufgebaut war (in dem beispielsweise bis weit in die 70er Jahre hinnein das BGB genau wie in der BRD galt, ach wird jetzt vielleicht der eine oder andere sagen), warum es eigentlich die Mauer gab und bedauerlicherweise auch Tote, warum es die Stasi gab, warum es auch Vollbeschäftigung gab auch wenn die Produktivität darunter litt. Warum das alles so war das interessiert nicht. ....
Doch Put, mich interessiert das schon. Warum, meinst Du, war das so. Ich frage nicht polemisch, wie es vielleicht klingt. Ich bin selbst Juristin, wie Du Jurist bist. Und der Blick aus Deiner Perspektive ist mir bisher fremd, weil ich so wenig Gelegenheit hatte mal jemand zu fragen.
 

Silvia V

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#49
Die ehemalige DDR zu verherrlichen ist genauso unrealistisch,wie der Vergleich mit mit dem 3.Reich.

Es gab in der DDR durchaus gute Ansätze und schon die sozialistische Idee an sich war nicht unbedingt schlecht....aber was draus gemacht wurde,das war ja wohl kaum "das Gelbe vom Ei".Natürlich waren die sogenannten sozialen Errungenschaften angenehm und durchaus wert übernommen zu werden.
Aber zu welchem Preis wurden diese angeboten?Immer nach dem Prinzip
"Zuckebrot und Peitsche",wir bieten Euch Sicherheit,aber dafür marschiert ihr alle im Gleichschritt.

Und zu Barneys Erfahrungen hätte ich auch noch so einiges beizusteuern,ich war nicht der "große Widerstandskämpfer" hatte aber doch ein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein und ein "loses Maul",allein das verhalf mir schon zu einigen Schwierigkeiten.

Was mich dann nach der Wende auch verwundert hat,waren die vielen "Dissidenten",die ganz plötzlich in den Medien publik waren,auch da gab es schwarze Schafe,die sich nur profilieren wollten und deren Widerstandsgeist vor der Kamera besonders aufblühte.
Die vielen kleinen "Aufmüpfigen",welche im Alltag Widerstand geleistet haben und auch viele Nachteile hinnehmen mußten,werden bis heute nicht erwähnt und vielleicht wollen sie dies auch nicht,da es zu ihrer ganz selbstverständlichen Lebensphilosophie gehört.

Ich persönlich möchte das Rad auf keinen Fall rückwärts drehen,obwohl
es mir in den letzten Jahren keinesfalls gut ging und menschliche,sowie
materielle Verluste für mich an der Tagesordnung waren.
Aber wie sagt man so schön...was weg ist,das brummt nicht mehr und wenn ich nur in die Vergangenheit schaue,dann verpasse ich die Gegenwart und auch die Zukunft.


Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag

Silvia
 

eisbaer

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#50
nicht das einer denkt, ich kneiffe - ich bin erstmal nicht verfügbar
Mutter (77) in der Nacht zum Sonntag einen Schlaganfall, Vater (94) wahrscheinlich durch den Trouble mit dem Notarzt etc, einen Hirninfarkt, wurde hilflos des Nachts um drei in der Stadt aufgefunden .
Ich habe jetzt erstmal paar Tage knallharte Beschäftigung - Pflegestufe, Betreuung, Heimunterbringung und alle anderen Angelegeneheiten regeln und die Behörden im schönen Thüringen kennen lernen.
 
E

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#53
Ja, das geht erst mal vor. Gute Besserung den beiden!

Hoffentlich dauert es nicht so lange, bis du die Pflegebeantragung durch hast . Da hört man ja auch immer wieder was über erschreckende Bearbeitungszeiten und das da erstmal alles vorgestreckt werden muß. :dampf:
 

sofiamaya

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#54
Mao Ze Dung

Hallo!

