Ehrenamt statt Sozialstaat? Kritik der Engagementpolitik (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

wolliohne

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Deutschland gehört zu den Ländern mit überdurchschnittlich hohem freiwilligem Engagement. 23 Millionen Menschen sind hier Jahr für Jahr in irgendeiner Weise ehrenamtlich tätig, über ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahre. Die Begriffe „Ehrenamt“, „bürgerschaftliches Engagement“ oder „Freiwilligentätigkeit“ sind nicht klar gegeneinander abgegrenzt. „Ehrenamt“ verweist auf traditionelle Formen des Engagements in öffentlichen, das heißt gesetzlich geregelten Ehrenämtern, als Vereinsvorstand, Ratsmitglied oder Schöffin,[1] wird aber umgangssprachlich für jede Form freiwillig und unentgeltlich geleisteter Arbeit benutzt. Mit dem Begriff der Freiwilligenarbeit, angelehnt an das englische volunteering, bezeichnet man in Deutschland vor allem das Engagement in den ebenfalls gesetzlich geregelten Diensten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BFD).
Das deutet schon auf eine inhaltlich große Bandbreite des Engagements hin. Unter zeitlichen Gesichtspunkten reicht das Spektrum vom Mitmachen bei der jährlichen Reinigung der städtischen Grünanlagen bis zur 40-Stunden-Woche des ehrenamtlichen Vereinsvorstands oder der Flüchtlingsbetreuerin. Rechnet man alle kleinen und großen Beiträge zum freiwilligen Engagement in Deutschland zusammen, wie es die Prognos AG für 2009 getan hat, kommt eine eindrucksvolle Zahl von 4,6 Milliarden Jahresarbeitsstunden zusammen, das entspricht der Arbeitsleistung von 3,4 Millionen Vollzeitbeschäftigten.[2] Aber anscheinend reicht das nicht, denn es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht durch Politik, Medien oder Prominenz weiteres freiwilliges Engagement eingefordert wird.
Quelle: bpb
 

bla47

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Oh, scheinbar gibt es in D. kaum Angst vor Altersarmut.
Laut Lebenserfahrung empfehle ich eher einen Anspruch als Hoffnung auf Andere später mal. Muss jeder selbst wissen.
Wieviele Biergläser haben wir eigentlich in irgendeiner Kneipe geleert und in den Diskussionsrunden dort mal unverbindlich festgestellt, was man alles TUN oder auch LASSEN müsste, damit "die da oben" also unsere Politiker, WACH werden und was machen ?
 

XxMikexX

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Oh ja Deutschland ist ja so reich!


Da gibt es Sachen, nur was aufällt!



Die Leute, die wirklich Knete haben, interessiert das einen exkrement!:biggrin:
 

Edie Erpel

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Wenn es bei der schwarzen Null bleiben soll dann muß der Staat alles was geht " ehrenamtlich " outsourcen.
Auch die Gewerkschaften fahren diesen Kurs da die Leute nur noch mit ihrer Existenssicherung beschäftigt sind engagieren sich natürlich auch dort nur noch wenige ehrenamtlich.
 
E

ExitUser

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Ich hab auch so eine Tante, Millionärin, die nicht versteht, warum sich auf diesem Gebiet nix tut.

Sie erteilt 5 Std. / Woche Sprachkurse. Sie findet: Das Leben ist lebenswert, ohne Kompromisse. Sie schwimmt täglich ihre Runden im Schlachtensee.

Davon muss sie nicht leben müssen, denn Männes Rente ist fett.
 

flandry

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Für mich sind Ehrenamt und Sozialstaat 2 Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.
Was mir aber oft auffällt: Da werden "freiwillige" Helfer für Arbeiten gelobt, für die man auch einen Arbeitnehmer beschäftigen könnte. Der müsste allerdings bezahlt werden.
Insofern scheint mir das oft nichts als der Versuch zu sein, zu sparen.
 
E

ExitUser

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Zitat: Arbeitsleistung von 3,4 Millionen Vollzeitbeschäftigten...

3 Millionen Arbeitslose...

Eigentlich müsste man jedem Ehrenamtler gepflegt in den Allerwertesten treten. Harte Worte, ich weiß...
 

