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EGV Quelle - Nomos??

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sun2007

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#1
Hallo,
ich habe folgende Information gefunden (s. u.) - weiß jemand wo genau das steht, wo sich die hierfür zitierfähige juristische Quelle befindet? Ich brauche diese Information vor allem für den untersten Absatz, die FACHLICHE Qualifikation der Fallmanager betreffend.

Zitat Anfang:
Bevor (!) ein Sachbearbeiter einem Erwerbslosen eine Eingliederungsvereinbarung gemäß § 15 SGB II zur Unterschrift vorlegen muss, muss er mit dem Erwerbslosen ebenfalls gemäß § 15 SGB II drei Schritte durchführen:

1.
Profiling - Feststellung der beruflichen und sonstigen Fähigkeiten und Kenntnisse

2.
Chancen-Risiken-Abwägung - welche Probleme persönlicher, familiärer, finanzieller oder sonstiger Art stehen einer Arbeitsaufnahme entgegen (Anmerkung: mal davon abgesehen, dass bei real 18 Millionen Erwerbslosen ohnehin keine Stellen zu besetzen sind...)

3.
Unter Einbeziehung von 1. und 2. Feststellung des "beruflichen Standortes" - was kann seitens ARGE / opt. Sozialamt und dem Erwerbslosen tatsächlich, effektiv und sinnvoll unternommen werden, um ihn/sie wieder in Arbeit zu bringen.

Diese drei Schritte setzen voraus, dass der oder die Sachbearbeiterin in der ARGE einerseits eine Ausbildung als diplomierter Sozialarbeiter hat (um die sozialen Problemlagen des Erwerbslosen bzgl. Aufnahme von Arbeit einschätzen und nachvollziehen zu können)

und

anderseits eine breitgefächerte Kenntnis in den diversen Berufsbereichen hat (um die beruflichen und sonstigen Fähigkeiten eines Erwerbslosen aus dessen Schilderungen sowie Zeugnissen und Tätigkeitsprofilen erkennen, verstehen und auswerten zu können).

http://www.asmarburg.de/arca.php
 

Martin Behrsing

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#3
bitte morgen noch mal erinnern. Habe die Nomos-Kommentierungen da. Die gibt es nur als Buch und nicht im Internet
 

Atlantis

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#4
Ich habe das unter seinem Link bekommen

Kein Fehler produziert 404 Meldung












ARCA an Redaktion PlusMinus

Eine E-Mail:



From: "ARCA Soziales Netzwerk e.V.", arca.sozial-esw@gmx.de
To: plusminus@hr-online.de
Sent: Friday, January 27, 2006 12:09 AM
Subject: Ihr TV-Beitrag vom 24. Januar 2006 ueber angeblich arbeitsunwillige





Erwerbslose - sachliche Erörterung und Gegenthese mit freundlicher Bitte um Kenntnisnahme und Antwort



Guten Tag, Redaktion PlusMinus,

zu Ihrem Beitrag vom 24. Januar 2006 über angeblich arbeitsunwillige Erwerbslose

http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,0c7lb7j2kqlfajh1~cm.asp

möchten wir uns als selbst Betroffene und als seit 1998 ehrenamtlich sozial für Menschen in schwierigen Lebenslagen arbeitende Erwerbslosen-Initiative sachlich, aber auch deutlich zu Wort melden.

Mit freundlichem Verlaub, sehr geehrte Damen und Herren: Ihr Beitrag stützt sich allein auf Propaganda der Bundesregierung und auf die mehr oder minder, meistens aber minder wahren Äußerungen von sogenannten "Sachbearbeitern" in den sogenannten ARGEn und optierenden Sozialämtern.

"Sachbearbeiter" in Gänsefüßchen deshalb, weil nahezu das gesamte in den ARGEn und optierenden Sozialämtern tätige Personal für die effektive Betreuung von Erwerbslosen nicht ausgebildet ist - ein Problem übrigens, das in Sozialämtern und den Agenturen für Arbeit, früher Arbeitsämter, seit Jahrzehnten vorherrscht, so dass nicht zu erwarten war, dass sich in den neuen ARGEn und optg. Sozialämtern da etwas ändert - wir verweisen diesbezüglich nur auf den Vermittungsstatistik-Skandal in 2000, wegen dem der damalige Präsident der damaligen Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, gehen musste, und weshalb sein Nachfolger Friedhelm Gerster nicht lange blieb.