Ich las alle Anträge hier und habe mich entschieden, mich auch einzumischen, obwohl ich in so eine „männliche“ Runde wahrscheinlich die einzige Frau bin.
Aber wie sie sich hier die „wessis“ hereinbringen, tut mir sehr weh, denn ich persönlich habe 21 Lebensjahren im Bulgarien verbracht, aber auch richtig gelebt. Denn ich weiß, wie wir alle, meine Großeltern, meine Eltern und wir, die Kinder, unseren Leben genossen haben. Und ich kann wirklich sagen, dass 99% der Menschen, die im Ostblock geboren wurden und gross gewachsen sind, hatten damit wirklich Glück gehabt, weil sie doch etwas vom Leben hatten. Ob im DDR, Ungarn oder Bulgarien, die Art und Wiese wie wir lebten war gleich.
Jeder Familienmitglied hatte eine gut bezahlte Arbeitsstelle, jeder hatte eine Eigentumswohnung , (egal ob Plattenbau oder nicht, Haupt Sache „Klein, aber mein!“), jede Familie fuhr jedes Jahr mit dem eigenen Auto ans Meer in Urlaub, auf Kosten der Firma, wo einer von der Familie eingestallt war. Man ging im Winter in den Feiertagen zum Skilaufen in den Bergen und die Jungs und Mädchen könnten genauso wie die „Wessis“ unter des Dieter Bohlen Rhythmus „Modern Talking“ in die Discos abtanzen. Alsooo, und „Rocky I“ und „Mad Max“ habe ich schon im Jahre 1983 zu Hause auf dem Video gucken können! Aber der Hammer war, das Schulsystem. Ich bin unter der glücklichsten Menschen, die im Osten gelebt haben, denn wir haben wirklich viel von der Schule ins Hirn sammeln dürfen, sodass wir heute mit offenen Augen, ohne „Pferde-Augen-Klappen“ leben können.
Ich spreche 5 Sprachen: bulgarisch(Schule), englisch(Schule), russisch(Schule), deutsch (BDR) und arabisch (Irak). Dank des Kommunismus. Und Heute wenn ich in der Frauenarztpraxis sitze und 1 Stunde, trotzt Termin warten muss, kann super gut belauschen, was die Heike oder Leila in der Ecke reden, oder Jane und Irina.
Ich bin reich!
Und damals hätte ich keine Angst gehabt, wenn unserer Wohnung in die Flammen gehen würde, dass ich und meine Kinder vom Balkon runterspringen müssen, weil die sonst „coole“ Nachbarn, sich verstecken. Ich hätte keine Angst gehabt, denn unsere Nachbarn hätten mit Eimern und Töpfe voller Wasser in die Wohnung gerannt und uns retten können. Gleichgültigkeit unter uns gab es nicht! Feuerwehr gab es aber, nicht dass die „ wessis“ nur denken, es gab sie nicht.
Noch ein Beispeil: Eine junge zukünftige allein erziehende Mutter dürfte damals, eine eigene Wohnung ab sofort auf Darlehen kaufen. Die Stadt kaufte ihr die Wohnug und sie bezahlte sie später in Raten ab. Außerdem bakam eine Mutter 3 Jahren lang Erziehungsgeld, (volle Arbeitslohn), damit sie ihr Kind liebevoll betreuen kann. Sie dürfte aber auch arbeiten gehen. Wenn sie es möchte. Dazu gabt es Kinderkrippen für Kinder ab 8 Monat (von Mo-Fr) belegt.

Ich habe keine negativen Beispiele leider für euch. Auch das einzige, das mir einfällt, entpuppte sich im vergleich mit BDR als positiv. Schuluniform. Wir alle mussten sie tragen. Aber heute weiß ich es, dass sie für uns, die Schüler, gut war, weil nicht jeder eine „Wrangler“ oder „Riffle“, „Cash-Cash“ Jeans hatte . Mansche schon. Aber da war das Wettbewerb ums Schulnoten und nicht um das coolste Nokia-Handy.

Usw. usw. usw.…….Nun sind die Chinesen dran. Schauen wir mal dahin..die Bauerrevolution…….Viel Spaß mit Mao Ze Dung!
Was würde nun uns heute eine Chinese erzählen….
 

kalle

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#55
Hast ja nicht so ganz unrecht. Auch ich als Wossi weiß, das der Zusammenhalt der Menschen wohl größer war als beim "Klassenfeind".

Aber das dieses eine reine Herrenrunde is, das wird Dir Barney wohl nicht so verzeihen. Oder ? :lol: :mrgreen: ;)
 

sofiamaya

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#56
sorry...

Es tut mir leid, ich :? habe den Text hier falsch reingebracut...vermutte mal...Sorry, noch mal..
 

