Ein-Euro-Jobber werden zum Affen gemacht

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Martin Behrsing

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
aufgrund der aktuellen Entwicklung und notwendiger Redaktionen zur Werkstatt Frankfurt schicke ich Euch ein paar Infos der jüngsten Ereignisse. Die Werkstatt Frankfurt ist ein Beschäftigungsträgerbetrieb in dessen Betrieben ca. 1.500 Ein-Euro-Jobber arbeiten. Schon seit längerem setzen sich Betriebsräte der Werkstatt Frankfurt für die Rechte von Ein-Euro-Jobbern ein und sind dabei in knallharte Schusslinien geraten.
Alle Betriebsräte waren massivem Mobbing ausgesetzt; zahlreiche Arbeitsgerichtsprozesse liegen hinter und einige noch vor ihnen. Die Gruppe blieb standhaft, vertrat das Recht und nun wurde gegen einzelne Kollegen ein Strafverfahren wegen Arbeitszeitbetrug und Bildung einer kriminellen Gruppe eingeleitet.
Im Februar hatte ich mich wegen einer Solidaritätsaktion an ver.di Berlin gewandt. Mein Vorschlag wurde gut aufgenommen; die Redaktion wurde über den Konflikt informiert und gebeten, Öffentlichkeit und Solidarität herzustellen.
Danach passierte zuerst nichts. In der letzten ver.di Publik erschien dann unter dem Titel
Mit Chic zur Arbeit" ein die Problematik unterlaufender ungeheuerlicher Artikel von Gundula Lasch. (Gundula Lasch Mitglied im ver.di Bundesvorstand der dju und im Verein Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V.).
Link:
https://publik.verdi.de/2007/ausgabe_06/gesellschaft/report/seite_12-13/A0

Zu diesem Artikel sollten wir vor Ort und über unsere Netze etwas tun und Solidarität mit den Betriebsräten zeigen.
Mein Vorschlag z.B. wäre:
- Die beigefügten Infos verbreiten.
- Wenn’s geht vorab Beschwerdebriefe an ver.di Publik (und wenn es nur Zweizeiler sind) bzw. auch an den Vorsitzenden der dju, Werner Ach und Renée Möhler schreiben.
Lasst Euch mal diese Auszüge aus dem Artikel auf der Zunge zergehen:
"Die Affentor-Manufaktur und auch unsere anderen Betriebe sind mittlerweile hochmoderne Dienstleistungsbetriebe mit viel Flexibilität.
Von der Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden können die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bis zu acht Stunden in den Lerngruppen nutzen.
Doch Bummeln gilt nicht: Die Leistungsanforderungen sind klar vorgegeben und eine Unterschreitung wird sanktioniert.
Wer sich in die Qualifizierung reinkniet, erarbeitet sich nicht nur neue Zukunftsperspektiven auf dem Arbeitsmarkt, sondern kann damit seine sonst befristete Arbeitsmöglichkeit bis auf drei Jahre erhalten.
Bei den Prüfungen nach der ersten einjährigen Ausbildungsstufe fielen relativ viele Teilnehmer durch."
Bereits 2005 hatte ver.di Berlin zur Mitbestimmung von Personal- und Betriebsräten eindeutig Stellung genommen. Das Urteil des Bundesverwaltungsrechts Leipzig 03/07 bestätigte die ver.di Position.

Mit den besten Grüssen aus Hessen
Anna Fleischer
 

mostes

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Ich kriege ja wohl zuviel.

Diese verdi - Profiteure sind ja wohl das Ekelhafteste, was es gibt.

Da wird die türkische Mitarbeiterin damit zitiert, nun ihr Lebensglück gefunden zu haben - famos.

Wird Blödheit und Mitgliederverdummung bei verdi eigentlich belohnt oder was ist da los ?

Dieses moralisch untergehende Schiff mit dem Seelenverkäufer - Kapitän Bsirske auf der Brücke ist doch wohl unterirdisch.

Bsirske hat dem größten Wirtschaftsminister aller Zeiten - Clement - in einer Talk - Show auch nicht widersprochen, als dieser die Sklavenbuden über den grünen Klee gelobt hat.

Eine absolute Fehlbesetzung, diese Figur - inklusive Vorstandskollegen.

Diese Leuchte Lasch macht ihrem Namen intellektuell alle Ehre.

Was sagt denn Labournet als publizistisches Vehikel von verdi zu diesem Artikel.

Teilweise erinnert mich das an Berichte aus der Nazi - Wochenschau, wo Insassen bei sinnvoller und angebich erfüllender Arbeit im KZ gezeigt wurden -um vom eigentlichen Ziel abzulenken.

Auch damals der Hinweis, dass Disziplin gefordert und mangelnde Arbeitsmoral nicht toleriert werde.

Was bildet sich die Tante eigentlich ein ? Nutzlose verdi - Funktionärin.

Wer bezahlt die eigentlich. Also verdi - Mitglieder - haut da mal richtig auf den Tisch und laßt die feuern !!!
 

aralo

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Danke für die Infos - Dampf abgelassen

Hallo,

erstmal Danke für deine Arbeit.Habe auch ein paar Beschwerdemails losgelassen und hoffe dass es noch viele tun werden.
Manchmal denke ich dass die Gewerkschaften sich zur Lobby des Kapitalismus und Steuerhinterzieher machen lassen,katastrophal.


Gruß Elmar
 

Rote Socke

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mostes schrieb:

"Da wird die türkische Mitarbeiterin damit zitiert, nun ihr Lebensglück gefunden zu haben - famos."

Wieso?
Diese Aussage trifft doch auch auf einige Leute hier im Forum zu.
Da gibt es welche, die unbedingt ihren EEJ verlängern wollen. andere meinen ohne diese Almosen nicht leben zu können.
Und wieder andere reißen sich darum den Träger in den A*** zu kriechen.
 

Kaulquappe

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mostes schrieb:

"Da wird die türkische Mitarbeiterin damit zitiert, nun ihr Lebensglück gefunden zu haben - famos."