Die Arbeitsämter hatten, wie sich damals zeigte, jahrzehntelang die Vermittlungstatistiken über die Vermittlung von Erwerbslosen nachhaltig bis zu 70% gefälscht, um angebliche Vermittlungserfolge vorweisen zu können, die aber nicht existierten - die bundesweiten Medien berichteten ja darüber.

Wer aber, sehr geehrte Damen und Herren in der Redaktion PlusMinus, Vermittlungszahlen zum Zwecke der Erfolgsvortäuschung fälscht, ist nicht qualifiziert, effektiv in Arbeit zu vermitteln - denn sonst hätte er die Fälschungen nicht nötig...

Dieser Sachverhalt betrifft auch Hartz IV. Der Gesetzeskomplex des Hartz IV ist zwar grundgesetzwidrig und damit eigentlich nichtig, aber darum geht es heute mal gar nicht.

Das in Hartz IV "enthaltene" SGB II (Sozialgesetzbuch II) enthält, wenn man es denn mal liest (z.B. NOMOS Kommentar SGB II) und sich damit intensiv befasst, recht viele Vorschriften, die seitens der ARGEn und optierenden Sozialämter eingehalten werden müssen.

Da es in Ihrem Beitrag um angeblich faule Erwerbslose geht, sei ein pikantes, bundesweit nachzurecherchierendes Beispiel herausgepickt:

Bevor (!) ein Sachbearbeiter einem Erwerbslosen eine Eingliederungsvereinbarung gemäß § 15 SGB II zur Unterschrift vorlegen muss, muss er mit dem Erwerbslosen ebenfalls gemäß § 15 SGB II drei Schritte durchführen:

1.
Profiling - Feststellung der beruflichen und sonstigen Fähigkeiten und Kenntnisse

2.
Chancen-Risiken-Abwägung - welche Probleme persönlicher, familiärer, finanzieller oder sonstiger Art stehen einer Arbeitsaufnahme entgegen (Anmerkung: mal davon abgesehen, dass bei real 18 Millionen Erwerbslosen ohnehin keine Stellen zu besetzen sind...)

3.
Unter Einbeziehung von 1. und 2. Feststellung des "beruflichen Standortes" - was kann seitens ARGE / opt. Sozialamt und dem Erwerbslosen tatsächlich, effektiv und sinnvoll unternommen werden, um ihn/sie wieder in Arbeit zu bringen.

Diese drei Schritte setzen voraus, dass der oder die Sachbearbeiterin in der ARGE einerseits eine Ausbildung als diplomierter Sozialarbeiter hat (um die sozialen Problemlagen des Erwerbslosen bzgl. Aufnahme von Arbeit einschätzen und nachvollziehen zu können)

und

anderseits eine breitgefächerte Kenntnis in den diversen Berufsbereichen hat (um die beruflichen und sonstigen Fähigkeiten eines Erwerbslosen aus dessen Schilderungen sowie Zeugnissen und Tätigkeitsprofilen erkennen, verstehen und auswerten zu können).

Genau aber dieses Fachwissen fehlt den Sachbearbeitern in den ARGEn und optierenden Sozialämtern, weil es sich bei diesen Leuten lediglich um Verwaltungsbeamte und Verwaltungssachbearbeiter ohne jegliche Zusatzausbildung handelt.

Daraus folgt, dass dem § 15 SGB II seitens der ARGEn und opt. Sozialämtern gar keine Folge geleistet werden kann.

Was geschieht daher: Eingliederungsvereinbarungen werden am § 15 SGB II vorbei ohne die gesetzliche Vorarbeit mit den Erwerbslosen "vereinbart", indem man ihnen mit Kürzung der Sozialeistung droht, wenn sie nicht unterschreiben, so dass die meisten es tun.

Wird die Unterschrift verweigert, wird sanktioniert, und die Leistung gekürzt. Hierzu ist im NOMOS-Kommentar zum SGB II auf Seite 186 zu lesen:

"... der Einsatz nicht hinreichend qualifizierten Personals oder die grobe Missachtung fachlicher Qualifikationsstandards kann im Sinne des § 65 Abs 1 Nr. 1 SGB I ein wichtiger Grund für eine Mitwirkungsverweigerung (Anm.: durch den Leistungsbezieher) sein.

