Ehrenamt, worauf muss ich achten? (1 Betrachter)

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Nynmi

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Hallo zusammen.

Ich möchte gerne eine Umschulung zum Erzieher machen, da ich in meinem erlernten Beruf keine Chance sehe reinzukommen.

Ich bin vor kurzem nach Berlin gezogen und habe bereits ein 2-wöchiges Praktikum an einer Grundschule absolviert. Ich wollte eigentlich länger machen, aber das Jobcenter wollte dies nicht zustimmen.
Nun habe ich in der Grundschule nachgefragt, ob es auch möglich wäre als Ehrenamt dort weiter zu machen.
Die sind voll begeistert darüber und für mein Ziel zum Erzieher kann es ja auch nicht schaden. Besser als zuhause rum zu sitzen.

Die Fragen die ich nun habe sind folgende:

1. Worüber ist man dann versichert?
2. Muss die Schule ein Ehrenamts Vertrag mit mir schriftlich vereinbaren?
3. Wie viele Stunden darf ich das machen (wegen Jobcenter)
4. Muss ich das Jobcenter überhaupt darüber informieren?
5. Worauf muss ich noch achten?
 

HartzVerdient

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Nun habe ich in der Grundschule nachgefragt, ob es auch möglich wäre als Ehrenamt dort weiter zu machen. Die sind voll begeistert darüber und für mein Ziel zum Erzieher kann es ja auch nicht schaden.
Dir ist klar, dass du mit deinem Verhalten einen regulären Arbeitsplatz kaputt machst? Denke mal über alle Erzieher nach, die hier täglich um Hilfe bitten, weil sie keine Arbeit finden und ihnen das Jobcenter die Hölle heiß macht.
 

Sauregurke

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Die Fragen die ich nun habe sind folgende:

1. Worüber ist man dann versichert?
2. Muss die Schule ein Ehrenamts Vertrag mit mir schriftlich vereinbaren?
3. Wie viele Stunden darf ich das machen (wegen Jobcenter)
4. Muss ich das Jobcenter überhaupt darüber informieren?
5. Worauf muss ich noch achten?
Zu einem Vertrag kann ich dir nur raten, denn dann bist du zumindest während deines Amtes bei der Berufsgenosenschaft angemeldet und versichert.
KV bist du ja( hoffe ich).
Wegen des Vertrages musst du dich beim Träger der Schule erkundigen.
Das JC würde ich auf jeden Fall informieren. Kann ja sein, dass du deine Umschulung von denen finaziert haben willst.
Trotz des EA musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Solltest du eine Aufwandsentschädigung erhalten, musst du die auch beim JC angeben.
Ich weiss ja nicht, ob es bei dir passt, aber hast du dich mal über ein FSJ schlau gemacht?
 

verona

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Ehrenamt kann man ausüben. Dagegen kann das Amt nichts sagen, soweit du dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehst.

Allerdings ist ein Ehrenamt auch kritisch zu betrachten. Besonders in dem Bereich Schule oder Kindergarten. Klar freuen die sich, wenn man das vorschlägt. Warum dürfte sich erklären.

Ehrenamt kann man auch in anderen Bereichen mit Kindern tätigen.
Diverse Freiwilligenagenturen bieten da was an.
 

Surfing

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Ehrenamt an einer Schule: Kommt auf die konkrete Tätigkeit an. Wenn das Aufgaben sind die sonst kein Festangestellter macht oder vorher gemacht hat sehe ich kein Problem. Ein Problem sehe ich aber wenn es um einen Vertrag geht der im Grunde nur für Arbeitnehmer in einem Arbeitsverhältnis vorgesehen ist.

Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit muss man nichts machen wenn man gerade nicht möchte oder keine Zeit hat ect. Mit einem Vertrag sieht das anders aus.

Das JC kann ehrenamtliche Tätigkeiten nicht verbieten! Man muss es aber schriftlich melden und Einnahmen daraus müssen dem JC auch gemeldet werden.

