Eigentums-Anteil selbstbewohnt plus Miete an MIteigentümer (1 Betrachter)

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OlElO

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Bisserl verzwickt, aber hoffe, es verdeutlichen zu können:

Mit etwa 20% bin Miteigentümer einer ca. 120qm-Eigentumswohnung
in einem Mehrfamilienhaus, die noch an die Bank abbezahlt wird
und bewohn(t)e diese zusammen mit meiner (ehem.) Lebensgefährtin
- der Eigentümerin der 80% - und unseren 2 Kindern.
Darüber hinaus besitzt sie mit einem anderen ME zusammen eine weitere,
kleinere 45qm-Wohnung im selben Haus, die bereits abbezahlt und
aktuell unbewohnt ist.
Aktuell erhalte ich ALG1. Abgesehen von unserer Trennung sowieso,
erwäge ich auch in Hinblick auf H4 oder Wohngeld stattdessen,
in die kleinere Wohnung umzuziehen.

Infolge des Umzugs wären wir, unsere Haushaltsführung und Gemeinschaft
eindeutig getrennt, sodass ihre Einkommen und Vermögen nicht mehr zu meiner
Versorgung herangezogen werden könnten. Ist das richtig?

An sie und ihren ME der kleinen Wohnung würde ich dann ordentlich Miete zahlen.

Allerdings wären dann meine 20% an der ehem. gemeinsamen Wohnung nicht
mehr geschützt, weil von mir nicht mehr "selbstbewohnt" - und müssten
also veräußert werden. Richtig? (Nebenbei kann meine ehem. LG den
Rückkauf meines Anteils finanziell nicht leisten.)

Ich bedenke daher folgendes: meine 20 % Anteil an der ehem. gem. Whg
würden auf die kleinere Whg "überschrieben" = ich kaufe von ihr oder ihrem
ME einen entspr. Anteil, wodurch ich zu einem weiteren ME der kleinen Whg werde.
Aus der ehem. gem. Whg wäre ich damit (auch rechtl.) raus.
Und mein Anteil an der kleinen Whg wäre wieder geschützt - weil "selbstbewohnt".
Für die Anteile, die mir nicht gehören, zahle ich fortan an die anderen ME
ordentlich Miete - für die ich auch Wohngeld in Anspruch nehmen könnte.

Was haltet Ihr davon?

Bin gespannt, danke für Eure Ideen dazu.
Gruß, OlElO
 

Tornator

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AW: Eigentums-Anteil selbstbewohnt plus Miete an ME

Du kannst keine Anteile von einer auf die anderen Wohnung überschreiben, du kannst deine 20% verkaufen und sofern der Erlös höher ist als das Schonvermögen das dir zusteht, muss der Überschuss erst verlebt werden, will heißen du fällst für einen gewissen Zeitraum aus dem ALG 2 Bezug raus, das JC wird dir auch vorhalten wie lange der Überschuss zum leben reichen muss.

Von deinem Schonvermögen kannst du dir dann einen Anteil an der kleineren Wohnung kaufen, das würde ich aber lassen sondern besser 100% Miete zahlen
 

TazD

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Du bist also zu 1/5 und deine ehem. Lebensgefährtin zu 4/5 im Grundbuch eingetragen?
Oder wie sind die Eigentumsverhältnisse zu verstehen?

Dann würde ich deinen MEA als schlecht bis gar nicht verwertbar ansehen, denn wer kauft schon 1/5 an einer Eigentumswohnung?
 

Fraggle

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Wäre auch zu überlegen wie hoch der Wert dieser 20% der Wohnung ist. Dies könnte u. U. unter dem Vermögensfreibetrag noch liegen.
 

Tornator

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Ohne Zahlen ist nicht mehr zu sagen als bisher möglich
 

OlElO

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Du bist also zu 1/5 und deine ehem. Lebensgefährtin zu 4/5 im Grundbuch eingetragen?
Genau. Der Wert der 1/5 beläuft sich auf ca. 30.000.- .
Kleine Korrektur: die kleine Wohnung gehört ihrem pflegebedürftigen Vater und wird von ihr verwaltet.
(...) wer kauft schon 1/5 an einer Eigentumswohnung?
Du kannst keine Anteile von einer auf die anderen Wohnung überschreiben, du kannst deine 20% verkaufen
Meine 1/5 würde ich natürlich an sie verkaufen, so dass die EW dann komplett ihr gehört - sie kann den Betrag jedoch unmöglich aufbringen.
Daher der Gedanke, ihn quasi durch meinen Besitzanteil an der kleinen Wohnung abzugelten/zu "bezahlen".
Vielen Dank für Eure Hinweise bis hierhin!
OlElO

Und der zweite, entscheidende Gedanke: mein jetziger 1/5-Anteil muss nicht veräußert werden, da ich ihn je selbst bewohne. Ziehe ich jedoch in eine andere, nämlich die kleine Wohnung - ist er das nicht mehr!
Würde ich ihn in die kleine Wohnung übertragen / "mitnehmen" können,
wäre er wieder von mir selbst bewohnt?!
Gruß, OlElO
 

TazD

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Ihr könnt dann zumindest einen notariellen Tauschvertrag abschließen und so die Eigentumsanteile "tauschen". 1/5 an bisheriger Wohnung gegen die kleine Wohnung, sofern das wertmäßig passt.
 

Tornator

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Glaube nicht das bei einer Immobilie ein Tauschvertrag gemacht werden kann, das Finanzamt will ja auch was abhaben im Rahmen der Grunderwerbssteuer, dazu muss es einen Kaufvertrag geben und die €€€€€ müssen fließen sonst gibt es keine Freigabe für die Grundbucheintragung bzw löschung.

