Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft - stimmt's? (1 Betrachter)

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Hartzeola

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In einer Frage sind sich FDP und Linke einig: Die Ein-Euro-Jobs müssen weg. Das Instrument aus der Zeit der Hartz-Reformen entwerte die Leistung von Arbeitslosen und bringe Handwerker um ihre Aufträge. Doch so einfach ist die Rechnung nicht, erklärt Arbeitsforscher Joachim Möller.

"Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft", erklärt der Bund der Steuerzahler. Sie würden den Betroffenen nicht helfen, in den regulären Arbeitsmarkt zurückzukehren. "Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft", sagt auch die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann. Und was forderte schon 2005 Hermann Otto Solms von der FDP? Genau: "Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft".

Ein-Euro-Jobs, im Amtsdeutsch "Arbeitsgelegenheiten in der Mehraufwandsvariante", haben einen schlechten Ruf. Sie würden nichts bringen, Arbeitslose würden damit nur drangsaliert, und außerdem würde im großen Stil reguläre Beschäftigung verdrängt.
Mythen der Arbeit: Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft - SPIEGEL ONLINE
 

Flumpe

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Passt ja zu meinem Thread!

Obwohl ich wirklich gut dran bin mit meinem 1-Euro-Job, was wohl wirklich eine große Ausnahme zu sein scheint, stimme ich einer Abschaffung selbstverständlich zu.

Zumal, und das muss ich hier einmal einwerfen, die Ansichten der "Öffentlichkeit" nicht schön sind.
Ich bin (gut getarnt : Mein Name und alle weiteren Daten sind nicht echt und selbst mein Anschluß laüft nicht auf meinen Namen) auch bei Facebook am herumtigern.

Dort kommen, weil ich diese Seite als Gefällt mir-Seite ausgewählt habe, auch Beiträge von einer gewissen *********** 4 Initiative.

Und dort gibt es leider viele Trolle, die fest im Berufsleben stehen und "ihr Bestes" von sich geben.

Es ist wirklich erschreckend, was die "Öffentlichkeit" von den 1-Euro-Jobs hält!

Ich zitiere nur einen einzigen Post, wenn ich es denn mal darf....
"Euch müsste man mit der Peitsche zu diesen Jobs prügeln ... Arbeitsscheues Pack!"

Für mich sind es blinde und "fast" bedauernswerte Menschen, insbesondere die Schöpfer dieser Jobs, die die Folgen solcher Jobs nicht erkennen können oder wollen.
 

HajoDF

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Na klar, die bürgerliche Hetzpostille SpOn bietet Herrn Möller (Direktor des IAB (!), der Wissenschaftsabteilung der Arbeitsagentur) mal wieder eine Plattform zum Thema: "Alles halb so schlimm" - ein bisschen Sklavenarbeit, ein wenig Zwangsarbeit bei gleichzeitiger Kassensanierung z.B Öffentlicher Haushalte in den Gemeinden (gleichzusetzen mit indirekter Besteuerung aller Bürger) darf schon sein. Arbeitsmarktferne soll da behoben werden?:icon_neutral:

Im alten BGH gab es diese MAE auch schon, aber sicher nicht mit dem Ziel, massenhaft arbeitsmarktferne Erwerbslose (was auch immer das sein soll) dem neoliberalen Nützlichkeitsprinzip zu unterwerfen.
Im alten BGH wurde dieses "Instrument MAE" auf Asylanten angewendet, die sich in einer Art Eignungsprüfung bewähren sollten (wollten), vielleicht auch zur Verbesserung der Integrationschancen.

Merkwürdig, dass niemand auf die Idee kommt, mal den Beitrag zu errechnen, den früher ca. 600.000 und jetzt ca. 450.000 Ein-Euro-Jober
für das BIP geleistet haben.
 

HajoDF

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Da fällt mir ein, man könnte ja auch mal den Begriff
gesetzesferne Sachbearbeiter im JC prägen,
oder
demokratieferne Ermächtigungsstrategien der Arbeitsagentur und dem sozialfernen Arbeitsministerium.