Vorrang hat aber immer die Suche nach einem regulären Arbeitsplatz (sozialversicherungspflichtig mit Lohn oder Gehalt).
 

Nynmi

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Dir ist klar, dass du mit deinem Verhalten einen regulären Arbeitsplatz kaputt machst? Denke mal über alle Erzieher nach, die hier täglich um Hilfe bitten, weil sie keine Arbeit finden und ihnen das Jobcenter die Hölle heiß macht.
Ich denke nicht, dass ich ein Arbeitsplatz kaputt mache, da ich selbst ja noch kein Erzieher bin kann ich auch keinen Erzieher ersetzen. Während des Praktikums durfte ich auch nicht allein die Kinder beaufsichtigen, dies ändert sich bei beim Ehrenamt auch nicht.

Sauregurke meinte:
Zu einem Vertrag kann ich dir nur raten, denn dann bist du zumindest während deines Amtes bei der Berufsgenosenschaft angemeldet und versichert.
KV bist du ja( hoffe ich).
Wegen des Vertrages musst du dich beim Träger der Schule erkundigen.
Das JC würde ich auf jeden Fall informieren. Kann ja sein, dass du deine Umschulung von denen finaziert haben willst.
Trotz des EA musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Solltest du eine Aufwandsentschädigung erhalten, musst du die auch beim JC angeben.
Ich weiss ja nicht, ob es bei dir passt, aber hast du dich mal über ein FSJ schlau gemacht?
KV bin ich ja über das JC.
Naja Umschulung über das JC zu bekommen ist schon schwer, daher lieber berufsbegleitend. Aber ich denke auch das es besser ist es beim JC anzugeben.
FSJ habe ich mich schon schlau gemacht und würde dies auch gerne machen. Das Problem dabei ist aber das man dann nicht mehr den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und somit auch keinen Anspruch auf Leistungen hat.
 

biddy

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Nynmi meinte:
Das Problem dabei ist aber das man dann nicht mehr den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und somit auch keinen Anspruch auf Leistungen hat.
Meinst Du, keinen Anspruch mehr auf Alg II? Nein, das stimmt nicht.

Die Einnahme aus dem FSJ wird - um mind. 200 € bereinigt (also nicht anrechenbarer Freibetrag) - auf den Alg-II-Bedarf angerechnet, siehe hier Absatz 7:

*klick* § 1 Alg II-V Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen
 

Sauregurke

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Danke @biddy! Völlig richtig.
Gleiches gilt für den Bundesfreiwilligendienst.
 

Nynmi

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Wirklich?
Also ich bin da anders informiert.
Also wenn ich nun ein Angebot hätte für ein FSJ z.B. in einer KITA und den Vertrag unterschreibe kann ich beim JC trotzdem ALGII weiterhin beantragen?

Wegen den Einnahmen ist mir schon klar, aber man steht ja dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung und daher war ich der Meinung, dass einem dann auch kein ALGII mehr zu steht.
 

biddy

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Hier noch weitere Infos der Bundesagentur für Arbeit, das SGB II betreffend:

Wesentliche Änderungen:
...
Ergänzung der Aufzählung bei der Rz. 10.22; die Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst ist ebenso wie die Teilnahme an einem Jugendfreiwilligendienst als wichtiger Grund im Sinne des § 10 Abs. 1 Nr. 5 anzuerkennen.
__________________________________________
...
(2) Als wichtiger persönlicher Grund (also keine Arbeit/Maßnahme zumutbar, siehe § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB II - Anmerkung biddy) anzuerkennen sind z. B.:
...,
• das Absolvieren eines Jugendfreiwilligendienstes im Sinne des Jugendfreiwilligendienstgesetzes (dazu gehören das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr) und eines Bundesfreiwilligendienstes im Sinne des Bundes-freiwilligendienstgesetzes,
...
Quelle


