Ehrenamt bei ALG 2? (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

Jamaz

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 August 2015
Beiträge
78
Bewertungen
7
Hallo,

ich würde gerne eine Ehrenamtliche Arbeit annehmen, weiß aber nicht ob ich das überhaupt darf, da ich ALG 2 beziehe und diese Stelle in einer anderen Region wäre.
Würde ich dadurch Probleme bekommen, wenn ich das annehmen würde?
Muß ich das überhaupt angeben, wenn ich das annehme?
 

Pendlerin

Elo-User*in
Mitglied seit
14 Dezember 2012
Beiträge
267
Bewertungen
80
Ich meine mal gelesen zu haben das ein Einkommen in Höhe von 100 Euro..z.b.Zeitung austragen..frei ist und man trotzdem das Ehrenamt ausüben kann ohne das etwas anrechenbar wäre. Dann käme man vermutlich doch auf 300 Euronen? Da lohnt sich der Bezug von ALGII dann richtig...husthust.
Vielleicht weiss jemand dazu mehr?

Gruss die Pendlerin
 

Dagegen72

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Oktober 2010
Beiträge
6.428
Bewertungen
1.021
nur zur allgemeinen Info, weil ich es gestern gelesen habe:

Ehrenamt schützt bei ALG II nicht vor Sanktionen, bspw. was die Meldepflichten betrifft

Ehrenamt schützt nicht vor Hartz IV Sanktionen



Bei einer außerregionalen ehrenamtlichen Tätigkeit würden dann wohl noch Fahrtkosten anfallen? Gerade für solche Auslagen gibt es ja diese Aufwandsentschädigungen, sie stellen ja kein Einkommen im Einkommens-Sinne dar, was aber oft so empfunden wird, wenn man für das Ehrenamt keine Aufwendungen hat.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn du aus dem Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung bekommst, dann solltest du diese dem Jobcenter melden.

im kreisparlament oder bei der feuerwehr steht normalweise "aufwandsentschädigung" auf dem kontoauszug.

ich persönlich melde sowas nicht und rate auch nicht dazu. obwohl es natürlich stimmt, dass es rein theoretisch eine ordnungswidrigkeit sein kann, aber da es nicht leistungsrelevant ist, sollte es in der praxis keine probleme geben.
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.404
Bewertungen
4.585
Dazu raten, es nicht anzugeben, würde ich nicht machen.
Der Schuss kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn z. B. noch zusätzlich ein geringfügiges Erwerbseinkommen dabei ist oder noch sonstiges Einkommen (z. B. Kindergeld), auf welches bereits u. a. 30 € Versicherungspauschale gewährt wurde.
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.355
Bewertungen
615
Ehrenamt muss und kann man auch problemlos melden, zumal du hier keinen zusätzlichen Minijob angegeben hast. Wie bereits geschrieben, sind derzeit Bezüge bis 200,-euro monatlich anrechnungsfrei, sofern sie nach dem Einkommensteuergesetz steuerfrei sind (Aufwandsentschädigung aus ehrenamtlicher Tätigkeit)
Weiteres dazu: Anrechung auf Hartz 4 / ALG 2
 

karren

Elo-User*in
Mitglied seit
18 Dezember 2013
Beiträge
22
Bewertungen
1
Ein Ehrenamt im engeren Sinne ist doch eigentlich nicht mit einem Entgelt verbunden. Folglich sollte es dir freigestellt sein soweit es dich nicht verpflichtet und du zeitlich/räumlich nicht eingeschränkt wirst eine Tätäigkeit anzunehmen.
 

DonOs

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 Februar 2014
Beiträge
1.898
Bewertungen
3.511
Ich persönlich melde sowas überhaupt nicht mehr, sofern es keine Aufwandsentschädigung dafür gibt. Als ich einmal Arbeitslos geworden bin, gab ich gutgläubig eine ehrenamtliche Tätigkeit an und hatte dann über Monate nur Probleme und Rennereien. Von Anfang an erläuterte ich, daß es keine Aufwandsentschädigung gibt und dennoch drohte man mir vorsorglich mit Sanktionen wenn mir der "Arbeitgeber" dies nicht schriftlich zusichert. Dann gab es Probleme, weil ich mir die Stunden einteilen kann wie ich möchte, auch das gab ich damals leider an.