Buchfan

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Für mich sind Ehrenamt und Sozialstaat 2 Dinge, die nichts miteinander zu tun haben...
Das verstehe ich nicht. Wie meinst Du das?


Ich sehe übrigens durchaus Vorteile für mich beim Ehrenamt. Und bin der Meinung, dass bei der Aufgabe der Integration von Flüchtlingen nichts ohne Freiwilligkeit geht.

- Ich kann mir mein Einsatzgebiet aussuchen.
- Ich kann mir Umfang und Dauer aussuchen. Wieviel, wieoft und wielange ich arbeite.
- Ich kann vorhandene Kompetenzen einbringen und weiter entwickeln.
- Ich knüpfe Kontakte und komme unter Leute.
- Ich darf Grenzen setzen, und keiner sanktioniert mich.
- Ich kann Neues lernen ohne zu bezahlen.
- Ich kann ohne äußeren Druck arbeiten. Keine Probearbeitszeit, keine Kündigungsfrist, keine Vorgesetzten, kein Arbeitgeber, kein JC
 

flandry

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@buchfan
Sozialstaat ist ein Staat, der nach dem Sozialgesetzbuch handelt. Zumindest auf dem Papier.

Ehrenamt ist etwas, was ich der Ehre wegen mache, just for fun. Einfach, weil es mir Spaß macht: Vorsitz im Sportverein, Angelverein usw.
Und wenn ich will kann ich auch einen Deutschkurs für Ausländer veranstalten, ohne Bezahlung, ohne dass ich in einer Hilfsorganisation bin, ohne dass ich eine Auszeichnung dafür bekomme.
In einer Hilfsorganisation heißt freiwillig: Ich kann morgen nicht ohne Bezahlung arbeiten. :biggrin:
 

DeQuill

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Ich habe mal am Empfang in einer Ehrenamtsagentur gerarbeitet, nein nicht ehrenamtlich sondern Sozialstunden.

Aus der Erfahrung weiss ich die angeboteten Tätigkeiten waren meist:
- Lesepaten oder Nachhilfe für benachteiligte Kinder
- Besuchs- und Begleitdienste bei alten Menschen
- Besuche bei todkranken - Hospiz
- Kurse und Freizeitaktivitäten für Senioren

Alles Sachen für die keiner aufkommt und die die Leute nicht selber bezahlen können.
Jetzt kommt natürlich das Argument das müsste der Sozialstaat übernehmen und Leute einstellen,
aber dem sind m.E. auch Grenzen gesetzt.
Und solche Tätigkeiten wären dann wohl auch meist die viel kritisierten prekären Arbeitsverhältnisse.
 

XxMikexX

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Ein Ehrenamt kann man ausüben, wenn man eine gesicherte Existenzgrundlage hat!

Wenn man also auf kein Einkommen aus Arbeit angewiesen ist.


Dann ist das ja alles OK.


Wenn man aber mich als ALG-2 Bezieher kritisiert: "Der ist ja so faul und macht noch nicht mal was ehrenamtlich."


Dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus!


Ich bin auf Einkommen aus meiner Arbeit dringend angewiesen, sonst habe ich ja nichts!

Arbeiten für lau kommt für mich deshalb niemals in Frage, egal aus was für Gründen!
 

Taunustanne

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Ich bin auf Einkommen aus meiner Arbeit dringend angewiesen, sonst habe ich ja nichts!

Arbeiten für lau kommt für mich deshalb niemals in Frage, egal aus was für Gründen!
Naja, was ist "Arbeit"? Vorsitzender von einem Dorf-Sportverein zu sein ist keine Arbeit. Das ist bestenfalls Zeitverschwendung und Hobby.

Es gibt viele ehrenamtliche Tätigkeiten. Das kann man schwerlich miteinander vergleichen.

Ich bin selbst ehrenamtlich tätig. Das beschränkt sich auf ca. 15 Stunden. Im Jahr. Macht Spaß und man trifft Gleichgesinnte. Als Arbeit würde ich das nicht bezeichnen. Es ist eher "Netzwerken".
 

