Ein Doku-Film über AEG wühlt auf

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Der Regisseur Gerhard Faul trifft mit seinem sozialkritischen Streifen den Nerv

NÜRNBERG - Blick in die Vergangenheit: In der Zentrifuge, die sich auf dem ehemaligen AEG-Gelände befindet, zeigte der Medienladen e.V. die Dokumentation «Nur einmal gut essen gehen – Arm und Reich in Deutschland». Teile des Films wurden auf dem Gelände gedreht, als es das Werk noch gab.

Ein älterer Herr betritt die Zentrifuge und sieht sich um. «35 Jahre habe ich in dieser Halle gearbeitet. Da hinten in der Ecke habe ich Waschautomaten hergestellt, jeden Tag», erzählt er. Seine Frau findet, dass die Halle inzwischen heruntergekommen ist. «Als die AEG hier noch drin war, sah alles etwas gepflegter aus», ergänzt sie.

......

Neben den ehemaligen Arbeitern von AEG kommen in dem Film noch andere Menschen zu Wort, die ihre Arbeit verloren haben oder so wenig Geld verdienen, dass es kaum zum Leben reicht. Silke Treusch arbeitet in einer Kantine und ihr Freund Florian ist über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt - trotzdem reicht ihnen das Geld nicht. «Gute Schuhe sind nicht drin, Zahnersatz ist nicht finanzierbar», erzählt Treusch. Auch der Hartz-IV-Empfängerin Annerose Thurnbauer geht es schlecht. So schlecht, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen wollte, als sie nur noch zwölf Euro besaß. Der Film begleitet außerdem eine Obdachlose bei der täglichen Suche nach Essen. Die immer wieder dazwischen eingeblendeten Bilder des Nürnberger Opernballs, bei dem teurere Autos vorfahren und Damen mit schweren Diamanten behängt über den roten Teppich schreiten, schockieren die Zuschauer. Ebenso die Aussage eines Sprechers des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, der gegen die Einführung eines

Mindestlohns plädiert. Als das Licht nach eineinhalb Stunden wieder angeht, bringt es eine Zuschauerin auf den Punkt: «Ich kann gar nichts dazu sagen, ich bin ganz benommen.»

Gerhard Faul gibt zu bedenken, dass sich seit dem Dreh viel verändert hat: «Jahrelang hat in der Wirtschaft jeder ständig Gewinne gemacht, jetzt bricht alles zusammen. Die Banken werden mit Milliardenbeträgen unterstützt, aber für die Menschen ist nichts übrig.» Ein Zuschauer beantragt eine Aktualisierung der Dokumentation: «Da sollte noch ein Nachspann dazu gedreht werden. Diese dramatische Entwicklung gehört mit in den Film.»
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