eigene Bewerbung, Vorstellungsgespräch,Probearbeit,Chef unhöflich,Probearbeit abgebrochen...Sanktion?

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rpg_kernel

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Hallo,

Vor einiger Zeit habe ich mich bei einem Unternehmen als IT Techniker beworben - wie alle in unserer Lage muss auch ich mich einige Male per Monat bewerben -. Nach vielen Wochen ohne irgendeine Antwort bekam ich dann per Anruf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Beim Vorstellungsgespräch kam heraus, dass die Stelle mit sehr viel körperlicher Arbeit zu tun hat. In der Online Stellenanzeige stand nichts über körperliche Arbeit, ich hätte mich nicht beworben mit meinem Rückenproblem. Da ich sehr unsicher bin, ob ich denn aufstehen und das Vorstellungsgespräch beenden kann, ohne vom Jobcenter Ärger zu bekommen, sagte ich nichts über mein Rückenproblem. Ausserdem erzählte der Chef auch erst beim Gespräch, dass es zur Tätigkeit gehört, große Transporter zu fahren. Ich sollte etwa eine halbe Stunde Einweisung bekommen, dann solle es kein Problem sein, die Dinger zu fahren. Das hat zu weiterer Angst vor diesem Job beigetragen, da ich bei meinem 1€ Job (vor vielen Jahren) so einen Transporter als Müllabfuhr fahren durfte und einen Unfall mit mehreren Tausend € Schaden verursachte.

Nun sollte ich einen Termin zu ein oder zwei Tagen Probearbeit bekommen. Die Sekretärin sollte mich noch am Tag des Vorstellungsgespräches anrufen. Ich wartete, rief dort nochmal an, sie versicherte mir, sie werde mich anrufen. Tat sie nicht. Also begab ich am nächsten Morgen nochmal zum Unternehmen, um dort nachzufragen. Die Sekretärin bestellte mich um acht Uhr nächsten Morgen zur Probearbeit.

Ich kam kurz nach halb acht nächsten Morgen an und traf erstmal nur die Putzfrau an. Ich wartete, und als etwas Zeit verstrichen war, bat ich die Putzfrau höflich, ob sie denn mir einen Stuhl herausstellen könnte, denn sie wollte mich (verständlicherweise) nicht herein lassen, und ich dachte, dass ich vielleicht länger als eine halbe Stunde warten müsste. Sie verneinte, aber schaute freiwillig für mich in einer Garage nach, ob sie dort einen Stuhl oder Hocker finden könnte - gab es nicht, aber würde sie das tun, wenn ich unhöflich gewesen wäre? -. Langsam kamen aber dann die Leute an, ich wurde mit ein paar Leuten zusammen in eine Küche gebracht.

Wir unterhielten uns gerade, als der Chef reinkam, die Leute rausschickte und anfing mich anzuschreien, dass ich die Putzfrau angefahren hätte, ich hätte einen Stuhl _verlangt_. Ausserdem war ich um acht Uhr fünfzehn bestellt nicht acht, wieso hätte ich mich dort überhaupt beworben mit meinem Rückenproblem. Ich war vollkommen perplex und hatte Angst, habe ihm geantwortet, dass ich mich nunmal überall bewerben muss, und dass in seiner Anzeige nix von körperlicher Arbeit stand. Aber alle meine Antworten waren sehr unsicher und fast schon gestammelt. Nachdem er mich wieder angeschrien hatte, dass ich die Klappe halten solle in meiner Position, habe ich ruhig die Hände gehoben und gesagt es hätte alles kein Sinn mehr. Daraufhin begleitete er mich zur Tür hinaus.

Jetzt habe ich Angst, dass ich sanktioniert werde. Was habt ihr für Tips für mich. Wie sollte ich vorgehen, was sollte ich machen?

Vielen Dank
 

Zermürbt38

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Warum solltest du sanktioniert werden, dafür gibt es keinen Grund. Hattest du dir die Stelle selber gesucht, dann erst recht nicht. Du musst dich auch nicht überall bewerben das ist absolut nicht wahr. Du musst und solltest dich nur bewerben, wenn du gesundheitlich dafür auch in der Lage bist. Alles andere hat keinen Sinn.
Aber eins verstehe ich nicht. Bei dem Vorstellungsgespräch wusstest du das schwere körperliche Arbeiten zu verrichten sind. Warum bohrst du dann weiter nach dem Termin für Probearbeit, nachdem sie sich nicht gemeldet hatte. Ich hätte es einfach abgehakt, denn du wusstest doch, dass du hierzu nicht in der Lage bist.
Und noch ein Tip: Lass dir vom JC nicht alles gefallen. Du bist kein Sklave!
 

rpg_kernel

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Vielen Dank für deine sehr fixe Antwort, und dass du mich beruhigt hast.

Ich dachte, dass wo ich schon im Vorstellungsgespräch gesessen hatte, und der Chef mich zur Probearbeit bestellte - ich weiss nicht, ob ich seinen Ton beschreiben kann hier: er hörte sich an und drückte sich aus, als ob es ein für alle mal klar wäre, dass ich dort anfangen müsste -, ich wenigstens zu der Probearbeit müsste. Damit ich dem JC sagen könnte, ich habe mir die praktische Arbeit angeguckt.

Ich weis nicht, wann so ein Geschäftsführer beim JC anrufen kann/darf, um sich über mich zu beschweren. Auch nachdem er mich da rausschmiss, hatte ich die ganze Zeit Angst, dass der beim JC anruft. (Nein, er hat natürlich meinen Namen, Adresse, Tel.Nr. aber nicht die JC Kunden/BG Nummer.)