SanIker

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Dann trifft ja auf mich auch ein Ehrenamt zu, allerdings je nach dem sind das 3-4 Stunden täglich.
All die hilfreichen Moderatoren hier und in anderen Foren sind doch ehrenamtlich tätig oder?
Je nach Art des Forums ist der Aufwand mal mehr mal weniger.

Ich moderiere nebenher ein Fußballforum und muss manchen doch hin und wieder erklären das das Internet kein rechtsfreier Raum und Anstand nicht nur ein Wort im Duden ist. Aber da Fußball mein Hobby ist, mache ich das gerne, auch wenn es an Spieltagen regelmäßig verbal ausartet.:icon_hihi:
 

Zeitkind

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Ich arbeite wöchentlich ca. 15 Stunden im Ehrenamt (Schulhort und Kinderheim). Es gibt dafür mehrere Gründe;
soziale Kontakte ausbauen, Selbstdisziplin, Umgang mit Kindern, dieses geniale Gefühl gemocht und gebraucht zu werden sowie beschützen zu dürfen und auch Gewissensgründe.

Seit ich aber herausbekommen habe, daß die Horterzieher durchweg die Sanktionspolitik gutheißen und
in Anbetracht meines Hintergrundwissens, wird das Ehrenamt zunehmend zur Gradwanderung.
Ich muß mir immer wieder einreden "Du tust das für Dich und für die Kinder".
Der Anlaß muß nicht groß sein, aber das Hinschmeißen lockt dann schon.
Allerdings nach zwei Wochen aussetzen wurde ich auch im Supermarkt von den Kleinen und ihren Eltern gefragt,
warum ich nicht da bin und wann ich denn wiederkomme.
Momentan ist das ein langer innerlicher Kampf, den ich noch austragen muß.

Was den Begriff Arbeit betrifft, ist dieser falsch definiert, wenn er sich ausschließlich an materiellen Werten und Gewinn orientiert.
Daran geht momentan eine ganze Gesellschaft zugrunde.
 

Sealpoint

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Die Ehrenamtler werden in den nächsten Jahren wohl noch genügend zu tun bekommen. Laut der Presse erwartet unsere Regierung bis zum Jahr 2020 3,6 Millionen Flüchtlinge (zu optimistisch die Zahl?).

Flüchtlinge: Regierung erwartet 3,6 Millionen bis 2020 - DIE WELT

Dann kann man den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern nur wünschen, dass sie den Spass an ihrem Wirken nicht verlieren im Laufe der Jahre. Die Regierung wird kaum einen Anlass sehen künftig die Ehrenamtler dafür zu entlohnen. Warum auch? Es klappt doch bisher so wunderbar und das völlig kostenfrei.
 

0zymandias

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Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade. - Pestalozzy
 

BonoboBert

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Eigentlich müsste man jedem Ehrenamtler gepflegt in den Allerwertesten treten. Harte Worte, ich weiß...
Die meisten Vereine gäbe es dann gar nicht. Übrig blieben nur jene, die durch horrende Mitgliedsbeiträge getragen würden. Vereinssport würde zum Luxusgut. Das Ehrenamt leistet hier einen immensen Beitrag zum Gemeinwohl. Ehrenamt hat immer da seine Berechtigung, wo keine Zahler für eine Leistung vorhanden sind, aber trotzdem ein Bedarf besteht. Sport, Kultur, Feuerwehr (wir brauchen nicht noch mehr Transferleistungen beziehende Beamte).

Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade. - Pestalozzy
Na gut, diese Art von Ehrenamt ist mir auch zuwider!
 

bla47

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Die Regierung wird kaum einen Anlass sehen künftig die Ehrenamtler dafür zu entlohnen. Warum auch? Es klappt doch bisher so wunderbar und das völlig kostenfrei.
Was sagt denn die Gewerkschaft dazu ? Streiks und Arbeitsbummelei werden doch eingesetzt, um mehr Lohn zu bekommen sowie Arbeitgeber und gerne mal GESELLSCHAFT auf die Wichtigkeit in dem einen oder anderen Berufszweig ( wiederholt ) hinzuweisen !
 

jockel

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Oh ja Deutschland ist ja so reich!

