EGV-Check [bereits durch Unwissenheit unterschrieben] (1 Betrachter)

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The One

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Hallo ELO-Forum,
ich hatte vor kurzem einen Termin in meinem U25-Jobcenter. Das übliche "Was haben Sie die letzte Zeit gemacht?" und "Was haben Sie in Zukunft vor?". Habe dann erklärt, dass ich im März studieren möchte (was aber nicht fix ist). Also gab es kurz einige wenige Fragen bzgl. Schulabschluss/Werdegang und dann sprach die SB schon davon, was ich nun tun "müsste". Während Sie irgendwas im Computer eingab, erzählte Sie mir davon, dass ich nun wöchentlich beim "Jobklub" müsse um dort Bewerbungen zu schreiben. Da ich von Bekannten bereits von diesem Jobklub gehört habe, fragte ich ob ich denn nicht von Zuhause aus Bewerbungen schreiben könnte. Ihre Antwort war: "Das wäre auch möglich, allerdings müssten Sie dann alle 2 Wochen hier her kommen und Nachweise mitbringen". Ich sagte, dass das für mich kein Problem ist und ich lieber diese Möglichkeit wählen würde. Daraufhin fügte sie noch an "... und ab morgen dann wohl auch einen 1€-Job". Durch Unwissenheit "erschreckte" ich mich und meinte "Dann ist mir der Jobklub doch lieber". Letztendlich schob sie mir die EGV rüber und ich unterschrieb, da ich 0 Ahnung von der Materie und Angst vor Sanktionen hatte. Ich habe die EGV (die wichtigen Sachen) mal abgetippt:
gültig bis 28.04.2013 soweit zwischenzeitlich nichts anderes vereinbart wird
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Ziel(e)
Arbeitsaufnahme
Studium
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1. Ihr Träger für Grundsicherung Jobcenter XXX unterstützt Sie mit folgenden Leistungen zur Eingliederung
Das Jobcenter unterbreitet Ihnen Vermittlungsvorschläge, soweit geeignete Stellenangebote vorliegen.

Das Jobcenter veröffentlich Ihr Bewerberprofil in der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit unter jobboerse.arbeitsagentur.de.
Das Jobcenter unterstützt Ihre Bewerbungsaktivitäten durch Übernahme von angemessenen nachgewiesenen Kosten für schriftliche Bewerbungen nach Maßgabe des § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III, sofern Sie diese zuvor beantragt haben.

Das Jobcenter unterstützt Ihre Bewerbungsaktivitäten nach Maßgabe des § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III durch Übernahme von angemessenen und nachgewiesenen Fahrkosten zu Vorstellungsgesprächen, sofern die Kostenübernahme vor Fahrtantritt durch Sie beantragt wurde.

Angebot der Maßnahme Job Klub
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2. Bemühungen von Herr XXX XXX zu Eingliederung in Arbeit
Sie verpflichten sich ab Anspruchsbeginn, frühstens ab Zugang des Bewilligungsbescheides zu den folgenden Eigenbemühungen:

Sie unternehmen während der Gültigkeitsdauer der Eingliederungsvereinbarung beginnend mit dem Datum der Unterzeichnung - jeweils mindestens 8 Bewerbungsbemühungen monatlich um sozialversicherungspflichtige und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und legen hierüber im Anschluss an den oben genannten jeweiligen Zeitraum folgende Nachweise vor: Absagen oder die Durchschrift der Bewerbungsanschreiben. Bei der Stellensuche sind auch befristete Stellenangebote und Stellenangebote von Zeitarbeitsfirmen einzubeziehen.

Sie melden sich zwecks Vereinbarung eines Termins bis spätestens 31.10.2012 beim

Job Klub
Straße 00
00000 Stadt
Telefon 00000 / 000000

Bei Termingvergabe werden Sie zusätzlich auf eine Warteliste im Job Klub gesetzt. Sollte kurzfristig ein früherer Termin frei werden, nimmt der Job Klub Kontakt mit Ihnen auf und Sie haben auch diesen Termin wahrzunehmen. Sollten Sie innerhalb dieser Frist keinen Termin im Job Klub vereinbaren oder auch die vereinbarten Termine beim Job Klub ohne wichtigen Grund nicht warhnehmen, werden Sanktion gem. § 31 SGB II geprüft.

Zum vereinbarten Termin beim Job Klub bringen Sie bitte alle notwendigen Unterlagen für eine Bewerbungsmappe (Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, ...) mit. Sollten Sie keine Unterlagen zum Termin mitbringen und kann somit der Termin nicht stattfinden, werden ebenfalls Sanktionen nach § 31 SGB II geprüft.

* Bitte beachten Sie, dass die o.g. Pflichten auch im Zeitraum einer Arbeitsunfähigkeit fortbestehen. Eine gegebenenfall eingetretene Erkrankung, die nicht nur eine Arbeitsunfähigkeit, sondern auch die Unfähigkeit zum Bemühen um Arbeit (einschließlich der Anfertigung von Bewerbungsunterlagen), begründet, ist durch Vorlage eines entsprechenden fachärztlichen Gutachtens nachzuweisen.