Arania

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#57
Hm, aber NUR positiv gibt es einfach nicht oder Du bist die 100% Ausnahme, ich denke es gibt immer positives und negatives, nur eins von beiden ist für mich unvorstellbar
 
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Gast
#58
Kalle, dass dies hier eine Männerrunde ist, ist genauso wahr, wie der Rest des Beitrages. :p
 

Quirie

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#60
Re: Mao Ze Dung

sofiamaya sagte :
.......

Jeder Familienmitglied hatte eine gut bezahlte Arbeitsstelle, jeder hatte eine Eigentumswohnung , (egal ob Plattenbau oder nicht, Haupt Sache „Klein, aber mein!“), jede Familie fuhr jedes Jahr mit dem eigenen Auto ans Meer in Urlaub, auf Kosten der Firma, wo einer von der Familie eingestallt war. Man ging im Winter in den Feiertagen zum Skilaufen in den Bergen und die Jungs und Mädchen könnten genauso wie die „Wessis“ unter des Dieter Bohlen Rhythmus „Modern Talking“ in die Discos abtanzen. Alsooo, und „Rocky I“ und „Mad Max“ habe ich schon im Jahre 1983 zu Hause auf dem Video gucken können! Aber der Hammer war, das Schulsystem. Ich bin unter der glücklichsten Menschen, die im Osten gelebt haben, denn wir haben wirklich viel von der Schule ins Hirn sammeln dürfen, sodass wir heute mit offenen Augen, ohne „Pferde-Augen-Klappen“ leben können.
….
Und ich???? :cry: :cry: :cry:

Eine Frage hätte ich allerdings: Warum wurde diese wunderbare Welt von ihren Bewohnern abgeschafft?
 

eisbaer

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#62
Re: Mao Ze Dung

(zwei Tage Ruhe und nächste Woche geht es weiter, Pflegeheimplatz, Betreuungsvollmachten, alles das kostet in Deutschland viel Zeit, viel Papier und auch Honorar für Advokaten, man wird sehen, wie weit es gehen muss, ob die Wohnung aufgelöst wird etc. )



Quirie sagte :
Eine Frage hätte ich allerdings: Warum wurde diese wunderbare Welt von ihren Bewohnern abgeschafft?
weil die politisch Verantwortlichen aus diesen Gesellschaften eine dicke Mauer um all ihre sozialistischen Systeme gezogen hatten und es ihren Bürgern verwehrten, realistisch und ohne Strafandrohung für sich selbst ohne Druck einen Vergleich zu ziehen und eine eigene Entscheidung zu treffen, wo sie leben wollen. Weil die Kirschen in Nachbars Garten, wenn sie einem hartnäckig verwehrt werden, am Ende als die besseren Kirschen erscheinen, obwohl man selbst welche im Garten hat
Nur deshalb
Ohne die Mauer wäre die DDR nicht "abgeschafft" worden, sie hätte es wirtschaftlich nur etwas schwerer gehabt, sich seit 1961 durchzusetzen, aber ich bin der Überzeugung, sie hätte weiter Bestand gehabt. Die Schizophrenie des Stalinismus, das sich Einkapseln und die Bürger in den Gedanken auf Linie bringen zu wollen, das ängstliche politische Ziel, die Bürger nicht über Zaun schauen zu lassen - all das erweckte den Eindruck, dass das Schlaraffeland westlich der Mauer zu finden sein, dass dort die D-Mark aus dem Wasserhahn fließen würde - man brauche ihn nur aufzudrehen - all das hat den Eindruck des gelobten Landes entstehen lassen.

Was wäre gewesen, wenn die DDR die Mauer 1961 nicht gebaut hätte, wenn die Sowjetunion dem Mauerbau nicht zug
estimmt hätte?


1. Die Menschen wären rüber und nüber gegangen, in beide Richtungen. Manche wäre geblieben, viele wären wieder zurück gekommen, andere wären auch gekommen - aber in Freiheit und ohne Zwang und ohne Angst um Konsequenzen. Und das wären die besseren Agitatoren gewesen als die Schwarz-weiß-Maler, die man uns in den allmontaglichen politischen Schulungen in den Betrieben im Parteilehrjahr oder in den gewerkschaftlichen Schulungen der sozialistischen Arbeit vor die Nase setzte, den die redeten auswendig gelernt über Dinge, die sie selbst nicht kannten und deshalb nicht erfasst hatten.