Wieso?
Diese Aussage trifft doch auch auf einige Leute hier im Forum zu.
Da gibt es welche, die unbedingt ihren EEJ verlängern wollen. andere meinen ohne diese Almosen nicht leben zu können.
Und wieder andere reißen sich darum den Träger in den A*** zu kriechen.

Toll, dass du alles über einen Kamm scherst :icon_dampf:

Ich kann TATSÄCHLICH NICHT von 347 Euro leben - UND?

Ich "meine" es nicht, sondern es IST tatsächlich so. Wer das kann, der ißt kaum was oder er kann irgendwo mitessen oder ... was weiss ich.
 
E

ExitUser

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chronik werkstatt frankfurt und eej

hier gibt es ne chronik dazu
https://www.fau.org/artikel/art_061225-150802

...
Dokumentation des Skandals

Seit 2004 wird die Werkstatt Frankfurt e.V., die größte Beschäftigungsgesellschaft Frankfurts und stadtnaher Verein, drastisch umgebaut. In vorauseilendem Gehorsam wurden bei der "Werkstatt" Langzeitarbeitslose nicht mehr als Arbeitnehmer zum "Werkstatttarif" (WTV), sondern auf schon vorhandene Arbeitsplätze eingestellt. "Gemeinnützige Beschäftigung" (also Ein-Euro-Jobs) sollen aber "zusätzlich" sein.

Damit war ein massiver Konflikt bei der "Werkstatt" vorprogrammiert. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung werden die demokratisch gewählte Interessenvertretung der Kolleginnen und Kollegen immer mehr unter Druck gesetzt. Mit Mitteln, die Schlimmes letztlich nicht nur für die Personalpolitik bei der Werkstatt, sondern überhaupt für stadtnahe Vereine befürchten lassen. Betroffen sind Mitglieder des Wahlvorstandes der Betriebsratswahl 2006 und ehemalige Betriebsratsmitglieder.
...
 

mostes

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Spielt verdi hier eigentlich good cop - bad cop ?

Was für eine armselige Veranstaltung.

Und diese lasche Lasch - für wen spricht die ? Wieso setzt die mal keiner gehörig auf den Pott ?
 
E

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is ja interessant

...
Das Beispiel „Werkstatt Frankfurt“

Diese kommunale Beschäftigungsgesellschaft gehört zu den großen städtischen Gewinnern der Arbeitsmarktreformen. Mit knapp 600 Arbeitsgelegenheiten deckt sie ein breites Spektrum an Tätigkeiten bei der Kommune und in Vereinen, Schulen und anderen Institutionen ab. Nach Informationen des Arbeitskreises „Soziale Vereine“ zahlt die Agentur für Arbeit sogar 500 Euro pro Einsatz im Monat. Der Arbeitskreis macht die Rechnung auf:

* Entgelt für den Jobber/ die Jobberin: 150 Euro
* Fahrtkostenerstattung: 90 Euro
* Regiekosten des Trägers: 50 Euro
* Betreuungskosten:100 Euro
* Qualifizierungsaufwendungen 110 Euro

Bei der Werkstatt verbleiben für jeden Jobber demnach 260 Euro monatlich – für eine gemeinnützige Gesellschaft doch ein ordentliches Sümmchen. Wie jetzt aus einer anderen Quelle zu erfahren war, gibt es hier noch eine besondere Regelung mit der Arbeitsagentur: Der Betrag wird jeweils für die gesamte Laufzeit der Maßnahme (also 6 bzw. 9 Monate) pauschal für jede Person überwiesen.

Gegenwärtig häufen sich die Beschwerden über die schlechte Behandlung der Jobber in der Werkstatt; die Arbeitsagentur war in den letzten Monaten deshalb etwas zurückhaltender bei der Vermittlung der Jobber. Dies muss nicht bedeuten, dass generell ein Umdenken innerhalb der Agentur erfolgt. Wenn z.B. die Caritas eine Betreuung praktiziert, die mehr auf menschenwürdigen Umgang oder Beratung setzt, dann werden ihr eben mehr Jobber zugewiesen. Das System selbst bleibt aufrecht erhalten.
Übersicht über die Einsatzstellen der „Werkstatt Frankfurt“

Die „Werkstatt“ als kommunaler Beschäftigungsträger hatte mit Stand vom April 2006 genau 599 Erwerbslose als Ein-Euro-Jobber. Die Übersicht zeigt all diejenigen Arbeitsgelegenheiten auf, die durch die „Werkstatt“ mit Erwerbslosen besetzt wurden, seien sie bei der Werkstatt selbst beschäftigt oder verliehen. Besonders auffällig ist dabei, dass es sich überwiegend um kommunale Arbeitsgelegenheiten handelt. Die Stadt ist neben den gemeinnützigen Organisationen ein weiterer großer Profiteur, da sie die Erwerbslosen ohne Kosten dort einsetzt, wo Arbeitskräfte benötigt werden. Die Zusätzlichkeit dieser Tätigkeiten darf bezweifelt werden, wie bereits der Bundesrechnungshof gerügt hatte. Gleichzeitig besteht nämlich seit einigen Jahren bei der Stadt eine sog. Wiederbesetzungssperre für Vollzeitarbeitsplätze. Man hat also die Chance genutzt, ohne jegliche Personalkosten notwendige Arbeiten erledigen zu lassen. In der Übersicht haben die Stellenbeschreibungen deshalb überwiegend die Bezeichnung „HelferIn“ (also z.B. „BibliothekshelferIn“, „HausmeisterhelferIn“), womit die Zusätzlichkeit der Arbeiten vorgegaukelt werden soll.

Insgesamt wird deutlich, dass es so viele Gewinner in diesem Spiel gibt, dass man den Arbeitszwang nicht mehr missen möchte. Es ist einfach zu reizvoll, mitzuspielen und die Notlage der ALG II-BezieherInnen auszunutzen.

(VerfasserInnen der Übersicht: AG Tatort Werkstatt Frankfurt sowie Teile des AK Soziale Vereine bei verdi, FALZ, CeBeeF-Betriebsrat, FAU Frankfurt) ...
https://www.links-netz.de/K_texte/K_sonnenfeld_wf.html#fnB5
was sich doch in so ein paar jahren ändern kann ...
 