Da gibt es Sachen, nur was aufällt!

Die Leute, die wirklich Knete haben, interessiert das einen exkrement!:biggrin:
Selbst der Grüßaugust Gauck läßt sich sein Ehrenamt opulent vom Steuerzahler bezahlen. Der macht nischt aus Überzeugung und christlicher Nächstenliebe. Dafür gibt es Drohungen von ihm gegen das unartige Untertanenvolk, weil es merkt, daß es über den Tisch gezogen wird. Das merken die Verharzten, die Kranken, die Pflege- und Hilfebedürftigen, die Rentner, die Behinderten und ihre Angehörigen und die Arbeitnehmer.

Woher kommen denn die Milliarden Flüchtlingsgelder?

Zum Teil aus den zusammengestrichenen Fördermitteln und den Vermittlungsfonds der Verhartzten und von den Veräppelten der Linke-Rechte-Tasche-Methode.

Aus der Politik des Förderns und Fordern wird das endlose, wiederholte Fördern der Privatwirtschaft und das auflagenmäßige, sanktionsangedrohte Fordern bis zur völligen.Vernichtung der Existenzgrundlage.

Frankfurter Allgemeine: Bundespräsident Gauck „Isoliert die Hetzer, Gewalttäter und Brandstifter“

Leute, die Knete haben: Firmen werden immer wieder gefördert mit kostenloser Bereitstellung von Ver- und Entsorgungsanlagen, Infrastruktur durch die Kommunen und mit Fördermitteln. Ist die Förderung der Höhe und Dauer nach beendet, macht sich die Firma vom Acker, geht zur Nachbarkommune oder Nachbarstaat Tschechei und Polska und wiederholt das Abstauben.

De Randfichten: Steig ei, wir fah'n in de Tschechei!

Setzen Firmenbosse durch ihr schlechtes Unternehmensmanagemt die Firma in den Sand, werden sie nicht zur Verantwortung gezogen oder abgestraft. Die Zeche bezahlen die Belegschaften mit Prekärarbeit und Entlassungen - siehe z.B. Bombardier in Sachsen an den Standorten Bautzen und Görlitz oder Vattenfall in der Lausitz. Die entlassenen Arbeitnehmer finden in dieser Notstandsgegend garantiert keine Arbeit gegen Entgelt. Das werden auch Flüchtlinge Richtung Altländer.

Das kommt raus bei der Diktatur von Kapital und Profit in der tollen Großgermanieneinheit, wo es allen besser und keinem schlechter geht und Planwirtschaft nicht nötig ist, weil Privatunternehmer nicht vorausschauend handeln wollen, sprich nicht planen und Verantwortung tragen wollen - jedenfalls nicht für ihre Untertanen, sondern nur für ihre eigene Sippschaft und für ihre gekauften Politiker.
 

jockel

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Dann trifft ja auf mich auch ein Ehrenamt zu, allerdings je nach dem sind das 3-4 Stunden täglich.
All die hilfreichen Moderatoren hier und in anderen Foren sind doch ehrenamtlich tätig oder?
Je nach Art des Forums ist der Aufwand mal mehr mal weniger.

Ich moderiere nebenher ein Fußballforum und muss manchen doch hin und wieder erklären das das Internet kein rechtsfreier Raum und Anstand nicht nur ein Wort im Duden ist. Aber da Fußball mein Hobby ist, mache ich das gerne, auch wenn es an Spieltagen regelmäßig verbal ausartet.:icon_hihi:
Fußball ist keine Freizeitveranstaltung "Mach mit, machs nach machs besser" vom Kinderfernsehen mit Adi, sondern knallhartes Werbe und Marketinggeschäft, Fernsehübertragungsrechte für dreckige, großkupferte Sportfunktionäre wie Blattner und Co. und Profisportler mit steuerhinterzogenen Vermögen in den Steueroasen.

Sehe Dir doch die Filmdokumentationen aus der Reihe die Story an. Da kann einem der Kragen platzen. Das wollen die Sportfans auf den Tribünen nicht sehen und hören. Die konsumieren dieses Sport-ABM und Brot-und-Spiele-Events im Vollrausch. Das römische Kolosseum läßt grüßen.