2. Die Wirtschaft hätte sich strecken müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, unsere Betriebe wären nicht materiell so vergammelt, sondern hätten immer auf den neuesten technischen Stand gebracht werden müssen. Es wäre zu Schließungen unrentabler Betriebe gekommen, die der Gesellschaft nur noch Geld kosteten und es hätte sicher auch einen gewissen Prozentsatz Arbeitslose gegeben, aber so konnte es sich die DDR leisten auch jeden Arbeitsunwilligen durchzufüttern.

3. die Politik hätte sich mehr anstrengen müssen, denn mit dem Alleinanspruch auf die tägliche Meinung hätte die SED brechen müssen und hätte das Volk und die anderen Gruppierungen und Parteien echt einbeziehen müssen

4. und noch vieles mehr

Der Tod der DDR war der Alleinvertretungsanspruch einer einzigen Partei und ihre Mauer, nicht das System selbst und seine Menschen, die es viel besser verstanden, miteinander umzugehen. Es war nicht der Sozialismus, der schlecht war, sondern die die ihn zu machen glaubten, setzten ihn falsch am. Der Sozialismus ist, wenn er richtig organisiert wird, das bessere System. aber man hatte ja manchmal den Eindruck, dass selbst die Großkopfigen in der DDR den Marx gar nicht gelesen oder verstanden hatten. Nirgendwo schreibt Marx etwas von Staatseigentum, sondern die bessere Gesellschaft, die er beschrieb, beruhte auf dem Gemeineigentum an Produktionsmitteln, quasi an der Beteiligung der Arbeiter am Ergebnis, durch Aktien, Dividenten, menschenwürdige Löhne, soziale gesellschaftliche Umfeldbedingungen etc. Das in der DDR so bezeichnete Volkseigentum war in Wirklichkeit Staatseigentum und der Staat als Institution war Marx ein Greuel und für ihn arbeiterfeindlich. Im Prinzip beschrieb Marx im Kapital eine Art genossenschaftliches System - Volkseigentum gab es bei ihm nicht, das haben Lenin und Stalin aufgebracht - Lenin hat es widerrufen als er merkte, dass der Staat in dieser Rolle selbst zum Ausbeuter wird. Aber Lenin war da schon von Stalin kaltgestellt worden und Stalin ließ Lenins Schrift "gegen" den Staat in eine Schrift "über " den Staat umschreiben und abschwächen.
Stalin ist der eigentliche Zerstörer der sozialistischen Idee an sich
http://www.memorial.de/bilanz_des_terrors.pdf
Chruschtschow war aber auch mit von der Partie, so war die Rede zumindest von seiner Person moraslisch auch fraglich, weil Chruschtschow die Repressionen in der Ukraine geleitet hatte.
Hier scheint der gesamte Text der Rede zu sein:
http://scifi.pages.at/stasihalle/Geheimrede Chruschtschows au f%20dem%20XX.Parteitag%201956.pdf

Der sozialismus darf keine Sache einer Partei sein, sondern muss von allen gestaltbar sein. Das zu tun und den Sozialismus auf breite Füsse ohne eine allein gepachtete Wahrheit wäre 1990 der dritte Weg gewesen, den wir nach 1989 gehen wollten, den wir aber nicht mehr gehen durften, weil uns die neue Männerfreundschaft Kohl und Gorbatschow diesen Weg nicht gehen ließ und schon 1990 die Angliederung der DDR beschlossene Sache unter beiden war. Damit war der Ausflug in den Sozialismus beendet.