Wie liest sich das z.B.:
Die sozialferne Ministerin U. v. d. Leyen ermächtigt die demokratieferne Arbeitsagentur, gesetzesferne Erlasse in Eigenstudien an arbeitsmarktfernen Leistungsbeziehern zu testen, um herauszufinden, wie groß ihre menschlichkeitsferne Leidensduldung ist.
 

Yorda

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Ich denke in den nächsten 5, spätestens 10 Jahren wird es hier noch viel härter zugehen. In England können Arbeitslose schon in profitorientierte Unternehmen vermittelt werden ohne irgendeine zusätzliche Entlohnung.
 

Hartzeola

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Merkwürdig, dass niemand auf die Idee kommt, mal den Beitrag zu errechnen, den früher ca. 600.000 und jetzt ca. 450.000 Ein-Euro-Jober
für das BIP geleistet haben.

Das wäre nicht schlecht, aber ich denke, kaum durchfürbar.

Ein Großteil von Ein-Euro-Jobs Unternehmen hat Leerlauf oder macht sogar Verluste. In einem Sozialkaufhaus, z. B., sind mehrere "Mitarbeiter" mit Abholung bzw. Lieferung eines 30-40 Jahre alten Kühlchrankes beschäftigt, der im Endeffekt für 50 € verkauft wird und beim glücklichen Bezitzer innerhalb eines Jahres so viel Strom verbraucht, dass man fürs Geld einen neuen kaufen kann.

Das Geld, das Erhalt von wenigen "echten" Arbeitsplätzen in der Verwaltung sichert, kommt vom Steuerzahler.
 
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Wie liest sich das z.B.:
Die sozialferne Ministerin U. v. d. Leyen ermächtigt die demokratieferne Arbeitsagentur, gesetzesferne Erlasse in Eigenstudien an arbeitsmarktfernen Leistungsbeziehern zu testen, um herauszufinden, wie groß ihre menschlichkeitsferne Leidensduldung ist.
Viel realistischer als der Dünnschiss, den man sonst von den Medien in die Gehirnwindungen gepresst bekommt. :icon_klatsch:

Aber zurück zum sachlichen Thema - Abschaffung 1 Euro Jobs...

Erst mal wundert mich, dass im Spiegel Artikel die FDP :icon_kinn: im gleichen Atemzug mit der Linken aufgeführt wird. Zumal man ja gleicher Meinung ist - Zitat: "Die Ein-Euro-Jobs müssen weg. Das Instrument aus der Zeit der Hartz-Reformen entwerte die Leistung von Arbeitslosen und bringe Handwerker um ihre Aufträge."

Ich kann nicht glauben, dass die FDP dieser Meinung ist... Das entspricht ja gegen ihr Programm. ABER, dann kommt ja die Erleuchtung - 2013 und Bundestagswahl. Da läuft ja schon das Spielchen... :icon_idee:

Nun gut, gehen wir doch einen Schritt weiter und ziehen uns mal dieses Zitat zur Gemüte:
"Verdrängung regulärer Beschäftigung kann in Einzelfällen nie ausgeschlossen werden, in großem Stil findet sie jedenfalls nicht statt."

Ja klar, wir haben ja noch die Mini-, Midi- und Leihbuden Billigjobs.
Nicht zu vergessen, die ach so beliebte und mittlerweile gern von den JC durchgeführte "kostenlose" Sklavenüberlassung. Langsam hat man das Gefühl, das die JC den Sklavenhändlern - Konkurenz machen wollen.
Nun gut - sei es drum.

Aber wenn man nicht nur das "kleine Übel" nimmt sondern den ganzen stinkenden Haufen, dann würde das Zitat am Ende zeigen, dass eben doch die reguläre Beschäftigung im großem Stil verdrängt wird.

So liebe FDP und nun etwas zu den Fakten aus Nürnebrg, denn da hat sich die Bundesagentur für Arbeit mal gedanken gemacht. :eek:

Ich sage nur:
Bundesagentur für Arbeit Nürnberg
Eberhard Einsiedler
Vorsitzender des Hauptpersonalrates

Perspektive Qualität
Diskussionspapier, Nürnberg im Oktober 2012

De-Regulierung und Flexibilisierung, die Rezeptur der
neoklassischen Ökonomie, haben zu einem nicht mehr vertretbaren Ausmaß
an prekärer Beschäftigung geführt, dessen volkswirtschaftliche und
gesellschaftliche Kosten uns noch einholen werden.

