Eigentumswohnung verkaufen / umziehen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Klim

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Hallo liebes Forum,
ich habe mir vor fast zehn Jahren eine kleine 24qm große Eigentumswohnung gekauft.
Seit einem halben Jahr leider aus gesundheitlichen Gründen auf ALGII Bezug.

Ich würde gerne umziehen, sprich meine kleine Wohnung verkaufen und mir für das Geld eine größere Zwei-Zimmerwohnung mit vor allem separater Küche;) und niedrigerer Etage holen.

Nun meine Frage:
Wäre dies ohne weiteres möglich?
Muss ich auf einen Nahtlosen Verkauf/Kauf achten?
Gibt es irgendwelche Härtefallregelungen, da ich zu 80% Schwerbehindert bin und die Merkzeichen B, G und RF im Ausweis stehen habe?
Zudem kommt noch eine bislang nicht eingetragene chronische Darmerkrankung hinzu.

Vielen Dank für Eure Hilfe:)

Schönes Wochenende:)
 

Helga40

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Wäre dies ohne weiteres möglich?
Ja.

Muss ich auf einen Nahtlosen Verkauf/Kauf achten?
In deinem Fall nicht nahtlos, aber zeitnah, denn....

Gibt es irgendwelche Härtefallregelungen, da ich zu 80% Schwerbehindert bin und die Merkzeichen B, G und RF im Ausweis stehen habe?
.... die gesetzliche Regelung in § 12 SGB II besagt dazu folgendes:

"(3) Als Vermögen sind nicht zu berücksichtigen
1 ...
5. Vermögen, solange es nachweislich zur baldigen Beschaffung oder Erhaltung eines Hausgrundstücks von angemessener Größe bestimmt ist, soweit dieses zu Wohnzwecken behinderter oder pflegebedürftiger Menschen dient oder dienen soll und dieser Zweck durch den Einsatz oder die Verwertung des Vermögens gefährdet würde,"

Um Probleme zu vermeiden (da das keine 0815-Situation ist), solltest du das aber trotzdem beim JC ankündigen und, falls dein SB meint, dass dir aufgrund des Vermögens nach Verkauf kein ALG 2 zusteht, auf die genannte gesetzliche Regelung hinweisen. Das ist besser, als plötzlich das ALG 2 eingestellt zu bekommen.
 

Klim

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Cool, super danke für die schnelle und vor allem interessante Antwort:)

Die Regelung mit der Beschaffung einer baldigen Immobilie bei Schwerbehinderten, da könnte das JC ja mit dem Vorwurf kommen, das dies nur für Rollstuhlfahrer gelten könnte.

Oder reicht das G im Ausweis dafür aus?

Vielen Dank im vorraus:)
 

Helga40

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Im Gesetz ist keine Einschränkung ersichtlich, dass es nur für bestimmte Behinderte gelten soll. Und selbst wenn, ein "G" gibts ja auch nicht nur für Blasen an den Füßen...
 

Klim

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Super vielen Dank dafür:)

Wenn ich die Wohnung verkaufe und mir aber noch keine neue gefunden habe, kann/muss mir das Amt dann eine Mietwohnung finanzieren?
Weil zu meinen Eltern kann ich nicht, da sie selber in einer kleinen Wohnung leben.
 

Fraggle

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Ja.

In deinem Fall nicht nahtlos, aber zeitnah, denn....

.... die gesetzliche Regelung in § 12 SGB II besagt dazu folgendes:

"(3) Als Vermögen sind nicht zu berücksichtigen
1 ...
5. Vermögen, solange es nachweislich zur baldigen Beschaffung oder Erhaltung eines Hausgrundstücks von angemessener Größe bestimmt ist, soweit dieses zu Wohnzwecken behinderter oder pflegebedürftiger Menschen dient oder dienen soll und dieser Zweck durch den Einsatz oder die Verwertung des Vermögens gefährdet würde,"
Vorsicht ist geboten! Laß dich erst mal von einem Anwalt/Notar beraten.
Ich habe mal den springenden Punkt im Text hervorgehoben.
Wie kann man nachweisen, dass der Verkaufserlös für die Beschaffung einer andern Wohnung bestimmt ist? Die einzige Möglichkeit, die ich sehe wäre eine Wohnung bereits per Vorverkaufsvertrag gesichert zu haben.

Das Sozialamt wird mit Sicherheit die Zahlungen einstellen. Also, ehe man aktiv wird erst alles abklären.
 
E

ExitUser

Gast
Super vielen Dank dafür:)

Wenn ich die Wohnung verkaufe und mir aber noch keine neue gefunden habe, kann/muss mir das Amt dann eine Mietwohnung finanzieren?
Nö. Du hast Helgas Beitrag entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Mit "zeitnah" ist die Spanne gemeint, die bei der notariellen und grundbuchmäßigen Abwicklung der beiden Geschäfte zwangsläufig vergeht.
Die von Helga zitierte Regelung des § 12 SGB II kannst Du nicht mit bloßen Behauptungen in Anspruch nehmen. @Fraggle hatte den Finger schon drauf, wobei ich nicht der Meinung bin, daß man zum Anwalt laufen, sondern den beabsichtigten Erwerb einer konkreten Wohnung nachweisen können muß.
 

Helga40

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"Zeitnah" ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, d. h., es gibt keine feste Zeitspanne. Ich verstehe darunter nicht "unverzüglich", also muss nicht sofort schon was in der Hinterhand sein.

Die FHs der BA zu § 12 SGB II sagen in Rz. 12.31 und 12.32 folgendes dazu:

Baldig bedeutet, dass die Beschaffungs- oder Erhaltungsmaßnahme in einem absehbaren Zeitraum geplant ist, in dem sie den begünstigten Personen aller Voraussicht nach auch wirksam zu gute kommen wird. Ein Kaufvertrag sollte jedoch spätestens innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden bzw. die Erhaltungsmaßnahme sollte in dieser Zeitspanne begonnen werden. Der Jahreszeitraum ist entsprechend zu verlängern, solange zwingende rechtliche Gründe der Maßnahme entgegenstehen.

Die konkrete Absicht und Planung sind plausibel darzulegen. Als Nachweis kommen z. B. in Betracht: Baupläne, Finanzierungspläne und -zusagen, Verträge mit Baugesellschaften, Aufträge an Handwerker, Architekten.
https://www.harald-thome.de/media/files/sgb-ii-hinweise/FH-12---20.05.2014.pdf
 
E

ExitUser

Gast
"Finanzierungspläne und -zusagen" setzen aber auch eine konkrete Anschaffung voraus, da eine Bank nicht einfach mal so einen Betrag X für irgendeine beliebige Hütte bereitstellt. Letztlich wird man sich wohl mit der Dokumentation der Immobiliensuche behelfen müssen, so wie man das auch bei einer Kostensenkungsaufforderung machen würde.
 
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