EGV trotz Krankmeldung. Wie kann ich reagieren?

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DieQuerulantin

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Hallo. Ich bin seit ca 1 Jahr und 6 Monaten krank geschrieben.

Im Oktober kam schon mal eine EGV. Inhaltlich ging es darum mir jegliches Mitspracherecht an den Therapiemöglichkeiten für meine Gesundung zu entreißen. Ich habe besagte EGV nicht unterschrieben und auch nicht weiter darauf reagiert. Es kam auch nichts mehr vom JC diesbezüglich, wurde also so hingenommen.

Jetzt versuchen die natürlich Druck zu machen. Meine fortschreitende AU habe ich ein paar tage zu spät abgeschickt da ich mit fetter Grippe flach lag und niemanden erreichen konnte beim JC. Es kam dann eine Einladung um meine berufliche Situation zu besprechen und mit der Absage habe ich auch direkt die AU mitgeschickt.

Heute 24.02 lag eine weitere Einladung um meine berufliche Situation zu besprechen in meinem Briefkasten. Der Meldetermin war am 20.02. Ich hatte also gar keine Möglichkeit den Termin wahr zu nehmen da der ja heute erst im Briefkasten war.

Gemeinsam mit diesem Meldetermin, in einem separaten Umschlag, war wieder eine EGV mit der dringenden Bitte diese unterschrieben zurück zu senden. Selber Inhalt, ich verliere im Prinzip das Mitspracherecht welche Therapien sinnvoll sind um wieder gesund zu werden.

Meine SB hat außerdem auch geschrieben, sie bitte bis zum 28.02. anzurufen da ja keine Telefonnummer von mir vorliegt und wenn ich das nicht tue dann wird sie mich wieder einladen, dann aber mit Wegeunfähigkeitsbescheinigung.

Ich wäre damit einverstanden mich dem ärztlichen Dienst des Jobcenters vorzustellen, um zumindestens zu zeigen das ich nicht einfach just 4 fun krank mache. Aber ich sehe keinen Grund eine EGV zu unterschreiben wenn ich zurzeit gar nicht zur Verfügung stehe auf dem Arbeitsmarkt. Nun muss ich sie natürlich Montag anrufen, weiß aber nicht was ich ihr sagen soll.

Kann mir jemand sagen oder Tipps geben wie es nun weiter geht? Was ich sagen kann oder soll? Bitte um dringende Hilfe.
 
G

Gast1

Gast
DieQuerulantin, wenn in der EGV als Deine Pflichten nur gesundheitliche Dinge geregelt sind, dann ist die EGV vom Inhalt her eventuell rechtswidrig.

Denn nur mit erwerbsfähigen Leistungsberechtigten "soll" eine EGV abgeschlossen werden, das steht so im § 15 SGB II. In Deinem Zustand ist Deine Erwerbsfähigkeit jedoch fraglich, weil sie schon eine lange Zeit andauert. Bitte beachten: Arbeitsunfähigkeit ist nicht gleich Erwerbsunfähigkeit. Man kann immer noch erwerbsfähig sein, wenn man temporär arbeitsunfähig ist.

Ich würde die EGV nicht unterschreiben. Auch weil Dir das JC nicht vorschreiben darf, wie Du zu gesunden hast. Das wäre meiner Meinung nach ein Eingriff in Deine Persönlichkeitsrechte.

Lass es auf eine EGV als Verwaltungsakt ankommen. Falls er tatsächlich kommt, lege Widerspruch gegen den VA ein und beantrage beim Sozialgericht gleichzeitig die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung Deines Widerspruchs.

Aber vielleicht solltest Du Deine EGV hier mal anonymisiert hochladen.
 

saurbier

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Hallo DieQuerulantin,

Nun muss ich sie natürlich Montag anrufen, weiß aber nicht was ich ihr sagen soll.

Auf gar keinen Fall da anrufen, zumeist erhoffen sich die SB´s auf diese Weise durch die Hintertür an die Telefonnummer zukommen.

Wenn die SB etwas von dir möchte, dann kann sie es dir auf dem Postweg und nur auf dem Postweg jederzeit mitteilen, daß ist nach dem Gesetz vollkommen ausreichend.