Heute ist bereits jede zweite Neuanstellung befristet. Nur noch 60 Prozent
der Arbeitnehmer sind in einem ,,Normalarbeitsverhältnis" tätig, die übrigen
in Teilzeit, Leiharbeit oder Mini-Jobs. lmmer mehr Menschen erleben
zumindest kurzfristige Phasen der Arbeitslosigkeit.
Weiter heißt es unter anderem...

...wir konstatieren eine Beschleunigung und Komplizierung der Übergangsdynamik
am Arbeitsmarkt, zwischen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit,
eine wachsende Zahl von Übergängen zwischen verschiedenen Beschäftigungsformen,
mit Risiken unstetiger Arbeitseinkommen oder gar Armut
trotz Arbeit.
Die Spaltung des Arbeitsmarktes, so zeigen uns die Arbeitsmarktforscher,
hat sich in den vergangenen Jahren weiter verfestigt.
und jetzt haltet Euch fest eine Selbstreflektion vom feinsten...

Sind wir Teil des Problems?

Ein Blick auf einige unserer Leistungsdaten zeigt, dass die Art und weise,
wie wir unseren Beitrag zum Marktausgleich leisten, wie wir Arbeitsuchende
und Arbeitslose vermitteln und wie wir zielrelevante Ergebnisse
"herbeisteuern", eine selbstkritische Betrachtung dringend nötig machen.
So und nun die alles entscheidende Aussage in diesem Diskusionpapier der Agentur Nürnberg

Vermittlungsvorschläge sind mehr Masse statt Klasse.

  • Die Gesamtzahl der Vermittlungsvorschläge ist mit knapp 19 Mio auf das zweieinhalbfache gestiegen.
  • Die Zahl der Vermittlungsvorschläge je Stellenzugang hat sich mehr als verdoppelt (9,1 je Stellenzugang).
  • Der Anteil der erfolgreichen Vermittlungsvorschläge bewegt sich konstant auf niedrigem Niveau mit fallender Tendenz seit Jahren (2011: 2,1%).
Der Erfolg der Stellenbesetzungen geht vor allem auf das Konto der Leiharbeit.

  • Die Anzahl der Vermittlungsvorschläge in Leiharbeit hat sich mit knapp 9 Mio mehr als verdreifacht (276%)
  • Die Relation der ausgegebener Vermittlungsvorschläge in Leiharbeit und solcher in Nicht-Leiharbeit hat sich gravierend zu Gunsten der Leiharbeit verschoben (2007 kommen auf 1 VV in Leiharbeit 3,1 VV in ,,reguläre" Arbeit; 2011 ist das Verhältnis 1:1,7).
  • Die zentrale Steuerungskennzahl "Anzahl erfolgreich besetzte Stellen" weist zwischen den beiden Vergleichsjahren insgesamt einen Anstieg um 78,5% aus. Die Anzahl erfolgreicher Stellenbesetzungen in Leiharbeit hat sich dabei mehr als verdreifacht (242%). Der Anstieg der erfolgreichen Stellenbesetzungen in "reguläre" Arbeit fäIlt dagegen mit 39% vergleichsweise bescheiden aus.
  • Einzelne Agenturen erwirtschaften bis zu 70% ihrer Besetzungserfolge über Leiharbeit.
Vermittlungsaktivitäten in Leiharbeit wurden massiv verstärkt.

  • War der Anteil der erfolgreich besetzten Stellen zum Stellenangebot 2007 in der Leiharbeit noch halb so hoch als in der regulären Arbeit, so haben sich die werte bis in die Gegenwart angeglichen;
    2010 lag der Erfolgsanteil in der Leiharbeit sogar über demjenigen der "regulären" Arbeit.
Die Nachhaltigkeit der Integrationen ist gering.