Martin Behrsing

Redaktion
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Spielt verdi hier eigentlich good cop - bad cop ?

Was für eine armselige Veranstaltung.

Und diese lasche Lasch - für wen spricht die ? Wieso setzt die mal keiner gehörig auf den Pott ?
Zu diesem Artikel sollten wir vor Ort und über unsere Netze etwas tun und Solidarität mit den Betriebsräten zeigen.
Also etwas machen.
 

gummibaer74

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Es helfen nur ausländische Anwälte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
aufgrund der aktuellen Entwicklung und notwendiger Redaktionen zur Werkstatt Frankfurt schicke ich Euch ein paar Infos der jüngsten Ereignisse. Die Werkstatt Frankfurt ....................................... Das Urteil des Bundesverwaltungsrechts Leipzig 03/07 bestätigte die ver.di Position.

Mit den besten Grüssen aus Hessen
Anna Fleischer


:frown: Hallo!

Ich finde diesen Bericht erschreckend und ich muss sagen, dass sich diese Lobby stark verbreitet hat. Auch hier in Brandenburg findet man solche "Scheinfirmen", die mehr als "Ausbeuter" wirtschaften, als wirkliche Starthilfe in den ersten Arbeitsmarkt zuleisten.

Unter dem Denkmantel der ARGE und dessen Zuträger, gründen immer mehr „Spitzel“ bzw. „Vetternwirtschaften“ öffentliche oder ehrenamtliche Stellen.
Wie es aussieht hat sich hier ein 2ter Markt, mit enormen Kapitalvermögen gebildet, der nur wenigen der untersten Schicht zu gute kommt. Es hat fast den Anschein, dass die Hartz IV – Reformen nur geschaffen wurden, um die eigenen Leute (dessen Wähler) eine Möglichkeit zu geben, dessen Grundkapital zu sichern und unliebsame Nachbarn bzw. politische Gegner zu diskriminieren und „Mundtot“ zu machen.
So können Gegner in die finanzielle Abhängigkeit getrieben werden und Ihr Grundvermögen, sowie die festen und nicht beweglichen Güter irgendwann gepfändet bzw. bei den inszenierten „dritten Versteigerungschlag“ billig veräußert bzw. angeeignet werden.

Auch die politisch motivierten Mitarbeiter, in den übergeordneten Stellen einiger Ämter oder einiger Unternehmer, sind als Handlanger dieser selbigen Reform, tätig.

In den „Konfrontations-Abteilungen“ der Ämter, arbeiten einfach viel zu viele „dumme“ Menschen die vielmals dummes tun, wo einfach keine Dummheit hingehört.

Bestes Beispiel ist die hierfür die ARGE. Wir benötigen fähige Menschen, mit sozialen Vorkenntnissen in diesem Sektor und keine ehemaligen ABM´ler oder Vetternwirtschaften, die Ihr Kind mal eine gute Stelle zukommen lassen wollen. Auch benötigen wir keine „Beamten“ die nach Punktesystemen arbeiten und danach bewertet werden, wie viele Sperrungen Sie veranlasst haben
(Punktesystem = Aufstiegsmöglichkeit).


Es kann nicht sein, dass bei den Verwaltungen immer mehr Menschen sitzen, die nicht fähig sind logische Schlussfolgerungen zu treffen oder sogar Verwaltungsakte falsch definieren. Hier sind Menschen am „Werk“, die überdurchschnittliche Arbeit leisten müssen, die Sie meistens nicht gewachsen sind.

:icon_neutral:Leider ist es so!

Die Arbeitsagentur hat eine interne Punkteordnung (ich nenne Sie mal so), nachdem die jeweiligen Vermittler ihr Status aufbessern können, indem Sie Sperrungen veranlassen und Leute in einem 1 € -Job vermitteln und dieses immer mit Hilfe der Afa oder der jeweiligen (schnell gegründeten) EV´s umsetzen.
Umso mehr Punkte jemand hat, umso mehr Aufstiegsmöglichkeiten hat diese Person.
Diese Punkteordnung ist auch für die Verschönung der Statistiken verantwortlich und den Ehrgeiz eines Vermittlers, in der Agentur für Arbeit, die Dich oder Dich oder jemanden anders, laufend für Kürzungen und Vermittlungen vorsieht.

Es betrifft die Hierarchie in der Agentur und es gibt selten Menschen dort, die sich durch diese Anregung nicht beeinflussen lassen.
Leider hat der Staat und seine jeweiligen Lakaien bzw. „Großgrundbesitzer“ wieder einmal Bürger gegen Bürger ausspielen lassen.

Wenn wir uns mal daran erinnern, wie viele ehemalige ABM-Kräfte in dem ehemaligen Arbeitsamt jetzige Arbeitsagentur eingesetzt wurden, dann Merken wir schnell das die Hauptverantwortlichen sich wieder aus der Problemzone verzogen haben und jetzt in übergeordneten Stellen Sitzen.
Das diese Angelegenheit sehr gut durchdacht ist, merkt man schon alleine daran, wie oft in manchen Agenturen (nicht allen), seine Arbeitsvermittler die Büros wechseln und man wieder vor einem neuen Mitarbeiter sitzt. So kann man keine Freundschaft aufbauen und der Gegenüber bleibt einem fremd. Der kreisförmige Aufbau und Wechsel eines solches Aktes, ist mit System und nicht mit unbedacht gewählt worden. Es schützt die Hierarchie oben und lässt Ausreden, dass eine Akte nicht verfügbar ist oder das die Bearbeitung der Gelder noch eine Weile braucht, zu.

Im weiteren wird die Wut eines ALG-Empfängers gebannt und abgefangen. Neue Gesichter bzw. neue Vermittler schwächen den Kampfeswillen eines Antragsstellers ab und allzu leicht hat der Vermittler die Möglichkeit eine Aussage zu tätigen, dass man ja für dieses oder jenes Problem nicht verantwortlich sei.