Wesentliche Änderungen:
...
• Rz. 11.127a: Freibeträge bei Taschengeld aus Bundes-/Jugendfreiwilligendienst auf 200/140 EUR monatlich erhöht (Artikel 10 Ehrenamtsstärkungsgesetz); Beispiele angepasst
___________________________________


§ 1 Alg II-Verordnung
...
(7) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die an einem Bun-desfreiwilligendienst oder einem Jugendfreiwilligendienst teilneh-men, ist anstelle der Beträge nach § 11b Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch vom Taschengeld nach § 2 Absatz 1 Nummer 3 des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder § 2 Nummer 4 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes ein Betrag von insgesamt 200 Euro monatlich abzusetzen. Übersteigt die Summe der Beträge nach § 11b Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 des Zwei-ten Buches Sozialgesetzbuch den Betrag von 140 Euro, gilt Satz 1 nicht. In diesem Fall ist vom Taschengeld zusätzlich ein Betrag von 60 Euro monatlich nicht als Einkommen zu berücksichtigen. Die Sätze 1 bis 3 gelten nicht für erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die erwerbstätig sind oder aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnah-men erhalten, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Ein-kommensteuergesetzes steuerfrei sind.
...
...
Randziffer 11.127a:

5.8.3 Einkommen aus Jugendfreiwilligendiensten und Bundesfreiwilligendienst
Bei Taschengeld nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Jugendfreiwilligen-dienstegesetzes oder nach § 2 Nr. 4 des Bundesfreiwilligen-dienstgesetzes, das eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer an ei-nem Jugendfreiwilligendienst (keine Erwerbstätigkeit) oder Bundes-freiwilligendienst erhält, ist gemäß § 1 Abs. 7 Alg II-V anstelle der Beträge nach § 11b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 bis 5 seit dem 1. Januar 2013 ein Betrag von insgesamt 200 EUR abzusetzen. Für Zeiten vor dem 1. Januar 2013 ist ein Betrag von 175 EUR abzusetzen.
Sind die tatsächlichen nachgewiesenen Aufwendungen höher als 140 EUR, sind diese vollständig abzusetzen (für Zeiten vor dem 1. Januar 2013 gilt dies bei nachgewiesenen höheren Aufwendungen als 115 EUR). Zusätzlich bleibt der [...]
Quelle

Hier mal was Grundsätzliches von der BA, allerdings etwas älter, so dass Du die 175 € (die in @Sauregurkes Link ebenfalls falsch sind) durch 200 € ersetzen musst, aber es geht mir eher um die Infos dort, dass Du glaubst, dass Du weiterhin Alg II beziehen kannst:

*klick* Geschäftsanweisung der BA zu Bundesfreiwilligendienst/Jugendfreiwilligendienst/Ehrenamt
 

Claus.

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Umschulung zum Erzieher kannst du mittlerweile eh vergessen. Dank der BA und unserer Regierung dafür.

Die reguläre Ausbildung eines Erziehers war noch vor gar nicht langer Zeit 2 Jahre Vollzeit an einer Berufsfachschule für Erzieher plus 3 weitere Jahre Berufspraxis. Erst dann gabs die Anerkennung.

Nachdem der Markt nun mit Schrott geflutet ist, ist die Tendenz dahingehend, daß Erzieher sein nicht mehr ausreicht und nur noch Leute mit Studium eingestellt werden.

Von der Kohle ganz zu schweigen. Hab da einen Bekannten mit vollwertiger Erzieherausbildung, der verdient im Kindergarten lediglich auf Niveau Kinderpfleger. Und eine Bekannte als Dipl. Pädagogin (auch noch mit FR Gerontopsychatrie; frag mich bitte niemand warum die mit dem Studium eine Erzieherberechtigung erhalten), die in einem Hort als Erzieher Grundstufe 1 bezahlt ist. Das ist jew. mind. 4 bzw. 5 Entgeltgruppen "zu niedrig".
In dem Bereich kaum vorhandene Vollzeitarbeitsplätze wirken sich natürlich gleich nochmal auf das Gehalt aus.
 
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