Und noch eins, wenn deine Gesundheit fraglich ist (lange AU) dann muß der/die SB vor Abschluss einer EinV zuerst einmal deine mögliche Erwerbsfähigkeit durch den äD abklären lassen um so zu erfahren was du ggf. überhaupt noch arbeiten könntest.

In einer EinV hat nichts zu stehen was mit deiner Gesundheit zu tun hat, daß ist nicht Regelungsstand einer EinV.

Also warte einfach ab, bis die SB dir einen neuen Brief zuschickt. Bis dahin kannst du uns vielleicht anonymisiert deine derzeitige EinV hier mal einstellen.

Übrigens eine WUB könnte die SB von dir verlangen, wenn du immer zu den Meldeterminen eine AU vorlegst, nicht aber nur deswegen weil du seit eineinhalb Jahren Dauer-AU geschrieben bist.

Hierzu muß man wissen, daß eine AU nicht unbedingt auch Wegeunfähigkeit bzw. Bettlägrigkeit bedeutet.

Mir ist allerdings bei meinem Hausarzt bis heute keine solche Bescheinigung unter gekommen. Die kennen da nur die normalen AU´s und bestenfalls noch Atteste für dies und das.

Im übrigen wenn die SB eine solche WUB von dir verlangt, dann soll sie bitte dafür auch eine Kostenzusage machen, wer weiß schon a) was dein Arzt dafür verlangt und b) wer im Nachhinein die Kosten trägt, denn in deinem Hartz IV -Satz ins dafür zumindest nichts vom Gesetzgeber vorgesehen.


Gruß saurbier
 

DieQuerulantin

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Auf gar keinen Fall da anrufen, zumeist erhoffen sich die SB´s auf diese Weise durch die Hintertür an die Telefonnummer zukommen.

Wenn die SB etwas von dir möchte, dann kann sie es dir auf dem Postweg ...
Gruß saurbier

Hier einmal die EGV und das beiliegende Anschreiben.
Eine derzeitig gültige EGV existiert nicht. Die letzte ist im Oktober oder September 2016 abgelaufen, die neue EGV kam dann mit der Post (Inhalt genau der selbe wie in dieser EGV) ich habe sie aber nicht unterschrieben und diesbezüglich auch nie wieder etwas gehört. Dachte die will mir dann direkt mit EGV VA kommen aber da kam nix mehr.

gegen eine Abklärung beim äD steht meiner Meinung nach nix, aber darauf will sie ja anscheinend nicht einmal hinaus. Verstehe nicht warum sie mir das Schreiben dazu nicht einfach mit der Post schickt, warum muss ich da hin für so nen Wisch? Porto wäre für die günstiger, als für mich die Fahrtkosten nur um das Teil da dann abzuholen.

EDIT: anonymisierung nachgebessert
 

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doppelhexe

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mal davon abgesehen, das gesundh. dinge in einer EGV nichts zu suchen haben...

in der EGV steht aber nicht, das du keinerlei mitspracherecht mehr hast

... Selber Inhalt, ich verliere im Prinzip das Mitspracherecht welche Therapien sinnvoll sind um wieder gesund zu werden.

du nimmst alle erfoderlichen arzttermine wahr ... na das hast du doch sowieso vor... und die erforderlichkeit bestimmen deine behandelnden ärzte, niemand sonst (dann ja wohl in absprache mit dir)...

alles andere, was darin steht gehört deswegen nicht in eine EGV weil es ja wohl schon im gesetz so geregelt ist.

ich würde die EGV als "harmlos" ansehen, aber trotzdem nicht unterschreiben. und gegen einen VA vorgehen... wie oben von den anderen schon geschrieben.

was mit der wegeunfähigkeitsbescheinigung zu tun ist, wurde dir ja auch schon geschrieben. du kannst dir jetzt im grunde aussuchen, ob du vor ort alles klären willst, oder schriftlich - auf keinen fall telefonisch

ich würde ein brieflein schreiben, in dem ich die kosten für die WUB beantrage, telefonische gespräche verweigere und die EGV aus oben genannten gründen ebenfalls nicht unterschreibe...

falls du doch da aufschlagen möchtest, vergiss nicht die fahrkosten zu beantragen...
 

