Eigenkündigung aufgrund von Mobbing und akuter Erschöpfung vorgesehen,Arbeitslosmeldung wie jetzt vorgehen, Fragen dazu

lemontree

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Hallo,
ich habe mich bereits eingehend belesen und fühle mich gut informiert - für einzelne Frage benötige ich aber Rat - diese Fragen werde ich explizit kennzeichnen.

Ausgangslage:

- ich, 31 Jahre, w, noch nie arbeitslos gewesen

- befristeter AV im ÖD

- Eigenkündigung (aufgrund von Mobbing und akuter Erschöpfung) vorgesehen - Kündigungsfrist beträgt 3 Monate zum Quartalsende - in meinem Fall muss die Kündigung bis 29.09.2018 beim AG sein, damit sie zum 31.12.2018 wirksam wird

- Beratungsgespräch per Telefon mit Arbeitsagentur fand bereits statt (sie rät: ärztlichen Artest,welchen ich auch bekommen würde von meinem Arzt, dann kündigen, dann innerhalb von 3 Tagen bei Agentur arbeitslos melden und ALG 1 beantragen, dann kommt Prüfung wegen Aufheben der Sperrfrist, dann sollte es eigentlich durchgehen, dass keine Sperrfrist verhängt wird aufgrund des ärztlichen Rates)

  • erste Frage: da es sich um eine ordentliche (fristgemäße) Eigen-Kündigung handelt, und nicht um eine fristlose, muss ich ja noch bis zum 31.12.2018 arbeiten - beziehe ja dann ab 01.01.2018 ALG 1 hoffentlich ohne Sperrzeit...mein Frage hierzu: wird die Arbeitsagentur mir vorschreiben können, dass ich mich in der Zeit von der Kündigungsabgabe Ende September bis zum letzten Arbeitstag am 31.12.2018 um einen neuen Job kümmern möge - damit sie quasi verhindern, dass ich ab dem 01.01.2018 in die Arbeitslosigkeit rutsche oder werden die wirklich erst aktiv, wenn ich ab dem 01.01.19 arbeitslos bin?

  • zweite Frage: melde ich mich dann im September (spätestens drei Tage nach Abgage meiner Kündigung) bereits arbeitslos mit allem drum und dran und bekomme dann erst einen Termin bei der Arbeitsvermittlerin im Januar 2019, wenn mein Arbeitsverhältnis wirklich beendet ist?

- mein "geplanter weiterer Ablauf" wäre, dass ich ab dem 01.01.2018 einen Termin bei der Arbeitsvermittlerin habe und dort dann erkläre, dass ich anstrebe, nicht wieder in einen Büro-Job zurück zu kehren,
  • erstens weil ich aus gesundheitlichen Gründen der Augen nicht mehr lange am PC arbeiten kann (Da wird ja dann von seiten der Arbeitsagentur ein Gutachten folgen, ob ich für diese Berufsgruppe noch tauge)
  • zweitens, weil ich mich dann aufgrund meiner Augen neu orientieren will, möglichst nicht im Büro
...dritte Frage: ich würde dann gerne mehrere Praktika in verschiedenen Berufen machen um zu testen, ob ich für diese geeignet bin - darf man dies während der Arbeitslosigkeit dann/hilft die Agentur einem da eventuell sogar und auch dann später bei einer Umschulung?

  • vierte Frage: wenn es so kommen sollte, dass der Gutachter-Arzt von der Arbeitsagentur bestätigt, dass ich keinen Bürojob mehr machen soll - bin ich dann für die Zeit der Neuorientierung nicht frei verfügbar für den Arbeitsmarkt und kann somit auch kein ALG 1 beziehen??? Und ist diese Einschätzung, keinen Bürojob mehr ausüben zu können, dann festgenagelt für alle Zeit, sodass ich dann auch "nie wieder" seitens der Agentur in einen Bürojob zurück kann? Oder ginge das nach einem eventuellen Genesen der Augen irgendwann wieder?

Vielen Dank fürs Lesen :smile:

Ich hoffe natürlich erstmal, dass überhaupt ein Wunder geschieht und ich keine Sperrzeit erhalte und die mich dann nicht wieder direkt in einen Bürojob drücken wollen :-( sondern ich die Zeit der Arbeitslosigkeit auch nutzen darf, um mich sinnvoll neu zu orientieren.
 
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avalanche

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AW: Rat erbeten zum weiteren Vorgehen !!!

Hallo @lemontree und :welcome:,

mit den BAT-TV werden sich hier die wenigsten auskennen, fürchte ich.

Einschlägig für Kündigungen ist der §622 BGB:
Absatz 1 sieht für eine Eigenkündigung eine Kündigungsfrist von 4 Wochen vor, Absatz 6 besagt, dass für den AN keine längeren Fristen bestehen dürfen, als für den AG.


Aus meiner Sicht (54 Jahre) würde ich die Eigenkündigung vermeiden und mich erst mal AU schreiben lassen. Dann bekommst du auch eher eine Umschulung von der Arbeitsagentur genehmigt. Vielleicht ist es ohnehin besser, eine Umschulung ins Auge zu fassen, als auf die Vermittlungstätigkeit vom Amt zu hoffen. Die vermitteln meist nur in gewerbliche Berufe und meist nur über Zeitarbeit.


Ich will dir hier wirklich nicht zu nahe treten, aber mit Praktika wird das nichts werden. In der heutigen Arbeitswelt zählen nur Bilanzen und das lässt man dich da schnell spüren, fürchte ich.


Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, ave
 

Agent

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AW: Rat erbeten zum weiteren Vorgehen !!!