  • Mehr als sechs von zehn Menschen stehen 12 Monate nach ihrer integration nicht mehr in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
  • Der Nachhaltigkeitsgrad ist innerhalb der letzten Jahre deutlich gesunken.
  • Mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse in Leiharbeit endet bereits nach weniger als drei Monaten. (2010: 56%)
  • Der oft zitierte "Brückeneffekt" der Leiharbeit wird von unseren Arbeitsmarktforschern kritisch gesehen. Der Übergang in reguläre Beschäftigung gelingt nach zwei Jahren nur 8% der Arbeitslosen. (IAB 2009)
Das Armutsrisiko ist hoch.

  • Fast 40% der arbeitslos gewordenen Leiharbeitskräfte sind bei Eintritt der Arbeitslosigkeit auf Hartz lV angewiesen (2010).
Uff, soviel Erkenntnis, gibt die Agentur gegenüber ihren Mitarbeitern zu und regt nun zum Nachdenken und konkreten Vorschlägen für Veränderungen an. :icon_daumen:... :icon_klatsch:
Einsicht ist ja aller Anfang - Hoffnung...

Also haben wir ja den eigentlichen Hauptübeltäter enttarnt, der die Vollzeitstellen ("reguläre" Arbeit) vernichtet. Billige Leiharbeit!

Also liebe FDP geht mal an die Quelle und lasst Euch mal, anstatt bei euren Unternehmensberatungen Schmiergeld einzuheimsen, von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, über ihre Misserfolge und Fehlleitungen aufklären.

Danach gehet hin und kläred die Unternehmer und Firmen darüber auf, das Vollzeitstellen und gerechte Löhne - ein Mehrwert für die Wirtschaft und das Gemeinwohl sind, als die Schmiergelder, die ansonsten in Eure Taschen fließen.

So und mehr habe ich hier nicht mehr zu schreiben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ich sage nur:
Bundesagentur für Arbeit Nürnberg
Eberhard Einsiedler
Vorsitzender des Hauptpersonalrates

Perspektive Qualität
Diskussionspapier, Nürnberg im Oktober 2012
...
Uff, soviel Erkenntnis, gibt die Agentur gegenüber ihren Mitarbeitern zu und regt nun zum Nachdenken und konkreten Vorschlägen für Veränderungen an. :icon_daumen:... :icon_klatsch:
Einsicht ist ja aller Anfang - Hoffnung...
Ich fürchte nur, daß dieses Diskussionspapier schon zum Massenverblödungs-Wahlkampftheater gehört und nach der Bundestagswahl ganz schnell wieder in der Schublade verschwindet. :icon_kinn:
 
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Ich fürchte nur, daß dieses Diskussionspapier schon zum Massenverblödungs-Wahlkampftheater gehört und nach der Bundestagswahl ganz schnell wieder in der Schublade verschwindet. :icon_kinn:
Das vermute ich leider auch.
Aber es zeigt jedoch, wie offensichtlich die Probleme bekannt sind und trotz allem, immer wieder die Schuld auf den "kleinen" Manne abgewälzt wird.

Es werden Sanktionen verordnet, obwohl die Damen und Herren wissen, dass diese die Probleme selbst verzapft haben.
Wie kann man Menschen in Jobs vermitteln, die am Ende nur Armut und Elend bringen?
Wie kann man Menschen in Leihbuden zur Versklavung stecken, obwohl man weiss, dass mehr als die Hälfte solcher Beschäftigungen innerhalb 3 Monate wieder endet?
Wie kann man trotz all diesem Wissen, den Betroffenen immer wieder das Märchen der GROSSEN CHANCE erzählen,
obwohl man weiss, das gerade mal 3% dadurch in eine feste Anstellung kommen?

Aber das Schlimmste an allem ist, dass Steuergelder bei all diesem Wissen in diese Leihbuden verpulvert werden.
Diese Leihbuden sollten eingestampft und verboten werden.

