Ehemaliger Jobcenter-Mitarbeiter erzählt (1 Betrachter)

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Dagegen72

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Hallo,

bin durch Zufall heute auf eine Seite gestoßen, beim Weiterdurchlesen, bin ich auf die Seite gestoßen, in der ein ehemaliger Jobcenter-Mitarbeiter über seine Tätigkeit erzählt.

Ein ehemaliger Jobcenter-Mitarbeiter erzählt:

Das Jobcenter wollte den Vertrag des 36-Jährigen verlängern – doch Berger konnte sich nicht vorstellen, die Arbeit bis zum Rentenalter zu machen. Seit 2010 ist er selbständig.
Weil er den Job nicht bis zum Rentenalter machen wollte. Mich würde interessieren, in welchem Bereich er nun selbstständig ist. Etwa als Privatarbeitsvermittler??? :confused:

Eigentlich hat die Arbeit im Jobcenter gute Rahmenbedingungen: Man hat geregelte Arbeitszeiten, bekommt einen tariflichen Lohn und ausreichend Urlaub, auch die Kollegen sind sehr nett.
Stimmt. Wenn ich das beim JC vor Ort betrachte: die Mittagspausen und allg. Pausenzeiten sind ordentlich geregelt, man kann gemächlich in die Kantine spazieren. Bei den Spaziergängen über den Gang kann man schön hin und her grüßen und ein Klön-Gespräch halten, außer ein, zwei Tasten kann ein SB sowieso nicht mehr machen...

Wie das in anderen Jobcentern aussieht, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Man macht eine Arbeit, die oft nicht gewollt ist. Je mehr man sich engagiert, desto größer wird der Widerstand
Hm, das ist schade. Woran das wohl liegen könnte? :confused: Evtl. daran, dass die Qualifzierungen die man erhält, nicht die sind, die man bräuchte oder man für sich als sinnvoll erachtet? Dass die Maßnahme qualitätsfremde Sinnlos-Absitzerei ist? Dass man erwachsen genug ist, sich selbst um sich zu kümmern und dass, was einem richtig erscheint und man keinen Deligierer in fremder Angelegenheit dazu benötigt?
Ich kann mich aber auch täuschen.

Ich bin jeden Tag mit schlechtem Gefühl zur Arbeit gegangen
*tröst*
Für viele Kunden bedeutet ein Stellenangebot, das man ihnen vorlegt, keinen Gefallen, sondern Stress
Oha - vielleicht deshalb der Stress, weil ich innerhalb von drei Tagen alles erledigt haben und die Bewerbung verschickt haben muss, damit alles nach JC-Angaben verläuft? Vielleicht entspricht das "vorgelegte" Angebot nicht meinen Fähigkeiten, aber ich MUSS dem ja nachgehen??

"
" (?)
schreiben dann keine Bewerbung, obwohl ihnen dann Hartz IV gekürzt wird.
Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts: Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger sind verfassungswidrig - OnlineZeitung 24.de Grundsatzurteil - Sanktionen gegen H4 - EmpfängerInnen = verfassungswidrig

Ein bisschen kann ich die Leute auch verstehen. Niedriglohnarbeit lohnt sich in Berlin einfach nicht.
Aha.

Ich habe den größten Respekt vor den Menschen, die für 1000 Euro im Monat 160 Stunden arbeiten gehen, während sie genauso viel Geld vom Staat ohne Arbeit bekommen könnten.
:confused: Ist eine Anspielung auf was bzw. wen?

Sein "Lieblingsfall war ein Mann" ..
Normalerweise hätte er den Hund von anderen versorgen oder weggeben müssen, um wieder arbeiten zu können. Das war für den Mann aber nach Jahren der Arbeitslosigkeit unvorstellbar.
oha - von anderen versorgen lassen...Eine ehemalige hatte das mal versucht, es war in ihrem Bekanntenkreis niemand bereit dazu, warum auch immer, manche trauen sich auch nicht zu einen fremden Hund zu betreuen. Aha - also dann gleich weggeben...

Naja.. ein Erziehungstraining dass der Hund wieder alleine bleiben kann hätte vielleicht auch Abhilfe gebracht.

Aber in ernst zu nehmende Arbeit, so dass die Menschen dauerhaft vom Jobcenter unabhängig waren, habe ich in den ganzen zwei Jahren nur zwei Leute vermittelt.
So so, ER hat vermittelt, er hat auch die Bewerbung geschrieben, das Vorstellungsgespräch geführt...??? Allenfalls wird er ein Stellenangebot aus dem Netz gezogen haben..anders kann ich es mir nicht vorstellen.