Möglicherweise ist eine gegenseitige Schenkung der Anteile machbar, da kommt aber dann eine Schenkungssteuer zum tragen

Hier hilft nur eine Beratung durch einen entsprechenden Fachanwalt
 

TazD

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Tornator

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Ich weiß, dass entsprechende Tauschverträge möglich sind, da ich solche auch schon bearbeitet und vollzogen habe.
und diese Grundstücke wurden auch von SGB II Empfängern getauscht?
 

OlElO

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Ihr könnt dann zumindest einen notariellen Tauschvertrag abschließen und so die Eigentumsanteile "tauschen".
Ich weiß, dass entsprechende Tauschverträge möglich sind, da ich solche auch schon bearbeitet und vollzogen habe.
Notarieller Tauschvertrag, ja, genau so wäre das gedacht. Danke für die Bestätigung, dass dies möglich wäre! Die Einzelheiten würden wir natürlich vorab mit dem Notar klären müssen.

Erlaubt mir bitte nochmal die Frage:
wäre nach vollzogenem Tausch und meinem Umzug in die kleine Wohnung
mein Anteil vor Zugriffen geschützt - indem es sich nun wieder um "selbstbewohntes Eigentum" handelt?

Gilt es bei der Terminierung Wichtiges zu beachten? Sollten wir den Tausch z.B. unbedingt VOR Eintritt in H4 vollzogen haben?

Das läuft wirklich klasse und zeitnah hier, vielen Dank
und Gruß, OlElO
 

TazD

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Ja, am besten so früh wie möglich in Angriff nehmen, da zum Vollzug des Tauschvertrags noch verschiedene Unterlagen notwendig sind und auch das Grundbuchamt braucht seine Zeit.
Da kann es schonmal passieren, dass vom Notartermin (den man auch nicht so schnell kriegt) bis zur Umschreibung im Grundbuch zwei oder drei Monate vergehen. Wenn du Pech hast dauert es sogar noch länger.
 

Fraggle

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Genau. Der Wert der 1/5 beläuft sich auf ca. 30.000.- .
Kleine Korrektur: die kleine Wohnung gehört ihrem pflegebedürftigen Vater und wird von ihr verwaltet.
Die Wohnung gehört als ihrem Vater, der pflegebedürftig ist. Dir ist schon klar, sollte der Vater mal auf Sozialhilfe angewiesen sein (Pflegekosten sind teuer) kann das Sozialamt da Ansprüche geltend machen sofern diese Aktion der Übertragung der Wohnung nicht länger als 10 Jahre zurück liegt.

Persönlich würde ich das nicht machen. Mir wäre das zu riskant.
 

OlElO

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Danke, Fraggle, für den wichtigen Hinweis!
Ich versuche, das zu verstehen...
Das Sozialamt würde ggf. auf sein (weil nicht von ihm selbst bewohntes) Wohneigentum zugreifen; das hieße, er müsste es verkaufen.
- Und das beträfe dann nicht nur seinen Anteil = exklusive mittlerweile meinen?

Abgesehen von der für die Praxis tatsächlich schauderhaften Vorstellung, seinen Anteil an wen-auch-immer veräußern und meinen aber behalten zu wollen, wie soll das gehen...
O.k., ich könnte/müsste dann die Miete an den wen-auch-immer neuen (Mit-)eigentümer zahlen; aber wenn der z.B. stattdessen lieber einziehen wollte... wirds gruselig.

Diese 10-Jahres-Frist - kann ich kaum nachvollziehen:
heißt das, er hätte bereits VOR Sozialhilfeanspruch über sein Eigentum nicht frei verfügen dürfen?!
Wer könnte denn "in Hinblick auf eine potentielle Bedürftigkeit in 10 Jahren" überhaupt noch frei handeln?
Er hätte ja nichtmal verschenkt oder schuldhaft fahrlässig verplempert, sondern schlicht sein Eigentum verwaltet?

Aber falls das tatsächlich so läuft: wie würde "geltend gemacht", was würde passieren?
Würde der ganze u.U. jahrealte Handel dann von Amts wegen annuliert - und aller Betroffenen rechtlichen, notariellen und Besitz-Verhältnisse
auf den Stand von "vorher" an der Zeitschraube zurückgedreht?...

Sorry, bin im Moment tatsächlich ratlos naiv verblüfft darüber.

Und danke an dieser Stelle Euch allen nochmal für Eure guten, wichtigen Beiträge!
Das bringt mich voran.
Gruß, OlElO
 

ela1953

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Ich denke, dass ein Tausch nicht möglich sein wird, da es sich um zwei Eigentümer handelt.
 

TazD

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Ich denke, dass ein Tausch nicht möglich sein wird, da es sich um zwei Eigentümer handelt.
Wie soll ein Tausch sonst funktionieren, wenn nicht zwischen zwei Personen?
Oder hast du schon mal mit dir selbst etwas getauscht? :wink:
 

ela1953

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Wie soll ein Tausch sonst funktionieren, wenn nicht zwischen zwei Personen?
Oder hast du schon mal mit dir selbst etwas getauscht? :wink:
Zwei Eigentümer und der Fragesteller sind 3 Personen.
Der Tausch Anteil an großer Eigentumswohnung der Exfreundin gegen Anteil an kleiner Eigentumswohnung des Vaters der Exfreundin betrifft zwei verschiedene Eigentümer.
 

TazD

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Der TE hält selber einen 1/5-Miteigentumsanteil. Er ist also (Mit-)Eigentümer und will seinen 1/5-Anteil gegen die kleinere Wohnung tauschen.
Selbst wenn nun drei Eigentümer involviert sind, dann ließe sich auch dabei eine einvernehmliche Lösung finden, sofern alle an einem Strang ziehen.
 
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