Unsere Politik, ist einfach unfähig, ordentliche Gesetze auf den Weg zu bringen.
Na, die Damen und Herren Politiker - da oben?
Was spricht denn gegen einen Mindestlohn von 10 Euro die Stunde in unserem Land? :icon_kinn:
Was spricht dagegen, das Teilzeitjobs einen höheren Stundenlohn als reguläre Jobs haben sollten? :icon_kinn: Zumal dadurch der Billiglohnsektor ausgehebelt wird. :eek:

Weil was?
Ihr Angst habt, dass die Firmen die Sachen packen und dahin gehen, wo es billiger ist? Alles fadenscheinige Ausreden...!

Wenn ihr da oben mal ein bisschen ***** in der Hose hättet und nicht immer nur an die große Kohle auf Euren Konten denken würdet,
dann wäre es in Deutschland nie so weit gekommen und wir wären schon einen großen Schritt weiter in eine bessere Zukunft.
 

frankk

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:icon_evil: Sie müssen nicht unbedingt abgeschafft werden.
Ich kenne viele, die angebotene Tätigkeiten gerne machen, einen Sinn darin sehen, aktiv am Leben und der Gesellschaft teilzunehmen und sich dabei nicht ganz so nutzlos vorkommen.
Klar wären richtige Arbeitsplätze besser, aber die sind nun mal nicht da und werden auch künftig nicht da sein.
Es kommt auch auf die Arbeit drauf an, das Gefühl, ausgebeutet zu werden, sollte natürlich niemand haben.
Aber irgendwo einen kleinen Beitrag zu leisten, etwas zu helfen, ganz einfach mitzumachen, damit man abends weiß, ich habe auch was vollbracht, dass kann doch so schlecht nun auch wieder nicht sein.
 

Paolo_Pinkel

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:icon_evil: Sie müssen nicht unbedingt abgeschafft werden.
Ich kenne viele, die angebotene Tätigkeiten gerne machen, einen Sinn darin sehen, aktiv am Leben und der Gesellschaft teilzunehmen und sich dabei nicht ganz so nutzlos vorkommen.
Wer so einen Schei$ braucht, um sein Selbstwertgefühl - das zu viele immer noch über Arbeit definieren -nicht zu verlieren, soll sich weiter verarschen lassen und den pseudosozialen Trägern Geld in die Kassen spülen. Ganz bestimmt wird man danach in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen:icon_party:Dann aber bitte auf freiwilliger Basis.
Klar wären richtige Arbeitsplätze besser, aber die sind nun mal nicht da und werden auch künftig nicht da sein.
Und mit diesem billigen Argument soll dann eine Armutsindustrie mit Mrd. Euros an Steuergelder subventioniert werden, damit man durch nutzlose Arbeitssimmulationsprogramme "arbeiten" spielt?:icon_neutral:
Es kommt auch auf die Arbeit drauf an, das Gefühl, ausgebeutet zu werden, sollte natürlich niemand haben.
Und das hat es bei den EEJ natürlich noch nie gegeben. Von welchem Stern kommst du? Schau dir zunächst das mal an und dann reden wir weiter:

==> Die Hartz-Maschine: Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit 14.11.2011 - YouTube

==> Die Armutsindustrie Teil 1 - YouTube

Aber irgendwo einen kleinen Beitrag zu leisten, etwas zu helfen, ganz einfach mitzumachen, damit man abends weiß, ich habe auch was vollbracht, dass kann doch so schlecht nun auch wieder nicht sein.
Und weil du so ein angepasster Schwächling ohne Selbstwertgefühl bist, wenn du keine Arbeit um jeden Preis machst, sollen das alle machen?:eek:
 

Kleeblatt

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:icon_evil: Sie müssen nicht unbedingt abgeschafft werden.
Ich kenne viele, die angebotene Tätigkeiten gerne machen, einen Sinn darin sehen, aktiv am Leben und der Gesellschaft teilzunehmen und sich dabei nicht ganz so nutzlos vorkommen.
Erinnert mich an meine Nachbarin, welche seit ihrer Hochzeit mit damals 18 Jahren (sie ist heute Witwenrentnerin und 55 Jahre alt)
niemals mehr gearbeitet hat (einen ! Sohn erzogen) und aufgrund ihrer steten Langeweile dann in diversen "Clubs" gewesen war. So z.B. "Hausfrauenclub" ect. pp. in dieser Art.
Sie hatte niemals das Verlangen außer Haus "Nützlich" sein zu sollen oder es zu müssen. WER verlangt das denn eigentlich auch ?