Von dort an, hatte ich "offiziell", keine ehrenamtliche Tätigkeit mehr inne. Den "Fehler" machte ich nur einmal und es reicht mir bis heute.
 

Dagegen72

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Oktober 2010
Beiträge
6.428
Bewertungen
1.021
@ DonOns: solche Ar..lö..

ich würde auch nichts sagen. Hundert Euro hat man sowieso Freibetrag und offiziell betrachtet (mehr interessiert die auch nicht wirklich) macht man den Erwerbslosenverwaltungszirkus nebenbei mit - und guckt, was davon ab für einen selbst gut und richtig ist.

Evtl. könnte es sinnvoll sein, sich Auszahlungen quittieren zu lassen um es im Fall des Falles gleich vorzeigen zu können um Bürokratie-Heckmeck-Hinterherrennerei zu vermeiden.

Wichtig ist wohl noch neben der Aufwandsentschädigungshöhe-Nachweis - dass die Verfügbarkeit für den täglichen Briefkasten-Besuch gewährleistet ist :icon_rolleyes: :icon_hihi:
 
E

ExitUser

Gast
Ich persönlich melde sowas überhaupt nicht mehr, sofern es keine Aufwandsentschädigung dafür gibt. Als ich einmal arbeitslos geworden bin, gab ich gutgläubig eine ehrenamtliche Tätigkeit an und hatte dann über Monate nur Probleme und Rennereien. Von Anfang an erläuterte ich, daß es keine Aufwandsentschädigung gibt und dennoch drohte man mir vorsorglich mit Sanktionen wenn mir der "Arbeitgeber" dies nicht schriftlich zusichert. Dann gab es Probleme, weil ich mir die Stunden einteilen kann wie ich möchte, auch das gab ich damals leider an.

Von dort an, hatte ich "offiziell", keine ehrenamtliche Tätigkeit mehr inne. Den "Fehler" machte ich nur einmal und es reicht mir bis heute.
Das klassische Beispiel war der Fußballtrainer, dem das ALG gestrichen wurde, da er sich länger als 15 Stunden in der Woche mit den Kinder- und Jugendmannschaften des lokalen Vereines beschäftigt hatte.
Die Kehrseite der Medaille ist, daß viele Leute die Hetze gegen die Hartzer schon so verinnerlicht haben, daß sie lieber auf deren Mitarbeit verzichten, als sich von ihren Nachbarn schlechten Umgang vorhalten zu lassen.
 

Zeitkind

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
4.015
Bewertungen
12.004
Die Kehrseite der Medaille ist, daß viele Leute die Hetze gegen die Hartzer schon so verinnerlicht haben,
daß sie lieber auf deren Mitarbeit verzichten, als sich von ihren Nachbarn schlechten Umgang vorhalten zu lassen.
Ist mir vor einem Monat passiert. Hatte bereits mehrere hundert Stunden im Kinderhort geleistet.
Mit der Zeit habe ich durch die Erzieher immer mehr Verachtung für meine Situation gespürt.
Als die Leiterin eines Tages nicht zugegen war, ließen sie beim Kaffee die Katze aus dem Sack.
Warum ich denn noch immer keine Arbeit habe. Wer wirklich arbeiten will .... bla bla bla.
Das Gespräch gipfelte mit dem Satz "Wir finden das unmoralisch, daß Du auf Kosten anderer lebst."

Ich war ab dem Moment sprachlos und am Boden zerstört.
Mit einem klarstellenden Brief an die Leiterin habe ich das Ehrenamt sofort beendet.
Für mich ist das aber ein krasser Verlust. Mir fehlen die Kinder und das soziale Umfeld.
Es war eine schöne Arbeit, mit all den Kontakten zu Eltern und vermeintlich netten Erziehern.
Gerade diese bekommen doch Sozialverhalten gelehrt?
Trotztdem habe ich mich jetzt bei einer Kita für einen BF-Einsatz gemeldet.
Da gäbe es wenigstens MAE. Ich zweifele aber, daß da etwas draus wird.
Auch an dieser Kita habe ich schon ein Jahr ehrenamtlich gearbeitet.
Plötzlich gab es angeblich keinen Bedarf mehr.
Ich fühle mich schon ausgegrenzt - Argumente, dem System endgültig den Rücken zu kehren.