Julius Fucik: Einzug der Gladiatoren

Guiseppe Verdi: Triumphmarsch aus Aida

Queen: We are the Champions

Sportfreunde Stiller: '54, '74, '90, 2010
 

Taunustanne

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Ein Ehrenamt ist das, was man tun würde, wenn es ein BGE von 2.000 EUR / Monat für jeden gäbe.
 

jockel

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Ein Ehrenamt ist das, was man tun würde, wenn es ein BGE von 2.000 EUR / Monat für jeden gäbe.
... und man seine Arbeit mit Sitte, Moral und Anstand verrichtet und diese Arbeit zuweilen zur Berufung wird wie bei den Ärzten ohne Grenzen, wo der Eid des Hippokrates noch was zählt und nicht die Privilegien des Berufstandes frei mach der Lobbyistenvereinigung unter dem Marburger Bund mit Montgomery.

Da ziehe ich mir das Vorbild Albert Schweitzer vor. Aber der hatte auch seine Schattenseiten.

3sat - Der ewige Gutmensch - Der Mythos Albert Schweitzer

Uneigennützige Vorbilder?

Wie wäre es mit Heinmrich Zille in seinem Milljöh - Das war sein Milljoh

Claire Waldoff: Wat Braucht Der Berliner Um Glücklich Zu Sein
 

DeQuill

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Ich gehe in eine Einrichtung für Behinderte, flexibel zwischen 0-20 Stunden die Woche.
Wenn es mir nicht gut geht, schreibe ich ne Email und bleibe einfach zu Hause.
Habe sonst nichts sinnvolles zu tun und habe so einen gewissen Tagesrahmen, der Kontakt mit den Leuten macht mir Spaß und meine "Arbeit" wird wertgeschätzt. Dafür bekomme ich eine warme Mahlzeit.
Mir wurde auch schon angeboten das ganze über Bundesfreiwilligendienst zu machen, aber ich will auch keine Verpflichtungen eingehen.
Und regulären Arbeitsplatz nehme ich da keinem weg, meistens suchen die noch ausgebildete Leute.
Eine Qualifizierung zum Genesungshelfer um das zumindest später in Teilzeit zu machen wurde vom JC
leider abgelehnt.
 

0zymandias

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Hoffen wir es. Dem alten Pferdefuß würde ich die Vollbeschäftigung durchaus gönnen.

Da gibt es nämlich weit oberhalb der ehrenamtlich Tätigen so einige Leute, die zwar bekannt, aber nicht in diesem Zusammenhang bekannt, sind.
Die haben nämlich die Löcher im sozialen Netz so weit geöffnet, dass es auf einmal nur noch durch Ehrenamtliche zu stopfen ist und heucheln darüber verdutzt Verblüffung.
Vom merkantilen Mehrgewinn für Unternehmen wie sinkenden Müllkosten, die de facto vom Staat übernommen werden, ganz zu schweigen.

Auf der anderen des Gewehres (das ist da, wo die Kugeln herauskommen) sieht es dann so aus:

[...]
Dann wollte man mich wegschicken, ich solle bis Montag eine Begründung schreiben, warum ich gekündigt habe.
Da fragte ich, wie ich ohne Geld übers Wochenende kommen soll.
Sie meinte, ich solle zur Tafel gehen, ich sagte, dass ich aber keinen cent in der tasche hab, wie ich das machen solle...
[...]
[...]
Wurde abgelehnt mit Hinweis darauf, dass so etwas dort nicht gemacht werden würde, und ich zur Tafel gehen könne.

Bitte um einen vorläufigen Bescheid wurde ebenfalls abgelehnt.
[...]
[...]
Was soll ich jetzt tun?
Kann keine Miete, Energie etc. zahlen, habe nichts zu essen (O-Ton: Gehen sie zur Tafel da gibt es einen Notfallbeutel mit Essen) und die Aussichten auf Montag machen mich gerade fertig.
[...]
Und so weiter, und so weiter, und ewig so weiter.

Angewidert stand der Teufel da und spürte, wie grausam Güte ist - Johan Sebastian The Crow :biggrin:
 
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