Zugleich ist der Erwerbssuchende durch Beratung (Anm.: § 13 bis 16 SGB I) fair und ergebnisoffen über Voraussetzungen und Inhalte möglicher Eingliederungsleistungen sowie seine Handlungsmöglichkeiten und Rechte aufzuklären, damit eine etwaige Vereinbarung wirklich informiert und freiwillig geschlossen wird."

Genau das und noch viel mehr, was im NOMOS-Kommentar zu den rechtlichen Vorschriften bzgl. Eingliederungsvereinbarungen zu lesen ist, findet in den ARGEn und opt. Sozialämtern aber gar nicht statt.

Erwerbslose müssen z.B. auch, obwohl sie als ALG-II-Bezieher weit unterhalb der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze gemäß der Pfändungsfreigrenzentabelle zu § 850 ZPO (Zivilprozessordnung) leben, z.B. unterschreiben, dass sie 30% der Kosten einer Trainings- oder Bildungsmaßnahme übernehmen, wenn sie diese Maßnahme nicht erfolgreich beenden. Wie hoch die Kosten sind, wer entscheidet, ob gescheitert oder erfolgreich, steht nur in den Stern, nicht aber in der Eingliederungsvereinbarung.

Bei der - laut NOMOS-Kommentar erst nach viel gründlicher und ordentlicher Vorarbeit zu erfolgender - Unterzeichnung dieser Eingliederungsvereinbarung sind bei Ausländern und Aussiedlern (die oft nur gesprochenes, aber kein schriftliches Deutsch beherrschen) keine Dolmetscher dabei, die Eingliederungsvereinbarung wird nicht weiter erklärt, obwohl die ARGEn und die opt. Sozialämtern allein schon aus § 13 bis 16 SGB I dazu verpflichtet sind.

Wenn man jemand darauf beharrt, dieses Papier mit nach Hause zu nehmen, wird er gezwungen, es zwei-drei tage später unterschrieben wieder mitzubringen. Alle im § 15 SGB I festgelegten Vorgaben für die Unterzeichnung der Eingliederungsvereinbarung werden seitens ARGEn und opt. Sozialämtern nicht eingehalten...

Grund: die meisten Sachbearbeiter der ARGEn und opt. Sozialämter haben _auch_ keine (sozial-)rechtliche Ausbildung und wissen daher oft selbst nicht, wie sie den Leuten erklären sollen, was diese unterschreiben sollen. Außerdem beugt man in den Sozialbehörden seit Jahrzehnten das jeweils geltende Recht dann, wenn es die Leistungsbezieher juristisch oder materiell besser stellt gegenüber der Behörde...

Inkompetenzen und Rechtsbruch dieser Art, sehr geehrte Damen und Herren in der PlusMinus-Redaktion, finden Sie überall, wo es um Hartz IV, das SGB II, das ALG II und die ARGEn und opt. Sozialämter geht - kein Wunder also, dass Hartz IV auf ganzer Länge gescheitert ist.

Wenn Sie dazu weiter nachlesen wollen, lesen Sie bitte auch hier:

http://www.hna.de/hessen_witzenhausen/FORUMKlage_gegen_die_Arge.html

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2614366&r=threadview&a=1&t=2673535

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2614366&r=threadview&a=1&t=2714040

http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2006/bundestagsrede_20060109.html

In Bezug auf Ihren Beitrag ist dann an Sie die höfliche, aber doch auch nötige Frage aufgrund des Beitragsinhalt zu stellen: glauben Sie ernsthaft, dass Erwerbslose dumm sind, dass sie nicht merken, dass man sie in den ARGEn und opt. Sozialämtern um ihr Recht bringt und anlügt?

In den Jahren 1997 bis 2004 sind seitens der Sozialbehörden, damals also noch Sozialämter und Agenturen für Arbeit / Arbeitsämter bundesweite Erhebungen bzgl. des angeblich so hohen Missbrauches von Sozialleistungen vorgenommen worden, weil man meinte, hier den Sumpf zu entdecken, der heute bzgl. Hartz IV behauptet wurde.

