EGV ALG II - Montag Termin beim Vermittler, Fragen vorab bezüglich der Geltungsbereiche (1 Betrachter)

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S

sudo

Gast
Guten Tag zusammen,

erstmal möchte ich mich bei allen Nutzern für diese Seite bedanken. Habe hier schon öfters mitgelesen, wirklich klasse, was ihr hier auf die Beine stellt. Nun zu mir:

Ich bin 25, habe 3 Jahre Wirtschaftsinformatik studiert (ohne Abschluss), Fachabitur und eine schulische Ausbildung zum kaufm. Assistenten für Informationsverarbeitung, was in der Praxis eigentlich nur genutzt wird um eine andere Ausbildung zu verkürzen.

Habe am Montag nun einen Termin beim Arbeitsvermittler, habe den HIV-Antrag erst diese Woche gestellt. Bin in Duisburg, falls hier jemand konkrete Erfahrungen mit dem JC hat.

Ich hab hier, wie erwähnt, bereits ein wenig mitgelesen. Es wird ja häufig empfohlen, gar keine EGV zu unterzeichnen und dann gegen den VA beim SG zu klagen. Ich würde aber gerne erstmal vermeiden auf "Konfrontationskurs" zu gehen, vielleicht lässt sich das ganze ja auch so regeln.

Ich habe in den letzten 1 1/2 Jahren Sozialhilfe (SGB XII) bezogen und während dieser Zeit in einem "Heim" gelebt, dort habe ich nur den Barbetrag ausgezahlt gekriegt. Nach einem Klinikaufenthalt (aus dem ich als Erwerbsfähig eingestuft wurde) kann ich nun endlich wieder HIV beziehen, was es mir leichter macht eine Wohnung zu finden. Vielleicht rutsche ich irgendwann wieder ins SGB XII rein, aber erstmal ist HIV besser für mich um an eine Wohnung zu kommen.

Ich möchte am Montag nun hauptsächlich erreichen, dass ich nicht in irgendwelche unnötigen Maßnahmen gesteckt werde. Bewerbertraining (Mein Lebenslauf und meine Bewerbungen sehen gut aus), Motivationstraining, 1€ Job und solche Geschichten. Ich hab hier auch gelesen, dass solche Maßnahmen zum Profil passen müssen, aber ich denke, dass sowas im Endeffekt auch irgendwo Auslegungssache ist.

Meine "Idee" ist es, es dem Vermittler so zu erklären, dass ich mich in den nächsten 6 Monaten nun erstmal darum kümmere meine gesundheitliche Situation weiter zu verbessern/zu stabilisieren (indem ich mir einen Psychotherapeuten suche) und mich gleichzeitig um eine Ausbildung fürs nächste Jahr zu bemühen, Ausbildungen fangen ja erst wieder zum 01.08.18 an.

Ich hab natürlich den Mustertext zur EGV gelesen der hier weiter oben angepinnt ist, mein Problem mit diesem Mustertext ist, dass dort (sinngemäß) sowas drinne steht, von wegen, dass ich mich verpflichte an allen Maßnahmen teilzunehmen - eben genau das, was ich also verhindern will.

Ich wollte mich nun also erstmal vorab bei euch erkundingen ob ihr irgendwelche Ratschläge habt auf was ich achten soll, oder wie ich mein Anliegen am besten so rüberbringe, dass es hinterher schriftlich auch so festgehalten wird. Ich werde die EGV natürlich nicht vor Ort unterschreiben und hier am Montag dann hochladen, ich denke es wäre einfach ganz gut im Voraus schonmal ein paar Ratschläge einzuholen.

Ich würde mich über hilfreiche Antworten freuen und bedanke mich!
 

TazD

Super-Moderation
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Beim Termin möglichst wenig Infos rausrücken, vor allem was die gesundheitlichen Aspekte angeht. Dafür wäre der äD zuständig und der ist, im Gegensatz zum SB, auch entsprechend ausgebildet.
Du hast das Recht die EGV zur Prüfung mitzunehmen. Daher die vorgelegte EGV interessiert in die Hand nehmen und dann gaaaaaanz schnell in der Tasche verschwinden lassen.
Egal, was der SB dann versucht. Du hast das Recht eine EGV zur Prüfung für 10-14 Tage mitzunehmen. Und wenn der sich auf den Kopf stellt und mit den Beinen schlackert.

Dann die EGV hier einstellen und drüber schauen lassen. Dabei kann man dann schon mal Gegenvorschläge erarbeiten, die man dem SB dann zukommen lässt. In der Regel gewinnst du damit wieder ein paar Wochen, in denen du dich erst mal um dich und deine gesundheitlichen Belange kümmern kannst.
Gesundheitliche Aspekte haben in einer EGV übrigens nichts zu suchen. Dafür ist allein der äD zuständig und auf Grundlage des dort erstellten Gutachtens ist auch die Zumutbarkeit von Maßnahmen oder VV zu beurteilen.
 
S

sudo

Gast
Klasse, Danke für die schnelle Antwort!

Eine kurze Frage nur: Du sagst ich soll möglichst wenige Informationen zu gesundheitlichen Aspekten erwähnen. Aber ich kann das schon in's Gespräch bringen, oder? Der Ärztliche Dienst ist ja aktuell noch gar nicht involviert, ich denke mal, dass der Vermittler das ja in's Rollen bringt.

Anschließend habe ich dann also 3 Möglichkeiten keine Maßnahmen aufgedrückt zu bekommen wenn ich das richtig verstehe:

1. Arzt hält sie für unzumutbar
2. Maßnahne verweigern, mit dem Sanktionsbescheid dann vors SG
3. Arbeitsvermittler lässt mich von sich aus in Ruhe.

Soweit richtig?
 

Holler2008

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Den SB geht es eben überhaupt nichts an, was für Krankheiten du hast.
Weiß nicht ob das richtig ist, aber statt, ich habe schwache Knochen, würde ich dann eher sagen, ich bin körperlich nicht schwer belastbar.


Wenn dir eine Maßnahme angeboten wird, die durch den Europäischen Sozialfond finanziert wird (ESF) dann kannst du dir schon mal merken, sie ist nur freiwillig.
 
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