Nicht einfach alles wegwerfen, sondern Vernünftiges davon zu übernehmen und zu reformieren und besser machen und ich gehe soweit, dass dieses System, was wir jetzt erleben sich auch mit reformiert hätte - zum Besseren für die Menschen in Ost und West.
Nun aber hat es dieses System auch nicht mehr nötig, sich zu reformieren, zumindest nicht in dieser Beziehung, denn es existiert kein Vergleichssystem mehr, auf das die Bürger zeigen könnten, wenn sie sozialere und gerechtere Gesetze einfordern. so gesehen war der Untergang der DDR auch für den einfachen Bürger in der BRD kein Vorteil, denn das Argument der Unfähigkeit des sozialistischen Systems ist jetzt immer wieder die pauschale Begründung, warum man unsozialer, ungerechter und für die Massen nachteiliger entscheiden müsse. Mit dem Vergleichsbeispiel DDR im Rücken konnten die Herrschaften in der Alt-BRD nicht so ohne Weiteres alles mit den Arbeitern machen - Jetzt können sie es und es wird sicher länger als eine Generation dauern, ehe auf friedlichem Wege wieder ein anderer Weg ausprobiert werden wird.
 

eisbaer

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#64
klar doch.
Das sozialistische Beispiel. Wenn es funktioniert hätte, wäre das für die anderen kapitalistischen Staaten, d.h. für die Interessenverteter der Konzerne verheerend gewesen, für die Menschen dort wäre es eine Entlastung geworden, weil es den Regierungen Zugeständnisse abgerungen hätte.
 

Quirie

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#65
eisbaer sagte :
klar doch.
Das sozialistische Beispiel. Wenn es funktioniert hätte, wäre das für
die anderen kapitalistischen Staaten, d.h. für die Interessenverteter
der Konzerne verheerend gewesen, für die Menschen dort wäre es eine
Entlastung geworden, weil es den Regierungen Zugeständnisse abgerungen
hätte.
Ja wenn es denn funktioniert hätte. Auch das Christentum fing mal mit
sozialistischen Idealen an, und was ist daraus geworden?

Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Mißbrauch, sagt Albert Einstein.

Ich glaube nicht, dass die Menschen im Osten moralisch "besser " gewesen sind als die im Westen, genau so wenig wie umgekehrt.

Aber einer Sache bin ich mir ziemlich sicher:

Wenn die Zustände im Osten so fantastisch "geworden wären", muss man
wohl sagen, hätten viele meiner "Mit-Wessies" keineswegs geduldig auf
die Verbesserung des kapitalistischen Systems hier gewartet. Nach guter
alter Aldi-Manier zu Zeiten, als es dort die ersten günstigen PCs zu
kaufen gab, wären sie in friedlichster Absicht wie die Heuschrecken über die arme kleine DDR hergefallen und hätten dort auf Dauer ihre Zelte aufgeschlagen, um an den Segnungen dieser Welt teilzuhaben.

Dass auch da nur der Traum vom Sozialismus geträumt wurde, sagt ihr ja selbst inzwischen. Und außer der Famlie von Frau Merkel sind mir nicht so wahnsinnig viele bekannt, die von hier nach dort gegangen sind.
 

eisbaer

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#66
ja, wenn es denn funktioniert hätte. Die Parameter menschlicher Eigennnutz, Egoismus, Neid und Raffgier aber, können so etwas ad absurdum führen.
Ich bin aber noch immer überzeugt, wenn man es richtig machen würde und die Menschen mitnehmen würde, statt sie zu schieben oder zu ziehen, dann wäre der Sozialismus als die bessere menschliche Gesellschaft machbar.
Bei den Tschechen hatte man 1967 mal begonnen, einzelne Betriebe in Gemeineigentum (d.h. die Beschäftigten nach 10 Jahren als Anteilseigner) zu überführen, Werkleiter wurden gewählt, Dividenten an die Beschäftigten ausgeschüttet, die Gehälter legte ein Rat fest etc (in etwa die wirklichen alten Ideale der Carl-Zeiss-Stiftung) - aber dem wurde im August 1968 ja ein jähes Ende bereitet, weil die tschechische Regierung plötzlich erklärte, aus dem Warschauer Pakt ausscheren zu wollen. Und da passierte, was passieren musste, denn damals hatte mit Breshnew wieder eine Neubelebung des Stalinismus eingesetzt. Dubscek und Goldstücker handelten damals ziemlich unklug, denn die wirtschaftlichen Reformen hatte Breshnew ja noch hingenommen, aber dann militärischen Bündnis rütteln zu wollen, das war echt ein hirnverbrannter Kamikaze-Gedanke, das war genauso, als sich aus dem Fenster zu stürzen. Wer weiß, wenn die es langsamer und schlauer gemacht hätten, vielleicht hätten wir ihn dann wirklich erlebt, diesen anderen Sozialismus. Wirtschaftlich hatte sie diesen Weg durchaus schon betreten.
 