Hallo lemontree,

ich versuche mal, deine Fragen zu beantworten...

1. Frage: Natürlich wird man dich bereits ab dem Zeitpunkt der Arbeitsuchendmeldung (die richtigerweise innerhalb von 3 Tagen nach Kündigung erfolgen muss) zu Terminen in die Agentur einladen. Die 3 Monate vor dem Eintritt der Arbeitslosigkeit nennt man die Job-to-Job-Phase und es soll eben möglichst die Arbeitslosigkeit vermieden werden.

2. Frage: siehe Antwort zur ersten Frage. Du wirst zeitnah einen Termin in der Arbeitsvermittlung erhalten.

3. Frage: diese sollte eigentlich erst nach der vierten Frage kommen. Wenn festgestellt wird, dass dein Beruf dauerhaft nicht mehr ausübbar ist und eine Umschulung erforderlich ist, dann kann es ggf. Sinn machen, mal mit einem Praktikum in einen Beruf hineinzuschnuppern. Diese Praktika dauern aber eher mal 2 Wochen als nen Monat - wenn überhaupt.

4. Frage: Versprich dir nicht zu viel von dem Gutachten. Zum einen kann es sein, dass man z.B. anrät nicht dauerhaft am PC zu arbeiten. Es gibt aber durchaus Stellen, wo man eben auch im Kundenkontakt ist oder so, sodass man eben mit den vorhandenen Einschränkungen auch weiter im Beruf arbeiten kann, sodass das Ergebnis nicht zwangsläufig in einer Untauglichkeit für die aktuelle Tätigkeit enden muss.
Wenn das doch der Fall ist, könnte aber auch die DRV mit ins Boot kommen über LTA...
Wichtig ist, dass du weiter ALG beziehen kannst - und zwar, indem du dich dem ärztlichen Gutachten anschließt und dich im Rahmen der festgestellten Leistungsfähigkeit zur Verfügung stellst.

Viele Grüße
Agent
 

Kerstin_K

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AW: Rat erbeten zum weiteren Vorgehen !!!

Fuer Bildschirmarbeit gibt es viele Hilfsmittel. Laesst sich dir Beeinträchtigung der Augen damit nicht ausgleichen?
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Karinik

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Hallo,

noch ein Tipp von mir hinsichtlich der augenärztlichen Untersuchung. Dein behandelnder Augenarzt stellt ja meist nur Atteste aus. Sie zählen in so einem Fall nicht sehr viel, im Gegensatz von Gutachten zugelassener Gutachter (z. B. Arbeitsmediziner).Auf jeden Fall würde ich ein solches Gutachten vorher selbst einholen, als AN hast du ein Recht auf eine G37 Untersuchung:

https://www.ergo-online.de/html/gesundheitsvorsorge/vorsorgeuntersuchungen/augen2.pdf

Die Kosten muss dein AG übernehmen. Sollte e sich quer stellen würde ich die Kosten privat übernehmen. (Grunduntersuchung ca. 53€, notwendige Ergänzungsuntersuchung 75€).

https://www.arbeitsmedizin-wüschner.de/preislisten.html

Wichtig: es müssen für die Untersuchung zugelassenen Ärzte sein. Nur die dürfen solche Gutachten erstellen. Je nach Ergebnis liegt es dann an dir, ob du das private Gutachten zu Hause in der Schublade verschwinden lässt oder der Arbeitsagentur vorlegst.

Karinik
 
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Birgit63

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Was ich nicht verstehe, ich bin selbst im ÖD im Büro beschäftigt. Bei uns werden alle 2 Jahre augenärztliche Untersuchungen durchgeführt. Auch ist der AG im ÖD (ob das nur im ÖD so ist, weiß ich nicht. Aber bei uns ist das so) verpflichtet, zu schauen, ob er den AN nicht anderweitig unterbringen kann. Es gibt auch im ÖD Tätigkeiten, die nicht nur PC-Arbeit mit sich bringen. Weiß denn dein AG überhaupt schon, dass du mit deinen Augen die PC-Arbeit nicht mehr machen kannst. Auch bei Mobbing kann man sich helfen lassen. Es gibt den Personalrat oder die oder den Gleichstellungsbeauftragten. Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Bevor ich meinen Job im ÖD aufgebe, muss erst ganz viel passieren. Mobbing kenne ich selbst gut. Man kann nachts nicht schlafen, hat Bauchweh, Kopfschmerzen usw. Der schönste Tag der Woche ist der Freitag. Man hat nur einen halben Tag und dann das WE vor sich. Dieses Gefühl ist aber spätestens am Sonntagfrüh schon wieder verflogen. Weil der Montag und damit die lange Woche vor einem liegt. Ich habe damals versucht mit der Kollegin zu reden. Dann habe ich versucht mit deren Vorgesetzten zu reden. Zu allerletzt habe ich mir Rat beim Personalrat gesucht und dann um Versetzung in ein anderes Dezernat gebeten. Das ging dann recht flott.
 

RobbiRob

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@Birgit63: Im Eingangsbeitrag steht, dass die Stelle befristet ist.

Ich glaube Deine gut gemeinten und sehr wohl richtigen Tipps laufen da ins Leere.
Auch im ÖD.

Wie lange ist die Befristung und gibt es da einen Sachgrund?

Grundsätzlich rate ich der TE aber bei gesundheitlichen Beschwerden zu einer AU.
Denn selbst bei Eigenkündigung muss man ja die Zeit bis zum Jahresende arbeiten, abzüglich Urlaub.
 
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