Eigenen PKW an Firma vermieten als Teilzeitkraft/Aufstocker. Was wird angerechnet vom Jobcenter? Gilt es als Einkommen?

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DonOs

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Mahlzeit

Folgender fiktiver Sachverhalt. Arbeit als Teilzeitstelle ist vorhanden. Das Geld reicht aber nicht um von ALG II loszukommen, man bekommt etwas als Aufstocker dazu (rund 450,-€). Die Firma hat keine Firmenautos und mietet sich jeden Tag mehrere PKW zur Auslieferung an.

Angenommen man hat einen passenden Transporter und bietet der Firma die Dienste des Auslieferns mit den eigenen PKW an, anstatt sich die Firma die Autos jeden Tag teuer mietet. Zum Selbstkostenpreis geht das natürlich nicht oder mit einer läppischen Kilometerpauschale.

Angenommen die Firma wäre bereit der Teilzeitkraft täglich 30,-€ plus Benzinkosten zu erstatten, gerechnet mit 20 Einsatztagen für sehr wenige Stunden am Tag wären das circa 600,-€.

Verdienst nach Abzug der Steuern liegt bei rund 600,-€
Vermietung des PKW für die Firma bringt rund 600,-€
Pi mal Daumen 450,-€ im Monat zur Aufstockung als ALG II dazu.

Wären also 1650,-€ im Monat.

Werden die rund 600,-€ als Aufwandsentschädigung zur Bereitstellung des eigenen PKW als Einkommen angerechnet? In den 600,-€ sind Verschleiß, Reparatur, TÜV und sonstige Angelegenheiten enthalten. Die Kosten wären also gedeckt mit einem Plus, wie gesagt, zum Selbstkostenpreis gibt es das nicht und die Firma wäre bereit dazu.

Eine "Vermietung" beziehungsweise Bereitstellung des eigenen PKW dürfte ja auch ohne weiteres möglich sein?

Danke fürs Lesen
 

vidar

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Moin @DonOs,

Die Einnahme aus der PKW-Bereitstellung wird dir wahrscheinlich wohl angerechnet werden. Wobei ich aber denke, dass du dann die Kosten (20 Tage je Monat( = 2/3)) der Versicherung und der Steuern des Kfz. in Abzug bringen könntest. Probleme könnte es dann ggf. aber mit deiner Kfz.Versicherung geben, da du das Auto jetzt auf einmal auch „Gewerblich“ nutzt. Hier könnte dann ggf. ein Aufschlag des Versicherungsbeitrag gegeben sein.
 
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ExitUser

Gast
Wie soll das vertraglich geregelt werden?
Private Autovermietung auf Rechnung? -> Genehmigungen nötig? Gewerbl. Tätigkeit? wahrscheinlich aber -> recherchieren.

Steuerlich: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/p/pkw-vermietung-an-arbeitgeber-lexikon-des-steuerrechts/

Oder er Vers. Nehmer, Dienstreisekasko?
https://www.deutsche-versicherungsb...ex_dvb.php?title=Dienstreisekaskoversicherung

Generell versicherungrechtlich einiges regeln.
Nutzung von Privat PKW für geschäftliche/betriebliche Zwecke muss der evtl. Vers. gemeldet werden!! Bei Versicherer fragen.

Haftung für Schäden bei Unfall, Kosten Vollkasko (Dienstreisevers. s. o.?) etc.
Bitte selbst noch suchen.Schnell mal dies https://www.meyer-koering.de/meldungen/2150/nutzung-des-privaten-pkw-im-interesse-des-arbeitgebers

Seitens JC wird wohl der Gewinn aus Vermietung abzügl. tatsächliche Kosten als EK angerechnet.
Hoher Aufwand Papierkram, Fahrtenbuch, Tankbelege etc.

Meine Meinung. Ich wäre vorsichtig und würde das erst mal rechtlich genau abchecken. Firma hat bestimmt Steuerberater. Der müsste sich da auch auskennen.
 

Archibald

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Dein Ansinnen ist eine Milchmädchenrechnung :idea: die an 2 Umständen scheitern kann.

1.) So wie du das schilderst hättest du 600 Euro Einkommen aus nicht selbstständiger Tätigkeit was die Arge auch so Monat für Monat anrechnen würde.
Spätestens im Schadensfall, z. B. müsstest du diesen finanziell stemmen ohne ihn mit den Einnahmen verrechnen zu können weil du keine Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit hast. Im letzteren Fall, du bist selbstständig, kann anderst gerechnet werden.

2. Was wenn dich dein Auftraggeber 2, 300 Kilometer am Tag fahren lässt? Alle Kosten, auch Reparaturen wären mit der Pauschale abgegolten. Und die Pauschale verlebst du Monat für Monat. ...

Wenn du das richtig machen willst musst du deinem Auftraggeber das Fahrzeug für 40 ECent pro gefahrenem Kilometer, für Kurzstrecke plus Sprit,überlassen. So kommt genug herein das Fahrzeug auch Warten und Reparieren lassen zu können. ...