Arania

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#67
Die Parameter menschlicher Eigennnutz, Egoismus, Neid und Raffgier aber, können so etwas ad absurdum führen.
Und die wird es leider immer wieder geben, denn den meisten Menschen ist es am wichtigsten wie es ihnen geht und nicht wie es der Allgemeinheit geht
 
E

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#68
Ich bin aber noch immer überzeugt, wenn man es richtig machen würde und die Menschen mitnehmen würde, statt sie zu schieben oder zu ziehen, dann wäre der Sozialismus als die bessere menschliche Gesellschaft machbar.
Das wird genauso ein unerfüllbarer Wunsch sein wie der Bau des Perpetuum Mobile.

Wir werden weiter um den Anteil am Ergebnis unserer Arbeit kämpfen müssen und von der bequemeren Art träumen können.
 

Quirie

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#69
Re: Mao Ze Dung

eisbaer sagte :
.......
Der Sozialismus ist, wenn er richtig organisiert wird, das bessere System.
........
Und wo, bitte, kann ich mir das mal angucken?
 

eisbaer

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#70
Re: Mao Ze Dung

Quirie sagte :
eisbaer sagte :
.......
Der Sozialismus ist, wenn er richtig organisiert wird, das bessere System.
........
Und wo, bitte, kann ich mir das mal angucken?
Gute Frage. Wahrscheinlich bis dato nirgendwo, denn selbst die Chinesen machen ja einen kommunistischen Kapitalismus.
Kuba ? Ist vorbei, die sind wirtschaftlich durch die USA ruiniert worden, das ist nur eine Frage der Zeit, wann die kapitulieren müssen
die anderen lateinamerikanischen Staaten, die Wahlsiege der Linken oder der Popularbündnisse hatten ? Weniger, wagen die zuviel, werden sie das Schicksal Chiles erleiden, dafür sorgt der CIA.

Nein mir fällt keiner ein. Das müssen schon wir selbst oder unsere Nachkommen wagen.
 

eisbaer

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#71
Barney sagte :
Wir werden weiter um den Anteil am Ergebnis unserer Arbeit kämpfen müssen und von der bequemeren Art träumen können.
Das siehst du falsch - Der Sozialismus ist nicht bequem. Das Grundprinzip heißt nämlich, jeder nach seiner Leistung und wer objektiv nichts leisten kann, der sach seinen menschlich-würdigen Bedürfnissen.
Lenin schrieb mal - Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.

Also von "bequem" kann hier keine Rede sein. Was man aus einem topf rausnehmen will, das muss vorher in diesen hinein gewirtschaftet worden sein - auch im Sozialismus.

Wie man das, was man aus dem Topf herausnimmt, am ende gerecht verteilt, das unterscheidet den Sozialismus vom Kapitalismus. Die Eigentums- und Verteilungsverhältnisse sind der Knackpunkt.
 
E

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#72
Ein Verteilungskampf findet im Sozialismus - auch in den Ländern, die es versucht hatten - nicht wie in den kapitalistisch geführten Ländern statt. Das meine ich mit bequemerer Art.
 

hummellinge

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#73
meine Gedanken dazu

Hallo,

zur Wende war ich 17 Jahre, gerade angefangen mit lernen - früher Wirtschaftskaufmann heute Industriekauffrau.

Ich habe in Laufe der Zeit mir folgende Meinung zugelegt. Jedes der beiden Systeme hatte seine Vor- und Nachteile.