Klar wären richtige Arbeitsplätze besser, aber die sind nun mal nicht da und werden auch künftig nicht da sein.
Na dann ... am besten aufhängen wenn man nicht mehr "nützlich" sein kann und dem armen Vater Staat doch nur auf der Tasche liegt ... UND vor allem keine Kinder mehr zeugen. Wird eh alles schlechter. Also die Vermehrung einstellen. Weniger Arbeitsplätze braucht weniger Menschen damit Jeder einen bekommt. Einzig logische Entwicklung, oder ?

Es kommt auch auf die Arbeit drauf an, das Gefühl, ausgebeutet zu werden, sollte natürlich niemand haben.
Tzzz..., na WER sollte sich denn bei 1,50 € die Stunde auch "ausgebeutet" vorkommen ? Ist doch ein Spitzeneinkommen.

Aber irgendwo einen kleinen Beitrag zu leisten, etwas zu helfen, ganz einfach mitzumachen,
Wir sind doch hier nicht im Spieleland oder einer Kita wo einfach mal eben "mitmachen" abverlangt wird. Ja HALLO ?

damit man abends weiß, ich habe auch was vollbracht,
Also DAS Gefühl kann man sich durchaus auch OHNE "Überbezahlung" in einem solchen "Job" zulegen. Die Reichen haben damit doch auch kein Problem, - gepflegte Langeweile.
(Übrigens wird Reichtum heutzutage u.a. durch ausreichende eigene Freizeit und Freiheit definiert, - bei den Reichen.)
dass kann doch so schlecht nun auch wieder nicht sein.
Weshalb sollte das schlecht sein. Wer das in dieser Art und Weise so mag und auch braucht, - na bitte doch.
Nur, - weshalb sollen es ALLE so mögen und weshalb soll man dazu GEZWUNGEN werden dürfen es zu machen?
 

Realo

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Zitat Paolo_Pinkel:
Und weil du so ein angepasster Schwächling ohne Selbstwertgefühl bist, wenn du keine Arbeit um jeden Preis machst, sollen das alle machen

Lasst doch einfach jeden selbst entscheiden was er machen will und was nicht.... und dann eben auch mit den Konsequenzen leben..... aber die Schlussfolgerung, dass jemand ein angepasster Schwächling ohne Selbstwertgefühl ist wenn er fuer wenig geld arbeiten will halte ich jetzt - nett formuliert - idiotisch und beleidigend...
 

Paolo_Pinkel

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Zitat Paolo_Pinkel:
Und weil du so ein angepasster Schwächling ohne Selbstwertgefühl bist, wenn du keine Arbeit um jeden Preis machst, sollen das alle machen

Lasst doch einfach jeden selbst entscheiden was er machen will und was nicht.... und dann eben auch mit den Konsequenzen leben..... aber die Schlussfolgerung, dass jemand ein angepasster Schwächling ohne Selbstwertgefühl ist wenn er fuer wenig geld arbeiten will halte ich jetzt - nett formuliert - idiotisch und beleidigend...
Es ist ein Unterschied, ob das jemand für sich entscheidet oder ob man das hier als Entschuldigung für den ALG II-Leistungsbezug versucht für die Masse zu rechtfertigen. Es ist Leuten, die so ticken, zu verdanken, dass sich sowas überhaupt hier etabliert hat! Deshalb ist so eine krankhafte Einstellung zum Thema "Arbeit" auch als solche zu benennen. Und deshalb bleibe ich dabei, dass jemand, der sich so einen Schei§ mit solchen Argumenten zu rechtfertigen versucht, in meinen Augen angepasster Schwächling ist.
 