Auch die Callcenter spielen hier eine extrem wichtige Rolle.
Diese wurden und werden eingesetzt, um die „Wut“ der Empfänger abzufangen und um „kleine Bürger“ gegen „kleine angestellte Bürger“ auszuspielen. Dazu erfanden Sie sogar einen neuen Begriff! Diese Branche verherrlichte diesen „Kriegszustand“ mit dem Namen -Front-Office…

Tja! Was macht man als „einfacher“ Bürger dagegen-> Man nimmt das Sozialgericht (nicht das Arbeitsgericht), als zweites Zuhause an und kämpft für sein zustehendes Recht…

Und wenn ich so was wie hier lese, dann kocht mein Blut über. Hätte ich so in meiner Selbständigkeit gewirtschaftet, dann wäre ich wohl schnell vor dem "Kadi" gelandet

:icon_exclaim: * * * * * * * * * * * * * * * * *
Da die Korruption und die Vetternwirtschaft immer mehr in Deutschland wächst, suchen sich auch immer mehr Deutsche, rechtlichen Beistand im Ausland. So wäre es auch bei diesem Eklat Ratsam, ein anwaltlichen Rat bzw. eine Kanzleivermittlung nach Deutschland von Österreich (Wien) aus, einzuholen. Es ist zwar ein enormer Zeitaufwand und auch mit Kosten verbunden, trotzdem empfehlen es immer mehr Geschäftsleute, die noch Loyal arbeiten.

Diese Kanzleien arbeiten vielmals mit seriösen Anwaltsbüros in Deutschland zusammen. Sollten dann deutsche Mandanten, den Wunsch auf Vertretung äußern, so werden diese vielmals an den entsprechenden Stellen in Deutschland weiterverwiesen bzw. weitervermittelt. So kann man den Faktor der Bestechlichkeit oder Korruption, auf wenige Prozente, minimieren.

Auch persönliche Erfahrungen, geben dem Recht!

Ich drücke Euch jedenfalls fest die Daumen! :icon_daumen:
 

Mietze

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Sorry , dass ich mich erst jetzt melde.
Von einem Kollegen habe ich erfahren, dass mein Beitrag "Ein-Euro-Jobber werden zum Affen gemacht" im ELO erschienen ist. Seit einer Weile verfolge ich die Geschichten der Werkstatt Frankfurt. Einen Kontakt zu den dortigen 1 € Jobberinnen habe ich nicht. Wieweit eine Aufklärung der ausgebeuteten Mitarbeiterinnen was nützen würde, vermag ich nicht zu sagen. Wir kennen ja die Zurückhaltung der Betroffenen, aus welchen Gründen auch immer. Auch in den Gewerkschaften melden oder engagieren sich im Verhältnis nur recht weinige Erwerbslose.

Das Anliegen meines Beitrags liegt in der Unterstützung und Solidarisierung mit den Betriebsräten durch Schaffung von Öffentlichkeit. Die hiesigen Medien sind sehr sehr zurückhaltend. Denn die Praktiken der Werkstatt Ffm sind insgesamt ein heißes Eisen und ein Politikum quer durch die Parteien. So was läuft ja in der ganzen Republik.
Aber: Die Werkstatt Ffm hat sich mit dem Beitrag in Publik ein Eigentor geschossen. Anscheinend versuchte man über die ver.di Strukturen den Skandal in der Behandlung der BR’s innerhalb der Gewerkschaft zu unterlaufen.

Meine im Februar an ver.di Berlin herangetragene Bitte, Öffentlichkeit und Solidarität zu schaffen, wurde durchaus ernsthaft behandelt. Bei der Weiterleitung an zuständige Stellen scheint allerdings etwas passiert zu sein. Es macht Sinn, dieser Spur nachzugehen.
Ich selbst konnte in der Vergangenheit an konkreten Vorgängen feststellen, dass der Schwachpunkt von mangelndem politischem Interesse unserer Hartz IV Gesamtproblematik gerade bei hauptamtlichen Vertretern der Erwerbslosen zu suchen ist. Seit etwa Mitte 2005 stehe innerhalb der Gewerkschaft auf verschiedenen Ebenen in heftigen Auseinandersetzungen hinsichtlich der Einhaltung von Mitgliederechten der Personengruppe Erwerbslose. Beschwerden scheinen keinen Erfolg zu haben, wie dies auch von einem Marburger Kollegen geäußert wurde, der die Stillhaltepolitik dieser Kreise nach meiner Erfahrung zum eigenen Vorteil nutzt. Einem Kollegen und mir ist dies im letzten Jahr bei 2 Beschwerden zu insg. 8 Punkten widerfahren. Darunter waren u.a. grobe Satzungsverstöße und ein Verfassungsbruch. Alle Punkte wurden als unbegründet abgewiesen und die Sache ist noch nicht gegessen. Aber das ist ein anderes Thema, welches ich zu gegebener Zeit unter dem Titel „Links blinken und rechts abbiegen“ behandeln möchte.

Bei all den eigenen schlechten Erfahrungen mit Strukturen der Gewerkschaft möchte ich auch Euch bitten, den Unmut gegen die Gewerkschaft als Ganzes zurückzustellen. Wir dürfen bei der Diskussion die betroffenen BR’s nicht vergessen. Sie haben sich weit bevor das Leipziger Urteil kam und ohne eigene finanzielle Not für die Rechte der 1 € Jobber eingesetzt. Mit all den danach folgenden Konsequenzen. Auch sie sind Gewerkschaftler, so wie eine Vielzahl von engagierten Gewerkschaftsmitgliedern.

Was wir für den Anfang tun könnten wäre, Unterstützerlisten in verschiedenen Foren bereitzustellen. (Hi Martin, wäre dies möglich?) Auch eine solche Öffentlichkeit macht die Runde, so dass wir diese als Bürger der Gewerkschaft vorlegen könnten.
Wenn wir in der Geschichte gemeinsam über Foren etwas auf die Beine stellen wollen, müsste man auch beachten, dass wir dadurch den eigenen Auseinandersetzungen des AK Soziale Vereine nicht schaden.