Klar hätte ich eine Bombe platzen lassen können, der Hort ist Einrichtung der Stadt.
Diesen Fall in die Öffentlichkeit gebracht, würde schon etwas passieren.
Aber das ist hier ein Dorf und ich will schon noch überleben.
 
E

ExitUser

Gast
Danke für Deine Offenheit. Das läuft nun nicht nur auf dem Dorf so ... Wer auch nur ein Fünkchen Ehre im Leib hat, drängt sich und seine Zeit keinem Verein gegen dessen Willen auf.
 

Pixelschieberin

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
2 Juli 2011
Beiträge
4.811
Bewertungen
11.152
@ Aufgewachter,
Dein Bericht tut mir in der Seele weh.

Für solche Dummbratzen wollte ich mir schon immer Mal die Kündigungsschutzgesetzgebung ausdrucken.
Besonders die Passage, wo es um die Regelungen geht, wer in welchem Alter bevorzugt zu entlassen sei.

Jeder AG wäre doch mit dem Klammerbeutel gepudert, sich dem unüberschaubaren Risiko auszusetzen.
Noch nicht mal die Behörden gehen mit gutem Beispiel voran. Warum wird ein Ing. nicht bei der Bundeswehr eingestellt, wenn er die Schallmauer XY überschritten hat!?
Wasser predigen und Wein saufen?
Einfach infam die Praxis.
Vielleicht kapiert das die eine oder andere faltenfreie Gouvernante, welche Konsequenzen das für sog. Best-Ager hat?
Meist liegt's am Tellerrand, vielmehr am Radius des Horizontes
Jajaja, ist der Null, nennt man das Standpunkt.

Mag sein, deren Horizont hat sich dem der Zielgruppe angepaßt.
In der Familie ist so ein Fall. Wir nennen ihn nur noch "der Lehrer".
Der ist nicht die hellste Kerze wenn es um Schlußfolgerungen geht.
Die Grundschule bietet halt keine politische Weltkunde. Und - Beamte kriegen ihr Geld.

Zu dem Spruch, wer Arbeit sucht, der findet:
Ja klar, würden DIE denn prekäre Arbeiten für Peanuts machen - nur weil die nicht schändet?

Was ich nie verstehen werde, es gibt so viele, die sich ihr Hobby von der Allgemeinheit finanzieren lassen.
Die nennen sich Professoren, bekleiden Posten, von denen keiner je zuvor gehört hat, es auch keiner bemerken würde, wenn die vorgebliche Arbeit nicht zugewiesen wäre.
Gucke ich mir Dokus in den einschlägigen Kulturkanälen an, fallen mir von Mal zu Mal mehr Parasiten auf, die jedoch gesellschaftlich voll anerkannt sind.
Früher hatte ich nicht so viel Muße, mir darüber Gedanken zu machen.
Aha, es müssen Knöchelchen aus einer ausgetrockneten Kloake gepinselt werden, beschriftet und auf Nimmer-Wiedersehn in der nächsten Versenkung abgelegt werden?
Von mir aus. Wenn es denen Spaß macht. Jeder Jeck ist anders.
Seitdem ich mehr Zeit zum Beobachten habe, sage ich mir, wenn sich die Gesellschaft leisten will und kann, jemanden zu alimentieren, der Pinguinen in den Schritt guckt, um zu herauszufinden, wie viele Eier die dies Jahr auf ihren Zehen hin und her rollen, dann muß ich mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn ich meine Zeit und Wissen anderen sogar zur Verfügung stelle.

Auch wenn du es noch nicht hören willst:
Sei froh, daß du aus dem Scheinheiligkeits-Sumpf raus bist.
In Foren Gleichgesinnter bist du besser aufgehoben.
Gemeinschaften, wo dir täglich frischer Wind ins Gesicht bläst.
Die Tussen werden schon merken, was du denen abgenommen hast.
Das können sie sich jetzt selber machen.

Btw, in Großstädten gibt's sowas wie "Teilzeit-Granny".
Ok - als Mann sicher nicht ganz so einfach, da Fuß zu fassen.
Aber manch Alleinerziehende sucht nach einem Rollenpendant.
Stünde mir der Sinn tatsächlich nach Kinderbetreuung, würde ich mit einem einwandfreien Führungszeugnis winken, notfalls Referenzen von den falschen Schlangen holen und mir auf diese Weise Anschluß suchen.

Ach mööööönsch...
/me sends good vibes to Aufgewachter....
 
Oben Unten