* Regelmäßige und pünktliche Teilnahme an den angebotenen Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit
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Der letzte Absatz vor der Rechtsfolgenbelehrung ist noch ganz interessant
Sollte aufgrund von wesentlichen Änderungen in Ihren persönlichen Verhältnissen eine Anpassung der vereinbarten Maßnahmen und Pflichten erforderlich sein, sind sich die Vertragsparteien darüber einig, dass eine Abänderung dieser Eingliederungsvereinbarung erfolgen wird. Das gleiche gilt, wenn sich herausstellt, dass das Ziel Ihrer Integration in den Arbeitsmarkt nur aufgrund von Anpassungen und Änderungen erreicht, bzw. beschleunigt werden kann.

So nun meine Fragen:
- gibt es Hoffnung auf die Möglichkeit einer Änderung oder Neuaufsetzung (evtl. durch den letzten Absatz)?
- wie "schlimm" hat es mich getroffen (wie sehr habe ich mich denen ausgeliefert)?
- bin ich jetzt in dieser EGV bis zum 28.04.2013 chancenlos gefangen und muss alles mitmachen?

Ich habe mich leider erst zu spät hier erkundigt und erfahren, dass ich nicht hätte unterschreiben sollen. :icon_kotz:


Gruß,
The One
 
G

gast_

Gast
Tja, dumm gelaufen. Und du warst sicher nicht in Begleitung eines Beistandes da?

Das Jobcenter veröffentlich Ihr Bewerberprofil in der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit unter jobboerse.arbeitsagentur.de.
Da fehlt das Wörtchen "anonym"

durch Übernahme von angemessenen und nachgewiesenen Fahrkosten zu Vorstellungsgesprächen,
Zu unbestimmt: Was ist angemessen?

mindestens 8 Bewerbungsbemühungen monatlich
Schaffst du die?

und legen hierüber im Anschluss an den oben genannten jeweiligen Zeitraum folgende Nachweise vor
Da fehlt mir: Auf Einladung, damit man die Fahrtkosten auch erstattet bekommt.

Tja, gehst du nicht hin wirst sanktioniert.

* Bitte beachten Sie, dass die o.g. Pflichten auch im Zeitraum einer Arbeitsunfähigkeit fortbestehen. Eine gegebenenfall eingetretene Erkrankung, die nicht nur eine Arbeitsunfähigkeit, sondern auch die Unfähigkeit zum Bemühen um Arbeit (einschließlich der Anfertigung von Bewerbungsunterlagen), begründet, ist durch Vorlage eines entsprechenden fachärztlichen Gutachtens nachzuweisen.
Das hätte ich NIE unterschrieben!
- gibt es Hoffnung auf die Möglichkeit einer Änderung oder Neuaufsetzung (evtl. durch den letzten Absatz)?
Nein, nur bei wesentlichen Änderungen in deinen Verhältnissen

- wie "schlimm" hat es mich getroffen (wie sehr habe ich mich denen ausgeliefert)?
sehr - meine Meinung.
- bin ich jetzt in dieser EGV bis zum 28.04.2013 chancenlos gefangen und muss alles mitmachen?
Ja.
Merke für die Zukunft: man unterschreibt NIE und NIRGENDS etwas ungeprüft, was andere einem zur Unterschrift verlegen.
Einstecken und sagen, das werde ich erstmal prüfen (lassen)
 

The One

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Danke für deine Einschätzung. Wie gesagt, ich war unerfahren und dumm in dieser Hinsicht. Das wird aber das einzige Mal sein, dass ich sonen Wisch unterschrieben hab.

Achja, wegen der 1x wöchentlichen Maßnahme. Auf dem Anmeldezettel steht: "... ab dem 31.10.2012 bis zum 31.12.2012 die unten angegebenen Bewerbungsaktivitäten durchgeführt werden."
Im Anschluss wird das ganze sicherlich einfach nochmal um 3 Monate verlängert und ich kann nicht dagegen tun oder?
 

ZynHH

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Du solltest umgehend deine Telefonnummer und email adresse löschen lassen.
Dann kann das JC dich nur noch per Post erreichen, genauso wie der jobklub, was immer das auch ist...
 

The One

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Der Job Klub soll wohl zum Bewerbungen schreiben dienen. Muss da in knapp einer Stunde hin, kann anschließend mehr berichten.
 

ZynHH

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Klär die Fahrtkosten ab! Die sind nicht im Regelsatz enthalten. Auslegen kannst du die auch nicht!
 

The One

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So war nun beim ersten Termin mit besagten Job Klub. Man könnte es auch "Bewerbung schreiben für Dumme" nennen. Habe in rund einer Stunde zusammen mit einem Mitarbeiter einen Lebenslauf erstellt ... beim nächsten mal geht es dann weiter mit Deckblatt und Anschreiben. Also quasi alles, was ich von Zuhause aus genauso wenn nicht sogar besser machen kann/könnte. Fahrtkosten habe ich am Ende des Termins direkt erstattet bekommen.

Tja, dumm gelaufen. Und du warst sicher nicht in Begleitung eines Beistandes da?
Ganz alleine, hätte es denn trotz Unterschrift noch etwas bewirken können?

Merke für die Zukunft: man unterschreibt NIE und NIRGENDS etwas ungeprüft, was andere einem zur Unterschrift verlegen.
Einstecken und sagen, das werde ich erstmal prüfen (lassen)
Nachdem ich mich hier im Forum etwas eingelesen hatte, hab ich diesen Entschluss auch getroffen. Nur habe ich meine Rechte nun für 6 Monate quasi verschenkt :/
 
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