Immer wieder und fast überall sind wir mit taktischen Spielchen konfrontiert, hinter denen verdeckte Strategien stehen. Mit kreativen Strategien kann man Taktiken ins Leere laufen lassen, weil altbewährte Strategien nur funktionieren, wenn sich alle an die gleichen Vorgaben halten.
 

Borgi

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Bei uns zieht die GESA gGmbH diese "Arbeiten" durch.
Auch wenn es sich bei dieser Firma um einen eingetragenen Verein handelt, aber Mitglieder werden nicht aufgenommen. Lediglich der SHOP wird online betrieben. Wenn man Mitglied dieses Vereins werden könnte, hätten Hartzer eine echt gute Möglichkeit diesen laden zu sprengen. Hier haben sich die Vereinsmitglieder (wer sind eigentlich die sieben Gründungsmitglieder?) gut abgesichert. Die Vereinssatzung konnte ich auch nicht finden. Muss sowas nicht veröffentlicht werden?
Unter Werkstatt-Frankfurt ist im Impressum nur "Vertretungsberechtigter Vorstand:
Stadtrat Uwe Becker, Berliner Str. 33-34, 60311 Frankfurt am Main" zu finden. Eindeutiger geht es doch nicht: Die Stadt sackt sich schamlos die Gelder von der Bundesagentur für Arbeit ein! An Dreistigkeit ist das kaum noch zu überbieten, denn es werden ja auch durch den Verkauf Gewinne erzielt.
 

Speedport

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Bei uns zieht die GESA gGmbH diese "Arbeiten" durch.
Auch wenn es sich bei dieser Firma um einen eingetragenen Verein handelt, aber Mitglieder werden nicht aufgenommen. Lediglich der SHOP wird online betrieben. Wenn man Mitglied dieses Vereins werden könnte, hätten Hartzer eine echt gute Möglichkeit diesen laden zu sprengen. Hier haben sich die Vereinsmitglieder (wer sind eigentlich die sieben Gründungsmitglieder?) gut abgesichert. Die Vereinssatzung konnte ich auch nicht finden. Muss sowas nicht veröffentlicht werden?
Unter Werkstatt-Frankfurt ist im Impressum nur "Vertretungsberechtigter Vorstand:
Stadtrat Uwe Becker, Berliner Str. 33-34, 60311 Frankfurt am Main" zu finden. Eindeutiger geht es doch nicht: Die Stadt sackt sich schamlos die Gelder von der Bundesagentur für Arbeit ein! An Dreistigkeit ist das kaum noch zu überbieten, denn es werden ja auch durch den Verkauf Gewinne erzielt.

Gehe zum Registergericht (Vereinsregister), da mußt Du Einblick erhalten. Du hast ein berechtigtes Interesse, Du willst Mitglied werden. Bei der Gelegenheit das Gericht auf die Praktiken des Vereins aufmerksam machen, besonders die wirtschaftliche Seite interessiert, z.B. welche Aufwandsentschädigungen werden gezahlt usw.
Wann findet die nächste Hauptversammlung statt, wie sieht das Aufnahmeverfahren aus, wie werden die Einnahmen und Ausgaben geprüft (unabhängige Wirtschaftsprüfer?) usw.
Immer dem Geldweg folgen, da sind die Herrschaften am empfindlichsten.

Gruß
speedport
 

chrisacom

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Hallo zusammen,

ich mag auch mal was zu dem Thema beibringen, da ich es einfach unglaublich finde, wie manche Städte und / oder Kreise sich so die Taschen vollstopfen und weiter jammern und sparen.
Also zuerst einmal hat meine recht kurze Recherche ergeben, das benannter "Vertretungsberechtigter Vorstand" Stadtkämmerer (und nicht Stadtrat) Uwe Becker ist (das eine schliesst das andere bestimmt nicht aus). Die Partei brauch ich ja nicht nennen, scheint auf der Hand zu liegen. Wer sich die Vita und ein Bild anschauen möchte, der findet das im übrigen auf www.frankfurt.de , dann Rathaus - Stadtpolitik - Magistrat - Dezernenten und dann Stadtkämmerer.

Desweiteren bitte ich um Aufmerksamkeit für die Website www.Werkstatt-Frankfurt.de und dann auf "Eigene Betriebe". Da ist dann ein Baubetrieb dabei, Garten und Landschaftsbau, eine Gärtnerei sind zu finden und so weiter. Sollte es da 1 Euro Jobber geben, und davon kann man ausgehen, da auch die Affentor-Manufaktur dort aufgelistet ist (im übrigen sollen da 15 Nähhelferinnen arbeiten, laut HP) so sollte man unter Umständen die Zusätzlichkeit in Frage stellen, meine Meinung.

Was das Vereinsrecht angeht, so regelt das BGB das ganze (Wikipedia), was hier zutrifft, kann ich auch nicht ersehen, da braucht es wohl einen Juristen für (ich kenne an sich nur Sport und politische Vereine).

Eigentlich bin ich mittlerweile nur noch erschüttert, wie in D mit Menschen umgegangen wird (wie Menschen behandelt werden) und frage mich echt allen Ernstes, wie das hier in 10 Jahren aussehen soll, aber das ist wohl eher Thema für einen anderen Thread.

Euch einen schönen Abend

chrisacom
 

Martin Behrsing

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wir sollten uns über eine Strategie verständigen. Ich habe den Eindruck, dass Du schon sehr genau weißt, was man alles beachten sollte. Vielleicht setzt Du dich am Donnerstag mal deswegen mit mir in Verbindung.
Sorry , dass ich mich erst jetzt melde.
Von einem Kollegen habe ich erfahren, dass mein Beitrag "Ein-Euro-Jobber werden zum Affen gemacht" im ELO erschienen ist. Seit einer Weile verfolge ich die Geschichten der Werkstatt Frankfurt. Einen Kontakt zu den dortigen 1 € Jobberinnen habe ich nicht. Wieweit eine Aufklärung der ausgebeuteten Mitarbeiterinnen was nützen würde, vermag ich nicht zu sagen. Wir kennen ja die Zurückhaltung der Betroffenen, aus welchen Gründen auch immer. Auch in den Gewerkschaften melden oder engagieren sich im Verhältnis nur recht weinige Erwerbslose.