Tatsache war, dass bundesweit lediglich 1,2 Prozent Missbrauch von Sozialleistungen nachgewiesen werden konnte.

Weder gibt es viele "faule", leistungshinterziehende Erwerbslose, noch gibt es Kompetenz in den ARGEn und Sozialämtern.

Bitte, sehr geehrte Damen und Herren, erklären Sie uns aufgrund des Vorgenannten, warum Sie, die Sie doch eines der wenigen renommierten investigativen TV-Magazine sind, diesen Beitrag vom 24. Januar 2006 gemacht haben, der zweifelsfrei nicht auf realen Tatsachen beruht.

Wir würden uns über Ihre Antwort freuen, erwarten diese und verbleiben

Mit freundlichen Grüssen
Sozialverein
ARCA Soziales Netzwerk e.V.
- der Vorstand -
 

unicorn

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#6
Hallo,
ich habe folgende Information gefunden (s. u.) - weiß jemand wo genau das steht, wo sich die hierfür zitierfähige juristische Quelle befindet? Ich brauche diese Information vor allem für den untersten Absatz, die FACHLICHE Qualifikation der Fallmanager betreffend.
Steht Im Nomos Kommentar von Münder "Sozialgesetzbuch II", 2. Auflage
Auf Seite 676 "Berlit in LPK-SGB II" § 65 Übergangs- und Schlussvorschriften.

Abschnitt 3:
"Qualifizierungspflicht BA (Abs. 2)"
Es geht daraus auch hervor, dass sich die Qualifizierungspflicht nicht auf ds Personal der BA beschränkt, sondern auch auf das Personal der anderen Leistungsträger erstreckt und auf Kosten der BA durchgeführt werden muss. Hierzu wird noch verwiesen auf
"Marschner in Estelmann § 65 Rz. 20"
Hier ist noch ein Monitoring, wo das auch steht mit der Qualifizierung:

http://www.gesundheitberlin.de/download/Hintergrunddossier_Sozialmonitoring_2005.pdf

Vielleicht hilft dir das weiter

Nachtrag: Auf der Seite der bmfsfj habe ich noch was zur Qualifizierung der Fallmanager gefunden:

http://www.bmfsfj.de/Publikationen/...4-3-qualifizierung-der-fallmanager-innen.html

und hier ein Informationsdokument aus dem hervorgeht wie so eine Qualifizierung aussieht:

http://www.informdoku.de/pdfs/hartz4/KonzeptFallmanager.pdf

Ich finde, es wird dort auch deutlich, dass sie auch Funktionen eines Psychologen und Sozialarbeiters übernehmen, die eigentlich einer geschützten Berufsbezeichnung unterliegen und die einzelnen Ausbildungen Jahre erfordern.

So ist meine persönliche Meinung, dass selbst wenn sie diese Qualifizierungen durch Weiterbildungen oder Kurse durchlaufen haben sollten, immer noch nicht in dem von der BA geforderten Masse wild auf die Menschen los gelassen werden können, weil sie deshalb immer noch keine Psychologen, Sozialarbeiter, etc. sind. Und so viele Berufsbilder zu vereinen, dazu müssten sie verschiedene Berufe erlernt haben. Sonst bräuchten wir die anderen Berufe nicht mehr und könnten abgeschafft werden.

Hier noch eine ganz interessante Studie von Arbeits Förder Betrieb Worms zur Arbeit der FM, ab S. 27 Beurteilung, bzw. Einschätzung der Beratung der Fallmanager:

http://www.univation.org/download/TB_TN_Befragung_2005.pdf?PHPSESSID=lca5gigrpq97dsfl81ak9sccm3

So wird beispielsweise eine Ausbildung zur Fachkraft als FM von der IHK ausgeschrieben für die Job-Center:
http://www.quadriga-seminare.de/InfoblattFM.pdf

Und hier ist noch eine Evaluation zur Qualifizierung von Fallmanager für Menschen mit Behinderung
http://club.berlin.de/imperia/md/content/sengsv/soziales/modellsozialamt/zwischenbericht.pdf

Wie man sieht, ist dann auch Fallmanager nicht gleich Fallmanager. Aufgefallen ist, dass es verschiedene Bereiche hierzu gibt - und somit auch verschiedene Weiterbildungsmassnahmen- und inhalte zum/r FallmanagerIn.
Einmal sind es Alleinerziehende, dann Menschen mit Behinderung, dann Menschen mit migrantem Hintergrund, Jugendliche, etc.