VORTEILE MEINER MEINUNG

DDR
- Kinderbetreuung, Schule, - Umgangsformen der Menschen, - Arbeitsplätze
BRD
- Reisefreiheit, - Kaufmöglichkeiten

NEGATIVES MEINER MEINUNG

DDR
- staatlich verordnete Misswirtschaft, - die Mauer, - der Versuch, Menschen durch dumme Idiologien zu beeinflußen

zur alten BRD kann ich dazu wenig sagen, denk mal das kann jeder sich selber überlegen - hab ja in dem System nicht gelebt

In meinen Augen sind mit der Wende einige Fehler gemacht worden. Vorteile für die Unternehmer, der Mensch ist auf der Strecke geblieben. Sage es mal rein ökonomisch, das System war bereits Ende der 80iger schon fast vor dem Aus - mit der Wende wurden neue Märkte eröffnet, es begann der allg. gültige Wirtschaftskreislauf fast wieder von vorne. Firmen / Unternehmen der DDR, egal ob mit ausgeglichener Bilanz oder nicht wurden überrannt wie die Heuschrecken. Ich habe es selber erlebt in meinem Ausbildungsbetrieb. Die Arroganz der Buchprüfer, die an den Tag gelegt wurde, hat denk ich mal damals viele Menschen verschreckt und eine Barriere in den Köpfen wurde gebaut. Nicht gerade förderlich waren dazu dann noch die Berichte über Buschzulagen für den der in den Osten ging. Ich glaube es fanden viele Menschen erniedrigend. Weil auch wir gearbeitet haben - zwar nich immer sinnvolle Aufgaben, gebe ich zu, aber immer gearbeitet. Jeder hatte sein Auskommen, die Kinder waren versorgt wenn man gearbeitet hat und man musste sich wenig Sorgen machen. Nach meiner Lehre bin ich den in eine andere Firma und habe neben der Arbeit noch eine Ausbildung gemacht. Aber in dieser Firma bin ich zum ersten mal mit einem "Westchef" in Berührung gekommen. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wie und auf welcher Basis so was erfolgen kann. Diese Art kann man sich schlecht vorstellen. Bei uns gab es zu der damaligen Zeit einen Spruch: es ist nur derjenige in den Osten gekommen, der auf der anderen Seite nix geworden wäre.

Gehen wir mal tiefer in die Sache - z.b. Schulbildung. Gern wird gesagt, na ja Pioniere nur Ideologie und Systemerziehung. Aber das ist falsch! Ich hatte das Glück im ersten Lehrjahr kurz nach meiner schriftlichen Abschlussprüfung eine Prüfung (Mathematik) im Vergleich aus dem Bundesland Bayern (Realschule) nachgeschrieben. Bayern liegt ja heute auf Rang 1 im Pisa-Ranking von Deutschland. Aber die gestellten Aufgaben und das Ergebnis in unserer Klasse - Fragen über Fragen und da wundern die sich, warum Deutschland im Europaweiten Vergleich so schlecht sind? 23 Mädels + 1 Junge alle mit 1 absolviert - bei welcher Prüfung gibt´s des . Aber na ja die Einheitsschule war ja verpönnt.

Ein weiteres Bsp. Was ich lustig finde - zu meiner Kinderzeit gab es im Kindergarten die sogenannte Vorschule - nach der Wende ganz schnell abgeschafft, weil es ja nicht gut wäre und denk mal eine Grundlage der DDR-Schulvorbereitung. Kurioserweise wurde es in Sachsen 2001 wieder eingeführt. Mein Sohn hat die Zeit genossen und ich glaube nach wie vor das es sehr gut ist. Man sieht wie weit Kinder sind, was können sie und wo sind noch Defizite.

Wie bereits oft gesagt, bin ich von Sachsen nach Berlin verzogen - wenn man sich die Lehrpläne ansieht, kommt das große Erschrecken - mein Sohn hat die Hälfte des ersten Schulhalbjahres im wahrsten Sinne nur rumgesessen, weil man hier noch nich ansatzweise so weit war - aber wohlgemerkt nur Deutsche Kinder in der Klasse, keine wo man sagen könnte - Sprachprobleme oder Migrantenkinder. Und als letztes Thema damit es hier nicht zu lang wird - der Umgang der Menschen untereinander war völlig anders. Wenn ich es heute sehe, erschrecke ich. Als Bsp. Das Tote Mädel in Annaberg- Buchholz, der AMOK-Lauf hier von Berlin. Warum sind die Kinder so - ich denke es passiert, weil eine Art Perspektivitätslosigkeit entstanden ist. Wenn dem nicht bald Einhalt geboten wird, wird es noch viel schlimmer werden.

So könnte ich noch weiter schreiben, meine Gedanken, aber ich denke es würde zu lang werden und ein Roman .....

Tschüß hummellinge
 
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