Das Anliegen meines Beitrags liegt in der Unterstützung und Solidarisierung mit den Betriebsräten durch Schaffung von Öffentlichkeit. Die hiesigen Medien sind sehr sehr zurückhaltend. Denn die Praktiken der Werkstatt Ffm sind insgesamt ein heißes Eisen und ein Politikum quer durch die Parteien. So was läuft ja in der ganzen Republik.
Aber: Die Werkstatt Ffm hat sich mit dem Beitrag in Publik ein Eigentor geschossen. Anscheinend versuchte man über die ver.di Strukturen den Skandal in der Behandlung der BR’s innerhalb der Gewerkschaft zu unterlaufen.

Meine im Februar an ver.di Berlin herangetragene Bitte, Öffentlichkeit und Solidarität zu schaffen, wurde durchaus ernsthaft behandelt. Bei der Weiterleitung an zuständige Stellen scheint allerdings etwas passiert zu sein. Es macht Sinn, dieser Spur nachzugehen.
Ich selbst konnte in der Vergangenheit an konkreten Vorgängen feststellen, dass der Schwachpunkt von mangelndem politischem Interesse unserer Hartz IV Gesamtproblematik gerade bei hauptamtlichen Vertretern der Erwerbslosen zu suchen ist. Seit etwa Mitte 2005 stehe innerhalb der Gewerkschaft auf verschiedenen Ebenen in heftigen Auseinandersetzungen hinsichtlich der Einhaltung von Mitgliederechten der Personengruppe Erwerbslose. Beschwerden scheinen keinen Erfolg zu haben, wie dies auch von einem Marburger Kollegen geäußert wurde, der die Stillhaltepolitik dieser Kreise nach meiner Erfahrung zum eigenen Vorteil nutzt. Einem Kollegen und mir ist dies im letzten Jahr bei 2 Beschwerden zu insg. 8 Punkten widerfahren. Darunter waren u.a. grobe Satzungsverstöße und ein Verfassungsbruch. Alle Punkte wurden als unbegründet abgewiesen und die Sache ist noch nicht gegessen. Aber das ist ein anderes Thema, welches ich zu gegebener Zeit unter dem Titel „Links blinken und rechts abbiegen“ behandeln möchte.

Bei all den eigenen schlechten Erfahrungen mit Strukturen der Gewerkschaft möchte ich auch Euch bitten, den Unmut gegen die Gewerkschaft als Ganzes zurückzustellen. Wir dürfen bei der Diskussion die betroffenen BR’s nicht vergessen. Sie haben sich weit bevor das Leipziger Urteil kam und ohne eigene finanzielle Not für die Rechte der 1 € Jobber eingesetzt. Mit all den danach folgenden Konsequenzen. Auch sie sind Gewerkschaftler, so wie eine Vielzahl von engagierten Gewerkschaftsmitgliedern.

Was wir für den Anfang tun könnten wäre, Unterstützerlisten in verschiedenen Foren bereitzustellen. (Hi Martin, wäre dies möglich?) Auch eine solche Öffentlichkeit macht die Runde, so dass wir diese als Bürger der Gewerkschaft vorlegen könnten.
Wenn wir in der Geschichte gemeinsam über Foren etwas auf die Beine stellen wollen, müsste man auch beachten, dass wir dadurch den eigenen Auseinandersetzungen des AK Soziale Vereine nicht schaden.

Immer wieder und fast überall sind wir mit taktischen Spielchen konfrontiert, hinter denen verdeckte Strategien stehen. Mit kreativen Strategien kann man Taktiken ins Leere laufen lassen, weil altbewährte Strategien nur funktionieren, wenn sich alle an die gleichen Vorgaben halten.
 

Bruno1st

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ich mag auch mal was zu dem Thema beibringen, da ich es einfach unglaublich finde, wie manche Städte und / oder Kreise sich so die Taschen vollstopfen und weiter jammern und sparen.

das ist ganz einfach das berühmte Jammern auf höchsten Niveau

Über 1.000 Sklaven - das ist kein Verein mehr, sondern Käfighaltung. Wo ist der Sinn dieser Massenbeschäftigung? Außer der direkten Bereicherung einiger Vereinsmitglieder via Beratungsverträgen?

Dann noch die planmäßige Entrechtung - durch die ARGEn/Politik/usw. und den Trägerverein. Irgendwie erwarte ich langsam mehr Arbeitsunfälle von Führungskräften und solchen die sich dafür halten. "Herr Doktor, mein 1€J-Träger hat doch meinen Vertrag verlängert und ich muß nun nur noch 70% meines ALGII Geldes ausgeben. Doch das hat absolut nichts damit zu tun, daß er zweimal überfahren wurde. Er stand vor dem Auto, ich bin von der Bremse gerutscht und es hat zweimal gehubbelt - dann habe ich den Rückwärtsgang reingemacht, um zu schauen, ob ich ihn verletzt habe".

Irgendwie habe ich den Eindruck, daß die ARGEn wie der Lkw-Fahrer handeln der mit Tauben überladen ist und alle paar Kilometer anhält und gegen die Plane klopft, damit ein Teil fliegt und das Gewicht eingehalten wird. Also völliger Irrsinn!
 

smaluhn

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Hallo an Alle,

mir ist es unbegreiflich, wenn ich das so lese, das die Leute es sich gefallen lassen und sich nicht zusammenschließen.Einige wird es doch geben, die damit nicht einverstanden sind, wenn dazu noch die Arbeitsbedingungen dazukommen, die nicht so gut sind, dann stellt sich doch die Frage, warum das so ist ein 1€ Job ist keine Tätigkeit zum Geldverdienen ledilglich zum fit machen für den Arbeitsmarkt. Wenn sich unter so vielen Jobbern keine Solidarität findet ist das traurig.
 