Wie will ein Fallmanager, der nun angenommener Weise tatsächlich eine Qualifizierung hat, dies aber nur für Jugendliche, wie will der/die nun, anderen Menschen helfen, wenn er die Situation nicht mal annähernd kennt und vor allem deren Grundlagen und Möglichkeiten um hier richtig vorzugehen fehlen?

Also kann meiner Meinung nach selbst für den Fall, dass eine Qualifizierung da ist, der/die FallmanagerIn ungeeignet sein, wenn es einen anderen Bereich betrifft.

Wobei ich jedoch aus meiner persönlichen Erfahrung aus der Praxis eher vermute, dass die Qualifizierung eher nicht gegeben ist.

Wer noch mehr dazu nachlesen mag, hier gibt es noch Berichte, Flyer und Handbuch zu Fallmanagement nach dem Berliner Modell als pdf:
http://www.berlin.de/sen/soziales/aktuelles/modernisierung/index.html

So steht z. Bsp. in dem Handbuch ab S. 22 etwas zur Qualifizierung (dies bezieht sich allerdings auf SGB XII):
http://www.berlin.de/imperia/md/con...ndbuch_fallmanagement_eingliederungshilfe.pdf
 

unicorn

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#7
Ausbildung zum Fallmanagement und Case Management

Hier ein interessanter Bericht zum Fallmanagement und Case Management, wo die Unterschiede liegen und vor allem die interessante Frage, die Einige von uns bewegt:


„Ich habe mich einmal gefragt, was für eine Ausbildung von wem die „neuen Fallmanager“
wohl bekommen! Wer DARF ÜBERHAUPT jemanden ZU einem Fallmanager ausbilden;
was für eine Ausbildung muss dieser „Ausbilder“ der Fallmanager nachweisen
können? Wo muss dieser Ausbilder seine Prüfung zum Ausbilder der Fallmanager abgelegt
haben? Wo sind diese ganzen Ausbildungen der Ausbilder der Fallmanager gesetzlich
geregelt? …Wo sind hierfür Richtlinien und Gesetze von wem verabschiedet worden?
Sind diese Richtlinien oder Gesetzte bundeseinheitlich oder herrscht hier die reine
WILLKÜR?“
Quelle und Vortrag: http://www.betainstitut.de/download/symposium-loecherbach.pdf
 

unicorn

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#8
§ 15 SGB II zur Qualifizierung

Ausser in NOMOS Kommentar II. Auflage: § 65 SGB II steht in § 15 SGB II, genauer gesagt in:

Berlit in LPK-SGB II S. 237 1. Absatz unter "Eingliederungsvereinbarung" zu § 15 SGB II noch Rz. 17

dass die Mitwirkung unter Beachtung der § 65 SGB I Abs. I vorzunehmen sei und schreibt dann im Anschluss: ".....;der Einsatz nicht hinreichend qualifizierten Personals oder die grobe Missachtung fachlicher Qualitätsstandards (dazu DV NDV 2004, 49) kann i. S. d. § 65 Abs. 1 Nr. 1 SGB I wichtiger Grund für eine Mitwirkungsverweigerung sein. ........."

und unter § 15 SGB II Rz. 19 : "Diese Verhandlungsphase muss von dem Leistungsträger durch hinreichend qualifiziertes Personal verständigungsorientiert moderiert und strukturiert werden; als Teil des Hilfeprozesses ist sie nachvollziehbar zu dokumentieren. ............"