Dass die Menschen oft überreagieren, kann ich schon ein wenig verstehen. Da bricht dann oft die blanke Existenzangst durch. Schließlich wird quasi über das Leben der Leute verhandelt.
Aha.

Da kommen viele Ängste hoch, die meist nicht begründet sind.
Nicht begründet? :confused:


Web.de hält auch mal wieder eine Information aus dem Leben der H4 - Bezieher bereit Strafen für Hartz-IV-Empfänger - WEB.DE

Na, vielleicht sehe ich ja auch alles oder vieles falsch, auch wenn ich mich vor dem demnächst anstehenden Termin mit einer SB fürchte.
Mir wird wieder die SB vor die Nase gesetzt, die mich nicht aus einer Ein-Euro-Maßnahme - für die ich mich freiwillig gemeldet hatte - mir aber nach einer gewissen Zeit diese mir als für mich nicht sinnvoll erschien herauslassen wollte. Ich wollte sie auch nicht komplett abbrechen, ich hätte gerne gewechselt ineinen anderen Euro-Job, was sie mit einem Lächeln im Gesicht einen Schei*dreck interessiert hat, der TL hat mich dann herausgelassen, allerdings ohne Alternative.

Liebe Grüße, Dagegen72
 
E

ExitUser

Gast
Das dort angeführte "DAS URTEIL DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTS IM ORIGINAL:" ist doch nicht das BVerfG-Urteil, das Urteil ist hier zu finden:

Das Bundesverfassungsgericht

die von Dir angebrachte Seite ist demzufolge ..., nennen wir es zweifelhaft.
 
E

ExitUser

Gast
Jemand kommt rein und brüllt erst mal fünf Minuten. Ich hätte die Leute manchmal gerne gefragt: ‚Wenn ihr auf dem Finanzamt seid oder bei der Polizei, brüllt ihr da auch?‘ Wer einen Strafzettel bekommt, über den er sich ärgert, schreit den Polizisten ja auch nicht an.
Das mag ua daran liegen, dass man weder bei der Polizei und nichtmal beim allgemeinen "Hassobjekt" Finanzamt permanent mit Rechtsbeugungen- und brüchen konfrontiert wird.
 

hartaber4

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So...... wenn es interessiert (auf fast 200 Seiten kann man sich in das Schicksal der JC-MA reinlesen):


2008........... hat sich etwas Grundlegendes geändert ?!?


Anne Ames
[FONT=Arial,Arial][FONT=Arial,Arial]Arbeitssituation und Rollenverständnis der persönlichen An-sprechpartner/-innen nach § 14 SGB II [/FONT][/FONT][FONT=Arial,Arial]
[/FONT]Eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung
Februar 2008



Die meisten Gesprächspartner/-innen fühlen sich durch die Statistiken, die sie führen müssen, sowie das Controlling und Benchmarking, dem die Statistiken dienen, sehr belastet.

Durch die Anforderung, bestimmte Werte bei statistischen Kennzahlen zu erreichen, sehen sich viele Interviewpartner/-innen in starkem Ausmaß zu Tätigkeiten gezwungen, die sie als "sinnlos" erleben, und an einzelfalladäquater Arbeit gehindert.

Die zu hohe Zahl an Klienten steht an zweiter Stelle der von den Gesprächspartner/-innen berichteten Belastungen ihrer Arbeitssituation.

Viele Interviewpartner/-innen nehmen eine wachsende Kluft zwischen den Anforderungen des Arbeitsmarktes einerseits und der Qualifikation und der körperlichen Leistungsfähigkeit ihrer Klienten andererseits wahr.

Die persönlichen Ansprechpartner/-innen sehen sich als "Einzelkämpfer". Fachlicher Austausch und die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses der Arbeit fehlen.

Das drückt sich nicht zuletzt in extrem unterschiedlichen Sanktionsquoten aus.

Sanktioniert wird ganz überwiegend wegen Terminversäumnissen und Nicht-Antritt oder Abbruch von Trainingsmaßnahmen, nicht wegen der Ablehnung von Arbeit.


https://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2007-982-4-1.pdf
 

Dagegen72

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Danke thunder1111, wollte nichts zweifelhaftes posten!

Danke für die Böckler-Studie hartaber4

(Danke-Link funktioniert gerade nicht)



Liebe Grüße, Dagegen72
 
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