E

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Beschwerden scheinen keinen Erfolg zu haben, wie dies auch von einem Marburger Kollegen geäußert wurde, der die Stillhaltepolitik dieser Kreise nach meiner Erfahrung zum eigenen Vorteil nutzt


Vorsicht, lieber erst einmal das Gespräch suchen mit diesem Jemand, bevor mal ihn gleich zum Gegner erklärt. :)

Kooptierte können übrigens relativ schnell aus dem Landesvorstand geschmissen werden, und es gibt wirklich genug andere bei ver.di, die eher der Kritik bedürften. Die Vorsitzenden und die Mitarbeiter sind genauso für die Erwerbslosenarbeit verantwortlich - und was machen die so?

Es ist auch ein Treppenwitz der Geschichte, dass die Partei "Die Linke" in Hessen jetzt den ehemaligen Geschäftsführer der "Werkstatt Frankfurt"
als Spitzenkandidat zur Landtagswahl aufgestellt hat, und der sich dann kritisch zu Hartz IV äussert.
Man müsste heulen vor Wut bei so etwas, aber dafür haben wir keine Zeit.
 
E

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Hallo an Alle,

mir ist es unbegreiflich, wenn ich das so lese, das die Leute es sich gefallen lassen und sich nicht zusammenschließen.Einige wird es doch geben, die damit nicht einverstanden sind, wenn dazu noch die Arbeitsbedingungen dazukommen, die nicht so gut sind, dann stellt sich doch die Frage, warum das so ist ein 1€ Job ist keine Tätigkeit zum Geldverdienen ledilglich zum fit machen für den Arbeitsmarkt. Wenn sich unter so vielen Jobbern keine Solidarität findet ist das traurig.


Ich versuche das mal an einem realen bzw typischen Beispiel zu erklären:


Der Arbeitslose X. bekommt von der Arbeitsagentur Frankfurt eine Einladung. Er soll sich bei einer GFFB GmbH melden, die ihn "qualifizieren" soll.

Bei dieser GmbH angekommen, soll er dort einen 14-seitigen Fragebogen ausfüllen, in dem unter anderem nach dem Namen seines Hundes und seiner Lieblingsfarbe gefragt wird.

Dann soll er unterschreiben, dass er auf seine Persönlichkeitsrechte verzichtet, damit die Daten an 14 Zeitarbeitsfirmen weitergegeben werden können.
Wenn er nicht unterschreibt, dann drohen ihm 100% Kürzung, sagt die Frau von der GmbH. Er unterschreibt.

Da die Zeitarbeitsfirmen derzeit keine Diplom-Biologen, deren Hund "Paula" heisst, brauchen, schickt ihn die GFFB GmbH in einen 1-Euro-Job zur "Werkstatt Frankfurt". Dort soll er Büroarbeiten machen.

Die ersten 3 Tage sitzt er bei der Werkstatt nur herum, und niemand kümmert sich um ihn. Am vierten Tag wird er in einen Einsatz geschickt - er soll auf dem Bauhof der Stadt "zusätzliche Mithilfe beim Autowaschen" durchführen.

Er unterschreibt den entsprechenden Wisch, und wird von einem Fahrer abgeholt, der ihn dann aber in einen ganz anderen Stadtteil bringt, wo sich das Auto waschen im Bauhof jetzt als Blätter zusammenrechen bei der Müllabfuhr entpuppt.

Er fragt einen Kollegen, wer hier verantwortlich sei. Der andere weiss es auch nicht. Aber wenn man einfach wieder ginge, dann bekäme man eine Kürzung.

Nach einer Woche Chaos legt er Widerspruch ein. Das Arbeitsamt wird später behaupten, sie hätten den Brief nicht bekommen, im übrigen streiten sie ab, dass überhaupt jemals irgenjemand zum Blätter zusammenrechen geschickt worden wäre.


so, und jetzt wehr dich mal dagegen, gemeinsam, mit dem anderen Kollegen, den du nie wieder sehen wirst.
 

Henrik55

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Es ist auch ein Treppenwitz der Geschichte, dass die Partei "Die Linke" in Hessen jetzt den ehemaligen Geschäftsführer der "Werkstatt Frankfurt"
als Spitzenkandidat zur Landtagswahl aufgestellt hat, und der sich dann kritisch zu Hartz IV äussert.
Man müsste heulen vor Wut bei so etwas, aber dafür haben wir keine Zeit.[/QUOTE]


Ich heule deshalb nicht mehr. Auch erstaunt mich soetwas nicht mehr. Muss ich noch mehr sagen...
 

gummibaer74

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Es ist auch ein Treppenwitz der Geschichte, dass die Partei "Die Linke" in Hessen jetzt den ehemaligen Geschäftsführer der "Werkstatt Frankfurt"
als Spitzenkandidat zur Landtagswahl aufgestellt hat, und der sich dann kritisch zu Hartz IV äussert.
Man müsste heulen vor Wut bei so etwas, aber dafür haben wir keine Zeit.


Ich heule deshalb nicht mehr. Auch erstaunt mich soetwas nicht mehr. Muss ich noch mehr sagen...[/quote]

Korrekt ->Wir Leben nicht "mehr" im Traumland :icon_daumen:
 

athene

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ein Skandal ist auch dieses Urteil, welches 1Euro-Jobber zu Sklaven macht:

Grundsatzurteil EEJ rechtlos im Namen des Volkes

Zitat:

Bei den Ein-Euro-Jobs handele es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis, entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Mittwoch in einem Grundsatzurteil. Es gebe weder einen Arbeitsvertrag noch tarifliche Entlohnung und Kündigungsschutz. Die Ein-Euro-Jobs seien vielmehr "öffentlich-rechtlicher Natur". Ein Anspruch auf Arbeitsvergütung bestehe daher nicht, so die Richter. (Aktenzeichen: 5 AZR 857/06)

https://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/wirtschaft/news/483987
 

gummibaer74

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Bestechlich oder Lobbyisten?

ein Skandal ist auch dieses Urteil, welches 1Euro-Jobber zu Sklaven macht:

Grundsatzurteil Ein-Euro-Job rechtlos im Namen des Volkes

Zitat:

Bei den Ein-Euro-Jobs handele es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis, entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Mittwoch in einem Grundsatzurteil. Es gebe weder einen Arbeitsvertrag noch tarifliche Entlohnung und Kündigungsschutz. Die Ein-Euro-Jobs seien vielmehr "öffentlich-rechtlicher Natur". Ein Anspruch auf Arbeitsvergütung bestehe daher nicht, so die Richter. (Aktenzeichen: 5 AZR 857/06)

https://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/wirtschaft/news/483987

Das ist kein Urteil, sondern blanke "Verarsche"! Sollten die Richter zu den Lobbyisten gehören, die solche "armen Politik" unterstützen, so wundert mich solches Urteil überhaupt nicht mehr! Ich hoffe für diese Richter, dass Sie nicht in die Mühlen der erbossten Bevölkerung geraten... Das würde kein gutes Ende nehmen .... Schande auf Sie! Pfui.....
 