Inwieweit dies aussagekräftig ist und anwendbar ist, vermag ich nicht zu sagen, da ich Laie bin und nur mal nachgelesen habe.
Ich weiss auch nicht, wie man das auslegt.
 

sun2007

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#9
@unicorn

Hallo,

vielen, vielen dank. :icon_hug: Den Nomos habe ich mittlerweile auch in der Bibliothek gefunden und nachgeschlagen. Dabei hat mich dasselbe irritiert wie Dich:
Was bedeutet "hinreichend" qualifiziert?
Darf ich von einer FM verlangen, dass sie mir sagt, wie sie qualifiziert ist? Habe ich einen Rechtsanspruch auf diese Information?
Und generell würde ich gerne wissen, ob die Qualifikation, wie auch immer geartet, sich nur auf EinGVs bezieht oder auch auf andere Gebiete. Zum Beispiel habe ich SWL (Sonstige weitere Leistungen) beantragt und bei der Bewilligung derselben wurden mir wichtige Dinge abgeschlagen und ich sollte statt dessen Artikel kaufen, die es gar nicht gibt - die Mitarbeiterin des Jobcenter hatte selbst "recherchiert" und ist zu sehr abenteuerlichen "Ergebnissen" gekommen, sprich: sie hat sowohl Dinge erfunden die es gar nicht gibt als auch absolute Fantasiepreise daneben geschrieben - wäre echt lustig, wenn es im Film stattfände :icon_lol: - aber das hier ist MEIN LEBEN!!:icon_kotz2:
Und dann die generelle Behandlung mit seltsamen Briefen in denen offensichtlich Rechtswidriges steht - ich bin ja froh, dass sie es mir mittlerweile schriftlich gibt, vorher war das am Telefon und da habe ich keinen Beweis.
Im Ergebnis ist es also so, dass ich etwas irritiert bin, wie wahrscheinlich aber alle hier, dass die Qualifizierung nicht genauer benannt wird und dass ich nicht weiß, ob sich das ausschließlich auf die EGVs bezieht oder auf die Fallmanager generell.
Danke nochmal
sun2007
 

Martin Behrsing

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#10
ich hatte dir ja schon geschrieben, dass in der 2. Auflage dieser Kommentierungen man davon abgekehrt ist, dass Fallmanager - oder jetzt heißen die ja auch nur noch pAp - hinreichend qualifiziert sein müssen. Dazu gab es auch eine Bundestagdrucksache, die dieses relativierte. Deshalb können ohne weiteres Schmalspur-Telekombeamte diese Sachen übernehmen. Also bitte nicht auf etwas stürzen, wo man nur sinnlos gegen Windmühjlen kämpft. Selbt eine Quailifikation einer Ausbildung stellt keineswegs sicher, dass die KEnntnisse vorhanden sind. Dies habe ich in meiem Beurfsleben leider nur zu oft bei Berufskollegen feststellen müssen und andere kennen dies ebenso aus anderen Berufen.
 

unicorn

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#11
Hallo Martin :)

ich hatte dir ja schon geschrieben, dass in der 2. Auflage dieser Kommentierungen man davon abgekehrt ist, dass Fallmanager - oder jetzt heißen die ja auch nur noch pAp - hinreichend qualifiziert sein müssen.
Die zitierten Paragraphen sind der 2. Auflage von NOMOS entnommen.
Mir wurde mitgeteilt, dass der pAp nur bei den Vermittlern ist, der Fallmanager wird da nochmal differenziert. Auf jeden Fall ist so zumindest das Handling bei uns. Ich meine, ich habe das auch so nachgelesen, dass dies zweierlei sind, doch das ist nicht so wichtig. Wollte dir dazu nur was aus der Erfahrung dazu schreiben.

Dazu gab es auch eine Bundestagdrucksache, die dieses relativierte.
Sind solche Bundestagdrucksachen eigentlich verbindlich?

Deshalb können ohne weiteres Schmalspur-Telekombeamte diese Sachen übernehmen. Also bitte nicht auf etwas stürzen, wo man nur sinnlos gegen Windmühjlen kämpft. Selbt eine Quailifikation einer Ausbildung stellt keineswegs sicher, dass die KEnntnisse vorhanden sind. Dies habe ich in meiem Beurfsleben leider nur zu oft bei Berufskollegen feststellen müssen und andere kennen dies ebenso aus anderen Berufen.
Du hast Recht. Wenn es "NUR" um die Qualifikation geht, macht es echt keinen Sinn. Auch ist es so, dass selbst wenn die Kenntnisse da sind/wären, dass sich vermutlich nichts ändern wird, weil eben so gewollt *denks*
Wenn nun aber alles schief läuft und gar nichts stimmt ? Ein bisschen Ausbildung müsste doch dazu schon da sein :icon_kinn:
Wobei es nichts daran ändert, dass es ein Kampf gegen Windmühlen ist wie du sagst und man muss sich wirklich gut überlegen, ob überhaupt und wann man da kämpft, ob es Sinn macht vor allem. Nur um des Kampfes Willen wäre absolut unangebracht, denke ich auch. Insgesamt jedoch könnte es unter Umständen und im Einzelfall ein zusätzlicher Aspekt sein.
 