DieQuerulantin

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mal davon abgesehen, das gesundh. dinge in einer EGV nichts zu suchen haben...
in der EGV steht aber nicht, das du keinerlei mitspracherecht mehr hast

Ich hatte auch nicht vor die EGV zu unterschreiben. Bin mir aber trotzdem sicher wenn ich es tun würde, würden die versuchen mich mit aller gewalt in irgendwelche gesundungsmaßnahmen zu stecken. So sagte man mir das jedenfalls beim letzten mal als es darum ging ob ich unterschreiben soll oder nicht und ich hab es dann gelassen.

Mir geht es jetzt eher darum was ich Ihr sagen bzw schreiben soll, da ich in solchen Dingen nicht so bewandert bin.

EDIT: kann ich gegen einen VA auch vorgehen ohne Rechtschutzversicherung oder wie auch immer das Ding heißt? Sorry aber ich bin echt nicht gut in sowas.
 

doppelhexe

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du hast 2 möglichkeiten...

1. du verhandelst die EGV ... streichst also alles, was dir nicht passt und schreibst evtl. was anderes dazu... zb. den passus mit den arztterminen streichen und dafür den antrag auf begutachtung der erwerbsfähigkeit rein. und was dir sonst noch so nicht gefällt oder du drin haben willst. das dann ununterschrieben zurück und mal sehen, wie sie reagiert... (würde ich persönlich nicht tun. ich hab schon jahre keine EGV mehr, da krank und rentenantrag)

oder du wartest einfach ab... dann kommt (nach ihrem brief zu urteilen) ne einladung. wenn die ne WUB fordert, dann beantragst du die kosten dafür (wenn du die einreichen willst). wenn du persönlich hinwillst, vergiss die fahrkosten nicht.

wenn das ding als VA kommt (oder sie dir das in die hand drückt) kannst du widerspruch einlegen. dazu lädst du das ding dann hier hoch und unsere cracks schreiben dir sicher das passende brieflein dazu.
und gleichzeitig beantragst beim sozialgericht die aufschiebenden wirkung des widerspruchs. bei ablehnung des widerspruchs klagst du dagegen.

da ein VA so aussehen muss, wie die abgelehnte EGV denke ich, das spätestens das gericht den VA kassiert.

vielleicht kommt aber auch garkein VA wie beim letzten mal.

passende gesundheitsmaßnahmen kann das jobcenter doch garnicht vergeben... oder wissen die, woran du erkrankt bist? also müssten die sowieso erst den med. dienst beauftragen. und maßnahmen kannst du solange nicht machen, wie dein DOC dich krankschreibt. krank ist krank ...

lehn dich zurück und harre der dinge, die da kommen... und ruf auf jeden fall nicht an.
 

doppelhexe

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naja, erstens hat sie sich in deine gesundheit garnicht einzumischen, sie ist ja wohl nicht med. ausgebildet, sonst wäre sie nicht im jobcenter, oder?

und 2. kannst du dir ja, wenn sie es "anordnet" eine WUB besorgen. (kostenübernahme vom jobcenter einfordern, geht auch schriftlich)

auch wenn hier viele immer "aufschreien" ... ich hab sowas abgegeben. hab den genauen wortlaut nicht mehr parat, aber mein DOC schrieb sinngemäß, das termine im jobcenter meiner gesundheit schaden und ich deshalb diese nicht wahrnehmen kann... ich hab meine ruhe. zumindest bis iwann mein rentenantrag entschieden wird.
 

DieQuerulantin

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Also Danke schon mal für die Hilfe bis hier hin.

Ich habe die Email Adresse von der Dame und hatte nun überlegt ihr eine Email zu schreiben.
Ich würde Ihr dann auf jeden fall erstmal schreiben, dass Ihre Einladung erst vier tage später in meinem Briefkasten lag, ich also gar keine Möglichkeit hatte den Termin wahrzunehmen.
Dann würde ich Ihr schreiben, dass ich die Eingliederungsvereinbarung nicht unterschreibe weil ja meine Erwerbsfähigkeit derzeit gar nicht abgeklärt ist, und ich kein Grund für ein Telefonat diesbezüglich sehe. Sofern sie mich dem äD vorstellen möchte, kann sie mir dann jederzeit die Unterlagen dazu per Post schicken.