Bruno1st

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Zitat von athene
ein Skandal ist auch dieses Urteil, welches 1Euro-Jobber zu Sklaven macht:
Grundsatzurteil Ein-Euro-Job rechtlos im Namen des Volkes
Zitat:
Bei den Ein-Euro-Jobs handele es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis, entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Mittwoch in einem Grundsatzurteil. Es gebe weder einen Arbeitsvertrag noch tarifliche Entlohnung und Kündigungsschutz. Die Ein-Euro-Jobs seien vielmehr "öffentlich-rechtlicher Natur". Ein Anspruch auf Arbeitsvergütung bestehe daher nicht, so die Richter. (Aktenzeichen: 5 AZR 857/06)
https://www.rp-online.de/public/artic...ft/news/483987

Das ist kein Urteil, sondern blanke "Verarsche"! Sollten die Richter zu den Lobbyisten gehören, die solche "armen Politik" unterstützen, so wundert mich solches Urteil überhaupt nicht mehr! Ich hoffe für diese Richter, dass Sie nicht in die Mühlen der erbossten Bevölkerung geraten... Das würde kein gutes Ende nehmen .... Schande auf Sie! Pfui.....

dabei vergessen die Richter und restlichen Mitarbeiter im öffentlcihen Dienst, daß deren Arbeitsplätze ja auch "öffentlich-rechtlicher Natur" sind. Eigentlich könnte man dann auch deren Gehalt einbehalten.

Zu dem Prozess stelle ich ihn mir umgedreht vor - Richter, Staatsanwalt, Verteidiger wird von Arbeitssklaven gestellt - ebenso Henker, äh Gefängnispersonal, usw.
Da kommt mir der Gedanke von Schauprozessen im Internet - Forenbeitrag "Verhandlung wegen Verstoß gegen dei Menschenrechte" und die Teilnehmer kennzeichnen sich zu Beginn des Beitrages als Richter/Staatsanwalt und Verteidiger. Wobei der Verteidiger eigentlich nur diese Sätze braucht "Der Beschuldigte hielt sich an den Buchstaben des Gesetzes/Dienstvorschrift - Menschlichkeit oder Artikel 1 Grundgesetz lag nicht in seinem Aufgabengebiet - der Beschuldigte hat NUR seine Befehle befolgt".
 

ClondikeCat

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:icon_pfeiff: Tss,

vor ein paar Jahren fing es an, mit ABM für Sozialhilfeempfänger, später, mit der Einführung von ALG2, eine Pflicht zur Arbeit einzuführen. Gleichzeitig wurden und werden die Betroffenen mit dem Entzug der Menschenrechte bedroht, wenn sie ihrer Mitwirkungspflicht nicht genügen, indem man ihnen die ohnehin zu niedrigen Leistungen kürzt, im Wiederholungsfall ganz versagt.

Erst fehlt dann das Geld für Stom und Hygiene, dann fürs Essen, dann ist die Wohnung weg.

Egal, ob die Arbeitsgelegenheit nun beim Bauhof, beim kirchlichen Träger, bei einer Beschäftigungsgesellschaft wahrzunehmen ist, es kommt einem Arbeitsdienst, einer Zwangsarbeit gleich, zumal es oft keine Wahlmöglichkeit gibt. Wenn nur Bauhof im Angebot ist, dann ist Bauhof Pflicht.

Mein bester Freund, selbst Altenpfleger und von diesen Maßnahmen nicht betroffen sagt immer: "In Deutschland darf niemand verhungern!" Und meint, wenn ALG2 gekürzt wird, dann hätte man Anspruch auf Sozialhilfe. Der hat es noch nicht so ganz geschnallt, daß unser Grundgesetz, so, wie wir es mal kannten, ausgehebelt ist.

Ich selbst habe keine Wahl, da ich für 3 Mauzen verantwortlich bin und denen kann ich es nicht zumuten, auf ihr Fressen, oder gar auf ihr Zuhause zu verzichten, weil ich das Spiel nicht mitspielen mag.

Um überhaupt in der Lage zu sein morgens da aufzutauchen, brauche ich Essen, Kaffee und ein halbwegs gepflegtes Äußeres. Das wäre bereits nach der ersten Sanktionsstufe nicht mehr gegeben, da ja die KDU schon nicht in ausreichendem Maß bewilligt wurden.

Nichts gegen die Möglichkeit, sich das karge ALG2 mit einer Arbeitsgelegenheit aufzustocken, einen geregelten Lebensrhytmus zu finden, Kontakte zu knüpfen, aber eine klare Klage gegen Zwangsarbeit an einem per ordere mufti festgelegten Einsatzort, gegen allzu bösartige Beschneidung bei der Wahl der Wohnung, gegen Behördenwillkür, gegen die derzeitige Arbeit des Gesetzgebers, der nichtmal in der Lage ist, der willkürlichen Auslegung des Angemessenheitsbegriffs durch die Richtlinien der Argen der einzelnen Landkreise, die die Mitarbeiter der Jobcenter als unumstößliches Gesetz anzuwenden haben, entgegenzuwirken.

greetz

... Cat ... :icon_wink:

Ps.: Meist bekomme ich, wenn ich diese Seite über Tor aufrufe Errorcode 403. In Anbetracht aktueller Ereignisse ein unhaltbarer Zustand. :icon_evil:
 
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