Eigenkündigung / Aufhebungsvertrag - droht Sperre?

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DarkShadow

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Hallo zusammen,
ich habe nun auch mal eine Frage und bin völliger Laie auf dem Gebiet.

Zu meiner Situation:
Ich bin seit 2010 in meiner Firma in Teilzeit angestellt und im Grunde mag ich meinen Job auch sehr. Seit Ende 2012 bin ich zu meiner Partnerin gezogen, da ich sowieso nur einen befristeten Mietvertrag hatte, hat das gut gepasst. Ende 2015 haben wir dann auch geheiratet. Unser jetziger Wohnort (und Arbeitsort meiner Frau) ist jedoch 250 Kilometer von meinem Arbeitsort entfernt. Da mir Arbeit immer sehr wichtig war und ist, versuche ich seit 2012 hier einen Job zu finden, was sehr schwer ist, weil ich zu 100 % schwerbehindert bin und kein Auto fahren darf. Da wir weder eine Fernbeziehung wollen noch uns neben der Bahncard 100 (4200Euro / Jahr) eine zweite Wohnung leisten können, pendele ich seit 2012 die Strecke ca. 4 mal wöchentlich, das bedeutet eine Fahrtzeit von ca. 5 Stunden täglich.

Ich habe schon lange psychische Probleme, war schon mehrmals lange krank geschrieben in den letzten 3 Jahren, einmal 78 Wochen und zuletzt 3 Monate Ende 2016. Leider ist es so, dass es mir körperlich und psychisch immer schlechter geht und ich das einfach nicht mehr schaffe, zumal ich nur wenig verdiene, keine festen Arbeitszeiten und schwierige Klienten habe und eben monatlich noch 400 Euro Fahrtkosten zahlen muss. Ich habe mich jetzt nach langem Hin und Her doch dafür entschieden, zum 30.04.2017 das Arbeitsverhältnis zu beenden.

Ich weiß, dass eine Eigenkündigung zur Sperrung führen kann, aber besteht bei mir die Aussicht, dass ich da drumherum komme? Kann ich auch nach der Zeit noch mit Umzug zu meiner Ehefrau argumentieren? Meine Ärzte empfehlen mir seit langem die Kündigung und können mir das schriftlich geben.

Das Verhältnis zu meinem Arbeitsgeber ist sehr gut und die würden mich auf Wunsch auch kündigen, aber wie sieht das denn im Lebenslauf aus? Da nehme ich notfalls lieber eine Sperre in Kauf, als dann gar keine Chance mehr zu haben.

Vielen Dank und viele Grüße,
Dark
 

Fairy11

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Hi DarkShadow,

also ich finde es supernett von deinem AG, das er dir eine Kündigung schreiben würde. Das stelle ich mir zumindest deutlich einfacher vor, als es über Ärztegutachten zu versuchen.

Es sollte aber besser nicht "auf eigenen Wunsch" drinstehen; wahrscheinlich wäre "aus betrieblichen Gründen" ganz angemessen.

Wer nun aber wem gekündigt hat, gehört meines Wissens nach definitiv nicht in den Lebenslauf- DAS hätte ich im Bewerbungstraining ganz sicher erfahren;-)
 

DarkShadow

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Hallo Fairy,
danke für deine Antwort.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arbeitgeber mit mehr als 150 Mitarbeitern, dem es gut geht und der ständig wächst, aus "betrieblichen Gründen" einfach so kündigen darf, zumal bei mir noch das Integrationsamt mit dranhängt und das Arbeitsamt erwartet, gegen die Entscheidung zu klagen, das ist alles nichts für mich. Und meines Wissens nach interessiert es zukünftige Arbeitgeber schon sehr, warum gekündigt wurde und da sieht eine Eigenkündigung aus wichtigem Grund (ich würde hier bei Nachfrage Umzug zur Ehepartnerin angeben) irgendwie besser aus, oder nicht?

Ist denn die Fahrtzeit von täglich 5 Stunden für eine Teilzeitstelle kein wichtiges Argument? Neben Umzug zum Ehepartner und die gesundheitlichen Aspekt?

Ich habe dem Arbeitsamt bereits eine Mail geschrieben und die Situation erklärt und gefragt, ob mir eine Sperre droht, bisher keine Antwort. Ich hoffe, das war kein Fehler?
 
A

ALGler

Gast
Hallo DarkShadow,

es gibt eine GA der AfA zum diesem Thema, die du dir einmal herunterladen kannst.

https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A07.../A071.../GA-Alg-159.pdf

Siehe "159.1.2.1 Wichtiger Grund bei Lösung des Beschäftigungsverhältnisses oder vertragswidrigem Verhalten"

Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn

l) eine eheähnliche Gemeinschaft fortgesetzt oder wiederhergestellt wird; eine eheähnliche Gemeinschaft
ist eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft zwischen einer Frau und einem Mann, die so eng ist, dass sie von den Partnern ein gegenseitiges Einstehen im Bedarfsfall erwarten lässt. Diese wird vermutet, wenn Partner
- länger als ein Jahr zusammenleben oder
- mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben oder
- Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
- befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen


Ich vermute einmal, dass dieses bei dir zutrifft.

Gruß vom ALGler
 

DarkShadow

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Hallo ALGler,
danke auch dir für die Antwort und den Link.

Ich bin ja seit Dezember 2015 verheiratet, wohne aber schon seit 2012 mit meiner Frau zusammen, der Paragraf, den du mir gezeigt hast bezieht sich auf eine eheähnliche Gemeinschaft, passt daher also nicht.
In der Datei steht aber unter
Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn:
j) die Beschäftigung zur Begründung, Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft/eingetragenen Lebenspartnerschaft aufgegeben wird; bei Begründung einer solchen Partnerschaft ist ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang erforderlich. Unmittelbarkeit muss ausnahmsweise nicht vorliegen, wenn hierfür andere gewichtige Gründe, wie z.B. die Einschulung eines Kindes, vorliegen,

Was bedeutet unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang? Werde ich jetzt bestraft, weil ich erst jahrelang versucht habe, einen neuen Job zu finden, bis es nicht mehr geht?
 
A

ALGler

Gast
Hallo DarkShadow,

die Unmittelbarkeit stellt in der Tat ein Problem dar. Was genau unter gewichtigen Gründen bei der AfA versanden wird kann ich leider nicht beurteilen.

Vielleicht findet sich noch jemand hier im Forum der dazu etwas sagen kann.

Gruß vom ALGler
 

Agent

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Hallo DarkShadow,

die einfachste Variante für dich dürften gesundheitliche Gründe sein. Lass dir von deinem Arzt eine entsprechende Bestätigung schreiben, dass er dir aus ärztlicher Sicht empfohlen hat das Beschäftigungsverhältnis zu beenden. Wichtig ist, dass hier ein Datum dieser Beratung genannt wird. Damit gehst du zur Agentur für Arbeit und fragst nach einer Leistungsberatung. In der Regel wird die Bescheinigung dann eingescannt und du erhältst innerhalb von 2 Tagen einen Rückruf durch den entsprechenden Fachbereich. Da kann dir sicher bestätigt werden, dass aufgrund dieser Bestätigung keine Sperrzeit eintreten wird. So wärst du auf der absolut sicheren Seiten und wüsstest, wie im Falle deiner Kündigung die Sperrzeitentscheidung ausfallen wird.

Viele Grüße
Agent
 
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