Ein Euro Job Anzeige beim Zoll sinnvoll

antoniegrünlich

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Wie bereits berichtet habe ich im letzten Jahr von April bis August bei der Caritas auf freiwilliger Basis einen Ein Euro Job Im Büro absolviert, den ich vorzeitig gekündigt habe, weil ich mit der Leiterin Probleme hatte. ( Auch die Vorgesetzte und ihre Kollegin hatten mit der werten Dame diverse Auseinandersetzungen)

Die meisten Frondienstleister ( EEJobber) waren jedoch in der Küche vertreten. Hauptaufgabe war Kochen , Spülmaschine ein und ausräumen, Kaffeekochen Brötchenschmieren und Backen, sowie Kasse bedienen. Dazu mussten Gäste ( meist chronisch kranke bzw . Behinderte ) bewirtet werden.

Eine Zusätzlichkeit der Arbeit ist für mich hier nicht erkennbar . Auch ich musste mehrfach Tätigkeiten übernehmen die bis zum Mittag des selbigen Tages erledigt sein mussten.

Frage: Könnte man diesen Betrieb beim Zoll melden, da die Arbeit ja offensichtlich reguläre Arbeitsplätze verdrängt. Auch wenn die Kollegen und ich nur 15 oder 20 Stunden tätig waren , könnte man ja zumindest 450 Euro Jobs daraus machen.

Gruß

Antonie
 
E

ExitUser

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Weiss ich nicht, ob man das dem Zoll melden kann. Aber ich frage mich, haben dieses 1€Jobber alle ein Gesundheitszeugnis, wie vorgeschrieben für Arbeiten mit Lebensmitteln (Brötchen schmieren etc.). Denn das wäre ein klarer Hygieneverstoss.
 

antoniegrünlich

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Doch, wir mussten alle ein Gesundheitszeugnis vorlegen( Besuch beim Gesundheitsamt)
 

ZynHH

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Eine Arbeit im Büro kann von Haus aus nicht zusätzlich sein.:icon_evil:
 

Forster

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Frage: Könnte man diesen Betrieb beim Zoll melden, da die Arbeit ja offensichtlich reguläre Arbeitsplätze verdrängt. Auch wenn die Kollegen und ich nur 15 oder 20 Stunden tätig waren , könnte man ja zumindest 450 Euro Jobs daraus machen.
Sicherlich könnte und kann man. Ob das, wie der Thread-Titel fragt, sinnvoll ist, wird sich erweisen.

Jedenfalls wird seit Jahren in einschlägigen sozialen Netzwerken immer wieder der Rat gegeben, dies bei fragwürdigen Beschäftigungsmaßnahmen zu tun. Klingt wirklich gut. Der Gedanke ist mir auch sehr sympathisch. Aber, auch wenn das nichts heissen muss, ich selbst habe noch nie auch nur eine einzige Veröffentlichung zu Gesicht bekommen, die einen tatsächlichen Erfolg einer solchen Meldung beschreibt.

Wenn Du es probieren magst, wäre ich wirklich sehr interessiert, so eine Geschichte und deren Ausgang aus erster Hand zu hören. Also nur zu.
 

Diplomjodler

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Die meisten Frondienstleister ( Ein-Euro-Jobobber) waren jedoch in der Küche vertreten. Hauptaufgabe war Kochen , Spülmaschine ein und ausräumen, Kaffeekochen Brötchenschmieren und Backen, sowie Kasse bedienen. Dazu mussten Gäste ( meist chronisch kranke bzw . Behinderte ) bewirtet werden.

Eine Zusätzlichkeit der Arbeit ist für mich hier nicht erkennbar . Auch ich musste mehrfach Tätigkeiten übernehmen die bis zum Mittag des selbigen Tages erledigt sein mussten.

Frage: Könnte man diesen Betrieb beim Zoll melden, da die Arbeit ja offensichtlich reguläre Arbeitsplätze verdrängt. Auch wenn die Kollegen und ich nur 15 oder 20 Stunden tätig waren , könnte man ja zumindest 450 Euro Jobs daraus machen.
Das ist ganz klar kein zusätzlicher Job.

Hast du übrigens dir die Stunden aufgeschrieben? Ich an deiner Stelle würde ein Fass aufmachen und für die Stundenzahl den dir zustehenden, gesetzlichen Mindestlohn einklagen, da dürfte doch ein nettes Sümmchen zusammen kommen.
 

antoniegrünlich

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Ich habe mich heute Vormittag beim Zoll erkundigt. Der Fritze meinte doch allen Ernstes er könnte es nicht beurteilen , ob es sich hierbei um eine zusätzliche Tätigkeit handelt. Das müssten doch " die vom Jobcenter" wissen. Ich sollte dort mal nachfragen. Für wie dämlich hält der mich eigentlich? Ich glaube , der will einfach seine Hausaufgaben nicht machen. Ganz schön bequem.

Zu meinen geleisteten Stunden . In meiner EVG steht die Stundenzahl drin, die ich abzuleisten hatte.

Frage: Wenn der Zoll nicht mitspielen will , gibt es denn noch andere Möglichkeiten

Gruß

Antonie
 

Sawastro

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Wenn der Zoll nicht mitspielen will , gibt es denn noch andere Möglichkeiten
Also mal ganz ehrlich, was heißt "nicht mitspielen WILL" ?

Wenn eine Anzeige vorliegt, MÜSSEN sie dem nachgehen. Zumindest müssen Ermittlungen zur Klärung angestellt werden.Ob da nun so ein kleiner Zollmensch Bescheid weiß oder nicht.

Ob diese Ermittlungen dann schlußendlich zu einem Ergebnis führen, steht auf einem anderen Blatt.
 

Friese76

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Gerade bei "wohltätigen" Einrichtungen gibt es Schlupflöcher, was die Zusätzlichkeit angeht.

Der §16d (2) sagt:
"Arbeiten sind zusätzlich, wenn sie ohne die Förderung nicht, nicht in diesem Umfang oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt würden."

Die Einrichtung sagt dann einfach, dass sie dieses Angebot nicht anbieten würde, wenn sie keine Förderung bekäme. ...und schon ist es zusätzlich :icon_evil:
Wenn es jedoch Aufzeichnungen gibt, die belegen, dass der Job vorher von Festangestellten verübt wurde, dann ist es nicht mehr zusätzlich.

Auch möglich, wäre die Frage nach der Wettbewerbsneutralität §16d (4).

Du kannst auch deine Krankenkasse informieren, dass die Prüfen sollen, ob es sich bei den Eurojobs um versicherungspflichtige Stellen handelt. Das Bundessozialgericht urteilte diesbezüglich (B 14 AS 98/10 R)!

Am besten sowohl beim Zoll als auch bei der Krankenkassen schriftlich deinen Fall erläutern, mit der Bitte um Prüfung...und natürlich sollen beide Stellen dir das Ergebnis der Prüfung mitteilen!
 
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