ZynHH

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Lasst doch einfach jeden selbst entscheiden was er machen will und was nicht.... und dann eben auch mit den Konsequenzen leben..... aber die Schlussfolgerung, dass jemand ein angepasster Schwächling ohne Selbstwertgefühl ist wenn er fuer wenig geld arbeiten will halte ich jetzt - nett formuliert - idiotisch und beleidigend...
Das Problem ist doch, dass die Konsequenzen von denen ausgebadet werden müssen, die noch eine einträgliche Arbeit haben, da ihre Jobs gefährdet werden wenn es Leute gibt, die die Arbeit auch für 1,- Euro machen.
 

hartaber4

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1 € Jobs sind ja platt gesagt nichts anderes, als extremes Aufstocken... kann es aus der Perspektive des Betroffenen nicht fast egal sein, ob das JC nun einen 6,00€-Job aufstockt oder so einen 1€-Nonsens?

Klar kann man dagegen aufbegehren..... aber für welchen Preis?
 

Paolo_Pinkel

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1 € Jobs sind ja platt gesagt nichts anderes, als extremes Aufstocken...
Guter Vergleich:icon_daumen:
kann es aus der Perspektive des Betroffenen nicht fast egal sein, ob das JC nun einen 6,00€-Job aufstockt oder so einen 1€-Nonsens?
Ich würde mal fast sagen nein, es sei denn man macht sowieso alles und jeden Mist mit, von dem das JC meint, dass es wieder in den 1. Arbeitsmarkt integriert. Hier spielen noch Faktoren mit, wie:

- Reguläre Beschäftigung wird dadurch abgebaut
- Die Regierung fördert diesen Quatsch
- Echte, soz.ver.pfl. Beschäftigung wird nicht generiert, weil das dieses Instrument nicht vorsieht und eher die Mitnahmementalität der Träger fördert
- Zwischen geringfügiger Besch. und einem Ein-Euro-Job besteht meist der größte Unterschied darin, dass man die geringf. Beschäftigung aus freien Stücken macht d.h. die Arbeit i.d.R. Spaß macht und das Manko lediglich die geringe Bezahlung ist.
- Mrd. Euro wirkungslos verpuffen.
- usw.

Klar kann man dagegen aufbegehren..... aber für welchen Preis?
Man frage sich umgekehrt, was passiert wäre, wenn jeder Betroffene, der klagen wollte und es auch getan hat, dies nie getan hätte. Ich bezweifle, dass man alleine auf die Berichte des BRH gehört hätte, der diese Misere schon 2008/2009 angeprangert hat.
 

snafu

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IMHO diese Art der Beschaeftigung haette nie eingefuehrt werden duerfen.

Obwohl ich wirklich gut dran bin mit meinem 1-Euro-Job, was wohl wirklich eine große Ausnahme zu sein scheint, stimme ich einer Abschaffung selbstverständlich zu.
Die Abschaffung / Rueckgang dieser 1-Euro Jobs duerfte mehr oder weniger durch die 'Austrocknung der Foerderung' bzw. auch durch 'Lohnerstattungsklagen auf Tariflohn' liegen.
Hier ein Artikel eines Sozialrichters aus BW: Reform der Ein-Euro-Jobs: Ungeliebtes Instrument auf dem absteigenden Ast

Off Topic:
Und dort gibt es leider viele Trolle, die fest im Berufsleben stehen und "ihr Bestes" von sich geben.
Gegen 'Trolls' hillft gelegentlich ein Posting: Man[n] ( / Frau) wisse nicht ob ersteres oder letzteres zutreffen wuerde, tendiere aber zu letzterem. Und da ein Bild mehr sagt als Worte werden die nun folgenden 2 Bilder [nur zur Information der hier mitlesenden] dem Posting angehaengt.
 

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Realo

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Ich oute mich hiermit offiziell als Troll, was ich aber schon mehrfach hier getan habe. Ich stehe im Berufsleben (mittleres Management) und bin nicht akut von der Arbeitslosigkeit bedroht. wie schon mehrfach beschrieben bin ich hier gelandet, nachdem ich durch einen Zugausfall während einer geschäftsreise mit einem elo ins gespräch kam und einige dinge nicht lauben wollte.

Dessen ungeachtet werde ich frei und unbekümmert meine Meinung kundtun.....

oder soll ich mich gleich abmelden?
 
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