Ein Fahrtenbuch muss her wenn die 1%Regelung nicht greift. Etc.

Übrigens wären für die Arge beide Verdienste 1200.- Euro Einkommen /Monat wo du keine Kosten gegenrechnen kannst. (Einkommen aus nicht selbstständiger Tätigkeit.) Kommt dann nur eine Reparatur fällt der Teil des Verdienstes weg und zugleich werden die Reparaturkosten fällig.

Viel Spass dabei, so ohne selbstständige Tätigkeit und deren Abrechnungsmöglichkeiten bei Arge und FA. :wink:
 
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ExitUser

Gast
Hmmm, es ist eine TZ Stelle.
Hier geht es ja darum, keine Sozvers zu zahlen (immer Nachteil für AN), AG spart und Kosten absetzen kann.

Hätte der AG einen Geschäftspartner, der dich einstellen kann auf 450 € Basis? + Übernahme freiwillige RV -> vorteil, statt 600 für kfz klebst du bisschen rente. (falls relevant bei dir)
Vorbeugend, wenn da jemand kommt wegen Betrug:
Der TE wird sicher eine bes. Fähigkeit haben, die der Minijob-AG brauchen kann. Beratungstätigkeit, Büroarbeit, ???... Und der AG darf auch 30, 50, 80 € Stundenlohn zahlen, so lange er Steuern und sozvers. korrekt abführt. Vertragsfreiheit.

Und deinem AG dann eine Dienstleistung in Rechnung stellen kann?
Dies würde dann die kfz Kosten teilweise abdecken.
Zusätzlich kann dir jeder AG noch 44 € monatl. steuerfreie Sachzuwendungen (Benzin-GS) geben. Wären nochmal 88 € anrechnungsfrei bei SGB .
https://www.ines-scholz.de/pdf/arbeitgeber-informationen.pdf
Zusätzlich gehen ja noch Geschenke ab und zu, auch wenn es nicht viel ist.

Dein Haupt AG könnte dir zusätzlich km Geld 30 ct. + Verpflegungsmehraufwand zahlen (wenn man deine AZ so legen kann, dass an einigen tagen halt diese 8 std. Abwesenheit zusammen kommen, kenne die arbeitsbedingungen nicht.) und eine Dienstwagenvers. abschließen für deine Absicherung des Kfz.
Soll halt der Steuerberater mal clever sein und deinen AG für das viele Geld beraten ;)
Ich bin da nicht mehr so fit und aktuell.

Du musst ja kein Alg beantragen. Also einfach mal ausrechnen, wie viel das aus macht und ob du damit klar kommen würdest.

Mal grob. 450 vom JC dazu -> zusätzlicher 450 € Job + 88 jeden Monat Gutscheine= 538 + evtl. 10 Tage je 12 € Spesen = 658 € mehr auf Tasche, Auto ist gut verischert, Unfall abgesichert, Rente geklebt.

Freibetrag JC bei 450 € job sind 170 €, die den obigen Zahlen entgegen stehen, für mehr Freiheit.

PS:
Ääh Stopp, den Grundfreibetra -> gibt es nur einmal? Egal, wird schon jemand genau ausrechnen können.
 
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DonOs

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Danke für die Antworten

2-300 Kilometer fahren ist organisatorisch nicht möglich. Es fallen jeden Tag zwischen 60 und 70 Kilometer an, je nach Fahrweise und das seitdem ich dabei bin. Gibt es Baustellen kam es auch selten mal vor, daß es 80 waren. Bis 12Uhr muß "alles" an den Mann gebracht sein, von 9Uhr an, deshalb gehen mehr Kilometer nicht. Derzeit hab ich das mit rund 50 Cent pro Kilometer veranschlagt. Mit dem gemieteten Auto waren es heute 63 Kilometer, mal sind es 64 oder 62, Durchschnitt circa 63,5, wären bei einer Pauschale von 30,-€ rund 47 Cent, oben drauf kommen aber noch die Benzinkosten, die ich extra erhalten würde. Und das was ich da anbieten würde, wäre noch um ein vielfaches Preiswerter, als das sich die Firma derzeit jeden Tag mieten muß.

Wenn man die Pauschale von Amtswegen her anrechnen würde, also die 600,-€, dann dürfte ich davon glatte 200,-€ behalten, was nicht mal ansatzweise die Kosten decken würde (Verschleiß, Reparatur etc. pp.) Dafür würde ich mein PKW nicht hergeben.

:(

Das mit der Selbstständigkeit hab ich mir auch schon überlegt, nur dann müssen ja auch Steuern etc bezahlt werden. Das die PKW Versicherung einen anderen Tarif bei gewerblichen Fahrten anrechnet, ist mir bewußt und bereits im Preis mit einkalkuliert.

Im übrigen waren es erst ein paar Stunden als Minijob (450,-€), die kürzlich als Teilzeit aufgestockt werden konnten.
 
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