Was haltet ihr davon, oder ist das eine schlechte Idee? Wenn Sie mir eine weitere Einladung schickt dann wird das wieder ein so kurzfristiger Termin sein das ich keine Möglichkeit habe Eine Kostenübernahme für WUB oder Fahrgeld zu beantragen. (war in der Vergangenheit schon öfter der Fall).

Ansonsten wäre es noch gut zu wissen, ob ich ohne Rechtsschutzversicherung überhaupt die Möglichkeit habe mich per SG zu wehren?
 

Doppeloma

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Hallo DieQuerulantin,

Ich habe die Email Adresse von der Dame und hatte nun überlegt ihr eine Email zu schreiben.

Kann ich NICHT gut finden, das hat keine rechtliche Bedeutung, noch weniger was sie dir dann vielleicht als Antwort darauf schicker wird.
Wie dir schon geschrieben wurde musst du NUR auf dem Postwege erreichbar sein und solltest selber auch NUR auf genau diesem Wege (immer nachweislich) mit dem JC kommunizieren ...

Mal abgesehen von dem sinnfreien und unzulässigen Inhalt ist die Zusendung eines EGV-Vorschlages auf dem Postwege inzwischen schon gemäß Fachanweisungen der AfA NICHT mehr zulässig. :bigsmile:

(2) Im persönlichen Gespräch ist sich vor Abschluss der EinV über die individuelle Integrationsstrategie mit der erwerbsfähigen leis-tungsberechtigten Personen zu verständigen. Die postalische Übersendung einer EinV als Vorschlag zur Unterschrift ist nicht zulässig.

Quelle

https://www3.arbeitsagentur.de/web/...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI627529

PDF zu § 15 SGB II anklicken ...

Deine SB sollte sich vielleicht erst mal kundig machen dazu und warum sollst du sie anrufen müssen, dafür gibt es keine Rechtsgrundlagen ... (darum benennt sie ja auch keine), ebensowenig wie für die Forderung nach einer "Wege-Unfähigkeits-Bescheinigung" ... zumal sie noch nicht mal die Kostenerstattung von selber anbietet.

Dein Arzt ist gar nicht verpflichtet der JC-SB einen solchen "Wisch" auszustellen, zudem hat sie zu begründen warum eine AU nun nicht mehr ausreichen soll als Entschuldigung für Meldetermine ... bisher hat das ja offenbar auch genügt und sie "verzichtet" großmütig darauf dir für den letzten (entschuldigt) versäumten Termin eine Anhörung zu schicken ... :icon_neutral:

Schon diese Bemerkung ist eine Unverschämtheit ... bist du denn schon mal beim ÄD gewesen und "begutachtet" worden oder welche medizinische Kenntnisse befähigen deine SB zu beurteilen, ob du einen Meldetermin wahrnehmen kannst oder nicht mit einer rechtsgültigen AU-Bescheinigung ???

Wenn sie Zweifel an deiner AU hegt hat sie den MDK der KK zu beauftragen, so steht es jedenfalls im Gesetz und von irgendwelchen "Unfähigkeits-Bescheinigungen" steht da NIX, vielleicht sollte sie sich mal eine ausstellen lassen (eine SB-Unfähigkeits-Bescheinigung ?) ...

(1) Eine ordnungsgemäß ausgestellte ärztliche Bescheinigung über
die Arbeitsunfähigkeit hat einen hohen Beweiswert. Sie ist der
gesetzlich vorgesehene und gewichtigste Beweis, dass eine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Trotz der vorgelegten
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung können aber im Einzelfall Zweifel
an der Erkrankung bestehen.

Quelle

https://www3.arbeitsagentur.de/web/...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI627529

Brandneu und in allen Teilen sehr interessant ... dazu bitte PDF § 56 SGB II öffnen ... von der Notwendigkeit einer WUB kann ich da jedenfalls weit und breit nichts lesen ... und das sind schon die internen Handlungs-Anweisungen ...

Sorry, du kannst nichts dafür aber dieses Thema beschäftigt uns hier schon seit es ein Urteil gegen einen "Idioten" gab, der regelmäßig nur zu Meldeterminen krank gewesen sein will ... aber das hat trotzdem keinen Gesetzes -Charakter erlangt und die SB haben andere Möglichkeiten "ihren Willen durchzusetzen" ... :sorry:

Darum wurde bereits die Möglichkeit im § 56 SGB II ergänzt seit 2011, den MDK der KK zur Prüfung zu beauftragen, allerdings ist das deutlich teurer als den LE und seinen Arzt zu einer Zusatzbescheinigung aufzufordern, die der Arzt aber auch gar nicht ausstellen muss.