sun2007

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#12
Also, ich muss ja jetzt mal "gestehen", dass ich den Brief mit der Forderung nach den Qualifikationen meiner pAp schon abgeschickt hatte mit Nennung der Paragraphen bzgl. der Auskunftspflicht. Ich habe mir das im Nomos auch mal durchgelesen. Es steht da wirklich sehr wischi-waschi was drin. In meinem Fall war es aber so, dass meine pAp ganz offensichtlich Fehler gemacht hatte - sie hat sich ganz offensichtlich richtig doof angestellt und das sollte zu meinen Lasten gehen. In einem späteren persönlichen Gespräch mit dem Teamleiter - bei dem er mir dann eröffnte, dass sie nicht meine Fallmanagerin ist sondern Arbeitsvermittlerin (woher sollte ich das wissen? Vorher nannte sich die für mich Zuständige "Fallmanagerin", die übergab mich dann meiner jetzigen und sagte nur, die Neue sei jetzt für mich zuständig - von einer Änderung in der Bezeichnung hat mir keiner was gesagt. Jetzt heißt es plötzlich, "Fallmanager" seien nur zuständig für "harte Fälle" wie HartzIV-Mütter - auch krass, oder?? Als Mutter automatisch zum "harten Fall" gemacht zu werden. Wie er das sagte klang das so nach allerunterster Schublade, wo nun wirklich nichts mehr zu machen ist.) Na, wie dem auch sei, ich frage mich in dem Zusammenhang:

Heißt das Ganze im Ergebnis nun etwa, dass pAps KEINE Qualifizierung brauchen? Dass die ganz ohne loslegen dürfen?

Jedenfalls war es in meinem Fall so, dass alleine meine Aufforderung an die pAp, ihre Qualifikation zu nennen, diese wohl sehr aus der Bahn geworfen hat. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde hatte sie schon von mir. Das JobC verklagt habe ich auch und jetzt war ich beim Anwalt weil die nicht aufhören mit dem Sch***.
Also, ich denke es schadet jedenfalls nichts, wenn die pAps ganz offensichtlich und schriftlich nachweislich den allergrößten Mist bauen, dann auch mal am Thema Qualifikation zu rühren - vor allem, wenn es sowieso schon sehr weit ist und man nicht mehr viel zu verlieren hat. Davor würde ich es mir überlegen. Vielleicht.
Viele Grüße
sun2007
 

unicorn

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#13
Jetzt heißt es plötzlich, "Fallmanager" seien nur zuständig für "harte Fälle" wie HartzIV-Mütter - auch krass, oder?? Als Mutter automatisch zum "harten Fall" gemacht zu werden. Wie er das sagte klang das so nach allerunterster Schublade, wo nun wirklich nichts mehr zu machen ist.)
Das ist krasse Realität, selbst wenn Muttern qualifiziert ist und sogar sich selber Jobs verschaffen kann.

Ich hörte da einen Spruch von einer anderen Mutter, zu der eine Fallmanagerin sagte: "Bei dieser MAE habe ich alle meine Alleinerziehenden aufgeräumt".

So ist das. Damit man auch schön brav sagen kann, wie familienfreundlich alles ist weil keine Mutter zu Hause auf die Kinder aufpassen muss.

In meinem Fall bin ich ein "schwieriger Fall", weil ich um Löschung nicht notwendiger Daten gebeten habe. Das hatte mir eine Fallmanagerin eingebracht, die mich dann kurzerhand für 1 1/2 Jahre "aufräumen" wollte, wie sie sich auch auszudrücken pflegte.

Ich hatte den Text übrigens auch schon losgeschickt, jedoch für mich erweitert, stehe aber auch dazu, weil auch gar nichts gepasst hat.

Der Ausgang ist übrigens noch in der Schwebe.
 
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