EGV und Maßnahme "Profiling"

liebelein83

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Hallo zusammen.

Montag fand ein Informationstag im Jobcenter statt. Es ging um die Eingliederung in den Arbeitsmarkt- ein sogenanntes Profiling. Verraten hat sich eine Dame, dass es dann im Januar weiter geht. (der Chef des Jobcenters hat komisch geguckt, als sie dieses sagte...)

Nach dem Vortrag wurde man vom SB zu sich genommen und erhielt eine EGV, welche von mir nicht unterschrieben worden ist.

Heute ein Schreiben in der Post wo es um das Profinling geht. Jetzt weiß ich nicht worum es geht. Die EGV wurde nicht unterschrieben, aber im heutigen Schreiben steht auch etliches zu Sanktionen. Muss man zu diesem sinnlosen Profiling hingehen???

Im Anhang die nicht unterschriebene EGV (1,11,12), der Informationszettel zum Profiling (2) und das heutige Schreiben (3,31,32).

Nicht hingehen? Einspruch einreichen? Ich weiß es ehrlich nicht, wäre es nur die nicht unterschriebene EGV, hätte ich gewartet (im Juni habe ich keine EGV unterschrieben, obwohl die SB mit einem Verwaltungsakt gedroht hat- es kam bis heute nichts...), aber mit dem zweiten Schreiben, weiß ich nicht so recht was ich machen soll.

Viele Grüße
 

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liebelein83

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Genau, fünf Tage, im januar geht es weiter, die Dame sprach eigenartig, der Chef der Jobargentur hat in dem Moment sehr komisch geguckt. Als eine wissen wollte, was im januar für die die diese Maßnahme antreten folgt, gab es keine Antwort.
Und ich will mich nicht etwas machen, was später der Horror sein wird, nur weil es jetzt fünf Tage sind.
Und ich habe keine EGV unterschrieben, weil es hier geraten wird. Wenn ich eh´antreten muss, hätte ich diese auch gleich unterschreiben können.
 

HartzVerdient

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Die wollen wohl eine Statistikbereinigung vornehmen und erwarten, dass genau in diesen Kalenderwochen die Abgabe der offziellen Zahlen zu erfolgen hat. Daher entledigt man sich eben für diese KW von "Kunden" :)
 

gelibeh

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Das sieht hier aus, als hättest Du einen Vermittlungsgutschein beantragt und hast den jetzt bewilligt bekommen. Ich denke mal, das hast Du nicht gemacht. Inwieweit man jemanden zum Antritt zwingen kann, weiß ich nicht. Die sind ja sehr kreativ. So hab ich das noch nie gelesen.

Meiner Meinung nach, geht ein VGS nur in Verbindung mit einer EGV, aber das wissen Andere vielleicht besser.
 

Makale

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Das ist keine Bewilligung eines AVGS, sondern eine mittelbare "Zuweisung" zu einer Profilingmaßnahme. Tut mir leid, aber aus den Gesetzesmaterialien ist ein solcher Verfahrensablauf nicht ersichtlich. Beantragt man ein AVGS kann man sich insbesondere einen Maßnahmeträger selbst suchen. Allenfalls der Inhalt der gewünschten Maßnahme kann im AVGS schon enthalten sein.
Wurde hier ein "intensives" Profiling beantragt? Dies kann ich mir nur schwerlichst vorstellen.

Der obige Verfahrensweg ist beim Bildungsgutschein zulässig, wo man sich im Vorfeld eine konkrete Bildungsmaßnahme bei einem Träger sucht und diese dann beantragt.
 

gelibeh

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Dem Bewilligungsbescheid kannst Du widersprechen, habe ich gerade gesehen. Ich würde das tun, denn Du hast ja gar keinen Antrag auf so eine Maßnahme und Gutschein gestellt. Die können doch nur etwas bewilligen, was auch beantragt wurde. Und auch wenn man einen Antrag auch mündlich machen kann, müssen die das ja nachweisen können.
 

Surfing

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Ein Vermittlungsgutschein kann unabhängig von einer EGV-/EGV-VA bewilligt werden. Auf Antrag des Leistungsberechtigten.

Zitat:

Jeder Arbeitslosengeld I Bezieher hat einen Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein, wenn er/sie die Arbeitslosenversicherungsleistungen bereits mindestens sechs Wochen bezieht und demnach seit sechs Wochen arbeitslos gemeldet ist. Seit April 2012 kann jeder, ob arbeitslos gemeldet oder nicht, einen solchen Vermittlungsgutschein beantragen. Ob dieser dann bewilligt wird, ist eine sogenannte „Kann-Leistung“ des zuständigen Sachbearbeiters. Dieser ortet, ob die durch die Vergabe die Chancen tatsächlich erhöht werden einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Auch Hartz IV Bezieher können einen solchen Gutschein beantragen. Aber auch hier entscheidet das Jobcenter, ob der Vermittlungsgutschein ausgestellt wird oder nicht. Denn bei Hartz IV ist die Vergabe ebenfalls eine „Ermessensleistung“. Um einen Antrag zu stellen kann der nachfolgende verwendet werden oder man wendet sich direkt an einen privaten Arbeitsvermittler.
Anspruch auf Vermittlungsgutschein

Ein privater Arbeitsvermittler/in kann aber erst tätig werden wenn man einen Vertrag mit ihm eingeht! Und da sind wir wieder bei der Vertragsfreiheit!
 

gelibeh

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Ein Vermittlungsgutschein kann unabhängig von einer EGV-/EGV-VA bewilligt werden. Auf Antrag des Leistungsberechtigten.
Auf Antrag. Hier ist aber gar kein Antrag gestellt worden.

Ich habe jetzt schon öfters gesehen, dass die versuchen Maßnahmen über den AVGS abzuwickeln. Welchen Grund könnte das haben? Sind das unterschiedliche Geldtöpfe?
 

Surfing

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Einen vom JC aufgenötigten VGS braucht keiner einzulösen. Wie gesagt, private Vermittler dürfen erst nach Vertragsschluss tätig werden, auch wegen dem Datenschutz. Ohne unterschriebenen Vertrag dürfen die keine Daten an Firmen weitergeben.

Wenn darüber Maßnahmen abgewickelt werden sollen, lohnt sich dass für Träger nur wenn sie vermitteln dürfen.

Die meisten Träger werden doch auch als private Vermittler tätig, das geht auch ohne VGS. Da kommen dann die Maßnahmen-Verträge und sonstigen Unterlagen zum tragen. Es wird sicher auch versucht während bereits laufender Maßnahmen mit den Teilnehmern Vermittlungsverträge abzuschließen, um die Kohle dafür zusätzlich abzukassieren.
 

Makale

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Man kann jedenfalls festhalten, dass der Dreistigkeit der Jobcenter wohl keine Grenzen gesetzt sind. Die setzen so ziemlich alle verwaltungsrechtlichen sowie gesetzestechnische Grundsätze außer Kraft ("Die machen was sie wollen").
 
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