Ich würde Ihr dann auf jeden fall erstmal schreiben, dass Ihre Einladung erst vier tage später in meinem Briefkasten lag, ich also gar keine Möglichkeit hatte den Termin wahrzunehmen.

Wann wurde die Einladung denn ausgedruckt, ist natürlich richtig, das mitzuteilen, im Ernstfall hätte das JC zu beweisen wann die Einladung bei dir gewesen ist, also wieder "schlechte Karten" für eine Sanktion ... auch ohne AU und/ oder "Wegeunfähigkeit" ...:bigsmile:

Dann würde ich Ihr schreiben, dass ich die Eingliederungsvereinbarung nicht unterschreibe weil ja meine Erwerbsfähigkeit derzeit gar nicht abgeklärt ist, und ich kein Grund für ein Telefonat diesbezüglich sehe.

Das würde ich so nicht schreiben, denn AU hat nicht unbedingt mit zweifelhafter Erwerbsfähigkeit zu tun, es ist ein Irrglaube, dass wegen AU keine EGV abgeschlossen werden darf, auch wenn es in deinem Falle höchst sinnlos ist ...

Die SB haben durchaus die Möglichkeit in berechtigten Fällen (z.B. langer AU) darauf zu verzichten, lies dir mal dazu die weiteren Infos / Anweisungen zum § 15 SGB II durch.

Ich würde darauf hinweisen, dass die Zusendung einer EGV auf dem Postwege mit Forderung nach einer Unterschrift nicht zulässig ist, wie sie den Fachlichen Anweisungen der AfA vom XX (das Datum habe ich gerade nicht im Kopf) unschwer entnehmen kann.

Du kannst schon deswegen nicht unterschreiben weil das weder mit dir besprochen noch dir was erklärt wurde dazu und der Inhalt wiederholt ohnehin nur deine schon gesetzlich festgelegten Pflichten ... dafür braucht man keinen Vertrag abschließen.

Eine vertragliche Verpflichtung zur Genesung kann man nicht mit gutem Gewissen unterschreiben ... gesundheitliche Belange gehören zudem nicht in eine EGV, das wurde schon mehrfach gerichtlich bestätigt.

Es steht ihr ja frei diese EGV ersatzweise als VA (einseitiger Bescheid) zu erlassen (das würde ich aber nicht schreiben, das ist nur für dich).

Sofern sie mich dem äD vorstellen möchte, kann sie mir dann jederzeit die Unterlagen dazu per Post schicken.

Kann sie machen, aber ich würde nicht selbst darum "bitten", der ÄD hat auch keinen Einfluss auf deine Genesung, der kann auch nur versuchen festzustellen, was du (vielleicht) arbeiten könntest wenn du mal nicht mehr AU geschrieben bist ... :idea:

Welche Ärzte dich behandeln und welche Therapien du dort machen lässt geht deine SB nichts an, dazu kann sie dir gar keine Vorschrifeten machen, NICHT in einer EGV und auch nicht in einem VA gleichen Inhaltes ...

Ich habe durchaus schon VA gesehen, die aus solchen "Gesundheits-EGV" entstanden sind ... die schwerkranke Betroffenen hatte dann endlich mal ihre RUHE vor ihrer SB, denn die vergessen immer, dass sie an einen solchen VA dann auch gebunden sind ... in deinem Falle dann wohl "bis auf Weiteres", wann immer das sein soll ...

Widerspruch würde ich dann nur einlegen, wenn sie darin auch eine WUB fordert bei Meldeterminen, die du wegen AU nicht einhalten kannst ... ansonsten gibt es doch NICHTS worüber man sich dann wirklich aufregen müsste ... trotzdem muss man das ja nicht noch "freiwillig" unterschreiben wollen.

Ein VA KANN aber nicht mehr mit einer neuen EGV einfach "aus der Welt geschafft werden" ... :icon_evil:

Was haltet ihr davon, oder ist das eine schlechte Idee?

Mit dem richtigen Inhalt ist das eine gute Idee, schon wegen dem letzten Termin wo die Einladung zu spät kam solltest du nicht ganz untätig bleiben ... dann kommt bestimmt bald eine "Anhörung" ...