Ich lass mir zwar nix gefallen, aber auf der anderen Seite habe ich keine (richtige) Ahnung von meinen Rechten, und versuche mich so ruhig und unauffällig wie möglich zu verhalten: Bei Forderungen versuche so gut wie möglich nachzukommen. Das gute ist: mein JC Berater ist auch einer derjenigen, der nicht so dolle und viele Forderungen stellt.
 

Merse

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Hast du die Probearbeit pflichtgemäß dem Jobcenter gemeldet? Hat das JC eine Maßnahme bei einem Arbeitgeber draus gemacht und dich zeitnah über die Folgen des Nichtantritts belehrt? Falls nein, wird dir nichts passieren.
Ein AG kann auch nicht einfach nach Lust und Laune beim Jobcenter anrufen und Auskunft darüber erteilen, was du so in der Freizeit bei irgendwelchen Firmen machst, das fällt unter den Datenschutz. Er dürfte nur Rückmeldung geben, wenn ein Vermittlungsvorschlag vorläge. Dann darf er antworten, ob du eingestellt wurdest oder nicht.
 

Zermürbt38

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und versuche mich so ruhig und unauffällig wie möglich zu verhalten
Genau das ist ein Fehler wenn sie merken, dass da jemand ist der keine Ahnung von seinen Rechten hat. Das ist sozusagen für das Jobcenter eine Einladung, dass sie mit dir alles machen können und du zu allem ja und amen sagst. Ob das jetzt bei dir so ist, sei mal dahingestellt.
 

Ramteid

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Was viele auch missachten ist, das Probearbeit streng definiert ist.
Der Arbeitgeber hat dann kein Direktionsrecht, kann dir nicht befehlen eine bestimmte Arbeitszeit vor Ort zusein.
Tut er das doch, so kann schon ein offizielles Arbeitsverhältnis begonnen haben.
Das gilt auch für den Fall das du Arbeitsanweisungen ausführen must, Berufsbekleidung tragen must.
 

rpg_kernel

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@Merse : Nein, die Bewerbung und auch die Probearbeit waren nicht dem Jobcenter bekannt. Auch eine Maßnahme wurde nicht daraus gemacht. Mit zermürbt's obiger Antwort sind damit meine Fragen/Befürchtungen ausgeräumt.

@Zermürbt38 : Du hast recht. Aber ich bin bei meinem Fallmanager mit der Strategie sehr gut gefahren, keine überbordenen Anforderungen und Maßnahmen bekommen in all den Jahren.

@Ramteid : Diese Probearbeit hatte schon was - die Natur - von offizieller Arbeit, aber wie beschrieben kam ich - zum Glück - nicht dazu. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Chef da schon richtige Anweisungen erteilt hätte, obwohl die Sekretärin am Tag davor sagte, ich brauche nur zugucken. Aber wie beschrieben, da sagt die eine das, der andere das. Unglaublich eigentlich.

Vielen , vielen Dank an alle eure Antworten. Ihr habt mir mein Wochenende erleichtert. Ich wünsche euch allen genauso schönes Wochenende.
 

Ramteid

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Die Sekretärin kannte sich im Arbeitsrecht aus!
Und es ist leider üblich geworden das statt Probezeit (im regulären Arbeitsverhältniss) Probearbeiten mit richtigen mitarbeiten verlangt wird.
Dieses wird vom JC ebenfalls immer wieder eingefordert. So auch von meiner neuen SB letztes mal.
Meine Nachfrage nach der Entlohnung wurde mit Kopfschütteln und leisem gemurmel beantwortet.
Meine Nachfrage ob sie wüste was der Unterschied zwischen Probezeit und Probearbeit ist...... wurde ebenfalls nicht beantwortet.
Dir auch ein schönes WE :)
 

Holler2008

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Eine Sanktion wäre nicht rechtens.
Klar kann es sein, dass sich der Arbeitgeber gegen geltendes Recht beim Jobcenter beschwert.

Was dann passieren kann ist, dass dich das Jobcenter zum ärztlichen Dienst schickt, wenn deine Rückenprobleme nicht bekannt waren.
 

franzi

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Woher wusste der Chef etwas von deinem Rückenproblem, wenn du es ihm nicht gesagt hattest?
Offenbar war es kein Vermittlungsvorschlag, also ist auch keine Sanktion möglich.
Solange man in der Bewerbungsphase ist, ist man dort noch nicht angestellt. Man muss keinen vorauseilenden Gehorsam an den Tag legen.
Lass dich nicht einschüchtern. Der Mann scheint ziemlich impulsiv zu sein.
Hatte auch schon mal ein Vorstellungsgespräch, wo der Chef nur geschrien hat. Ich habe das dann abgebrochen, weil eine normale Unterhaltung mit dem nicht möglich war.
Ich hätte auf die Rückmeldung der Sekretärin gewartet. Und wenn da nichts gekommen wäre, hätte ich die Sache auf sich beruhen lassen, zumal der Job ohnehin nicht zu dir passte.
 

rpg_kernel

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@franzi: Der Chef hat - seiner regelrecht gebellten Aussage nach zu urteilen - einen Anruf der Reinigungskraft, nachdem sie weggefahren war, während die Leute um acht Uhr herum eintrudelten, bekommen, dass ich wohl sie irgendwie unhöflich dazu bringen wollte, mir einen Stuhl zu geben. Daraus schloss er, dass ich nicht sehr lange stehen kann. Daraus dann, dass ich Rückenprobleme habe, was ich ihm dann auch zugab.

@Holler2008 : Sollen die mich ruhig dahin schicken, dann habe ich es hoch offiziell, dass mein Rücken kaputt ist.
 

franzi

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Für die Rückenprobleme kannst du nix. Das kann dir niemand zum Vorwurf machen.
Vergiss die Sache und entspanne dich ...
 
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