Wenn Sie mir eine weitere Einladung schickt dann wird das wieder ein so kurzfristiger Termin sein das ich keine Möglichkeit habe Eine Kostenübernahme für WUB oder Fahrgeld zu beantragen. (war in der Vergangenheit schon öfter der Fall).

Eine WUB ist überflüssig, es gibt keine Rechtsgrundlage dafür und vielleicht verzichtet sie ja zukünftig darauf das zu fordern, wenn sie (oder ihr Chef) deinen Brief erhalten hat ... es wird ja nicht mal begründet WARUM sie jetzt was haben will, was bisher auch nicht nötig war.

Ich würde ihr sogar ganz frech mitteilen, dass mein Arzt die Ausstellung verweigert, weil er seine AU-Bescheinigung für ausreichend hält ... das kann sie nicht kontrollieren und einfach bei deinem Arzt nachfragen.

Dann soll sie dir doch bitte (für deinen Arzt zutreffend) die Rechtsgrundlage schriftlich benennen, die ihn (als 3. Person) dazu verpflichtet zu tun, was das JC von DIR verlangt ... damit sind nämlich die Grenzen der Mitwirkung nach § 65 SGB I bereits erreicht ...

2. ihre Erfüllung dem Betroffenen aus einem wichtigen Grund nicht zugemutet werden kann oder
Quelle


§ 65 SGB I Grenzen der Mitwirkung


Es ist ein "wichtiger Grund", wenn dein Arzt verweigert was das Amt VON DIR verlangt ... weil er dazu gar nicht verpflichtet ist.

Unsere Ärzte hätten damals jedenfalls NICHT mitgespielt, wenn es nicht immer noch zu viele Ärzte trotzdem tun würden, wäre das Thema längst "vom Tisch" ...

Leider kann man trotzdem eine Sanktion versuchen, ein User ist damit gerade am Gericht ... wäre schon schön wenn es endlich mal ein Urteil zu Gunsten der LE dazu geben würde, dass solche Bescheinigungen gar nicht (mehr) verlangt werden dürfen.

Im Gesetz hat dazu noch NIE was gestanden und trotzdem wird das immer wieder so gemacht, um die kranken LE wenigstens noch damit nerven zu können.

Ansonsten wäre es noch gut zu wissen, ob ich ohne Rechtsschutzversicherung überhaupt die Möglichkeit habe mich per SG zu wehren?

Dafür brauchst du keine Rechstschutz-Versicherung, das kann man auch alleine und ohne Anwalt machen, das Verfahren an sich ist für den privaten Kläger kostenfrei am SG ...

Und Unterstützung kannst und wirst du hier reichlich bekommen wenn es nötig ist, aber zunächst müsste ja erst mal ein Ansatz da sein für deine SB ...

Gegen einen VA aus dieser EGV lohnt es sich nicht sich zu wehren, das wäre nur (weiteres) sinnlos bedrucktes Papier, interessant wäre es wenn sie dich wegen "unentschuldigtem" Meldetermin sanktionieren will ... oder gar, weil du einen Anruf "verweigert" hast ...

Kannst ja mal was vorformulieren und einstellen (ohne persönliche Daten natürlich) wir sehen uns das dann gerne mal an, ob du das so am Montag per "Übergabe-Einschreiben" an dein JC schicken kannst / solltest ...

Ich würde das auch gar nicht direkt an die SB schicken sondern allgemein an das JC, wäre doch gut wenn das auch noch einige andere Mitarbeiter dort lesen sollten ... kannst es natürlich auch direkt als Beschwerde an die dortige Geschäftsführung schicken ... :cheer2:
MfG Doppeloma
 

gast2804

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Kurze Zwischenfrage:

Meine SB meint, dass eine AU-Bescheinigung kein Grund ist, einen Meldetermin nicht wahr zu nehmen.

Hallo? Ich kann mich kaum bewegen, soll aber quer durch die Stadt? Zumal es eine Erstbescheinigung ist, ich sonst jeden Termin wahr genommen habe..

Ich werde meinen Arzt NICHT von der Schweigepflicht entbinden, aber das ist, was meine SB möchte. Gehts noch?

Was antworte ich ihr darauf?
 
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